Wenn aber

Title page of the German magazine "Die Ju...

Wenn aber einer heute käme, und sagen würde: du darfst noch einmal von vorne anfangen, mit all dem Wissen, das du jetzt hast.
Du darfst mitten im Erwachsenenleben deine Jugend leben, mit der Schönheit und der Energie von damals, aber mit dem heutigen Bewusstsein wie wertvoll diese Zeit ist.

Was würde ich wohl tun.
Wie frei wäre ich, und wie glücklich würde mich diese Jugend, eingebettet in das Erwachsenenleben und in das Bewusstsein ihrer Vergänglichkeit und meiner eigenen Endlichkeit, machen.

Wenn aber ich mir etwas wünschen dürfte,
dann wäre das Unbefangenheit allem und jedem gegenüber.
Und Naivität vielleicht.

9 Kommentare zu “Wenn aber

  1. Ich denke oft darüber nach, wie es wäre, die Jugend noch einmal mit dem heutigen Erfahrungsschatz zu erleben. Nur: Im Grunde ist es doch ein Widerspruch in sich, denn vieles, was die Jugend ausmacht, wäre damit hinfällig. Ich glaube, es gibt nur den Weg in die andere Richtung: Sich möglichst viel davon zu bewahren.

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    • Aber dumm sein ist schon arg dumm, oder? Will man das wirklich?
      Andererseits, wenn man so dumm ist, dass man es nicht einmal weiss, das ist vielleicht ganz gut.
      Nur wissen wir ja, was Dummheit bedeutet, und streben sie deswegen nicht an.
      Eigentlich meinte ich mit Naivität aber keinesfalls Dummheit. Ich meinte die unbedarfte und unwissende Offenheit eines Kindes. Und die wünsche ich mir manchmal zurück.

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  2. Pagophila spricht mir aus dem Herzen; das (allerdings erst im Nachhinein so Sichtbare) Wertvollste an der Jugend ist eben dieses Nichtwissen, diese unglaubliche Offenheit, die man erlebt, alles ist noch neu und vor allem alles scheint möglich, mit anderen Worten; man ist prädistiniert dafür enttäuscht und eines Besseren belehrt zu werden. Und was die „Naivität“ angeht, ich weiß nicht, ich glaube, worauf es ankommt ist, sich die Fähigkeit zu erarbeiten, die Momente, die Gegenwart so zu erleben wie sie eben ist, mit allem Schönen und Nicht so schönen, ohne das alles einzuordnen und zu bewerten, einfach erleben. Ob das wirklich einfacher war, als man jung gewesen ist, wage ich zu bezweifeln. Es war lediglich anders.

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    • Ganz offensichtlich zeichnet man im Nachhinein die Jugend weicher als sie war. Anders war es. Besser war es, in meinem Falle sicher nicht.
      Es ist eine große Kunst die Dinge entspannt zu betrachten, zu erleben, und sie nicht zu werten, oder sich nicht von ihnen runterziehen zu lassen.
      Wenn ich heuet Fotos aus meiner Jugend sehe, dann bin ich baff, wie schön ich war, und bedaure es, dass ich mir damals überhaupt Gedanken gemacht habe, wie ich aussehe und rüberkomme.
      Da wünschte man, man könnte in die Vergangenheit reisen, und sich mit dem Wissen von heute den Arm um die Schulter legen und sich ermutigen.
      Aber du hast Recht. das Wichtigste und Schönste an der Jugend ist das Nichtwissen.

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  3. Ich habe gerade meine neue IKEA-Wand aufgebaut und beim Einräumen auch die große Umzugskiste unsortierter ANALOGER Fotos aus zig Jahren in die Finger und unter die Nägel bekommen. Zuerst waren da gruselige Momente von wegen „wenn mich da jemand gesehen hätte“ (Tatsächlich muss da ja wohl eine Kamera gewesen sein), dann aber stellte sich eine gewisse zuversichtliche Haltung ein, dass nämlich die „Party“ eventuell irgendwann vorbei ist, aber dann doch sicher abgelöst werden wird von einem Saxophonsolo.

    „Zurück in die Zukunft“ mit den Erfahrungen von gestern ist mir dann doch lieber als zurück in die Vergangenheit mit den Befürchtungen von heute.

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