keine Drogen

13922434024_de9dbccc93_z.jpgSamstags geht’s ins Jammertal, am Sonntag in die Grube

 

Im Treppenhaus hängt eine Einladung für die Hausbewohner. Alle sollen gemeinsam in den Heide-Park gehen. Der Gruppeneintritt kostet nur 7 statt 46 Euro pro Person.

Oh, das ist aber günstig, sagt die Rothaarige, während sich mir die Nackenhaare aufstellen.

Ja, aber hast du gelesen, was ganz unten steht?

Nein.

Keine Drogen!

Echt?

Ja.

Da fährt doch keiner mit.

Eben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: Neil Moralee, Knees up for Mother Brown, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

keulen

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Im Internet kann man schön Menschen hinterher recherchieren und während des Spurenaufnehmens hinterlässt man eine eigene Spur für Jene, die einem irgendwann an den Kragen wollen, wegen was auch immer. Es findet sich etwas, keine Sorge.

In seinem Buch Saturday erwähnt Ian Mc Ewan die Foltermethoden Saddam Husseins, sowie gesetzliche Regelungen im Irak, die für Straftäter Amputationen vorsahen. Sofort denke ich an die Schauspielerin mit der ich vor ein paar Jahren Urlaub in Oberstdorf machte. Wir spazierten gerade am Schrotti, einem Trödelladen mit alten Pflügen und rostigem Hausrat vorbei, als das Gespräch auf Vegetarismus kam. Eine von uns beiden erzählt der anderen von einer Variante des gemäßigten Fleischkonsums, bei der einem Tier, statt es zu töten, ein Bein amputiert und das Fleisch an einem Festtag gegessen wird. Als Dank für dieses Opfer wird das Tier ein Leben lang versorgt und gefüttert und muss, anders als herkömmliches Schlachtvieh, nicht sterben. Nachdem wir das Thema verlorenes Vertrauen kurz gestreift haben, sagt die (fleischessende) Schauspielerin: lieber wäre ich tot als beinamputiert. Ein Leben mit Behinderung wäre für mich nicht mehr lebenswert. Ich gebe ein paar Widerworte, sie besteht auf ihrer Bewegungsfreude. Ich sage: Paralympics, sie sagt: Ogott. Dann schweigen wir und wir schweigen bis heute.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: hermesmarana, cichy kacik 20, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/

kandideln

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Neben mir auf dem Boden liegt der frisch operierte Hund wie ein nasser Lappen und es regnet weiterhin und irgendwo ist wieder Ausnahmezustand und eine Mitarbeiterin steigt früher aus als vereinbart, was Urlaubssperre für andere bedeutet, die aber schon gebucht und deswegen laut geflucht haben. Wörter werden geklaubt und gewogen weil die Aussteigerin gerne die Gute sein möchte, wo sie halt leider mindestens die Unzuverlässige, wenn nicht die Unkollegiale ist und je schlechter sie sich bei der Sache fühlt, umso lauter krakeelt sie und stochert mit dem Zeigefinger in der Luft umher damit doch noch irgendwer mitverantwortlich sich zeigen möge, anstatt, dass sie einfach sagte: es tut mir Leid. Rote Köpfe, schneller Puls, für nichts und wieder nichts und ich bin sowas von zu erschöpft, dass ich gar nicht mehr weiß ob ich nun krank bin oder irre oder einfach ausgebrannt. Und ich sage zu ihr: mach es wie es für dich am Besten ist und hoffe, dass sie sich mies fühlt dabei, ich Kleingeist. In diesem Zustand ficht mich dann sogar Internetzeugs an und ich fühle mich so jämmerlich wie Madonna, als sie ihren Freunden klagte wie sehr sie verkannt wird im Vergleich zu der mediokren Sharon Stone und ich denke: ich werde so sehr verkannt, im Vergleich zu mir selbst. So sehr! Wenn ich wenigstens mal sowas wie eine anständige Freundin wäre, wenn es dazu mal käme, rein zeit- und kopfmäßig. Emails könnte man ja mindestens beantworten, oder sms, aber ich komm gar nicht dazu, weil die einen krakeelen, die anderen aus der Narkose erwachen, ich selbst immer noch malade bin und weil der Bürzel in Flammen steht und die Flügelschläge aus der Achsel heraus nix nützen gegen das Lodern am Heck, da kann ich mich noch so abflattern, das Gewedele facht (nicht ficht!) das Feuer nur unnötig an und mit dem Hinterkopf lässt sich nun mal keine Kerze auspusten.

Der Countdown läuft. In zwei Wochen bin ich auf der Zielgeraden und hab die Alpen schon vor Augen, sofern sie nicht nebelverhangen sind. Doch auch das wäre mir vollkommen schnuppe (wie ich Worte mit Doppelkonnssonannten liebe!) ganz egal, so egal. Schlafen und keinen Briefkasten öffnen. Nicht mal Mails oder sms angucken. Einfach gar nix. Schweigen, dösen und ab und an ein Augenlid heben, um zu schauen was der Hund macht, der hoffentlich das Gleiche tut wie icke: schweigen dösen, Lid heben und weiter pennen.

Das brauchen wir, tikerscherk, Töle und icke.

Der Bekannte behauptet nämlich tikerscherk wäre gar nicht ich. Viel zu abgeklärt wäre (oder sei) tiker im Vegleich zu mir und tausendmal durchgedrehter wäre ich (also ich jetzt!) obendrein. Echt? erkundige ich mich ungläubig und überrascht und ein wenig peinlich berührt, ist nicht vielleicht tiker doch ein bisschen übergeschnappter als ich? Nein, schüttelt er bedauernd den Kopf, La Überschnapp (Doppel-p) c ´est toi, da beisst die Maus keinen Faden ab und darüber verhandeln lässt sich schon gerade nicht, sind ja nicht bei Miss E.Mission Zuhause, und nach längerem Drübernachdenken ist das auch eigentlich ganz logisch und ich nicke zustimmend, denn tiker muss nur aufschreiben was ich durchlebe und während ich on stage oder in the Waschmaschine bin, Schleudergang, mit etwas Glück nur Wollwaschgang und mit noch mehr Glück Imprägniermodus, sitzt tiker mit hochgelegten Beinen da, feilt sich die Nägel und tippt ab und an ein entspanntes Sätzchen in ihr kleines Katastrophenblog (Hintergrundbild: eine gigantische Welle, die sich aus dem Alpenmassiv heraus löst und das Tal flutet, dass die Kühe erst möh! rufen und dann losschwimmen und schließlich mit kastigem Rumpf auf den Dächern stehen und lachen). Abgeklärt sein, süß gucken und launige Sätzchen oder Kommentare hinwerfen, das kann tikerscherk aus ihrer kommoden Position heraus. Doch erst muss das tiker-ich durch Berlin Mitte stratzen und bei Yoli einen frozen yoghurt (angerührt aus Magermilchpulver) essen und dort auf einmal kapieren, was all diese sophisticted raunenden Berlinmitteblogs eint und zusammenhält, was das snobbyhaft zurückgenommene Mittefeeling ist, das auf Labeln und auf Galerien gründet, wie das tikersnobbige auf Wagenburgen und auf Staub, und in Mitte fragt sie (also ich) sich plötzlich wieso sie die letzten zwanzig Jahre nicht mehr durch dieses supersanierte Mitte gegangen ist, durch das Linien/ August/ Münzstraßenmitte, wo die Acnejeansträgerinnen catwalken und die Häuser viel schöner sind als in Kreuzberg und wo die Menschen die tikerdarstellerin ansprechen auf ihr malerisch und aus der Zeit gefallenes Äußeres, wie sie da so mitten im Gips Hof auf dem Stuhl sitzt, den kranken Hund unter dem Arm, eine viktorianisch züchtige Bluse am Leib, den gepflegt melierten Mann mit dem schwarzen Windhund an ihrer Linken, und ringsum schattiger Backstein und dahinter eine nur bis zum 6. Lebensjahr zu betretende Grasinstallation. Nicht mal Geschichten sind das, die das tiker-ich erlebt, sondern nur Licht und Höfe und Flair und Blur und tieffliegende Spatzen und tiefgreifende Wehmut des stetig verrinnenden Lebens, und alles das muss die tikerfrau ranschaffen für die schreibende tiker, die ganz entspannt ihr kleines Blog führt und dort abgeklärt in den doppelten Spiegel hinein parliert während hinter den Kulissen mit jeder Faser und bis zur totalen Selbstverausgabung gelebt und geliebt und gelitten wird. Ja, er hat Recht, der Bekannte: tiker ist nicht ich, die tikerfrau. Doch bald macht die tikerfrau Urlaub und tiker, die queen of mirrors, bleibt in ihrer Kiste. Denn dann bin ich dran, ganz in Ruhe, ganz allein, looking forward to the Reprise of the alpenländische Vexierspiel.

 

 

 

 

 

 

 

Bild: Visit Berlin, Clärchens Ballhaus, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

läuft

 

 

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Die Kehrmaschine bürstet die beiden schmutzigen Jahre von den Gehwegplatten, der bärtige Kindergärtner singt „Hallo Kinder, schlaft ihr noch“, die Sonne scheint und die Tigerin sucht nach Bambusresten mit denen sie sich die Magenschleimhaut aufreißen und mir blutspeienden Kummer bereiten könnte. Fehlanzeige. Auch das Basaliom des Hundes an der linken Vorderpfote wird dank der Anwendung antibiotischer Salbe täglich kleiner und entpuppt sich so als harmlose bakterielle Entzündung.

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Die roten schokolierten Nüsse von Mister Choc sind mit dem Blut der weiblichen Blattlaus eingefärbt, lese ich. Ein Heer von 1-Euro-Jobbern muss dafür, an Mikroskopen sitzend, die männlichen von den weiblichen Tieren trennen, die nutzlosen Männchen wieder in die Freiheit entlassen, an den Weibchen aber den Femizid begehen und ihr Blut anschließend sorgfältig in die Süßware hineinarbeiten, die wir Menschen dann essen.

Die Schlüsselrückforderer geben zu meiner Enttäuschung überraschenderweise nach einer kurzen Mail meinerseits sofort auf. Sehr geehrte Frau tikerscherk, antworten sie mir, vielen Dank für Ihre Klarstellung. Bei den hier vorhandenen Unterlagen war nicht ersichtlich, dass Sie bereits die Schlüssel zurückgegeben haben. Die Forderung wird zurückgenommen, ein entsprechendes Schreiben geht Ihnen gesondert zu.

Mit freundlichen Grüßen

Über das „bereits“ freue ich mich angesichts der Jahrzehnte, die seither ins Land gegangen sind ganz besonders.

 
Der Urlaub naht, blau lockt der bayerische Himmel und alles ist weiterhin in der Schwebe. Ob ich mit meinem Anwalt gut beraten bin, frage ich mich inzwischen schon manchmal, wenn er zum Beispiel Mails und Fragen nicht beantwortet, Termine nach Gusto verschiebt und sich um Fristen nicht schert, während mir die Kniee schlottern, doch nun ist es zu spät. Vor Gericht käme es möglicherweise sehr zschäpig rüber, tauschte ich auf die letzten Meter meinen mandatierten Rechtsvertreter gegen einen mit noch martialischerem Namen. Einen guten Eindruck zu machen, scheint mir auch in diesem Belang die halbe Miete zu sein, denn schnell gelten widerspenstige Menschen als mollathesk oder renitent. (In Bayern droht als gefährlich eingeschätzten Personen nun übrigens sogar die Haft ad infinitum, wenn´s die Polizei für richtig befindet. Dafür braucht´s nicht einmal ein der Festsetzung vorangegangenes Verbrechen oder gar die richterliche Zustimmung). Wo leben wir eigentlich.

Und à proposito Renitenz: beim frühkindlichen Blinzeltest pustete ich als einziges Kind zurück, statt die Augen zu schließen, so erzählte der Kanzler früher. Eine Anekdote, die meine Mutter gerne als Beleg für meine Aufsässigkeit à priori anführte. Dieser unterstellte Wesenszug, so denke ich inzwischen,  führte mich, nach ein paar Semestern in Bayern, mit Nachtfahrverboten und universitären Strafarbeiten, schließlich nach Kreuzberg, wo die Devise gilt: Pisst du mir, piss ick dir.
Wieso mir in diesem Zusammenhang die Erinnerung an den Diesel-Gedächtnishain in Augsburg, einen vollkommen unspektakulären, schattenlosen Ort mit ein paar scheinbar wahllos herumliegenden Steinen, gestiftet von einem japanischen Dieselwerk, in den Sinn kommt, weiß ich nicht. Den Besuch des Hains in den vergangenen Sommern jedenfalls, nahm ich zum Anlass mich ein wenig in die Geschichte Rudolf Diesels einzulesen, dessen bewegtes Leben in Paris begann und im Ärmelkanal endete. Wer mehr über ihn wissen möchte, kann im Netz stöbern. Eine wirklich gute Biografie über Diesel scheint es bislang nicht zu geben und mir geht leider gerade schlagartig die Schreiblust aus, denn es ist Sonntag Samstag und auch wenn die Zeit der Zeppeline längst vorbei ist, so vermessen doch wenigstens die Mauersegler noch immer rufend die Lüfte und für entspanntes Geplänkel im Schatten der Kirschbäume ist es nie zu spät.

 

 

 

 

 

 

Bild 1: Packard and the Graf Zeppelin,
Lizenz: By Bubba1 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons
Bild2: bs wise, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Gewöhnung ist alles

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Rückwärts zählen. Wenn´s soweit ist ist´s nicht mehr weit und wer mit dem Diktator spielt, lacht auf Gruppenbildern um sein Leben. Tung!
I wont die in silence, steht auf der Hauswand. Viel Glück, hat jemand darunter gesprayt. Die Stadt spricht (,) auch zu den Verzweifelten. (Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden).

Ich mag keine Fotos auf denen eine sich überdreht gebende Person Essen oder Gegenstände in ihren weit aufgerissenen Schlund schiebt und dabei mit großen Augen in die Kamera lurgt. Das ist beinahe noch fieser als der TechNick.

Lurgen sollte ohnehin nur der Gärtner als Hüter des Steingartens in dessen Kargheit das Kraut und die Sukkulenten gedeihen, ein Chamäleon sitzt in der Bewegung verharrend und unauffällig mit den Augen rollend auf einem warmen Stein und denkt an Gott, wie der Kannibale in seiner Hütte.

Verknüpfungen sind alles. So ist beispielsweise der Weg hinter dem Bundesministerium des Inneren untrennbar verbunden mit dem Gedanken an eine Frau, die ich dort schon öfter beobachtete. Immer fliegt ihr ein kleiner Vogelschwarm voraus und auch hinter ihr sammeln sich die Vögel in den Bäumen und bezwitschern sie mal lustig und mal aufgeregt oder gurren und tippeln begehrlich vor ihren Füßen umher, derweil die Frau, von dem unglaublichen Schauspiel scheinbar unberührt, unter den Bäumen umherwandelt wie ein guter Geist und versunken ist in die Lektüre ihres Buches. Ganz anders jene Frau mit den Goldzähnen, der die Elstern hinterherstellten. Mit einer abgewetzten Alditüte schlug sie um sich und versuchte ihre gefiederten Verfolger loszuwerden. Jeden Tag diese Vogel, jammerte sie, als ich an ihr vorbeigehen wollte, und ich überlegte, ob und wie ich ihr erklären könnte was die Tiere so kirre machte, ohne ihr damit zu nahe zu treten. Doch mir kamen die richtigen Worte nicht und so zuckte ich hilflos mit den Schultern und zeigte ein mitfühlendes Gesicht. Unterdessen tschäkkerten die Elstern zu ihren Füßen angriffslustig weiter. Pica pica.

Es gefiel mir nicht, dass die Bauarbeiter beinahe zwei Jahre lang auf dem Gerüst herumturnten und ich mochte auch nicht mit welchem Lärmaufkommen sie es abbauten. Nun mag ich nicht, was sich an Unrat und eingetrocknetem Kot auf dem Gehweg vor dem Haus gesammelt hat und noch missfällt mir, dass man meinen vertrauten Stein weggenommen und mich dem Licht ausgesetzt hat.
Bald werde ich es lieben. Gewöhnung ist alles.

 

 

 

 

 

Bild: Minuro Karamatso, 1970s, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Kurze Frage

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Ist das eigentlich normal, ich meine, muss ich es ab sofort als gesellschaftliche Norm und somit als völlig okaaaay betrachten, dass niedliche Kleinkinder in zauberhafter Elfenbekleidung mitten auf dem Gehweg ihre Kindheit ausleben, dort sitzen, liegen, süß gucken, mit Kreide den Boden bemalen, Ameisen unter dem kleinen Daumen zerquetschen, Kippenstummel zählen, eben alles was so ansteht in einer urbanen Kindheit, dabei immer umrundet sind von ihrer begeisterten Familie und deren fancy Freunden, die das Kleine bei seiner gutgekleideten Menschwerdung fotografieren, es filmen und ermuntern Ei! und Winkewinke zu machen und es für vollkommen selbstverständlich halten, dass alle anderen, jener unsichtbare Plebs nämlich, der den Gehweg üblicher- und profanerweise als solchen zu nutzen gewohnt ist und zu stumpf und blind ist, um dem allergroßartigsten Kleinkind Bewunderung zu zollen, auf die Straße auszuweichen hat, damit die Prinzessin oder der kleine Rocker ungestört performen und sich frei entfalten können?

 

 

 

 

Antwort an mich selbst: ja, es ist.

 

 

 

 

 

Bild: flickr, Minoru Karamatsu, Early 1970
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Wenn die Vergangenheit dich einholt

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Das Gute: mein Abitur und mein Hochschulabschluss haben weiterhin Gültigkeit. Doch: die städtische Einrichtung bei der ich vor Jahrzehnten einen Schlüssel ausgehändigt bekam, besteht immer noch darauf, dass dieser in meinem Besitze sein müsse und fordert nunmehr 25 Euro von mir, um ihn zu ersetzen. Das Bizarre: das Gebäude in dem der Spind war, für den der Schlüssel passte, wurde vor ein paar Jahren abgerissen.

Als ich anrufe, erfahre ich, dass sie gerade von Karteikarten auf Computer umstellen und mir so auf die Schliche gekommen sind. Ich versichere der Dame am Telefon, dass ich längst keinen Schlüssel mehr habe (und bin angesichts meiner streng christlichen und überkorrekten Erziehung sehr sicher, dass ich die Wahrheit spreche, während ich vorgebe die Wahrheit zu sagen).

Das Ganze schicke ich sicherheitshalber nochmal als E-Mail hinterher und bin nun sehr gespannt wie es weiter geht.

Immer was los bei mir – wer würde nicht gern mein Leben leben wollen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: Sprengung des AfE-Turms Frankfurt, Max, flickr Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/