Adrenalin

Kollision_på_bangården_vid_Stockholm_Ö

Nur knapp den Zug erreichen.
Mit dem ersten Regentropfen die Wohnung betreten.
Im letzten Moment mit dem Auto zum Stehen kommen.
Mit rappelvoller Blase eine Toilette finden.
Über die Ampel brettern, die auf Gelb steht und im Augenwinkel sehen wie sie auf Rot umspringt.
Beim zügigen Passieren einer schmalen Gasse das Schaben der Außenspiegel an den Häuserwänden hören.
Am Strand erwachen als die Flut schon an Füßen leckt.
Kurz vor einer Kollision mit dem Geisterfahrer (Einer? Dutzende!) auf die rechte Spur rüberziehen.
In der allerletzten Sekunde jemanden bei ebay überbieten.
Coitus interruptus.

Der tägliche Stabhochsprung.

Bild: By Pressens bild (Språvägsmuséets databas) [Public domain], via Wikimedia Commons

box of virtue

20150725_172004

Wahn ist Wahrheit und der Paranoiker weiss schon was Phase ist.
Der Liebende nicht minder und der Gläubige erst Recht.
(im Geiste durchgendern: alle Soldatinnen sind Mörderinnen, sowieso).

Ein Tag am Meer in der Hauptstadt, die Luft so klamm/ Wind zaust die Linden/ Möwen segeln die Spree entlang/ Krähen toben durch die Lüfte
oder schreiten vor dem Reichstag auf und ab.

(Ach, um deine feuchten Schwingen
West wie sehr ich dich beneide)

Deutsche Ostsee, West/ Süd-West.

cover me ambivalent
beside aside
cover me equivalent
aside your side

Öffentliche Bekenntnisse sind Hollywood.

 

Git along, little dogies

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Erst Alpen, dann Glamping und später Cocooning. So sieht er aus, der diesjährige Sommerurlaub (Hallo, Frau Sommer!)
Baumhaushotel. Ja, sowas mache ich, 3 Tage lang, für teuer Geld. Der Glamour (Nennen Sie ein Wort in dem `Amour´ vorkommt), reicht allerdings nur fürs Duschen im nahegelegenen Freibad.

Aufgeben. Aufgeben kam noch nie in Frage. Höchstens das Gepäck oder ein Telegramm, wie man das früher mal gemacht hat.

(wer sich fragt, woher das jetzt kommt, dem geht es nicht anders als mir. Plötzliche innere Renitenz gegen alles. ALLES!

Working for the clampdown
Ha! Gitalong! Gitalong
)

Dass der Hund mir beinahe an einer erbeuteten Reiswaffel erstickt wäre, die er (sie) hastig heruntergewürgt hatte, um mir nichts abgeben zu müssen, habe ich noch gar nicht berichtet (die Aufregung wegen des Bienenstichs in der Zunge, wenige Tage zuvor, war gerade vergessen), wie so vieles andere auch nicht. Zum Beispiel: wie die Bösekatz ein halbnackertes Spatzenkind aus dem Nest holt und das Kleine den nächsten Morgen nicht mehr erlebt. Sterben (bäuchlings auf Elle und Schnabel gestützt) an einem heißen Sommerabend, die Grillen zirpen, Mauersegler vermessen rufend den Himmel.

Natürlich gäbe es auch jede Menge Schönes zu berichten.
So schön, dass ich davon schweigen muss.

(Wittgenstein. Augenblicklich Rancière)

Bild: <a href="http://www.public-domain-image.com/free-images/vintage-photography/history-photography-pictures/history-photo-of-man-dressed-as-a-cowboy-with-a-bird" title="History photo of man dressed as a cowboy with a bird public domain image">History photo of man dressed as a cowboy with a bird</a>

Flickflack (*.txt)

20141008_081119#1

Überleben für diesen Moment.
Abschied von der Mutter, die Fahrt auf dem Fluß.
Niemand wartete, mir das Staffelholz aus der Hand zu nehmen.
Einer erwartete meinen Anruf.

Die Patientin ist ängstlich

Die körperlose Anwesenheit des Vaters. Seine Stimme im Licht.
Dieses merkwürdige Bild: der goldene Unterfranke, wie er sich im Unendlichen spiegelt, sein Schädel rasiert, die Mundwinkel an Haken nach oben gezogen. Höllenhafter Meister Proper.

Die alternde Nachtwache. Hängende Brüste, das Gesicht und die Ohren schwer vom Metall, ein Steckbild für Erwachsene.

Tränen.

Der See, die spielenden Füchse. Zurückkehren.

Heimat, Liebe, Berufung.

Glück.

 

 

Dieser Text ist Teil dieses Projektes. Das zehnte Wort: Glück