Bittere Asche

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Wir wollen nicht spalten – wir wollen versöhnen, vertöchtern, veronkeln, vertanten, verneffen und vernichten

(Peter Glaser)

Das Wort Versöhnung bekommt einen ganz neuen Klang, wenn ausschließlich der Sohn (also mein Bruder) der Seebestattung der Mutter beiwohnen darf, weil der Mutterbruder, auch Onkel genannt, mutmaßt, die beiden hätten sich (nach über 20 Jahren)  wahrscheinlich doch noch irgendwann versöhnt, wenn nur der Mutter nicht die blöde Demenz dazwischen gegrätscht wäre.

Die Vorsilbe „ver“ deutet zwar oftmals auf etwas negatives hin – verloren, verirrt, verwirrt– in diesem Falle soll es aber wohl was Gutes sein, die onkelseits gestattete Versöhnung des Sohnes mit der toten Mutter.

Vertöchtern gibt’s leider nicht, das sehen der Duden und das Leben (und der Onkel) nicht vor, und deswegen müssen die beiden Töchter, sich dem letzten Willen der Mutter beugen und an Land bleiben, während deren Asche verstreut wird.
Ihre völlige Auslöschung wollte sie, nichts sollte mehr von ihr übrig bleiben, um uns Kindern keinen Ort der Trauer zu geben. Das war ihr letzter Wille.

Ich glaube ich werde nie wieder im Meer schwimmen können, ohne Angst zu haben mich an ihr zu verschlucken.

 

 

 

 

 

 

Bild: Uwe, Die Rückkehr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Die Diva vom Main

 

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Gottseidank war die Eintracht Frankfurt im gestrigen Relegationsspiel gegen Nürnberg siegreich. Nicht auszudenken sie hätte ausgerechnet gegen die Mittelfranken verloren und wäre somit abgestiegen. Denn in Närmberch, da wohnt der Feind.

Gewonnen hat die Diva vom Main sogar trotz des lädierten Kreuzbandes von Mittelfeldspieler Stendera und der frisch diagnostizierten Tumorerkrankung des Verteidigers Russ. (Das Eigentor auf dem Hinspiel sei ihm verziehen. Das Ergebnis allein zählt!)
Was die Eintracht kann, kann eben nur die Eintracht.

Geholfen hat allerdings auch der Heilige Antonius, der Allrounder unter den Heiligen und beschworen hat ihn, genau für diesen Zweck, die Malerin, die Agnostikerin aus tiefstem Herzen.
Großgeworden in einem katholischen Haushalt hat sie im Laufe ihres Lebens eine große Abneigung gegen Religion entwickelt, hat sich einen bekennenden Atheisten geangelt und die beiden haben ihre Kinder konsequenterweise nicht taufen lassen. Einer der schönsten Tage im Leben der ungläubigen Eltern war jener, als die gerade dreijährige Tochter auf einer Autofahrt seelenruhig den legendären Satz sprach: Gott ist schon gestorben. Was zu dieser, für ein kleines Kind, ganz erstaunlichen Aussage geführt hat, ist unbekannt. Später, kurz nach ihrer Einschulung, brachte sie mit Gott ist weg das nächste Bonmot nach Hause. Wie sich herausstellte handelte es sich dabei um einen Lesefehler. Das Original hing als Transparent an einer benachbarten Kirche. Gott ist der Weg, stand dort. So einfach lässt sich eine Aussage beinahe ins Gegenteil verkehren.

Auch der Sohn hat früh gelernt, dass es neben der Eintracht keine anderen Götter geben kann. Obwohl gebürtiger Berliner, fühlt er sich doch als Hesse und trägt seinen Eintrachtranzen mit Stolz. Mussten die Eltern ihn zunächst noch zum wahren Fantum hinlenken, ist er jetzt der Begeistertste der ganzen Familie.

Als nun die Eintracht in den letzten Wochen kurz vor dem Abstieg stand und das Herz des Sohnes bang und immer banger ward, da fasste sich die Mutter ein Herz, nahm auf der Rückreise von Bonn die Abfahrt zur Autobahnkapelle, zündete dort eine Kerze für die Eintracht an und spendete alles, was sie noch an Bargeld dabei hatte mit der Bitte, dass die Eintracht gegen Dortmund gewinnen möge.
Sie wurde erhört!

Vor dem gestrigen, alles entscheidenden Rückspiel gegen Nürnberg nun, nahm sie ihren Sohn beiseite und versprach ihm, dass wenn die Eintracht erneut gewinnen würde, sie gleich am kommenden Sonntag in die Kirche ginge um dort zu spenden und zu danken.
Und wieder geschah das Wunder: die Eintracht gewann.
Der erlöste Sohn konnte sein Glück kaum fassen und gelobte, die Mutter zum sonntäglichen Kirchgang zu begleiten. Auch der sturzatheistische Vater schloss sich voller Dankbarkeit an.

Die Eintracht kann nämlich nicht nur gegen jeden siegen, sie kann auch Bier zu Äppler machen und Agnostiker in Kirchgänger verwandeln.

SGE 4ever!

 

 

 

 

Bild: wikimedia commons
Lizenz: public domain

Mirko

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Was dem Winter die Krähen sind dem Frühling die Amseln. Schwarz das Gefieder, gelb der Schnabel sehe ich sie auf einmal überall in der Stadt. Geduckt laufen sie von Strauch zu Strauch, halten inne, drehen den Kopf von links nach rechts, äugen und huschen weiter. Mirko nenne ich sie, jede Einzelne von ihnen. Das knirscht so schön, wie der Kies vor den Bungalows meiner Kindheit, in deren Vorgärten meine ersten Mirkos zuhause waren.

Mit dem Hund gehe ich durch den Tiergarten. Der Rhododendron blüht. Meterhohe Büsche mit ledrigen Blättern und zahllosen Blüten in purpur, weiß und rosa säumen die verschlungenen Wege, dazwischen Azaleen in kräftigem Gelb und Orange. An brackigschwarzen Tümpeln wachsen Mammutbäume, Modergeruch vermischt sich mit dem betörend süßen Blütenduft. Farnwedel stehen zart befiedert in der Sonne und leuchten in frischem Grün. Pappelpollen schweben durch die schwere Luft wie Maischnee und landen geräuschlos auf den vielen Wasserläufen. Eine stille Urwelt, mitten in Berlin.

Auf einer kleinen Brücke bleibe ich stehen. Das Gartenamt hat sämtliche Schlösser vom Geländer entfernen lassen. Janice & Flo und Aliah & Mike hatten sich hier einander für immer versprochen. Ob ihre Liebe den Winter überdauert hat?

Drüben im Wasser liegt der Schildkrötenbaum. Gleich vier große Panzer zähle ich heute, hübsch nebeneinander in der Sonne aufgereiht. Ein Stückchen weiter steht wie immer die wohlgenährte Kanadagans in Ufernähe, als wollte sie sich die Füße kühlen. Ungewohnt aktiv spreizt sie plötzlich einen Flügel, hebt ein Bein, entleert ihren Darm und fälllt anschließend in die gleiche abwartende Starre zurück.

An einer großen Weggabelung treffe ich wieder auf eine Amsel, oder ist es immer die gleiche, so, wie die Stubenfliege meiner Kindertage, die mich über Jahre begleitete und sogar mit uns im Auto in den Urlaub fuhr? Immer wieder riss mein Bruder ihr ein Beinchen aus, doch stets wuchs es über Nacht nach. Susi, so nannten wir sie, erstand jedes Frühjahr für uns wieder auf, ganz wie der erschossene Kukuck.

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Der Gesang der Nachtigall, das erzählte mir kürzlich die Journalistin, habe sich nicht verändert, in hundert Jahren nicht, alte Aufnahmen belegten dies, und wie zu allen Zeiten wählt auch heute noch das Weibchen den Kavalier nach der Qualität seiner Darbietung aus. Ein Sängerwettbewerb im Unterholz.

Anders die Amseln, sie gehen mit der Zeit, greifen Klingeltöne von Weckern oder Handys auf, imitieren diese und bauen sie in ihr Gesangsrepertoire ein, um damit das Weibchen zu bezirzen. Wer die neuesten Ringtones drauf hat steht in der Gunst der Damen ganz vorne. Seine Gene haben gute Chancen, es bis in die immer näher rückende goldene Zukunft schaffen.

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Die Amsel an der Weggabelung duckt sich und rennt los. „Mirko!“ rufe ich ihr hinterher, da bleibt sie stehen.
Der Mann, der eben im noch Vorbeigehen den Papierkorb durchsucht hat, dreht sich um und schaut mich erstaunt an. Einen großen Rucksack auf dem Rücken, das Gesicht rot und aufgedunsen, die Haare weizenblond, steht er ein wenig unberaten da. Ob auch er Mirko heisst?
Rauchen Sie?, frage ich ihn, weil mir nichts anderes einfällt und ich mich plötzlich erinnere noch ein Päckchen in der Tasche zu haben. Eigentlich wollte ich es dem Flüchtling schenken, der mich kürzlich im Krankenhaus um Zigaretten bat, doch das Personal erlaubte es nicht, er habe genug zu rauchen, und so trage ich die Schachtel seit Tagen mit mir herum.
Mirko nickt auf meine Frage und lächelt verlegen. Darf ich Ihnen vielleicht die Luckys geben? Ich kann sie nicht mehr gebrauchen, hab leider aufgehört zu rauchen, plappere ich übertrieben heiter weiter und reiche sie ihm, ohne eine Antwort abzuwarten. Er nimmt sie vorsichtig entgegen. Seine Hände sind trocken und rot.
Leider habe ich kein Feuer, rede ich weiter, ich rauche ja nicht mehr. (Wieso quassele ich bloß so viel?)
Mirko schweigt immer noch und schaut mich freundlich an.
Einen Moment lang stehen wir uns jetzt ratlos gegenüber, dann nicken wir uns zu und gehen, jeder in eine andere Richtung, davon. Nach ein paar Schritten drehe ich mich noch einmal um und sehe ihn von hinten, wie er mit seinem schweren Rucksack gen Süden stapft.
Der schwarze Mirko ist längst irgendwo im Gebüsch verschwunden.

 

 

 

 

 

Bild: Last Hero, Amsel
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Dancing Queen

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Als A. und ich uns kennenlernten, stellten wir fest, dass wir beide in der gleichen Stadt aufgewachsen waren. Da ich zwölf Jahre älter bin als sie, hätte ich sogar ihre Babysitterin sein können. Ich hätte ihr vorlesen, sie ins Bett schicken und sie an ihrem Geburtstag auf den Arm nehmen können, damit sie die Kerzen auf ihrem Kuchen hätte auspusten können. Diese Vorstellung erheiterte uns immer ganz besonders, denn die A. ist kräftiger als ich und überragt mich mit ihren 1,86 m noch einmal um ein gutes Stück. Wie viele große Frauen, die ich kenne, mich eingeschlossen, hat die A. ein Faible für Männer, die kleiner sind als sie. Dem Vater ihrer Kinder fehlt gleich ein ganzer Kopf, um mit ihr gleichzuziehen. Was andere über sie denken, ist den beiden, die zudem noch unterschiedliche Hautfarben haben, völlig schnuppe. Wenn sie Hand in Hand durch Kreuzberg laufen, geht sie im Rinnstein und ihr Angetrauter läuft oben auf dem Trottoir, so dass sie etwa auf Augenhöhe miteinander sind.

In der heimischen Küche teilen sie sich die Arbeit und nach dem Essen pflanzt der F. sich bei A. auf den Schoß, wo er den Rest des Abends sitzen bleibt, beide Arme um ihren Hals geschlungen.

Ich kenne niemanden, der besser tanzen könnte als die A. Außer dem F. vielleicht. Zusammen sind sie besser als Uma Thurman und John Travolta in Pulp Fiction. Man hält die Luft an, wenn sie zum Boogie grooven, nicht nur, weil sie sich so geschmeidig bewegen und ein so gutes Rhythmusgefühl haben, sondern vor allem auch, weil sie so offensichtlich Spaß miteinander haben. Weil sie sich so anziehend finden, dass die Funken sprühen, auch noch nach vielen Jahren die ihre Liebe nun währt.

Passenderweise arbeitet die A. in einer Beziehungsberatungsstelle. Ich bin sicher, sie macht ihren Job gut.

Bei dem Einen und mir hat sie es auch mal versucht. Zu kitten. Allerdings da, wo es nichts zu reparieren gab, weil alles in bester Ordnung war. Aber versuchen kann man es ja mal, sie ist eben ein Harmoniethierchen und sicher ist sicher.

Die A. leidet, wie ich auch, unter einem Wandertumor, der immer wieder und glücklicherweise nur temporär, an unerwarteten Stellen symptomatisch wird, um sich dann, völlig behandlungsunabhängig, wieder zurück zu ziehen und bis zum nächsten Ausbruch, der meist in Verbindung steht mit Stress und Disharmonie, irgendwo an unbekannter Stelle zu schlummern.

Seit einigen Jahren haben die A. und der F. Kinder. Einen Jungen und ein Mädchen. Während die A. blond und blass ist und der F. schwarze Haare und bronzefarbene Haut hat, sind beide Kinder rothaarig, sommersprossig und von blütenweißem Teint.

Da die A. nicht nur fantastisch tanzen und harmonisieren kann, sondern zudem noch einen guten Geschmack hat, hat sie den beiden Namen gegeben, die sich wohltuend abheben von den Modenamen ihrer Generation, dabei aber nicht exzentrisch und marktschreierisch, sondern still und schlicht und elegant sind.

Der Junge trägt zu meiner großen Freude den Namen des Einen, etwas, was die A. und mich auf eine weitere schöne Weise miteinander verbindet.

Ich mag sie wirklich sehr gerne, die liebe A.

 

 

 

 

 

 

Bild: HD Valentin, Tanzendes Paar
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Toulouse-Lautrec, oder der Erb-Witz

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Eines vorweg: den Bezug zum Titel gibt es nur in meinem Inneren, wie so oft. Er spielt an, auf einen Witz, den der Kanzler in meiner Kindheit zu erzählen pflegte. Sein Scherz- Repertoire war nicht unbedingt groß und zudem noch tradiert, die meisten seiner Späße hatte er von seinem Vater übernommen, der sie wiederum von seinem Vater geerbt hatte. Nur die anzüglichen, die zotenhaften, die hatte der Kanzler sich ganz alleine aus den Reihen seiner Kommilitonen und später bei den Kollegen in der Klinik zusammengeklaubt. Mediziner. Seit einer längeren OP, bei der ich unter Rückenmarkbetäubung weitestgehend wach war, bin ich überzeugt, dass Ärzte, bzw. Chirurgen, die derbsten aller Witzeerzähler sind. Den Schwager vielleicht ausgenommen, der erzählt die pointiertesten Geschichten (Hallo, Moritz!).

Heute morgen, um nun doch noch den Titel dieses Beitrages zu erklären, bin ich aufgewacht, verkatert vor Kummer und auf eine merkwürdige Weise anderswo unterwegs, als wäre ich auf LSD, einer Droge, die ich bereits mit 16 Jahren aufgegeben habe, weil ich nach mehrmaligem Gebrauch ahnte, dass sie mich in den Wahnsinn treiben würde. Bei meinem gestrigen Besuch in der Psychiatrie nun, hatte ich eine längere Unterhaltung mit einem anwesenden Anästhesisten. Inspiriert, durch das Umfeld, und durch den tätlichen Angriff eines zwangsverwahrten Patienten auf mich, der anschließend von 6 Männern überwältigt und ans Bett fixiert wurde, sprachen wir über Psychosen. Über Ursache und Therapie. Ich erzählte ihm, dass ich bei allen drei Narkosen, die ich bisher hatte, im Anschluss ein sogenanntes Durchgangssyndrom durchmachte, eine passagere Psychose also, ganz gleich ob die Narkose mit Propofol oder Dormicum oder ohne eingeleitet wurde. Der Anästhesist fragte mich, ob ich in meiner Jugend LSD genommen hätte, dies könne möglicherweise der Schlüssel zu dem Problem sein. LSD mache irreversible Veränderungen im Gehirn, insbesondere, wenn in jungen Jahren eingenommen, die wiederum bei einer Narkose zum Tragen kämen.
Zu spät für tätige Reue.

Unter dem Eindruck dieses Gespräches, der Schreie, des Angriffs und meines insgesamt dünnen Nervenkostüms, ging ich, zittrig vor Müdigkeit, ins Bett und schlief frierend ein. Im Traum traf ich meine Mutter. Sie stand an einem breiten Fluss und trug ein langes, fließendes und tief ausgeschnittenes purpurfarbenes Kleid, das ihren kurvigen Körper umschmeichelte. Ich stand am gegenüberliegenden Ufer, schaute zu ihr herüber, rief und winkte, doch sie hörte und sah mich nicht.

Ich weiß nicht mehr, wie der Traum weiter ging, doch als ich erwachte, fühlte ich mich derart elend und mein Kopf tat weh, dass ich versuchte, wieder im Hier anzukommen und  mich an einen der Witze zu erinnern, die mein Vater, als wir noch klein waren, uns erzählte, wenn wir traurig waren. Um ihn nicht zu enttäuschen lachte ich immer wieder über die altbekannten und nur mäßig komischen Familienscherze und nickte fröhlich, wenn er mich fragte, ob jetzt alles wieder gut sei.

So wollte ich es heute auch halten. Da der Kanzler im fernen Frankfurt weilt, erzählte ich mir selbst den  erstbesten Erb-Witz, der mir einfiel, und es gelang mir tatsächlich darüber zu lächeln.

Um nun die Leserschaft nicht länger auf die Folter zu spannen, und den Titel eines Beitrages ausnahmsweise einmal vollständig zu erklären, hier nun der Witz:

Treffen sich zwei Amerikaner in einem Museum.
Fragt der eine: How do you like Toulouse-Lautrec?
Antwortet der andere: I don´t like to loose anything!

Lachen Sie bitte, der Höflichkeit halber. Sie tun es für meinen Vater, und für meine Ahnen, die sich sich sehr darüber gefreut hätten. Vielleicht lächelt sogar meine Mutter ein wenig, irgendwo da drüben, auf der anderen Seite des Flusses.
Ich tue es, und es hilft mir.

 

 

 

 

 

Ich habe mir das Grab einer Frau ausgesucht, die vor 36 Jahren gestorben ist. Emma war ihr Name. Emma, wie Mama.
Hier lege ich die Blumen für meine Mutter ab.

Ihr letzter Wille tut weh. Wir Kinder dürfen weder der Einäscherungsfeier beiwohnen, noch der späteren Seebestattung.
Mein Bruder vielleicht doch.

Die kalte Hand aus dem Grab, sagt die Schwester.
Dich mochte sie ja nie, sagt der Vater, deine Geschwister müssen viel mehr vor den Kopf gestoßen sein. Dein Bruder hat sogar geweint.

Ich weine auch und jeder fragt mich warum.