Kein Clou, keine Pointe


Der Brezn-Bäcker hat nur noch von Dienstag bis Samstag geöffnet,
der Konfektbäcker dafür von Montag bis Freitag.
Der Gastronom lässt uns die Toilette nicht benutzen. Die Toilettenanlage im Tengelmanncenter ist geschlossen, die am Bahnhof geöffnet. Der Unterfranke kommt mit dem Radel angefahren, im Korb eine Rolle vierlagiges Klopapier. Ich gehe zurück nach Hause. Er lernt derweil einen Motorradfahrer kennen. Zusammen reparieren sie dessen Gefährt. Auf dem Rückweg kauft der Unterfranke Gebäck beim Bäcker Ihle im Kemmelpark. Der Mann hinter dem Verkaufstresen kommt aus Wasserlos, einem Ortsteil von Alzenau. Seine Herkunft hatte ich mühelos am Dialekt erkannt. Strack besaß dort einen Weinberg (erzählt der Wasserlose).

Auf Twitter bezichtigt man sich weiterhin gegenseitig des Lacksaufens.

Der Außenminister im schmalen Einreiher ist sich keiner Schuld bewusst.


Das Volksfest auf dem großen Parkplatz ist vorbei. Die Musik ist verklungen (Es tut mir leid!)
Die Wiesen sind gemäht, das Heu abgeräumt.

Die Biohühner am Bahnübergang werden tagsüber mit Radiomusik bedudelt. Die Kühe weiden leider nicht mehr dort. Auch den Bauern habe ich noch nicht getroffen. Sein Traktor steht unten im Dorf. Die Kürbisse auf seinem Misthaufen sind die größten.


Die Indianerbanane trägt Früchte.

Seit zweidrei Jahren treibt ein Braunbär sich im Moos herum. Im Frühjahr hat er sich von Bärlauch ernährt.

Die Montbretien lässt die letzten Blüten fallen, das argentinische Eisenkraut blüht auf.
Die Pflaumen am Baum sind schön wie Geschmeide (schöner als Seide).
Der Birnbaum hat rostige Blätter.
Die uralten Apfelbäume entlauben sich.
Der Walnussbaum trägt nicht.
Die Blautannen wurden ausgewildert.

Zur blauen Stunde sitzen die Menschen in der Holzsiedlung an einer langen, auf der Straße errichteten Tafel, trinken und essen und warten auf den Perseidenschauer.

Mein Lieblingsberg ist weiterhin Le Schraffeur.

Das Braunvieh heisst in Wahrheit Murnau-Werdenfelser (Hercule lebt und ist wohlauf).
Die Disteln entpuppen sich als Karden aus der Familie der Geißblattgewächse (Jelängerjelieber).
Die stets verschlossene Kappelle soll eine Kirche sein und das kleine Puzzlestück an der Hauswand bleibt verschwunden, wie auch die Ziegen in diesem Jahr nicht zu sehen sind.

In der Kirche zünde ich vier Kerzen für zwei Mütter und zwei Väter an.

Der kleine Hund gewöhnt sich langsam an das Landleben. Kühe und Pferde werden nur noch angeknurrt und nicht mehr verbellt.
Seit ein paar Tagen schlafe ich tief und traumlos. In den Nächten davor starben mein Bruder und mein Vater im Wechsel.
Jetzt sterben echte Menschen in Afghanistan. Entsetzlich.

4 Kommentare zu “Kein Clou, keine Pointe

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