kein Titel zur Hand

3625010194_64a62bdd64_z(2)

Man muss sich das Ganze als einen weitläufigen Saal mit holzgetäfelten Wänden vorstellen. In der Mitte des Bodes klafft ein schrankgroßes Loch, abgedeckt mit einer Glasplatte. Durch das Loch blickt man auf eine hügelige Sommerlandschaft mit Feldern im Schachbrettmuster, mehr grüne als gelbe. Hier der Zwiebelturm einer Kirche, dort das graue Band einer Straße, darauf Fahrzeuge, die sich langsam nach vorne schieben, wie Käfer.
Der Saal hat keinen Ausgang, doch auf den Längsseiten befinden sich Fenster. Mit ausgestrecktem Arm greife ich durch eines hindurch in den kalten, transparenten Himmel hinein, wo in der Ferne turmhoch die Wolken sich stapeln wie sonnenbeschienene Gebirge. Durch das Loch im Boden sehe ich die Wolkenschatten, wie sie hinwegfegen über Hügel und Felder.

Ich bin allein hier oben. Unter mir ist Tiefe, ist Welt.

//

 

Ich stehe auf Gespenster. Ich mag allein das Wort schon so gerne, dass ich mich freue und lächeln muss, wenn ich es höre, lese oder schreibe. Das kleine Gespenst war und ist mir schon immer eines der Liebsten.

Da ich vor einiger Zeit ein etwa haselnusskerngroßes Gespenst, das im Dunkeln leuchtet, über Etsy gekauft und mich dort außerdem bei diversen Raben- und Krähenprodukten umgeschaut habe, bekomme ich nun täglich und frei Haus Gespenster und Raben in allen Varianten angeboten, gehäkelt, getöpfert, gefimot, gezeichnet usw. So schafft es Tante G**gle mit ihren Algorithmen mir eine Freude zu bereiten, ohne das ich je darum gebeten hätte. Das ist das Gute am Schlechten.
Mein Lieblingsgraffito seit vielen Jahren ist übrigens auch ein Gespenst, das eine nicht mehr aktive Sprayerin überall in der Stadt hinterlassen hat. Viele ihrer Gespenster erblicken erst wenn es dunkel wird das Licht der Welt, wenn nämlich die Rolläden der Geschäfte, auf die sie gesprayt wurden heruntergelassen werden und die arbeitende Bevölkerung nach Hause geht. Erst am Morgen verschwinden die Gespenster wieder in ihren Kästen und schlafen dort bis zum nächsten Abend während unter ihnen die Tagaktiven ihr Leben leben.

 

//

Meine Cousine ist ein sehr gläubiger, ein großzügiger, ein fürsorglicher und lieber Mensch. Und weil das so ist und wir uns mögen und ich manchmal auch ein Glückspilz bin, sind ein paar meiner größten Sorgen inzwischen ein bißchen kleiner und ich kann mir, dank ihrer, den juristischen Beistand leisten, den ich brauche, damit es weiter geht.

Außerdem: mein vor Jahren bei einem Unfall verletztes und seither immer angeschwollenes Knie, ist unglaublicherweise und aus heiterem Himmel wieder gazellenschlank und meine Lieblingshosen sitzen tippsitoppsi und sehen derart gut an mir aus, dass ich mich beinahe in mich selbst reinverlieben täte,  wäre ich nur narzisstisch genug.

 

//

 

Beim Aufräumen habe ich etwa 200 intakte oldschool Glühbirnen entdeckt (ja, stellen Sie sich meine Wohnung ruhig in ihrer unendlichen unüberschaubaren und unergründlichen Weitläufigkeit vor und werden Sie ihr noch lange und niemals, selbst in Ihrer verwegensten und abwegigsten Fantasie,  nicht gerecht damit).  Außerdem fand ich das schwarz-weiss Foto eines Freundes vergangener Tage. Unter schwerem Wolkenhimmel steht er, den Körper dem Wind entgegen geneigt, am Meer, eine Hand beschirmt die Augen, sein Blick ist auf die raue See gerichtet.
Unter seinen Füßen der Sand.

 

 

 

 

 

 

Bild: diada, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Das richtige Leben

8262031265_8e38780048_z(1)

Bilder nicht werten, sie aufblitzen lassen wie die Fotos in den handtellergroßen Souvenir-Plastikfernsehern. Drückte man einen Knopf erschien das nächste Bild. Eine Kirche, ein Rathaus, die Berge, der See. Alles war Vorbereitung, Instruktion für ein Leben, das beginnen würde sobald die Canyons im Schweiße des Angesichts gegraben und der Fluss endlich in seinem Bett angekommen wäre. Was davor war, war Interim, so wenig richtiges Leben wie Chappi.

Eine Geschichte schreiben die nicht die eigene ist während die eigene unbeachtet weiter plätschert wie Wasser im Rinnstein und das Laub sich sammelt auf dem Abflussgitter und modert. Dieses Bild taugt für nichts und steht doch so da. Entstanden als ich mein Leben kurz aus den Augen ließ und Laub sich sammelte, das ich sonst vielleicht beiseite gefegt oder gespült hätte um der Verstopfung des Abflusses vorzubeugen.

Das Alleinsein tut mir gut. Ich atme tief und in die Nacht hinein. Wenn ich nicht schlafen kann, höre ich Julia Franck über deren Stimme ich noch unschlüssig bin, ob scheiße oder gut, so meine vereinfachte Formel, welche auch für Katja Riemann galt, als Frage, eine kurze Zeit lang allerdings nur, dann stand die Antwort fest. Kristallklar. Dass ich überhaupt darüber nachdenken musste.
Schwarz und weiß gefällt mir, solange ich die Farben im Hinterkopf und zur Auswahl habe.
Kontrastreich auch die tägliche Nonne in der Planckstraße mit ihrer schwarz-weißen Kluft. Am rechten Handgelenk der passende Nylonbeutel, schwarz mit großen weißen Punkten, welche Reihe für Reihe, von oben nach unten hin, größer werden. Der umgekehrte Paranusseffekt. Was mag die Nonne wohl einkaufen und in den heimischen Stock tragen?

Ich mag das Leben an diesen Unorten, an denen niemand wohnt aber viele arbeiten und wirken und dabei ihre eigenen kleinen Netzwerke spinnen. Verbindungen, die erst sichtbar werden, wenn man länger hinschaut. Ein Bühnenstück.
Da ist zum Beispiel der Wäschemann mit dem langen krausen, zum Zopf gebundenen Haar, dessen schmaler Körper in einer Arbeiterlatzhose steckt, die ihm einen runden Kinderpo formt und der Tag für Tag mit dem LKW vorfährt, die Hebebühne herunterlässt und große Wagen voll mit Laken, Handtüchern und Bettbezügen auslädt, die er vor der Einfahrt zur Tiefgarage abstellt und dann, einen nach dem anderen, in das Hotel schiebt, wo fleißige Arme sie entgegennehmen und ihm die leeren Wagen des Vortages übergeben. Immer scheint er guter Dinge und niemals seiner Arbeit überdrüssig zu sein. Im Gegenteil: federnden Schrittes und mit zufriedener Miene bewegt er sich durch Hitze und Regen und Wind und selbst das Hupen der verärgerten Tiefgaragenbesucher kann ihm nichts anhaben. Er winkt dann jedes Mal freundlich, fährt den LKW ein Stück nach vorne und schiebt, so rasch er kann, die Wäschewagen aus der Zufahrt, bis die erste Mutter mit Kinderwagen oder ein Rollstuhlfahrer sich über den zugestellten Gehweg beschwert. Auch diesen versucht er es recht zu machen, was nur wieder auf Kosten der Freizügigkeit der Tiefgaragenbenutzer gehen kann, deren Unmut nicht lange auf sich warten lässt. Ein Jongleur ist er, denke ich. Einer, der seinen Beruf beherrscht, was sich weniger in seinen routinierten Bewegungen, als in seinem warmen Lächeln zeigt, das er den Menschen um sich herum schenkt und mit dem er jeder Situation ihre Spitze nimmt.
Gerne wäre ich ein bisschen mehr wie er.

Es ist Sommer, der längste Tag bereits vorbei, der Löwenzahn verblüht, die Kastanien tragen kleine Igel und im Plänterwald streicht ein Mann umher. Strack wie Bolle schiebt er einen Buggy voller Spirituosen die Wege entlang und lässt diesen prompt stehen, als er meiner ansichtig wird. Schon hetzt er mir hinterher. Jeder von uns atmet schwer, der Eine aus seiner Geilheit heraus, die Andere getrieben von Angst, und in der Nacht, wenn ich nicht einschlafen kann und Julia Franck mit ihrer angenehmen aber doch überlieblich angelispelten, zauberhaftigen Stimme zu mir spricht, sehe ich wieder sein Gesicht, eingerahmt von fettigen Haarsträhnen. Ich rieche ihn, den ranzigen Talg, seinen Schweiß und den sauren Atem, die hemmungslos entfesselte Gier und ich sehe mich zwischen den Büschen auf der Flucht, die rettende Haltestelle ist nicht weit, dazwischen nur ein Zaun mit einer fehlenden Strebe als Durchschlupf und auf einmal bin ich dreizehm und der Onkel wohnt keine 100 Meter entfernt und ich erreiche weder den Bus noch den Onkel, der wahrscheinlich gerade bei offenem Fenster Klavierunterricht gibt, in die Tasten haut und die Wut über den verlorenen Groschen spielt, oder den Türkenmarsch oder war es der Götterfunke.
Zuhause angekommen steht die Mutter schon im Flur. Um 6 Minuten habe ich mich verspätet und ich weine und sie verhängt Hausarrest, eine Woche für jede Minute, und ich verlasse das Haus auch dann nicht, als ich lange schon wieder darf.

 

 

 

 

 

 

Bild: Aaron Noble, untitled, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Beletage

20170620_165353-1.jpgComing soon: oben rechts ist eine Dachterrasse geplant und nach hinten zum begrünten Innenhof das Bad aus Marmor mit Armaturen von Grohe. Lichte Raumhöhe 2,80 m, Fußbodenheizung, Gästebad, Hauswirtschaftsraum usw. Individuelle Grundrisse möglich.
Luxus pur! Einen Steinwurf von der Friedrichsgracht entfernt, nur 5 Fußminuten zum Stadtschloss, der Museumsinsel und Unter den Linden. Auch Kreuzberg, der quirlige, angesagte Szenebezirk ist nicht weit.  Da bleiben keine Wünsche offen.
Nehmen Sie einfach viel Geld in Ihre edel beringten Hände und kaufen Sie damit
Leben pur ab 8.000 € pro Quadratmeter.

1000 Jahre Vergeblichkeit

30538226651_d211fec24a_z.jpg

Abendstunde –
im Klang der Gläser
ein neuer Ton

Ilse Jacobson

 

Am Grimm-Zentrum, dem stadtbekannten, als Bibliothek getarnten, Kontakthof treffen sich Männer mit dunklem Vollbart und Primatenkörper in Ringelshirts, mit Frauen, ready for Bewunderung for the Standmuskeln of the Fitnessstudio-bodyshaped-men. Nach meiner Ästhetik ähneln die Männer. Ich staune, dass sie überhaupt lesen, geschweige denn. Aber lassen wir das.
Der Filmemacher erzählt von den Schwierigkeiten, einen nicht gepumpten, gebräunten und tätowierten Darsteller für einen Film über die 80er zu finden, als Männer noch Schlakse waren und Körper nicht Produkte.
Nein, natürlich war nicht alles besser früher, nur anders, auf eine Weise, die mir als zukünftigem Fossil vertrauter und deswegen freundlicher erscheint. Doch andererseits ist soziale Kälte und Verschwachsinnung der Gesellschaft nicht nur eine Behauptung, sondern eine statistisch-empirische Wahrheit in meinem Erbsenzählerkosmos. Überall neue Menschen, denke ich, mit Reptilienblick und langen glatten Haaren oder Bärten. Mit Bachelor und Master und Projektmanagement-Expertise und Apps für alles. Megakrass, voll süß, total geil. On fire.
Ich staune. Ich wehre mich. Ich halte still. Das Universum rast über mich hinweg wie ein Nachthimmel und während wir lange schon nicht mehr die Krone sind und bald schon nur noch Wellenschaum, geht anderswo die neue Saat auf. Unbekannte Pflanzen, die ich lernschwache Hummel nicht kenne, nicht dechiffrieren, nicht verstehen kann.

 
Als ich nach deiner Abreise die Thermoskanne mit dem vergessenen Kaffee ausschütte denke ich: der Wurstzipfel hängt jedes Mal ein Stückchen höher. Ich werde ihn nie zu fassen bekommen. 1000 Tage Vergeblichkeit.
Wenn die Brücke nicht trägt, so sagst du, kannst du sie nicht betreten. Ich sage: ich bin keine Brücke und strecke dir meine Hand entgegen.

Meine Trauer ist Resignation gewischen, ein bitteres Auflachen nach jedem verstrichenen Tag, den wir, jeder für sich, beenden. Nie wird es anders sein. Es brauchte Zeit das zu begreifen, und die kleinen Zipfelchen deines Lebens, glimpses, die du mir ab und an als Vorschau auf einen Film zubilligst, ein Rettungsring, ein Akt der Gnade, ein Zugeständnis, sie kränken mich nur und ich greife nicht mehr nach ihnen, denn sie tragen mich nicht. Eine Fata Morgana, ein unscharfes Foto blühender Bäume somewhere an der Elbe, ein Fußballtor im Hintergrund und irgendwo du und dein Leben. Ich mag nicht mehr suchen danach und dich doch nie finden, weil du den Ausschnitt, wie stets, so wählst, dass du verborgen bleibst und längst schon durch den Ausgang verschwunden bist wenn ich den Raum erst betrete. Es sind Glasperlen statt Brotkrumen und sie nähren mich nicht. Ich bleibe hungrig. Andeutungen, Versprechen, uneingelöst über Jahre. Verfallene Lose, eine Lotterie ohne Gewinn. Die Schatulle ist verschlossen. Als wüsste ich nicht und doch schweigst du und ich mit dir, als wüsste ich nicht und als wüsstest du nicht, dass ich weiss. Du schweigst und ich betrachte das Foto deiner Füße am Strand, das du mir vor langer Zeit schicktest und ich denke: ich würde sie sowenig wieder erkennen wie dich.
So wolltest du es. So ist es.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: bswise, birdman, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Sommerblond & Sliwowitz

640px-St_mary_frankfurt_hesse_germany(1).JPG

Sommerblond und mit goldbraunen Beinen standen wir auf Nachbars Terrasse derweil dieser kleine Sliwowitzfläschchen zwischen seine Silberzähne klemmte und den brennenden Schnaps mit einem Rutsch in seinen großen Bauch hinein laufen ließ. Seine Frau war in der Küche, es roch nach Djuvecreis und Cevapcici. Unentwegt rumpelte der Verkehr am Haus vorbei, mit Karacho in die Steilkurve und dann den Hang hinunter. Der Boden erzitterte und leise klirrten die Fensterscheiben. Aus der Kelterei im Hinterhof stieg der Duft von modrigen Äpfeln. Abendfliegen tanzten in der milden Luft. Noch war kein Krieg nirgendwo oder wir wussten nichts davon.
Zewapicki nannten wir die Würstchen und hofften korrigiert zu werden, oder angelächelt, vielleicht auch beiläufig über die Wange gestreichelt von dem brummenden dicken Mann.

Es war die Zeit der rotgebrannten Erdnüsse aus Spendern auf Tresen. Die Eltern saßen im blauen Dunst, tranken Ouzo und lachten. Meine Mutter mit hochgesteckten Haaren  und Dekollete.

Ein luftbereifter Kinderroller, eine mit Fahrrädern, Paddeln und Schlauchbooten vollgepackte Garage, deren Tor so schwer war, dass alle Kraft kaum ausreichte, es zu öffnen.
Vom Garagendach sprang ich auf den schattigen Gehweg, die Fußsohlen brannten und die Knöchel schmerzten. Zwischen den Häusern die blaue Silhouette des Taunus und gegenüber, im ersten Stock, die Nachbarstochter auf dem Sofa vor dem Fenster, ihre weißen Schenkel in die Luft gestreckt. Der Vorhang klemmte zwischen ihren rhythmisch wippenden Zehen. Wir standen vor der Garage und blickten hinauf zu ihrem Fenster. Aus unserem Küchenfenster sah man besser.

Eine Hand am Sattelknauf ritten wir Sonntags auf den Mültonnen davon und unterbrachen unsere Reise nur für das Abendessen mit Nesquik, Pumpernickel und sauren Gurken. Danach gab es Fernsehen, die Waltons, gute Nacht.

Immer war Sommer, immer Hitze, rankende Ackerwinden, Maschendrahtzaun und schillernde Fliegen. Erstickender Geruch von Hundekot. Spitz pass auf! Alte Damen auf schmalen Gehwegen am Nachbarszaun hinter vorgehaltener Hand. Männer mit Zigarre oder im Unterhemd oder beides. Rosen, Gaslaternen und gurrende Tauben.

Enger wurden die Straßen und Gassen mit den Jahren, der Schwerverkehr, der den Hang herunter donnerte, immer lauter. Michelle war verschwunden, der Birnbaum gefällt und das hohe Gras gesenst. Die Füße zerschreddert in den Speichen längst gestohlener Fahrräder, damals auf dem Gepäckträger in rasender Fahrt in die glühende Abendsonne.

Gelb leuchtete die Telefonzelle gegenüber und roch zuverlässig nach Rauch, HB, Reval oder Stuyvesant, und nie fasste ich mich kurz. Wartende warteten an der Betonlittfaßäule mit den Ankündigungen des Mundarttheaters, dem Kinoprogramm, der Dippemess und nebenan am Wasserhäuschen standen die einsamen Männer, tranken und rauchten und blickten von  ihren Stehtischen auf die Haltestelle, wo früher einmal die Tram ihre Fahrgäste aufgesammelt oder entlassen hatte und heute der Bus mit seufzenden Bremsen stoppte. Ihre rauen Stimmen kommentierten das Geschehen, das Kommen und Gehen, die Beine, die Röcke, die Welt.

Für meine Mutter kaufte ich fast täglich Zigaretten am Büdchen, später auch für mich. Irgendwann  hing ein Zigarettenautomat am Zaun des Nachbarhauses. Da war der Sliwowitzmann lange schon nicht mehr da.

 

 

 

 

 

Bild/ Lizenz: Blick durch die Zentgrafenstraße zur Marienkirche,
Von ArcCan – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11749930

Eine unserer letzten Begegnungen war in einem Gartenlokal. Zu sechst saßen wir dort, fünf Hunde lagen zu unseren Füßen. Sie schwieg die meiste Zeit. Irgendwann sagte sie: ich finde es wirklich schade, dass sechs kluge Frauen zusammensitzen und sich nur über Hunde unterhalten.
Und ich dachte: Genau das mag ich: so entspannt miteinander sein zu können, dass es ausreicht über Hunde zu reden und am Wein zu nippen.

Einmal sah ich sie danach noch auf dem Mariannenplatz. Sie mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Kind. Die drei kamen von einer Ausstellung. Vielleicht waren sie auch auf dem Weg zu einer Ausstellung, ich weiss es nicht mehr. Was machst du? fragte sie mich und schaute dabei ihren Sohn an.
Ich sah zu meinem Hund herüber, der auf der großen Wiese umher rannte, die Nase am Boden.
Ich gehe mit meinem Hund spazieren.

Jetzt höre ich, dass sie Museumsdirektorin geworden ist. Eine hochqualifizierte Geisteswissenschaftlerein. Meine Cousine.

Im Osten

IMG-20170605-WA0041.jpgIMG-20170605-WA0082#1IMG-20170605-WA0032IMG-20170605-WA0080.jpgIMG-20170605-WA0068IMG-20170605-WA0059#1IMG-20170605-WA0111IMG-20170605-WA0020IMG-20170605-WA0116IMG-20170605-WA0099

Am Pfingstmontag schickte mich mein innerer Kompass nach Frankfurt an der Oder.
Ich muss wohl Heimweh nach meinem Frankfurt gehabt haben und fand einen schönen Fluss, eine grüne Insel voller Stechmücken und bestes Wetter vor.
Nur eine Stunde von Berlin entfernt ist man auf einmal in einer ganz anderen Welt.

Ein entspannter Nachmittag war das, der auch dem Tölchen gut gefallen hat.
Der Bekannte war Zuhause geblieben bei seinen Büchern.

You live, you learn.