zwinkern, schmunzeln, heideggern

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Januar schon wieder und plötzlich ist es klirrend kalt geworden. In meinem kleinen Berliner Dorf läuten die Glocken, der Pfarrer ruft in alle Himmelsrichtungen zum Sonntagsgebet, wir sitzen am Frühstückstisch und plaudern lesend miteinander.

Über den Windchill und seine arktischen Auswirkungen reden wir, über das Elend in der Welt, den ertrunkenen Zweijährigen vor der Küste Griechenlands. Über Selbstbezeichnungen und Matussek, über twitter,  Emoticons und insbesondere Zwinker-Smileys- twinkle twinkle.

Zwinkern ist fast so ekelhaft wie schmunzeln, behaupte ich.

Schmunzeln ist dann aber doch viel schlimmer, einigen wir uns nach kurzer Beratung. Es hat so etwas Connaisseurhaftes, das Schmunzeln. Etwas Überhebliches, von sich selbst Eingenommenes.

Zum Connaisseur gehört eine gewisse Kenntnis von Welt. Man muss das Elend erst einmal aushalten können, ehe man darüber schmunzeln und es sich in seiner Bräsigkeit gemütlich machen darf, sagt er Eine.

Kenntnis der Welt, korrigiert er kurz darauf diesen Blogbeitragsentwurf (ein Wort mit Perspektive), weil es sonst so heideggermäßig klingt.

Bist Du gegen Heidegger?, frage ich klug.

Wenn man heideggert, dann schon. `Heideggern sie nicht!´, sagte schon Heidegger zu seinen Studenten.

 

 

 

 

 

Bild: „St-Thomas-Kirche Berlin sw“ by User:Floriang – Own work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:St-Thomas-Kirche_Berlin_sw.png#/media/File:St-Thomas-Kirche_Berlin_sw.png