Kontur

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Ob ich ihm einen anderen Namen geben dürfe, habe ich ihn damals gefragt.
Jenen, den ich von Beginn an im Kopf hatte, wenn ich an ihn dachte.
Den ich als Anrede über die Briefe setzte, die ich ihm schrieb und
den ich vor dem Absenden unwillig durch den eigentlichen, seinen Rufnamen, ersetzte, bis zu jenem Tag, an dem ich ihn bat, ihn so nennen zu dürfen, wie er heißt.

Damals siezten wir uns noch.

Er zog sich den Namen über wie einen Handschuh und ich formte die beiden Silben, die erste hell und spitz, die zweite dunkel ausklingend, und empfing ein tiefes, fragendes Ja als Echo.
Wie sich herausstellte war es der Name seines Großvaters, den ich ihm zugedacht hatte und der ihm so gut passte, weil es seiner war. Aufgeschnappt zu einer Zeit in der seine Silhouette als vage Andeutung zwischen anderen hervor zu schimmern begann.

Männlich, klug, elegant, weitsichtig, dezent, siegreich und weich. Das war er.

Ich ahnte nicht, wie die Dinge sich fügen würde.

Das Berliner Schloss

Berliner Schlüssel, Doppelschlüssel, nur in Be...

Berliner Schlüssel, Doppelschlüssel, nur in Berlin verwendet (Photo credit: Wikipedia)

Um ein Berliner Schloss aufzuschließen, braucht man einen Berliner Schlüssel.
Dieser unterscheidet sich von herkömmlichen Schlüsseln durch das Vorhandensein zweier identischer Bärte.
Nach dem Aufschließen des Schlosses, muss man den Schlüssel ganz durch das Schloss stecken und von der anderen Seite abschließen um ihn wieder heraus ziehen zu können.
Der Schlüssel lässt sich zudem nur bei geschlossener Türe herumdrehen. Man muss also die Türe schließen, bevor man das Schloss wieder verriegeln kann.
Ausgetüftelt wurde das Ganze von dem Berliner Schlossermeister Johann Schweiger, der damit den Traum vieler Hausbesitzer wahr gemacht hat: jeder Bewohner muss die Haustüre gleich nach dem Aufschließen auch wieder abschließen (Schließzwang).
Nur mit einem speziellen Hauswartschlüssel kann der Schließzwang ausgeschaltet werden.
Schweigers Firma, die Albert Kerfin & Co GmbH, meldete den Doppelbartschlüssel vor 101 Jahren, also 1912 zum Patent an, welches 1925 erteilt wurde.
Besonders nach 1945 wurden unzählige Berliner Häuser mit dem einzigartigen Schließsystem ausgerüstet.
Vor allem in Arbeiterbezirken wie Kreuzberg und Wedding hatte schon bald die Mehrheit der Einwohner einen Doppelbartschlüssel in der Tasche.
Zur Befestigung am Schlüsselbund wurde eine spezielle Halterung erfunden, aus der er bei Gebrauch schnell ausgehakt werden konnte.
Der Weddinger Familienbetrieb Kerfin (gegr.1893) produziert ihn bis heute., die Nachfrage indes ist, dank neuerer Systeme, stark gesunken.
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Als Gegnerin des Schlossbaus, freue ich mich ganz besonders, die Suchmaschinen mit diesem Text füttern zu können.

Bundesarchiv Bild 183-07964-0001, Berlin, Berl...

Bundesarchiv Bild 183-07964-0001, Berlin, Berliner Schloss, Ruine (Photo credit: Wikipedia)

how to keep

How to keep

Is there any any,
is there none such,
nowhere known some,
bow or brooch or braid or brace,
lace, latch or catch or key
to keep back beauty,
keep it,
beauty, beauty, beauty,… from vanishing away?

[The Leaden Echo and the Golden Echo: The Leaden Echo, lines 1-2 – Wessex Poems and Other Verses (1918)]

―Gerard Manley Hopkins