Hilft nur noch Notwehr gegen die NSA?

Normalerweise verlinke ich ja nicht einfach irgendwelche Artikel.
Bei diesem möchte ich aber eine Ausnahme machen, weil ich so überrascht war, ihn zu lesen, und ich mich insgeheim auch so über das dort entworfene Szenario freue, dass ich es unbedingt teilen muss.
Lars Berster hat diesen interessanten Text für die Zeit-Online verfasst.
(Erstaunlich, dass soetwas hierzulande noch veröffentlicht wird/ werden darf).

National Security Agency Seal

Hilft nur noch Notwehr gegen die NSA?
Bürger B. ist enttäuscht: Die Regierung unternimmt
nichts gegen die NSA. Er will sich selbst helfen, notfalls mit Gewalt.
Dürfte er das? Unter gewissen Umständen schon.

Wut

 

Sous mon calme apparent la tempete fait rage

Wenn ich über unwichtige Belanglosigkeiten wie beispielsweise den Kauf eines BHs schreibe,
dann denke ich immer auch: wieso schreibe ich so einen Schrott, während es überall in der Welt brennt?
Es gibt wahrhaftig dringendere Themen, als die, über die ich mich hier auslasse.

Kapitalismus, Armut, Hunger, Umwelt, Polizeigewalt, Griechenland, Türkei, Syrien, Brasilien u.v.a.m.

Stattdessen schreibe ich über deprimierende Kiezkneipen, über Träume, über Berlin und über Gentrifizierung,
Themen, die ich als -vergleichsweise- unwichtig erachte.

Der Grund: ich weiß einfach nicht genug über all die Schweinereien und ihre Hintergründe,
um selbst darüber zu schreiben, und wenn ich etwas nicht leiden kann sind das Menschen,
die zu allem jede Menge Meinung haben, diese überall kundtun und ihr Halbwissen marktschreierisch unter die Leute bringen.
Andere wissen viel mehr als ich, sind sehr gut informiert, und sie fassen diese Informationen mit dem nötigen Pathos,
und zudem überaus trefflich in Worte.
Also lese ich dort mit, und schreibe über das was ich gut kenne, und die Dinge die ich weiß.
Aber während ich mitlese, werde ich immer wütender, und immer größer wird mein Bedürfnis all diese Informationen,
die ich bekomme weiter zu geben, weil sie meilenweit über das hinaus gehen, bzw. sich deutlich von dem unterscheiden, was Tageszeitungen und TV, also jene Medien aus denen die meisten ihr Wissen speisen, verbreiten.
Das tue ich auch in meinem persönlichen Umfeld. Aber bis jetzt nicht in diesem Blog.

Obwohl mir beispielsweise die Geschehnisse in der Türkei schwer unter die Haut gehen und mich rasend machen,
habe ich hier bislang dazu geschwiegen.
So, wie ich schon seit Monaten zu Griechenland, zu Ungarn, zu Syrien oder zu Frecking, Monsanto etc. schweige.
(Sicher habe ich jetzt viele andere wichtige Themen nicht benannt, die mir erst wieder einfallen,wenn dieser Text veröffentlicht ist)
Es ist mir ganz und gar nicht gleichgültig, was da an Grauenvollem in der Welt passiert.
Im Gegenteil: es brodelt in mir.
Denn in Wahrheit passieren die Dinge ja nicht einfach irgendwie.
Sie sind keine Naturereignisse, sondern sie werden gemacht, weil Menschen die Macht und den Willen haben sie zu tun.
Und das ist das Schlimmste daran.