for heaven´s hell

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Der Regen hat allen Schmutz aus der Luft gewaschen, schaumig läuft das Wasser den Rinnstein entlang und verschwindet in einem der vielen eisernen Münder des riesigen unterirdischen Schlundes.

Die Frankfurter Tante feiert Geburtstag, als ich ihre fröhliche Stimme am Telefon höre, fühle ich mich auf einmal sehr alt.
Wie ein schwerer Python liegt das Fieber seit Tagen auf meinen Schultern, der linke Arm ist geschwollen und die Lungenspitzen schmerzen. Das Wochenende verbrachte ich im Bett, schaute mir haarsträubende Immobilienfotos an (s.o.), lachte verzweifelt darüber und zwang mich, nicht Lungenkarzinom Endstadium zu googeln. Stattdessen konsultierte ich meinen inneren Arzt, der nach gründlicher Erwägung befand, dass seit der letzten Röntgenaufnahme Ende Dezember unmöglich finaler Krebs zu den Atelektasen hinzu gekommen sein kann und mir zur Verbesserung des Allgemeinbefindens Schokoladenkuchen empfahl : aufatmen in Deutschland und im Hintergrund angenehme Stimmen zu gefälligem Gitarrenspiel. Ansonsten schlafen, schlafen, schlafen und mich allem und jedem verweigern, weil ich es darf. Nach tagelangem Drängen beantworte ich schließlich doch noch mit letzter Kraft die verweifelte Frage nach meinem werten Befinden mit:

keine ahnung was mit mir los ist. fieber, lungenschmerzen, linker arm geschwollen und schmerzhaft. schlapp.

und erhalte stante pede folgendes zur Antwort:

Ich weiss was mit Dir los ist. La Bohème-Syndrom, auch bekannt als gelida manina Krankheit. Trifft nur attraktive Grossstädterinnen mit künstlerisch/intellektuellem Hintergrund. Lunge, Hände, generelle Ermattung – kein Zweifel. Diagnose eindeutig.

Sobald ich in der Lage sein werde eine passende Antwort zu schreiben, betrachte ich mich als geheilt. Lang kann´s nicht mehr dauern.

Bild: terrible real estate agent photographs, tumblr blog
Lizenz: Alle Rechte vorbehalten, siehe: http://terriblerealestateagentphotos.com/post/143858402678. Ach und: die Bilder gibt es auch als Buch zu kaufen

Destination Zululand

Tristan Rosenkranz hat mich für den Liebster Award nominiert. Vielen Dank dafür.
Ich habe mich bemüht seine Fragen so gut wie möglich zu beantworten, was nicht ganz einfach war, weil sie die ganz großen Lebensthemen wie Glück und Liebe umfassen, zu denen ich keine abschließenden Antworten, sondern vor allem ganz viele Fragen habe.

Ein Versuch:

1. Was treibt Dich an?
Wenn ich die Frage richtig verstehe, dann geht es hier darum welchen Sprit ich tanke und wo ich damit hinfahren möchte? (Da kommt mir sofort der Psychobilly Song von King Kurt in den Sinn: Destination Zululand.
http://www.youtube.com/watch?v=EtqXuK2Ga3s.
Seltsames Video, ich weiß).
Zuallererst wäre da, überflüssig das zu erwähnen, mein Lebenstrieb. Ansonsten vor allem meine Neugierde, ein starker Wissensdrang und das Streben nach Liebe und Anerkennung. In den letzten beiden Punkten unterscheide ich mich wahrscheinlich keinen Deut von allen anderen Menschen.

2. Woran glaubst Du?
An echtes Geld. Erhältlich bei allen Banken und Sparkassen.

3. Was ist Glück für Dich?
Das lässt sich nicht in zwei Sätzen sagen. Das Glück findet sich in Augenblicken, in Begegnungen, in Bildern, in der Natur. Was es ist, weiß ich nicht. Ich spüre wenn es ist.
Für mich bedeutet es aber vor allem die fraglose Annahme dessen was ist. Das Sich-fügen- Können, die Demut, das Vertrauen in mein Schicksal, in das Universum und in das gnädige Nichts.

4. Liebe ist für Dich…
… so wenig in drei Sätze zu packen wie Glück. Wenn sie da ist, ich geliebt werde und vor allem auch zurücklieben kann, spüre, wie mein Herz weit wird, geht es mir gut. Liebe ist eine der Grundvoraussetzungen für das Glück. Selbstliebe (the greatest love of all) ist der Anfang und zugleich das Schwierigste. Jede weitere Liebe, die sich dazu gesellt, und damit meine ich nicht nur die romantische Liebe, sondern auch die anderen, wie beispielsweise Freundschaft oder meine Zuneigung für die schnurrende Katz, bringt mich der Erfüllung näher.

5. Welches Buch würdest Du empfehlen?
Ein blinder Griff ins Regal: Schlachthof 5 von Kurt Vonnegut (wie auch alles andere von ihm).

6. Welchen Song hast Du zuletzt gehört?
Flume & Chet Faker Drop the game

(youtube-Direktlink)

7. Was ist der perfekte Lebensweg?
Da bin ich wirklich überfragt. Gibt es das überhaupt, den „perfekten“ Lebensweg? Was könnte das sein? Mann, Haus, Kind, Gartenzaun, Karriere?
Das Leben das ich leben möchte (und bereits lebe) ist ein ständiger Wechsel von: Glück und Unglück, Freude und Trauer, Liebe, Spiritualität, Erkenntnis, Wachstum- das ganze Füllhorn eben- wohl dosiert und ausgewogen, wenn möglich. Beim richtigen Maß hapert es manchmal, ansonsten bin ich ganz zufrieden.

8. Welchen Sinn hat das Leben?
Meine Eltern besaßen ein Buch, in dem ein besonders schlauer Mensch sich über besonders dumme Sätze freute. Einer dieser Sätze lautete: Das Leben ist des Lebens höchster Sinn.
Ich verstehe bis heute nicht, was daran lustig, geschweige denn dumm sein soll.

9. Wie alt möchtest Du werden?
112 Jahre (und sterben im Winter, wenn der Boden gefroren ist).

10. Welcher Lebensabschnitt ist der schönste?

Weiß ich noch nicht, bin ja mittendrin. Die Pubertät scheidet schonmal aus.

11. Welches Schlußwort möchtest Du sagen?
Immer wieder das Gleiche:
Lebe, wie Du wenn Du sterbst wünsche wohl gespeist zu haben.
(Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz)

Wem bessere Antworten einfallen oder wer die 11 Fragen einfach so beantworten möchte, der möge dies sehr gerne tun. Entweder im eigenen Blog oder aber hier im Kommentarteil. Ganz nach Wunsch.

Ich bedanke mich noch einmal für den Award und lasse diesen lauen Abend nun ohne weitere Fragen ausklingen.

(Entschuldigt bitte das Layout. Weiß nicht wie ich es besser hinkriegen soll, die Hitze…  Vielleicht morgen.)