Manne sein Milljöh, oder Fass adé (.txt*)

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Hack ma jedacht, wennick ma nochma n Hund holen tu, dann nenn ick n Fass.
An besten wär dit ja, wenna dann ooch kujelrund wär, wie´n Fass ehmt.
Ick meene jezze nich fett oda so, sondern so von Natur aus vollschlank, wie man ja imma jerne sajen tut, wenn Eene anne Hüften und übahaupt, vastehnse?
N Mops wär son Hund, zun Bleistift, haha. Un der Mops, den tät ick dann nich Otto oda so nenn, sondern Fass.
Und dann froick ma heute schon, wie ick dann, wenn mir Eeena irjendwie komisch komm tut, wejen de Mülltonnen oda so, wie ick dann den Köta, also den Mops rufe und „Fass!“ zu ihm sahre un wie ick dann dem Andan inne Oogen kieke und ern Riesenschreck kriecht, weila denkt, meen Hund tät ihm jezze anne Waden jehn, wa?
Und dit würdick zu jerne so machn.
Un wenna dann eenes Tahres vastürbt, der kleene Fass, dann krichta ne Beerjung vom Feinsten. So mit alm Pipapo, da lass ick ma nich lumpn, wa. Un in sein Grabstein lass ick Lebawürste rinmeisseln, un Schinkn un dit janze Programm. Un als Übaschrift oben drüba steht dann in jroßn Lettan: Fass adé. Vastehnse? Adé, dit sacht ma doch so in Westdeutschland bei de feine Pinkels, wemma sich vaabschieden tut.
Fass adé steht also da, über die Würste, un da könnse sich in hundat Jahr noch anne Birne kratzn und sich frahrn, was dit nu zu bedeutn hat un se komm doch nich druff.

Schade is nur, dass ick keen Hund mehr inne Wohnung halten darf, wa? Schon lange nich mehr. Früja jing dit noch, aba heute kieken se schon schräch, wemma den Müll inne falsche Tonne reintut. Un dit is wirllich n Jamma. Vadient hättenses nämlich, die neujn Nachbarn.
Dit eenzig Jute daran ist wiederum, dasser dann wenigstens ooch nich sterben muss, der kleene Fass, wenn er jar nich erst da is. Dit spart ma n Haufn Kumma un Jeld un noch mehr Ärga.
Un so is dit im Lehm. Ma muss nur jenau hinkiekn, dann sieht ma ooch dit Jute im Schlechtn un den tieferen Sinn in Alm.

Aba schön wärs schon jewesn.

Dieser Text wurde geschrieben für dieses Projekt (Stichwort: Fassade) und ist zugleich eine Hommage an Manfred Dumke

Bild: gemeinfrei „Mops-drawing“. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mops-drawing.jpg#/media/File:Mops-drawing.jpg

Magik

Die stark übergewichtige Mopsdame im Wartezimmer der Tierarztpraxis sitzt jämmerlich röchelnd unter einem Stuhl. Darauf das Herrchen.

Wilbur the pug

Ein baumlanger, athletischer Mann Ende dreissig, mit dunklen, zu einem Zopf gebundenen Haaren und markanten Gesichtszügen.
Er erinnert mich an Anthony Kiedis von den Red Hot Chili Peppers in seinen besten Zeiten. Viril, verwegen und weich.
Mit sehnigen und dennoch beinahe eleganten Händen (wie ein Klavierspieler) greift er unter die Sitzfläche und krault seinen Hund gekonnt hinter den Ohren.
Der Mops blickt mit feuchten, seelenvollen Augen hingebungsvoll nach oben und schnorchelt leise weiter.
Dann ruft die Tierarzthelferin den nächsten Patienten auf.
-Pity bitte in den Behandlungsraum Nr. 2.
Mann und Mops stehen auf und folgen der Angestellten nach hinten.
Ich bin verliebt.