Aalräucherei – Zylinderstifte

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Endlich wieder die Muße haben, dem Läuten der Gocken am Morgen zu lauschen, sich die Handvoll Menschen vorzustellen, die diesem Ruf folgen, um sich gemeinsam an Gott zu wenden, selbst aber im Bett liegen zu bleiben und sich von dem vertrauten Dröhnen in den Schlaf zurück tragen zu lassen um irgendwann, ganz ohne Wecker und Druck, erholt zu erwachen und in der sonnigen Küche mit einem duftenden Cappucino begrüßt zu werden.

Die Ruhe des Wochenendes habe ich mit dem Sortieren von Papierkram verbracht und mich mit jedem Dokument, das ich aus den Tiefen meiner Ordner pflückte, mehr in meine zukünftige Rolle als Aufstockerin eingefunden. Die Kämpfe der vergangenen Monate haben nicht nur müde, sondern auch arm gemacht. Nix als Schulden sind geblieben; am Monatsneunten waren gerade mal 29 € auf dem Konto. Wer da nicht am Rad dreht, hat Nerven aus Stahl.  Was mich nicht umbringt usw.

Im Postfach finde ich eine Mail der Freundin. Sie wird mich mit einem Privatdarlehen unterstützen. Ich würde alles für Dich tun, schreibt sie und ich weiß, dass sie es ganz genau so meint. Ich fühle mich beschenkt, solche Menschen in meinem Leben zu haben.

Niemand würde alles für jemanden tun, sagt der Bekannte, seiner Pflicht des Zweiflers zuverlässig nachkommend. Doch, du schon, antworte ich, du würdest mir sogar eine Niere spenden… Der Bekannte überlegt ein wenig hin und her, wiegt dabei den Kopf, um den inneren Abwägungsprozess für mich anschaulich zu machen und ist gerade im Begriff zustimmend zu nicken, als ich blitzschnell nachschiebe: …wenn ich Hunger hätte.

Wir necken uns wieder und das ist so entspannend und tut so gut, nach der langen, langen und dunklen Zeit.

Bald schon wird der Bekannte sein Köfferchen packen, mich auf´s Haar küssen und mit aufrechtem Gang in Richtung Bahnhof davon spazieren. Fünf Monate war er nun hier, mich zu unterstützen, jetzt ruft der Norden mit den großen Schiffen.

Es ist schön jemanden bereits zu vermissen, der noch nicht einmal weg ist.

 

 

 

 

 

 

 

Bild: bswise, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Der Transformator

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Der blauen Lippen hatte der Moderator von seinem Onkel geerbt, obgleich dieser nicht einmal sein Vater war. Während des Rauchens verblassten die Lippen des Moderators ins Taubengrau. Einen familiärer Erfahrungswert diesbezüglich gab es nicht, denn der Onkel war Nichtraucher und früh verstorben.
Die Lippen des Moderators waren voll wie die des jungen Belmondo. An besonders herzschwachen Tagen sah es aus, als parkte ein blaues Schlauchboot zwischen Nase und Kinn. Besorgt über seinen Gesundheitszustand schwieg ich. Ich wollte das Unglück nicht wecken. Meine Zuneigung zeigte ich dem Moderator indes durch Kühle und Distanz. Manchmal auch durch andere geeignete Maßnahmen, beispielsweise schmale Röcke und chanelroten Lippenstift.
Ihn zu mögen, machte mir Angst, und Angst begegnete ich mit Kälte.
Besonders unheimlich war mir, dass der Moderator mich auch dann oder dann ganz besonders mochte, wenn ich sehr garstig zu ihm war. Willkürlich diktierte Beziehungspausen akzeptierte er klaglos und küsste mir zum Abschied liebevoll die Hände. Auch meine Flirts ließ er unkommentiert. Einmal holte er mich nachts bei einem Anderen ab. Ich war eingeschneit worden.
Vorwürfe machte er mir erst viel später. Da waren wir schon Jahre getrennt.

Meine Furcht, den Moderator mit den blauen Lippen zu verlieren, war so groß, dass ich, je mehr ich mich in unsere Beziehung verstrickte, immer neue Hindernisse ersann die uns trennen sollten. Mein innerer Trafo war darauf geeicht, jedes warme Gefühl ihm gegenüber in schnodderige Coolness umzuwandeln. Oft vergaß ich dabei sogar, ihn in den Arm zu nehmen und auf die blauen Lippen zu küssen.
Erst viel später begriff ich, dass auch der Moderator einen Umwandler besaß, der es ihm ermöglichte, die Signale die ich sendete zuverlässig zu dechiffrieren und in die richtige Sprache zu übersetzen.

 

 

 
Das Internet sagt, es geht ihm gut.

 

 

 

 

 

 

Bild: bswise, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Carol

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Manchmal, wenn ich an dich denke, erinnere ich mich auch an die stark geschminkte Mittfünfzigerin, die rauchend auf dem Balkon der Station N2 sitzt. Die abgehalfterte femme fatale, mit langen blondierten Haaren, dem aus der Form gelaufenen Körper, gehüllt in einen Satinkaftan mit Leopardenprint, schwarze Stoppeln an den trockenen Schienbeinen, die Füße in glitzernde Riemchensandalen gesteckt.
Den Blick in die Ferne gerichtet, hält sie eine Zigarette in der Hand, Rauch sickert nachlässig aus ihren Nasenlöchern. Neben ihr ein junger Mann mit unverhältnismäßig großem Adamsapfel, der ihm ein geierhaftes und irgendwie verklemmtes Aussehen verleiht und mich an John-Boy Walton, den Tugendhaften erinnert. Der Mann betrachtet das Profil der Frau und greift nach ihrer freien Hand, die sie ihm teilnahmslos überlässt. Etwas Unterwürfiges und zugleich Aufdringliches liegt in seinem Blick und in dieser Geste der verzweifelten Zugewandtheit.

Ich sitze auf der Bank neben den beiden, rauche und zähle zum wiederholten Male die Türme der Stadt. Das Krematorium in Steinwurfnähe zähle ich mit.
Ob sich die Jahre, die vor mir liegen, ebenso in mein Gesicht fressen und dort eine Spur der Angst, der Leidenschaft und des Nikotins hinterlassen werden. Und werden auch wir eines Tages gemeinsam auf diesem oder einem anderen Balkon sitzen, eine tödliche Diagnose auf unseren Schultern, du meine Hand haltend und in mir immer noch die Blüte sehend, die ich einmal war. Und werde ich dich dafür verachten oder lieben und brauchen, oder alles zusammen.
Seit 24 Wochen bin ich in dieser Klinik, die ich in den gleichen Kleidern verlassen werde, mit denen ich sie betreten habe. Du wirst mich abholen und nach Hause bringen in mein neues Leben, von dem du schon jetzt ein Teil geworden bist.

Heute ist dein Geburtstag. Ich denke an dich.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: b.s.wise, flickr jean cocteau
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Heiraten

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Ich soll den Unterfranken fragen, wenn ich heiraten will, sagst du und ich sage das will ich aber nicht, frage ihn aber doch und er sagt: Soll das jetzt ein Heiratsantrag sein, und ich sage Ja, und er sagt auch Ja, und fügt: aber nur sehr ungern hinzu. Geritzt, sage ich, ich sag dir dann bescheid, wenn´s soweit ist und er zieht ein Gesicht und sagt: Ok.

Wer wollte nicht auch ein so romantisches Leben führen wie ich? Die Antwort ist ganz leicht: du nicht auch und der Unterfranke auch nicht.

 

 

 

 

 

 

Bild: Hannes Mauerer, Lämmer am Deich, flickr
Lizenz:https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Junktur/ der letzte Schrei

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Der Küstenbewohner schüttelt milde den Kopf, derweil der Städter sich jubelnd über Slipanlagen freut.

 

 

 

Das große Gebäude aus Waschbeton ist mit vertikalen und horizontalen Dehnungsfugen versehen. Das Material soll sich bewegen können um Rissbildung zu verhindern.

(Er war noch nicht alt. Wieviele Jahre bleiben mir noch?)

Ein Puffer um das Auseinanderbrechen zu verhindern. Spalten, die zusammenhalten und gleichzeitig Spielräume lassen. Wie Knochenfugen. Erst wenn der Knorpel vollständig verknöchert ist, hört der Mensch (das Lebe-Wesen- welche könnte es sonst noch geben? Tote-Wesen?) auf zu wachsen.

Ich stelle mir vor, dass mein ganzes Sein durchzogen ist von diesen Fugen, den Nahtstellen, die es beweglich halten und ihm erlauben sich an alle Erfordernisse anzupassen, die die Zeit ihm abverlangt. Und während ich mehr und mehr skelettiere, die Knorpel aushärten und zu Knochen transformieren, ehe ganz am Ende wieder alles brüchiger Brösel (aber weich nimmermehr) wird, formt sich, durch ständige Bewegung, das Selbst (qui est-ce?) zu einem unverkennbaren und einzigartigen verbogenen, verwrungenen, gezeichneten künftigen Wrack. Ein Werkstück. Jede Erschütterung, jedes Beben, jeder Erdrutsch gräbt sich ein und hinterlässt eine spezifische Spur.

Vielleicht geht die Zeit nicht über uns hinweg, sondern wir werden, bzw. sind ein Teil von ihr. Eine Spur (von vielen) bespielt mit unseren Lauten, neben jenen all der anderen, synchron oder zeitversetzt, ein Konzert, eine Sinfonie, von der Wiege bis zur Bahre, die ersten und die letzten Schreie.

Verbindungsstellen.

(Ein Bild, das ich nicht loswerde ist der Sack auf der Bahre vor meiner Wohnungstüre und die beiden starken Männer, die sich den Schweiß von der Stirn wischen, nachdem sie ihn abgesetzt haben).

/

Heute telefoniere ich mit dem Kanzler, der zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder Anteilnahme zeigt, Interesse an dem, was um ihn herum geschieht, und der nun auch endlich staunen kann über die unglaublichen Zufälle, die mein Leben aus den – – Fugen geraten lassen.

Man stelle sich vor: ich steige an einer beliebigen Stelle aus dem Auto um eine Toilette aufzusuchen. Weil ich schon mal da bin, lasse ich den Hund ein wenig laufen und mit ihm gemeinsam gehe ich durch den eisigen Wind und den Regen traumsicher einen Abhang hinauf, der mich zu einem Sehnsuchtsort an der Steilküste bringt, den ich von Fotos kenne und der so verborgen liegt, dass nicht einmal der Vorsatz ihn hätte finden können.

Es ist beinahe so, wie seine Tasche zu verlieren, in die nächstbeste Telefonzelle zu spazieren, den Hörer in die Hand zu nehmen, (ich komme aus einer Zeit der Telefonzellen, Telefonhörer und Telefonbücher) eine beliebige Nummer zu wählen und sogleich den Finder am Apparillo zu haben.

Lotto, und ich bin die Königin.

Wir sind verbunden, mon roi.

 

 

 

 

 

Musik zum Text:

(youtube-Direktlink)

Manuskript

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In jedem Brückenpfeiler steckt ein Mordopfer, behauptet der Unterfranke.

Falls er Recht hat und eines Tages, in 1000 Jahren, finden Forscher die Überreste unserer lange schon untergegangenen Kultur, werden sie vielleicht die Skelette, in den durch Erdbeben und Kriege zerborstenen Brückenpfeilern, für die sterblichen Überreste unserer, uns bis in die Ewigkeit verpflichteten, Herrscher halten. Die Stützen der Gesellschaft. Sie werden sie begreifen als manifestes Zeugnis eines altruistischen Zeitalters in dem jeder des anderen Helfer und Freund war, bis zum Tode und darüber hinaus.

Bei einem großen Angriff, dessen verheerende Folgen unsere Welt aus den Angeln gehoben hatte, waren sämtliche Informationen, die Hinweise auf unser Leben hätten geben können, verloren gegangen. Niemand konnte nun noch herausfinden  wie es wirklich gewesen war, denn nur eine Handvoll Menschen auf der Osterinsel hatten das  Große Unglück unbeschadet überlebt. Diese kleine Gruppe hatte alles, was an die vergangene Zeit erinnerte in einem feierlichen Akt der See übergeben und fortan ihr Leben in den Dienst des Ewigen Schweigens gestellt.

Zur Mahnung und zur Erinnerung an die grauenvollen Geschehnisse, die zu dem Großen Unglück geführt hatten, hatten sie, bald nach dem Untergang unserer Welt, eine überdimensionale Steinskulptur an der Küste errichtet, die den Forschern der folgenden Jahrtausende unlösbare Rätsel aufgeben würde. In dem Sockel der Skulptur gemeißelt entdeckte man die Zeichen einer unbekannten Schrift. Der Klammeraffe stand dort. Die Skulptur selbst sah so aus:

@

 

/

Die Wirklichkeit.

Nieselregen und Betonplatten, Hausflure und Treppengeländer, Briefkästen, Baustellen, Zäune, Autos, ein unterirdisches Archiv. Tunnel und Trompeten.
Krähen.

/

Leise rauschen die Heizungsrohre, oben auf dem Schrank höre ich den Kater schnaufen. Unsere Fingerspitzen finden sich im Dunkeln. Mein Kopf wird schwer, der Atem langsam. Tiefer und immer tiefer sinken wir ein, ich spüre Deine Wärme, die Nacht schließt sich über uns.

So werden sie uns finden, eines Tages.

 

 

 

 

 

 

 

Bild: Klaus Wagensonner „work“
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Behandeling

SAMSUNG
Komm, wir gehen in die Schlemmerabteilung am Ostbahnhof
, sage ich zu dem Einen, und meine damit Rewe im Souterrain des trostlosesten aller Berliner Bahnhöfe. Mit mäßiger Euphorie machen wir uns fertig für die sonntägliche Tristesse, eine kleine Runde an der frischen Luft kann uns nicht schaden, danach legen wir uns einfach wieder ins Bett. Durch den Badezimmerspiegel schieße ich ein paar Photos von uns beiden. Nie war der richtige Moment dafür im letzten Jahr, jetzt ist er da, die 25- Watt-Beleuchtung steht uns ausgezeichnet, ich mache gleich sieben. Verschwommen, zerzaust und glücklich sehen wir auf den Bildern aus, die mich schon wenige Sekunden nach ihrer Entstehung anrühren, als verwiesen sie auf einen längst versunkenen Sehnsuchtsort, ein Atlantis der Liebe, untergegangen in den Wehen der Geschichte.

Wir sind da, wir leben!

Ungeduscht und mit hochgestelltem Kragen gehen wir durch den diesigen Februarnachmittag, mich fröstelt. Der frisch gewaschene Hund trottet brav an unserer Seite. Es geht ihm wieder gut, die Krankheit scheint wirklich überstanden.

Auf der Schillingbrücke kommen uns auffällig viele auffällig gekleidete Menschen entgegen, nicht als Gruppe, sondern jeder für sich, das Berghain ist nicht weit entfernt, und ich bin mal wieder hin- und hergerissen, ob ich heute großzügig sein und ihnen die Aufmerksamkeit schenken soll, nach der es sie, auf ihre verdrogte, paranoide Weise, mit verstohlenen Seitenblicken, over-acting den Irren spielend, dürstet (Schaust Du mich an? Du hast mich angeschaut. Du glotzt mich an!), oder ob ich sie vollkommen ignorieren, links liegen lassen soll und so die Beifall fordernde Bühne mit meiner Abrissbirnen-Verweigerung in Trümmer lege.

Man müsste ein Schild bei sich tragen, denke ich, eine Pappe, auf einem Holzstab montiert, und immer, wenn mir jemand entgegen käme, dessen ganzer Habitus, dessen hungrige Existenz nach Aufmerksamkeit schreit – m´as tu vu? – höbe ich es hoch, das Schild, trüge es vor mir her, wie ein Kruzifix bei einer Prozession und blendete den Bedürftigen mit meiner gütigen Gnade:

Ja, ich habe dich gesehen!

Mit dem Ernst eines Messdieners ginge ich an ihm vorbei, das Kinn feierlich erhoben, den Blick vage ins Unendliche gerichtet.

Hoffentlich kommt einem nicht mal einer entgegen, überlege ich weiter, während wir schweigend nebeneinander hergehen, der gerade cloud nine, oder irgendeine andere Designerdroge intus hat, unter deren unheilvollem Einfluss er sich auf mich wirft, sich vor den Augen des Liebsten in mein Gesicht verbeisst, wie ein Beutelteufel in die Schnauze seines Rivalen, und auf diese Weise versucht seine unstillbare Gier nach Leben zu befriedigen.
Ich sehe mich schon am Boden liegen, den Wahnsinnigen über mir. Eine zufällig vorbeifahrende Polizeistreife hält an, die Beamten versuchen mit vereinten Kräften den Zombie zu überwältigen, greifen schließlich zu ihrer Dienstwaffe und strecken ihn mit einem gezielten Schuss nieder. Der Mann ist sofort tot.

Bald darauf erliege auch ich im Krankenhaus meinen furchtbaren Verletzungen und tauche als 9. Opfer des noch jungen Jahres in der Berliner Drogenstatistik auf. Irgendjemand hat am Tatort mein Handy an sich gebracht und wenige Tage später gehen die Badezimmerbilder durch die Presse.

So glücklich war sie 30 Minuten vor ihrem grausamen Tod!

Zum Glück erreichen wir den Bahnhof ohne größere Zwischenfälle und stärken uns dort mit einem Ferrero Küsschen und einem Cappuccino.
Den Nachmittag verbringen wir, wie geplant, in unserem Bett, dem Sehnsuchtsort.

Wir sind da, wir leben noch!

 

 

 

 

 

Tausend Tonnen Tiefsee

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He took up his harp and uttered the word `undr´ which means `wonder´

 

Erwachen aus Poesiealben,
heraustreten aus ihren Seiten.
Einhörner absatteln.

Das Gewicht des Ungeformten,
ein Traum wie tausend Tonnen Tiefsee.

Cozy underwaterlove, Atlantis zu zweit.

Strauchelnd in die Schwerelosigkeit,
die ungefesselte Freiheit,
den bohrenden Nüchternschmerz,
das gleißende Erwachen.
Tränengeblendet.

Ankerlos.
Auftauchen.
Schwimmen.

Sich finden.

/ Selbst und zueinander

 

 

 

 

 

 

Fidel

 

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Die Stimmung wie knirschender Kies an einem nebelkalten Tag.
Kein Erdbeerrot, kein Veilchenblau.

/

Ich frage G. an welcher Hand man den Ehering trägt. Sie lacht und streckt mir wedelnd ihre schlanken Finger entgegen.
Links, wenn man es ernst meint. Sie trägt ihn rechts.

G. ist es auch, die an der Kaufhauskasse auf die Frage ob sie Treuepunkte sammele in Gelächter ausbricht.
Gewiss nicht!

Und G. erklärt mir, wie man Veilchen und Männertreu auseinander halten könne.
Ganz einfach: Männertreu hat viel kleinere Blüten.