Fliegen

English: unidentified fly, picture taken on 26...

Photo credit: Wikipedia)

Wir spazieren bei den Tischtennisplatten und dem Spielplatz an der Nordseite des Bethanien entlang, als Töle sich mit rundem Rücken und zitternden Hinterbeinen hinstellt und einen Haufen macht.
Mit einer Tüte und routiniertem Handgriff wird dieser aufgenommen, das Ganze verknotet und in den nächsten Papierkorb geworfen.

Eigentlich wäre es besser, du würdest die Tüte offen lassen, sagt der Unterfranke.

Mach ich aber nicht.

Wieso nicht?

Weil ich nicht will, dass der nächste Flaschensammler in die Kacke von meinem Hund greift.

Verstehe. Für die Fliegen wäre es aber besser.

Für die Fliegen? Um die mach ich mir am wenigsten Sorgen. Hier liegt genug Müll und Hundekot rum, den die sich einverleiben können.

Trotzdem wäre es besser, sie könnten auch den von Töle haben.

Kann sein, interessiert mich aber nicht.

Du bist doch Tierfreund, dachte ich.

Ja. Aber in Grenzen. Außerdem töte ich die Fliegen ja nicht. Ich füttere sie nur nicht noch extra.

Das wäre aber besser für die Natur.

Jetzt sogar schon für die ganze Natur?

Logisch. Je mehr Fliegen, desto mehr Vögel. Ist doch klar.

Das bisschen Futter wird nun nicht die ganze Population in Gefahr bringen.

Das nicht, aber wenn jeder so denken würde, gäbe es bald keine Vögel mehr.

Denkt aber nicht jeder so. Schau dich mal um hier. Außerdem ist das Quatsch.

Überhaupt kein Quatsch. Und die Plastiktüte ist auch schlecht für die Natur. Das Zeug ist jetzt schon überall, hat man raus gefunden. Auch im Magen von Vögeln.

Ich weiß.

Du nimmst es aber trotzdem.

Stimmt.

Schade.

Ja, schade, aber nicht zu ändern.

Schon zu ändern. Du willst es nur nicht.

Ich denke halt an die Flaschensammler.

Dann bist du auch kein Tierfreund.

So wird es wohl sein. Komm, wir gehen über den Acker und lassen die Hunde laufen.

Na gut.