Carol

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Manchmal, wenn ich an dich denke, erinnere ich mich auch an die stark geschminkte Mittfünfzigerin, die rauchend auf dem Balkon der Station N2 sitzt. Die abgehalfterte femme fatale, mit langen blondierten Haaren, dem aus der Form gelaufenen Körper, gehüllt in einen Satinkaftan mit Leopardenprint, schwarze Stoppeln an den trockenen Schienbeinen, die Füße in glitzernde Riemchensandalen gesteckt.
Den Blick in die Ferne gerichtet, hält sie eine Zigarette in der Hand, Rauch sickert nachlässig aus ihren Nasenlöchern. Neben ihr ein junger Mann mit unverhältnismäßig großem Adamsapfel, der ihm ein geierhaftes und irgendwie verklemmtes Aussehen verleiht und mich an John-Boy Walton, den Tugendhaften erinnert. Der Mann betrachtet das Profil der Frau und greift nach ihrer freien Hand, die sie ihm teilnahmslos überlässt. Etwas Unterwürfiges und zugleich Aufdringliches liegt in seinem Blick und in dieser Geste der verzweifelten Zugewandtheit.

Ich sitze auf der Bank neben den beiden, rauche und zähle zum wiederholten Male die Türme der Stadt. Das Krematorium in Steinwurfnähe zähle ich mit.
Ob sich die Jahre, die vor mir liegen, ebenso in mein Gesicht fressen und dort eine Spur der Angst, der Leidenschaft und des Nikotins hinterlassen werden. Und werden auch wir eines Tages gemeinsam auf diesem oder einem anderen Balkon sitzen, eine tödliche Diagnose auf unseren Schultern, du meine Hand haltend und in mir immer noch die Blüte sehend, die ich einmal war. Und werde ich dich dafür verachten oder lieben und brauchen, oder alles zusammen.
Seit 24 Wochen bin ich in dieser Klinik, die ich in den gleichen Kleidern verlassen werde, mit denen ich sie betreten habe. Du wirst mich abholen und nach Hause bringen in mein neues Leben, von dem du schon jetzt ein Teil geworden bist.

Heute ist dein Geburtstag. Ich denke an dich.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: b.s.wise, flickr jean cocteau
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Mirko

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Was dem Winter die Krähen sind dem Frühling die Amseln. Schwarz das Gefieder, gelb der Schnabel sehe ich sie auf einmal überall in der Stadt. Geduckt laufen sie von Strauch zu Strauch, halten inne, drehen den Kopf von links nach rechts, äugen und huschen weiter. Mirko nenne ich sie, jede Einzelne von ihnen. Das knirscht so schön, wie der Kies vor den Bungalows meiner Kindheit, in deren Vorgärten meine ersten Mirkos zuhause waren.

Mit dem Hund gehe ich durch den Tiergarten. Der Rhododendron blüht. Meterhohe Büsche mit ledrigen Blättern und zahllosen Blüten in purpur, weiß und rosa säumen die verschlungenen Wege, dazwischen Azaleen in kräftigem Gelb und Orange. An brackigschwarzen Tümpeln wachsen Mammutbäume, Modergeruch vermischt sich mit dem betörend süßen Blütenduft. Farnwedel stehen zart befiedert in der Sonne und leuchten in frischem Grün. Pappelpollen schweben durch die schwere Luft wie Maischnee und landen geräuschlos auf den vielen Wasserläufen. Eine stille Urwelt, mitten in Berlin.

Auf einer kleinen Brücke bleibe ich stehen. Das Gartenamt hat sämtliche Schlösser vom Geländer entfernen lassen. Janice & Flo und Aliah & Mike hatten sich hier einander für immer versprochen. Ob ihre Liebe den Winter überdauert hat?

Drüben im Wasser liegt der Schildkrötenbaum. Gleich vier große Panzer zähle ich heute, hübsch nebeneinander in der Sonne aufgereiht. Ein Stückchen weiter steht wie immer die wohlgenährte Kanadagans in Ufernähe, als wollte sie sich die Füße kühlen. Ungewohnt aktiv spreizt sie plötzlich einen Flügel, hebt ein Bein, entleert ihren Darm und fälllt anschließend in die gleiche abwartende Starre zurück.

An einer großen Weggabelung treffe ich wieder auf eine Amsel, oder ist es immer die gleiche, so, wie die Stubenfliege meiner Kindertage, die mich über Jahre begleitete und sogar mit uns im Auto in den Urlaub fuhr? Immer wieder riss mein Bruder ihr ein Beinchen aus, doch stets wuchs es über Nacht nach. Susi, so nannten wir sie, erstand jedes Frühjahr für uns wieder auf, ganz wie der erschossene Kukuck.

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Der Gesang der Nachtigall, das erzählte mir kürzlich die Journalistin, habe sich nicht verändert, in hundert Jahren nicht, alte Aufnahmen belegten dies, und wie zu allen Zeiten wählt auch heute noch das Weibchen den Kavalier nach der Qualität seiner Darbietung aus. Ein Sängerwettbewerb im Unterholz.

Anders die Amseln, sie gehen mit der Zeit, greifen Klingeltöne von Weckern oder Handys auf, imitieren diese und bauen sie in ihr Gesangsrepertoire ein, um damit das Weibchen zu bezirzen. Wer die neuesten Ringtones drauf hat steht in der Gunst der Damen ganz vorne. Seine Gene haben gute Chancen, es bis in die immer näher rückende goldene Zukunft schaffen.

/
Die Amsel an der Weggabelung duckt sich und rennt los. „Mirko!“ rufe ich ihr hinterher, da bleibt sie stehen.
Der Mann, der eben im noch Vorbeigehen den Papierkorb durchsucht hat, dreht sich um und schaut mich erstaunt an. Einen großen Rucksack auf dem Rücken, das Gesicht rot und aufgedunsen, die Haare weizenblond, steht er ein wenig unberaten da. Ob auch er Mirko heisst?
Rauchen Sie?, frage ich ihn, weil mir nichts anderes einfällt und ich mich plötzlich erinnere noch ein Päckchen in der Tasche zu haben. Eigentlich wollte ich es dem Flüchtling schenken, der mich kürzlich im Krankenhaus um Zigaretten bat, doch das Personal erlaubte es nicht, er habe genug zu rauchen, und so trage ich die Schachtel seit Tagen mit mir herum.
Mirko nickt auf meine Frage und lächelt verlegen. Darf ich Ihnen vielleicht die Luckys geben? Ich kann sie nicht mehr gebrauchen, hab leider aufgehört zu rauchen, plappere ich übertrieben heiter weiter und reiche sie ihm, ohne eine Antwort abzuwarten. Er nimmt sie vorsichtig entgegen. Seine Hände sind trocken und rot.
Leider habe ich kein Feuer, setze ich meine Rede fort, ich rauche ja nicht mehr. (Wieso quassele ich bloß so viel?)
Mirko schweigt immer noch und schaut mich freundlich an.
Einen Moment lang stehen wir uns ratlos gegenüber, dann nicken wir uns zu und gehen, jeder in eine andere Richtung, davon. Nach ein paar Schritten drehe ich mich noch einmal um und sehe ihn von hinten, wie er mit seinem schweren Rucksack gen Süden stapft.
Der schwarze Mirko ist längst irgendwo im Gebüsch verschwunden.

 

 

 

 

 

Bild: Last Hero, Amsel
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Glockenspiel

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Der Wind trägt die schwebenden Klänge des Carillons von der Uferseite zu uns herüber. Verzaubert liegt der große Tiergarten in der Nachmittagssonne. Die Beine in die Luft gestreckt schubbert der Hund seinen Rücken im Gras und schnaubt. Mein Blick geht über die Wiese zu den Sträuchern und dem kleinen Hain dahinter und wie in jedem Jahr staune ich, wie grün das Grün ist, wenn es nach dem Winter die silbriggraue Rinde der kahlen Äste durchstößt.

Ich muss an den Obdachlosen denken, der hier im vergangenen Jahr sein Lager zwischen den Bäumen aufgeschlagen hatte. Den Sommer über lag er manchmal mit geschlossenen Augen auf der Wiese, neben ihm ein altes Fahrrad. Seine anderen Besitztümer waren irgendwo im Gebüsch versteckt. Im Spätherbst, als der Nebel sich auf die Wiesen senkte, sah ich ihn einmal ein Feuer dort im Unterholz machen. Es dunkelte schon, der Park war ausgestorben und er schien sich allein zu wähnen. Auf unerklärliche Weise muss er meinen Blick, vielleicht auch meine Besorgnis, wegen der offenen Flammen gespürt haben, denn plötzlich drehte er sich um, sah mich an und legte einen Zeigefinger auf seine Lippen. Ich nickte.
Ich hoffe, dass sich das Blatt für ihn gewendet hat.

Im Rasen vor mir entdecke ich die tiefe Narbe im Gras wieder. Die Wunde, die Widmung, das Herz. Geschnitten von Unbekannt im vorletzten Sommer, als die Liebe noch blutete.
Auch damals saß ich hier, ließ den Hund seine Runden drehen und bangte mit klopfendem Herzen. Ich wusste nicht wie wir uns waren, als das Abendkonzert begann und eine kühle Stimme mir ins zitternde Ohr sprach. Die Glockentöne beruhigten mich, beinahe wie eine Heimat. Wer hätte geglaubt, dass selbst dieses Jetzt sich zu einem Gestern wandeln würde.

Alles vergeht und bleibt als Bild.

Auf der Wiese sitze ich und erinnere mich. Ein leichter Schmerz ziept an meiner Seele. Wind kommt auf, mich fröstelt. Fast menschenleer liegt der Park zu dieser Stunde, nur ein paar Radfahrer kreuzen ihn entlang der großen Alleen. Zeit für mich aufzubrechen.

Im Flora-Rondell reitet die Amazone noch immer in Richtung Osten, die Streitaxt in der Hand sitzt sie zu Pferd, das klare Gesicht zuversichtlich nach vorne gerichtet, die tiefstehende Sonne im Rücken. Gemeinsam mit ihr mache ich mich auf den Heimweg, denn es will Abend werden und lange Schatten legen sich auf den ausklingenden Tag.

Als ich auf den 17. Juni hinaustrete drehe ich mich um und werfe einen Blick in Richtung Westen, wo die Siegesgöttin auf ihrer Säule im goldenen Licht triumphiert, dahinter mirabellengelb der Himmelssaum unter sterbendem Blau.
Vorbei gehe ich an der riesigen Bronze des Rotarmisten im langen Mantel und mit geschultertem Gewehr. In seinem Rücken die Gräber abertausender gefallener Soldaten.

Die Quadriga ist nicht mehr weit.

Hinter dem Tor treffe ich dich. Du lächelst. Ein Ausdruck, der abhanden gekommen schien über den Winter. Ein seltener Gast.

Ich reiche Dir noch einmal die Hand.

 

 

 

 

 

 

Bild: sczscz, Tiergarten Berlin
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Zwischen zwei Leben

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Ich möchte nicht mehr, dass Du zu Deinem Vater ins Auto steigst
, sagt meine Mutter, als ich sie auf halber Treppe treffe. Sie hält einen voll beladenen Wäschekorb in den Händen, der Duft von Waschmittel steigt mir in die Nase, ich schaue sie an. Ihr Blick ist ernst, nichts verächtliches oder heimtückisches liegt darin, auch ihrer Stimme fehlt der übliche abschätzige oder drohende Anklang.  Sie meint es so, wie sie es sagt und sie meint es gut. Das ist das Beunruhigendste.

Wann genau das war, weiß ich nicht mehr. Es muss nach meinem Aufenthalt in der Uniklinik gewesen sein, ob Wochen oder Monate oder vielleicht sogar Jahre später – ich kann es nicht sagen. Die Erinnerung an diese Zeit liegt sorgsam verschlossen. Nur selten habe ich das Bedürfnis und den Mut an diesen Ort der Angst zurück zu kehren.

Das einzig konkrete Bild aus den Tagen in der Klinik, ist das eines verdorbenen Apfels, den ich in der Nacht gegessen habe und dessen zerfressenes Gehäuse ich am nächsten Morgen auf dem metallenen Nachttisch finde, braun und voller Wurmkot. Mich ekelt vor mir.
Auch an das fahlweisse Licht, das durch die Thermoglasfenster in das überheizte Krankenzimmer fällt, erinnere ich mich und an einen Brief des Pfarrers, der mich konfirmiert hat, an seine guten Wünsche für mich, an die Schmerzen in dem Gewebe unter der Operationsnarbe, die wie ein borstiger Tausenfüßler auf meiner Haut sitzt.
Das Gesicht meiner Bettnachbarin ist mir abhanden gekommen. Sie litt an Myasthenia gravis, das weiß ich noch, und ihr Name ist mir im Gedächtnis geblieben – Frau J. Ihre grauen Haare waren kurz, die Augenlider halbgeschlossen, oft hatte sie Mühe zu schlucken und manchmal fiel ihr auch das Sprechen schwer – das machte die Krankheit- dann stützte sie ihren Unterkiefer mit der Hand und ich konnte kaum verstehen was sie sagte. Alles andere habe ich vergessen.

Was nach der Klinik geschah, lässt sich nicht der Reihe nach erzählen.
Die Diagnose griff in unser aller Leben ein und änderte es von Grund auf. In meiner Erinnerung gibt es ein Vorher und ein Nachher. Zwei Leben, scharf voneinander getrennt. Es gab keinen Bereich, der verschont blieb und diese unbegreifliche Veränderung erfüllte mich mit großer Furcht. Eine Würgeschlange hatte sich um meinen Brustkorb gelegt.

Das ohnehin schon brüchige Gefüge meiner Familie war dem Druck nicht gewachsen. Wir verloren uns ganz und damit unser Zuhause und ich war Schuld daran.
Bis heute haben wir uns nicht erholt davon und manchmal denke ich, dass sie mir niemals werden verzeihen können, dass ich uns alle in den Abgrund gerissen habe.

Niemand sprach mit mir, keiner sagte mir was los war und was mit mir geschehen würde. Die größte Bedrohung lag in dem Schweigen, dem ich mehr Glauben schenkte als jedem Symptom und jedem aufmunternden Lächeln meines Vaters.

Auch meine Geschwister, die eine älter, der andere jünger als ich, hatten schwer zu tragen an diesem Geheimnis, dessen Auswirkungen sie nicht ermessen und schon gar nicht verstehen konnten. Sein Raunen klang schrecklich wie der Tod. Ein unausgesprochenes Abkommen, eine Vereinbarung hielt uns drei davon ab miteinander zu reden. Bloß nicht daran rühren, um es nicht noch schlimmer zu machen, es nicht aufzubrechen, wie eine Pestbeule. Man könnte daran zugrunde gehen. Wir hofften das Unglück zu bannen, indem wir ihm keinen Namen gaben. Unterdessen breitete es sich in meinem Inneren aus wie Teer.

Auf der Suche nach Kleingeld für Zigaretten stoße ich eines Tages im Arbeitszimmer meines Vaters auf ein medizinisches Fachbuch. Aufgeschlagen liegt es auf seinem Schreibtisch, zwei, drei Absätze sind rot angestrichen. Kathe steht daneben und jeweils ein großes Ausrufezeichen, gekritzelt mit nervöser Hand. Was ich lese übertrifft alle Befürchtungen. Die Zeit bleibt stehen.
Regungslos stehe ich da, das Blut rauscht in meinem Kopf und ich schaue aus dem Fenster auf das gegenüberliegende Haus. Aus irgendeinem Grund muss ich an Michelle denken, die schon vor langer Zeit von hier weg gezogen und mit ihrer Familie zurück nach Frankreich gegangen ist. Bald darauf wurde die kleine Villa, in der sie lebten, abgerissen und an ihrer Stelle ein Neubau mit Tiefgarage errichtet. Auch der alte Birnbaum, von dem mein Vater jeden Spätsommer die Früchte pflückte, ist verschwunden.
Michelle wird nie von meiner Krankheit erfahren. Auch nicht von meinem Tod. Ich drehe mich um und gehe hinauf in mein Zimmer. Dort setze ich mich unter den Tisch und weine. Die nächsten zehn Jahre höre ich nicht mehr auf damit.

 

 

 

 

Bild:  Michele M.F. Bronze runners from the Villa of the Papyri (Herculaneum)
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

known as tikerscherk

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Ich möchte nicht länger tikerscherk sein. Ich bin es nicht.
tikerscherk war eine defekte Leuchtreklame, ein Zauberwort, ein Hoffnungsfunke.
Ich bin nicht mehr der Mensch, der vor gut 5 Jahren angefangen hat unter diesem Namen zu schreiben.
tikerscherk war eine Andere als ich.
Sie trat kurz nach der Jahrtausendwende in mein Leben und begleitete mich die nächsten Jahre auf vielfältige Weise.

Damals fuhr ich täglich von meiner Arbeitsstelle in Berlin Marzahn mit dem Auto zurück nach Kreuzberg. Den größten Teil der Strecke bretterte ich mit stierem Tunnelblick immer geradeaus. Alle paar hundert Meter änderte sich der Straßenname, die Richtung blieb die gleiche. Ganz am Ende der Allee erahnte oder erhoffte man den Fernsehturm. Kurz davor würde ich links auf die erlösende Zielgerade abbiegen.

Ich fuhr und fuhr, die Zeit dehnte sich, sie zog sich und ich kam und kam, den Fuß auf dem Gaspedal, nicht an.

/ Hier ein Mac Paper, daneben das Standesamt, in dem der Argentinier (Toni Tolengho known as Toni Takitani) die Trapezkünstlerin geheiratet hatte, damals, als noch Osten war und sie raus wollte aus ihrem Land.

/ Dort, in der Scharnweberstraße, wohnte die Aubergine, dessen Haut so verführerisch glatt und wertvoll erschien und so nichtssagend und unbedeutend war, als ich sie berührte.

/ An dieser Stelle hatte ich Tom mit dem Auto abgesetzt, ihn in sein Leben entlassen. Wir haben uns danach nie wieder gesehen. Auf rätselhafte und unausgespochene Weise hörten unsere Kreise an jenem Tag auf sich zu überschneiden.

/ Bei der Sparkasse dahinten traf ich zufällig meinen Bruder. Mit einem wortlosen Kopfnicken ging er an mir vorbei.

Bilder.

/ Auf einem sehe ich die Straßenbahn, wie sie, vom Bersarinplatz kommend, quietschend die Petersburger herunterrollt, auf mich zu, laut und steifhüftig und sperrig, eine gewaltige Kuh mit viel zu kleinen Hufen. Ich stehe auf den Gleisen und schaue ihr entgegen, doch sie kommt nicht näher, sie rattert und schnaubt und steht in der Bewegung.

Travelling without moving

Erst, als ich von den Schienen trete, durchbricht sie die unsichtbare Grenze des Zeitlochs, des Vakuums in dem sie gefangen war, wie in einer sich immer weiter ausdehnenden Blase, in deren Inneren es kein Vorwärts und aus deren Mitte es kein Entkommen gibt. Ich spüre die Druckwelle, den Windstoß im Nacken, als sie die unsichtbare Wand durchstößt und laut donnernd und kreischend mit tausend Hufen an mir vorbeijagt. Ein Lastwagen, der die Autobahn mit aufgeblähter Plane in Schräglage durchpflügt (der wuchtigen Galeone auf Sturmkurs gleich, welche vor 307 Jahren vor der Küste Kolumbiens unterging und heute, im Jahr 2015, drei Jahrhunderte später, durch den sagenhaften Schatz, den ihr Bauch beherbergen soll, die gesamten Schulden eines Landes wird tilgen können,
Neben den Goldstücken und Edelsteinen ruhen die Knochen von 600 Seeleuten).

Ich fahre von meiner Arbeit zurück, immer geradeaus, die große Ost-West-Achse entlang, sammle Erinnerungen und Bilder ein, entkomme im Geiste nur knapp der Trambahn, der Boulevard weitet sich, öffnet sich zu acht Spuren, auf dem Mittelstreifen große Werbetafeln für die Abgeordnetenwahl. Neben das grinsende Gesicht Frank Steffels, dessen Familie Heimtextilien und Bodenbeläge vertreibt, hat jemand Bin TeppichLaden gekritzelt. Die Anschläge vom 11. September liegen nur wenige Wochen zurück.

Jetzt kreuze ich endlich die Straße der Pariser Kommune, weit ist es nicht mehr, hier schon die Steinschnecke auf dem Mittelstreifen, gleich ist es soweit, gleich erreiche ich das rettende Tor, da ist es, ich kann es sehen, noch 200 Meter, ich setze den Blinker, grüne Welle, aus dem Lautsprecher heult Nelly Furtado, ich stelle sie leiser, der Himmel ist mattrosa, im Westen geht die Sonne unter, jetzt wird alles gut werden.

Über dem Tor zur Freiheit steht

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ich biege ab, es ist geschafft.

große Pfützen, kleine Seen

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Als ich erwache spüre ich den warmen Körper des Katers neben mir. Ich greife in sein Fell, er schnurrt leise. Wir rollen uns ineinander und ich lausche seinem Atem. Draußen trommelt noch immer der Regen auf die Fensterbleche. Schon gestern Nachmittag hatten sich an den Straßenecken riesige Pfützen gebildet, kleine Seen mit schillernden Ölschlieren, wie ich sie als Kind mit Gummistiefeln durchpflügt habe. Am Himmel die dunklen Wolken und unten ich und die langen Nachmittage mit Kaugummiautomaten, Hagebutten und dem bewohnten Nest in der Hecke, unter der ich jeden Morgen ein Bounty vergrub, um es am Nachmittag, auf dem Nachhauseweg, wieder auszubuddeln und zu essen. Sobald ich in die Nähe des Nestes kam, reckten die Küken ihre Hälse, öffneten piepsend die riesigen Schnäbel und ich betrachtete ihre amputierten Arme, das Geflecht der Adern unter der wachsigen Haut und die dunklen Knubbel, hinter denen sich ihre blinden Augen verbargen. Sie taten mir leid.

Manchmal setzte ich mich auf eines der Kiesbetonmäuerchen vor den neuen Bungalows und beobachtete die winzigen roten Läuse, die dort ziellos hin und her krabbelten. Als wir ganz klein waren hatten wir sie mutwillig mit den Fingern zerdrückt, denn es hieß sie saugten Menschenblut. Danach waren die Finger rot und ich entschuldigte mich bei Gott.

Es zog mich nicht nach Hause an diesen Nachmittagen, wo meine Mutter mit ihrem aufwändigen Augen-Makeup und einer unvorhersagbaren Laune wartete. Besser war es, erst zum Abendessen zu kommen, und danach direkt auf mein Zimmer zu gehen um dort zu lesen, bis es Zeit war das Licht zu löschen.

So saß ich und und guckte und beobachtete die Amseln, die die Vorgärten der Siedlung regierten und die geduckt von Strauch zu Strauch rannten, in Deckung gingen, wie Soldaten in einem Gefecht, weiter liefen, und mich dabei nie aus den Augen ließen, den glänzenden schwarzen.

An der Telefonzelle neben dem Kiosk machte ich, wie jeden Tag Halt und schaute, ob jemand sein Wechselgeld in der Klappe vergessen hatte. Einmal fand ich ein Zweipfennigstück, das ich auf die Schienen am Wendekreisel legte. Nachdem die Tram die Haltestelle passiert hatte ohne zu entgleisen, holte ich die plattgefahrene Münze wieder von der Straße und betrachtete sie. Außer einer Rille in der Mitte, sah sie aus wie vorher. Nur in den Schlitz der Telefonzelle passte sie jetzt nicht mehr und die Frau vom Kiosk wollte sie auch nicht nehmen.
Zuhause würde mein Vater sie mir gegen ein Zehnpfennigstück eintauschen.
Ich musste nur warten, bis meine Mutter aus dem Zimmer ging.

 

 

 

 

Bild: https://www.flickr.com/photos/sludgeulper/3089547941
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

 

 

 

Im Hola

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Du kommst nicht drin vor. Ich denke gerade nicht an dich. Nicht ständig, jedenfalls.
Ich lehne das Gefühl ab, das entsteht, wenn mich deine Kälte streift. Oder Gleichgültigkeit. Dein Hadern vielleicht.
Ich frage mich nicht, ob wir uns verloren haben. Es geht nicht immer um alles oder nichts, obwohl es doch immer in Allem enthalten ist, das Alles und das Nichts, und immer auf´s Neue durchschimmert.
Ich wundere mich. Manchmal. Angestrengtes Wundern, wenn es so etwas gibt.
Da glaubt man, wundern wäre etwas Schwebendes, Federleichtes. Kinderleicht sogar. Mit Ah! und Oh! Ich aber wundere mich stirnrunzelnd und schwer und auch ein wenig traurig, nur Tränen vergieße ich nicht. Heute jedenfalls nicht. Sie stören bloß. Auf die Palme bringen sie dich innerlich, irgendeine Verachtung oder einen Ärger schüren sie, so genau weiss ich das nicht. Du vielleicht ebensowenig. Und es spielt auch gar keine Rolle, denn Verdruss und Überdruss hängen schwer an mir, wie regennasse Kleidung und sofort sprudeln die Erinnerungen, auch an diesen Nachmittag (so viel Grün, Juliregen, dampfige Schwüle/ cruel summer) an dem ich unter Tränen und ohne Appetit vor der kleinen Asia-Bude am S-Bahnhof Treptower Park sitze und weder Eierreis noch Gemüse herunter bekomme, so traurig ist mir, so beladen ist mein Herz und nebenan raucht einer Kette und der Rauch wabert über unseren Köpfen umher, in der klammen Luft, dem bleiernen Tag, und trinkt ein Bier nach dem anderen, in Handwerkerpose, den Ellbogen weit abgewinkelt, im Blaumann, so sitzt er hier, jeden Tag, von früh bis spät, mit eingefallenen Wangen, Oberlippenbart und dünnem Haar.
Ich bin dort im Sommerkleid, mit dem Unterfranken, der nicht weiss wie ihm und noch weniger wie mir geschieht, ich weiss es ja selbst nicht, weiss nur, wie traurig ich bin über dieses letzte Gespräch und sein unerwartetes Ende und das Ende überhaupt, nach einem langen Anfang, den wir hatten, so intensiv und klimperleicht.
Den Schlüssel im Zündschloss,

rrrrrrooooaaaaaaaaaaarrrr

warst du verschwunden. Wenige Worte nur, kühl und nasal. Klipp und klar. Verschwunden aus meinem Leben, ohne Bedauern und ohne Wiederkehr. Und ich nahm nicht in Anspruch, was ich mir erbeten hatte: ein paar Tage Aufschub, zum Verstehen, für Fragen. Nicht mehr. Ich nahm sie nicht in Anspruch, die gewährte Frist, wozu auch, deine Worte ließen keinen Zweifel, du liebst mich nicht, nicht mehr oder noch nie, legte die Hände in den Schoß und weinte, schmal wie eine Prinzessin, und schoß ein Foto, das ich dir nie würde zeigen können, nur mir selbst, zu Dokumentationszwecken und zum Unterhalt von  Schmerz und Tränen. Oh, holdes Selbstmitleid.

Ich sitze dort an der S-Bahn vor dem großen Haufen Reis und weine und zittere und der Unterfranke wird erst unsicher, dann ärgerlich. Das hast du dir selbst eingebrockt, soll ich etwa Mitleid mit Dir haben, ausgerechnet ich?
Ja, das sollst du nicht, nein,
mit bebendem Kinn, der Hund zu meinen Füßen, verpasse ich den Bus und erreiche tropfnass die Wohnung, wo ich dir nah genug bin um mich von dir zu entfernen. Auf dem Weg ins Hola, wie man in Frankfurt sagt, dem Ort, an dem ich frei bin und unverwundbar.
Später dann wirst du mir deine Fotos zeigen. Am dritten Tag war der Schmerz einem soldatisch beherrschten Ausdruck gewichen.
Ich wusste nichts von deinen Tränen.

 

 

 

Bild: http://publicdomainreview.org/collections/the-nantucket-sea-serpent-hoax-1937/

 

 

 

 

 

 

Diva

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Wir hatten es nicht leicht miteinander. Von Anfang an nicht.
Die Legende berichtet von der Stillverweigerung, dem Schreikind und einer unüberwindbaren Abneigung.
So ähnlich wird es wohl gewesen sein. In meiner Erinnerung jedenfalls haben die zärtlichen Momente immer etwas zu tun mit Alkohol oder der Farce eines Familien- oder sonstigem Besuches. Ein Schauspiel in dem ich ihr als freundliche Statistin assistierte, aus Furcht vor ihrem Zorn, beseelt von der Hoffnung mir ihre Zuneigung erarbeiten zu können.

Ich hasse dieses Kind

Wahrscheinlich wäre es auch für sie schöner gewesen, hätte sie mich bloß lieben können. Das aber war ihr nicht gegeben und mir, in der Folge, ebenso wenig. Traurig, für uns beide.
So viele Jahre in denen ich mich danach sehnte, mindestens so viele in denen ich vorgab darüber hinweg zu sein.

Gesehen habe ich sie zum letzten Mal vor 21 Jahren im Krankenhaus. So erinnere ich mich. Meine Schwester, damals im Kindbett, weiß nichts davon. Habe ich diese Begegnung nur erträumt?
Schmal war sie im Gesicht, beinahe schon hager, eine dunkle Sonnenbrille verbarg ihre Augen, die den meinen so ähnlich sind. Ihr Auftreten ganz die Diva, die sie immer war. Eine ausgestorbene Gattung.
Beinahe zwei Jahre hatten wir keinen Kontakt gehabt und trotzdem wechselten wir kein Wort miteinander an diesem Tag im September. Zu tief war die Kluft zwischen uns. Ihre Verwünschungen und Todesflüche. Der unkontrollierte und ungezügelte Hass.

Heute, am Vortag des Heiligen Abends, denke ich an sie. An Weihnachten, wie ich es als Kind erlebte: der schwierigste Tag im Jahr. Gefühlstumult zwischen Vorfreude und Angst. Die vorhersagbare, niemals ausbleibende Eskalation. Anspannung, Enttäuschung, Missgunst.

Der Vater, der vor dem Fest mit uns im Auto durch die Stadt fuhr um sie nicht bei den Vorbereitungen zu stören. Bei Einbruch der Dunkelheit zusammen durch den Stadtwald kariolen, bei Schnee und Eis. Jeder darf, auf seinem Schoß sitzend, ein Mal lenken. Er tritt das Gaspedal durch, lässt den Motor des alten Renault laut aufheulen, bremst ganz plötzlich ab und wir schlagen, mit schnellen Bewegungen auf spiegelglattem Untergrund das Lenkrad voll ein. Johlend schliddern wir über die gefrorenen Waldwege, Schneeflocken tanzen im Scheinwerferlicht.
Sie unterdessen, allein zuhause, immer hochtouriger laufend, schraubt sich Glas für Glas auf schwindelnde Umdrehungen. Ihr scheeler Blick bei unserer Rückkehr, und wir, noch ganz trunken und von hysterischer Ausgelassenheit, die sich überschnappend und fast schon rasend auf das unvermeidbare Inferno eintrommelt. Die beiden berauschten Welten, deren Spannungen sich während des bescheidenen, protestantischen Weihnachtsessens, ausgelöst durch einen winzigen Funken, ein falsches Wort oder ein kleines Missgeschick, ungebremst und krachend entladen. Ein loderndes Feuer, splitternde Kollision. Ertauben an hochkochendem Hass und tiefer Verachtung.
Das große Glockengeläut in meinen Ohren, auch damals schon.
Der Nussknacker. Sein hölzernes, starres Gesicht. Unsere beklommenen Wünsche, blicklos und bitter.  Ein metallischer Geschmack im Mund.

Das bemüht vergnügte Auspacken der Gaben schließlich. Farbenfrohes Geschenkpapier bestaunen und sorgfältig zusammen legen. Zeit gewinnen, um sich, unter ihrem wachsamen Blick, den erwarteten Gesichtsausdruck zurecht zu legen und die gebotene Freude zu zeigen über die empfangenen Alltagsgegenstände – Ah, Socken, toll! – während sie sich, in dem, eigens für sie angefertigten, knöchellangen, weit schwingenden Mantel aus schwarzem Nerz – Achtzig Tiere, stell dir vor! – mit weinseligem Lächeln sonnt, eine Zigarette in der rechten Hand, die langsam herunter brennt.

 

 

 

 

(Bildquelle: PublicDomainReview.org, open images. A mezzotint écorché by Gautier D’agoty, published by Gautier in 1746 – Source: Wellcome Library, London. – See more at: http://publicdomainreview.org/collections/the-wellcome-librarys-top-10-open-images/#sthash.MlCJnwb4.dpuf)

Wolken

WolkenBremen

Nach dem morgendlichen Zähneputzen (morgenlich, würde der Vater korrigieren, es ist der Morgen und nicht der Morgend) schauen mich heute nicht die Augen der Mutter an. Es sind meine eigenen, groß und braun. Darin und dahinter, wie zu allen Zeiten, die Blicke der Ahnen, aus dem Schatten heraus getreten, um durch mich auf die Welt zu sehen, die einmal die ihre war.

Was ihr seid, sind wir gewesen.
Was wir sind, werdet ihr sein.

Mein Gesicht liegt ruhig wie ein See, der Mund weich geküsst und entspannt.
Im Radio läuft ein Jingle-Klingel-Happynes-Song, den ich ohne Widerwillen zu verspüren an mir abperlen lasse. Lotusblüte. Silberbaum.
Meine Haare umfließen den Hals, eine Welle legt sich auf das Schlüsselbein. Clavicula
Im Spiegel schaue ich mir zu, wie ich eine Hand auf das Sternum lege, mein Leben, und ohne ein Empfinden von Schmerz steigt Wasser in meine Augen. Der Mund zieht sich, wie zu einem Lachen, auseinander, die Lider senken sich und ich lasse den Tränen ihren Lauf.
Es ist schön.

Weich bin ich, ganz weich und draußen ist es mild und stürmisch.
Die Straßen sind leer. Die Vögel sind ausgeflogen, gen Heimat.
Die Luft riecht nach Ankunft.

Alle Zuhause jetzt

Eine Gruppe Spatzen lässt sich im Bambus nieder und schaukelt dort hin und her.
Dann und wann ein freundliches Tschilpen. Es ist genug für alle da.
Den einen erkenne ich wieder. Auf seinem rechten Flügel trägt er einen weißen Streifen.
Jeden Tag kommt er hierher. Immer am gleichen Platz im Futterhaus.
Kleiner Freund.

Wie mich alles was lebt berührt und angeht. Jeder Halm. Und seit ich auferstehen durfte noch mehr und tiefer. Ein Gefühl der Verbundenheit mit der Welt, auch mit dem großen Nichts, und eine beinahe kitschige Rührung, ein Angefasst- und manchmal sogar Überwältigtsein von allem Irdenen und seinem Drang zum Licht.
Nach oben. Atmen. Hier bin ich.
Das ist meine Zeit.

Mir tun die Flöhe leid, und so behandele ich bloß die Schlafplätze der Tiere.
Nicht töten.
Ehrfurcht selbst vor dem kleinsten Leben.
Fegen, zur Seite fegen, mit Achtsamkeit und dem liebenden Blick.

Einmal sah ich eine Schnecke in den blauen Körnern eines Giftes vertrocknen.
Endlose Nachmittagsstunden im Hochsommer. Unvergessen. Mein Mitgefühl, der Schmerz darüber, wie sie unrettbar zusammenschrumpfte zu einem rindenähnlichen, unkenntlichen Stückchen Materie. Und alles, was sie war und dachte, wenn sie denn jemals etwas dachte, alles, alles ist verloren.
Verdunstet. Aufgestiegen, gen Himmel, der gar nicht oben ist, wie ich immer glaubte, sondern überall. Ringsum.

Wo sind unsere Erinnerungen, wenn wir sie gerade nicht denken? Wenn sie nicht in uns hausen?
Sind sie bei uns? Haben sie sich eingeschrieben oder entstehen sie jedes Mal aufs Neue, bei jedem Griff nach ihnen, und immer ein wenig anders? Verändert nur um winzige Details, für uns nicht wahrnehmbar, geschweige denn überprüfbar.

Gibt es eine Cloud, etwas außerhalb von uns selbst, in dem alle unsere Gedanken zusammen gefasst und gespeichert sind, gemeinsam mit den Ideen und Erinnerungen der anderen Menschen? Oder ist mit unserem Ableben all unser Wissen unwiederbringlich verloren? Verdichtet sich das, was auf der Erde gedacht wird, zu etwas Größerem, addiert oder multipliziert es sich vielleicht sogar?
Und eines Tages traumgleich greift einer danach und bringt es in die Welt. Etwas noch nie Dagewesenes. So wie alles, und doch viel mehr und weit darüber hinaus.
Und die Tiere? Wer nimmt sich ihrer Gedanken an? Sie selbst, ergeben und mit blindem Vertrauen?

Ich schaue in mein Gesicht im Spiegel, das ruhig da liegt wie ein See.

Draußen stürmt es, Hagel prasselt auf den Boden.
Weiße Körnchen, die nach oben springen, als wären sie kleine Bälle.

 

 

 

 

 

Bildquelle: Wikipedia, „WolkenBremen“ von Frisia Orientalis. Original uploader was Frisia Orientalis at de.wikipedia – Transferred from de.wikipedia; transferred to Commons by User:Jutta234 using CommonsHelper.(Original text : selbst fotografiert). Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:WolkenBremen.jpg#mediaviewer/File:WolkenBremen.jpg