Ochsenhunger

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Dem Mann am Telefon erzählte ich ich trüge einen schwarzen, hautengen Catsuit mit durchgehendem Reißverschluss und einer schmalen Kette um die Hüften, ich konnte hören, wie seine Knöchel weiss wurden, als er die Hand zur Faust ballte, also erzählte ich weiter. In der Hocke säße ich, die Kniee weit auseinander und zöge ganz langsam den Zipper herunter. Dann legte ich auf.
Ein paar Wochen später erreichte mich ein Paket mit allerlei Gaben. Darunter eine New York Times, die ich von vorne bis hinten durchlas, doch ich fand keinen Hinweis. Er hatte es mir mit gleicher Münze heimgezahlt.

Ein anderer trug den Namen eines Waldtieres und nachdem ich ihm von meinen schweren Botten, dem Tanktop und dem Minischottenrrock erzählt hatte, schickte er mir ein feines silbernes Kettchen mit Kügelchen daran. Er schrieb es täte ihm Leid, er besuche regelmäßig Swingerclubs, seine Frau wisse nichts davon, und auch mich wolle er nicht belasten mit diesem Geheimnis.

Der Dritte und Letzte rief mich von einem Parkplatz aus an, wo er mit Unbekannten verabredet war. Flüsternd erzählte er mir was dort in der Dunkelheit vor sich ging. Dann legte er auf.

Von ihm habe ich nie wieder gehört. Doch ich erinnere mich noch an seinen Namen: Marek.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: Vizero, Vollmondparken, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/

Wundersame Wendung, oder Die Irre an der Scheibe

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Manchmal, wenn wir zusammen auf dem Bett liegen und die Hunde gemütlich auf ihren Schlafplätzen schnarchen, zieht der Unterfranke seine Strümpfe aus, greift dann mit den Zehen nach meinen Socken und zuppelt auch diese mit viel Geschick herunter. Im Anschluss klemmt er der Reihe nach meine Zehen zwischen seine und zieht sie lang, einen nach dem anderen, bis es ganz leicht und wohlig in den Gelenken knurpselt. Dieses kleine intime kuschelige Ritual bereitet mir immer wieder ein solches Wohlgefühl und ich mag es so gerne, wenn seine warmen Zehen meine eiskalten Füße bearbeiten und kraulen, dass ich anfange zu kichern und zu lachen bis das Grinsen meinen ganzen Körper erfasst und zu einem inneren Juchzen und Jauchzen wird. Dabei bin ich gar nicht kitzlig, zumindest nicht dort. Wenn ich dann so vor behaglicher Zufriedenheit leuchte, freut sich auch der Unterfranke, der diesen Effekt natürlich gut kennt, und schon haben wir die schönste Harmonie, und der Unterfranke, der immer gerne so tut, als wäre er ein harter Brocken, in Wahrheit aber ein äußerst lieber und sensibler Mensch ist, wird ganz weich und kommt ins Erzählen.

Eine der Lieblingsgeschichten des Unterfranken ist, wie er mich zum ersten Mal gesehen hat, in der Wrangelstraße, gleich um´s Eck. Damals war er mit einem Kollegen im Auto unterwegs als dieser ihn plötzlich aufgeregt von der Seite anrempelte: Haste das geseh´n! Guck mal was die Frau da macht! Nicht zu glauben! Eine Irre!

Richtig kennengelernt haben wir uns aber erst ein paar Jahre später, als er auf Empfehlung einer Bekannten mein Dogwalker und Hundetrainer wurde.
Diesen Teil der Geschichte finde ich immer am Lustigsten, denn, wie ich natürlich sehr schnell herausfand, hatte der Hundetrainer zum Zeitpunkt unseres Kennenlernens null, wirklich null, Ahnung von Hundeerziehung, war also in Wahrheit eher ein ambitionierter Canidenfreund. Den Umgang mit Hunden habe ich ihm später erst nahegebracht, nachdem ich mich, angespornt durch anfängliche Fehlschläge, mit Verve in das Thema eingearbeitet und bei meinem Hund große Erfolge damit erzielt hatte. Inzwischen habe ich eine äußerst gut erzogene Hündin an meiner Seite und er einen sehr liebenswerten Rüpel, der immerhin Pfötchen gibt, manchmal sogar Sitz macht und ansonsten vor Lebensfreude wie ein Springbock durch die Gegend tollt und jedes Mal, wenn der Unterfranke mich freundschaftlich in den Arm nimmt eifersüchtig losbellt.

Ich werde nie vergessen, sagt der Unterfranke jetzt, wie du damals vor diesem Schaufenster gehockt hast und ich nicht fassen konnte, was ich da sah.
Jetzt lachen wir beide, der Unterfranke nimmt mich in den Arm und Rüpel bellt dazu.

Die Geschichte ging so: in der Wrangelstraße hatte mal wieder irgendeine Kaschemme dicht gemacht. Wahrscheinlich wegen einer Schießerei. Jedenfalls war sie eines Tages geschlossen, und in der Fensterscheibe fanden sich mehrere Einschusslöcher. Zu dieser Zeit führten meine Aktivitäten mich täglich an dem Laden vorbei und jedes Mal warf ich einen bedauernden Blick auf die dort verdurstenden Pflanzen.
Der Sommer verging, es kam der Herbst und dann der Winter, ich vergaß die Kneipe und das Siechtum darin und erging mich in den alljährlichen, düsteren Winterverstimmungen. Erst im darauffolgenden Mai führte mich mein Weg wieder an dem geschlossenen Lokal vorbei. Eher zufällig schaute ich in das vollkommen verdreckte und von Kugeln durchschlagene Schaufenster und blieb abrupt stehen. Das konnte doch nicht wahr sein! Die gesamte Fensterbank lag voll mit vertrockneten Blättern und in den Töpfen steckten traurige, tote Strünke. Doch eine Pflanze, eine einzige trug nach Monaten, die sie inzwischen ungegossen und unbeachtet herumstand und einstaubte, tatsächlich noch immer grüne Blätter. Zweieinhalb genau. Der Anblick dieses kleinen lebenshungrigen Mitgeschöpfes bewegte mich derart, dass ich noch eine Weile dort stehen blieb und es mit zärtlichem Blick betrachtete. Ein Wunder der Natur!
Dich rette ich, sagte ich schließlich mehr zu mir selbst, machte auf dem Absatz kehrt und ging schnurstracks nach Hause. Dort telefonierte ich solange herum, bis ich die Hausverwaltung ermittelt hatte, die für das Objekt zuständig war, und rief diese an. Rasch skizzierte ich die Situation: geschlossene Kneipe, sterbende Pflanze, monatelanger Todeskampf und unerschütterlicher Lebenswille.

-Und wat wollnse da jetzt von mir? fragt mich die Frau am anderen Ende der Leitung.
-Ich hätte gerne die Pflanze, um sie gesund zu pflegen.
-Dit jeht nüsch. Die jehört uns ja nüsch. Dit kann nur der Besitza bestümm, wat damit passiern soll.
-Der Besitzer ist aber doch verschwunden und außerdem kann er nicht einmal ahnen, dass da überhaupt noch irgendwas lebt, und wenn doch, dann ist ihm das offenbar vollkommen gleichgültig und die Pflanze stirbt!
sage ich und registriere, wie mein Ton haarscharf an klinisch manifester Hysterie vorbeischrappt.
-Ick kann Ihn´ die Pflanze nüsch jehm, wiederholt die Frau und ist inzwischen hörbar genervt.
-Bitte!
-Nein!
-Ich gebe Ihnen 50 Euro.
-Nein.
-Hundert!
-Nein!
-200!
rufe ich siegessicher.
-Nein!
beharrt sie.
-Bitte!
-Nein!
-Sie sind so gemein und herzlos
, rufe ich schließlich in den Hörer und lege wütend und enttäuscht auf. Leider werde ich mein Erlösungsversprechen nicht halten können, aber ich habe es zumindest versucht, denke ich, mehr geht eben nicht.
Doch halt! Natürlich geht mehr! Na klar!
Schnell schnappe ich, was ich für meinen Plan benötige und verlasse das Haus. In der nächstgelegenen Apotheke besorge ich mir das fehlende Zubehör und mache mich damit auf den Weg zu dem Lokal. Dort angekommen treffe ich die letzten Vorbereitungen, gehe in die Hocke, stecke die gefüllte Katheterspritze in eines der Einschusslöcher, versuche zu zielen und drücke durch. Das Wasser spritzt in das Innere des Ladens, verfehlt die Pflanze jedoch knapp und läuft auf die Fensterbank. Oh nein!

Es muss just dieser Moment gewesen sein, in dem der Unterfranke mit seinem Kollegen vorbeifuhr und die beiden eine knieende Frau sahen, die sich gegen ein Schaufenster lehnt, mit einer überdimensionalen Spritze herumhantiert und eine unbekannte Flüssigkeit durch ein Loch in der Scheibe drückt.

Ich war gescheitert, die Rettungsaktion missglückt, denn auch die nächsten Versuche führten lediglich dazu, dass das Wasser auf der Fensterbank landete und nicht in meinem Pflänzchen.
Nach weiteren fruchtlosen Versuchen gab ich es auf und fügte mich traurig in unser Schicksal. Dann war das eben so, dann sollte das wohl so sein. Nothing left to do. Mit hängenden Schultern ging ich nach Hause. Ich würde das kleine Leben nicht retten können.

Als ich am nächsten Tag erneut an dem Ort des Sterbens vorbeigehe, und schuldbewusst in den Laden schaue, ist die Pflanze verschwunden. Weg! Verdutzt bleibe ich stehen und weiß nicht, ob ich mich freuen oder traurig sein soll. Was mag bloß mit ihr geschehen sein? Wahrscheinlich haben sie sie, aufmerksam geworden durch meinen Anruf, entsorgt, um so einem weiteren Gespräch mit der Irren vorzubeugen. So muss es gewesen sein, denn alle anderen Pflanzenleichen stehen noch da, nur mein Zögling fehlt. Möglicherweise, so überlege ich weiter, hat es der Frau aber auch leid getan, sie hat unverhofft ihre innere Florence Nightingale entdeckt, das Büro abgeschlossen und ist in die Wrangelstraße geeilt, um das tapfere Pflänzchen zu befreien, es mit nach Hause zu nehmen und dort gesund zu pflegen.
Bestimmt war es so, versuche ich mir einzureden, doch ich kann mich selbst nicht so recht überzeugen von dieser Variante. Nachdenklich gehe ich weiter die Straße entlang in Richtung Hochbahn und denke über das Leben nach, über Schicksalswendungen und über die Verrohung der Menschheit. Wie ich so vor mich hinsinniere, die Augen fest auf den Boden geheftet um kreuzende Hundehaufen rechtzeitig wahrnehmen zu können, bleibt mein Blick plötzlich an der Eingangsstufe des nächsten Hauses hängen und mir fällt vor Überraschung der Schlüssel aus der Hand. Da steht sie! Sie ist es, ich erkenne sie wieder! Die zweieinhalb Blätter. Mein Pflänzchen!
Glücklich stürze ch zu ihr hin, und betrachte sie von allen Seiten. Verändert sieht sie aus, denn irgendjemand hat sämtliche vertrocknete Blätter entfernt, die Pflanze aus dem Topf heraus gelöst und die Erde vom Wurzelballen beseitigt, so dass dieser nackt daliegt wie ein Knäuel dicker, bleicher Würmer.
Wahrscheinlich, so wird mir schlagartig klar, dachte die Frau am Telefon, dass sich in der Pflanze ein Schatz verbergen müsse, wenn ich bereit war derart viel Geld für die Rettung von zwei (einhalb) Blättern auf den Tisch zu legen. Deswegen hat sie das arme Geschöpf regelrecht auseinander genommen.
Mit beiden Händen greife ich jetzt meinen Schützling, hebe ihn auf, eile zurück nach Hause und stelle ihn auf die Terrasse, wo ich den Topf mit Erde befülle und ihn gründlich wässere.
Nach getaner Arbeit stiefele ich leichten Herzens los und stoße vor der Bar auf der Skalitzer Straße mit einem Glas gutem Barbera auf das wundersame Leben an.

Epilog:

Die Pflanze wuchs und gedieh, und wie ich irgendwann heraus fand handelte es sich um eine Klivie, die äußerst giftig für Katzen ist. Um etwaigen Unfällen vorzubeugen stellte ich sie an einen unzugänglichen, aber leider auch dunklen Ort, wo es ihr dennoch gut zu gehen schien. Jedes neue Blatt entlockte mir kleine Jublerufe. Sie hatte es geschafft!

//

Jahre später lerne ich den Unterfranken kennen, dem ich eines Tages, wir liegen auf dem Bett und er zuppelt an meinen Zehen herum, die Geschichte der wundersamen Pflanzenrettung erzähle, was zu einem, mir unerklärlichen, Lachanfall  bei ihm führt.
Du warst das, prustet er los und lässt von meinen Füßen ab, du bist die Verrückte, die ich vor Jahren gesehen habe. Na klar!
Dann erzählt er mir, wie die Szene sich ihm damals dargeboten hatte und wie lange dieser seltsame Anblick der knieenden Frau mit der riesigen Spritze ihn noch beschäftigt hatte.
Und heute, so schließt er die Geschichte, bist du mein Schnuckilein.

//

Inzwischen lebt die Klivie lange schon beim Unterfranken, der sie durch konsequente Nichtachtung und seltene Wassergaben immer und immer wieder zum Blühen bringt, was mir, vor lauter überbehütender Sorge, niemals gelungen war.

In die Räume der stillgelegten Kneipe haben nun auch die Medienmenschen Einzug gehalten, die seit ein paar Jahren den Kiez mit ihrem Geld und ihrer sprudelnden Kreativität fluten.

Time goes by.

 

 

 

 

 

 

Bild: Rotational – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7085668

Zirpende Zikaden

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Ich stehe mit Töle auf dem Feld. Eine Frau kommt den ausgetretenen Weg entlang. Neben ihr ein alter Schäferhund mit lahmen Hinterläufen. Zwischen den Zähnen trägt er eine blassgelbe Frisbeescheibe.
Genau hier wolle sie jetzt leider mit ihrem Hund spielen, sagt die Frau mit selbstbewussten Lächeln und leicht brüchiger Stimme. Sie ist inwischen nahe heran gekommen und steckt mit einer umfassenden Armbewegung das beanspruchte Gebiet ab. Jeden Tag käme sie hierher, ihr Hund sei das so gewohnt, begründet sie in merkwürdig amüsiertem Ton ihre Forderung.
Durch den Starkregen der vergangenen Nacht hat sich auf der torfigen Brache eine große Pfütze gebildet, aus der Töle mit staksigem Schritt Stöcke und Halme fischt. Es ist sengend heiß und ich bin froh um diese Abkühlung für sie.
Ich schaue die Frau an und mein Mund öffnet sich. Das heisst, ich soll abhauen, höre ich mich sagen. Mein Ton ist kalt. Sie nickt, lächelt schulterzuckend dazu und erinnert mich dabei an jemanden, doch ich komme nicht darauf (an wen).
Auf dem Absatz drehe ich mich um und gehe. Ein ungeheurer Ärger steigt in mir auf, ein Gefühl stark und lodernd wie Hass. Ich sollte zurück gehen, denke ich, und ihr einfach eine runterhauen. Mitten in ihr arrogantes, dummes Gesicht. Wieso habe ich den Platz überhaupt geräumt. Ich hätte bleiben sollen. Töle folgt mir ein wenig ratlos und mit aufmerksam erhobenem Kopf.
Dan-keee!, ruft die Frau uns hinterher und ihr Ton klingt jetzt betont unkompliziert und frisch, als wolle sie nun mich durch ihre nachsichtige Freundlichkeit ins Unrecht setzen. Wütend gehe ich weiter. Was ist bloß los mit mir? Wieso ärgere ich mich derart über eine irre Alte.
Bei dem nächsten Schuppen setze ich mich ins Gras und blicke auf den See, der silbern zwischen den Bergen liegt. Noch immer bin ich so in Rage, dass es mir schwer fällt ruhig zu atmen und einen anderen Gedanken zu fassen. Unterdessen springt Töle über die Wiese und wälzt sich hier und da. Plötzlich macht sie einen Satz und fängt an wie wild zu buddeln. Ich pfeife sie zurück. Keine Mäuse.
In der Ferne höre ich die Frau, wie sie ihrem Hund etwas zuruft. Wahrscheinlich hat er  die Scheibe nicht apportiert und sie muss sie jetzt selbst aus dem Matsch klauben. Ich versuche nicht hinzuhören und konzentriere mich stattdessen auf das Zirpen der Zikaden.

Vor vielen Jahren machten der Fernsehmoderator und ich in Südfrankreich bei einem Landhotel Halt. Wir schienen die einzigen Gäste an diesem abgelegenen Ort zu sein, denn der Parkplatz vor dem Haus war leer und beim Abendessen saßen wir allein auf der großen Terrasse mit Blick auf eine verdorrte Ebene. Schnell leerten wir die Karaffe mit dem Hauswein und orderten eine zweite, doch die Gegend wurde nicht schöner dadurch.
Wir stellten uns vor, es erginge uns wie dem Paar in dem Film, den wir kürzlich gesehen hatten, und die, genau wie wir, in einem einsam gelegenen Hotel abgestiegen waren. In der Nacht, wenn wir schliefen, käme ebenso eine Ambulanz, die uns beide, vollkommen benommen und wehrlos vom, mit Schlafmittel versetzten, Rotwein, einlud, uns zu einer Privatklinik brächte, wo man uns, jung und gesund wie wir waren, ausweiden würde, um das Leben schwerkranker reicher Kunden mit unseren frischen Organen zu verlängern.
Uns gruselte derart bei der Vorstellung, die uns mit jedem Schluck, den wir nahmen, immer realistischer erschien, bis sie sich gegen Ende des Essens zu grausiger Gewissheit verdichtet hatte. Wir beschlossen, dem harmlosen Getue des Personals keinen Glauben zu schenken, und  die Nacht über wach zu bleiben.
So lagen wir später nebeneinander im Bett, starrten an die Decke und lauschten dem betäubenden Konzert der Zikaden, deren Gesang mit jeder Minute bedrohlicher wurde und dessen Eintönigkeit uns zugleich schläfrig machte.
Ob wir uns noch ein letztes Mal lieben wollten, schlägt der Moderator nach einer langen Weile vor und ich willige ein.
Er beginnt mich zu küssen und seine Hände fahren langsam meinen Körper entlang. Auch ich schiebe meine Hand zu ihm herüber und spüre seinen warmen Körper. Wir küssen und berühren uns immer leidenschaftlicher, der Moderator beginnt schneller zu atmen und sein Griff wird fordernder. Da blitzt für einen kurzen Moment das Bild einer Nierenschale vor meinem Auge auf, darin ein paar Fleischbrocken in dunkelrotem Blut.
Was ist los? fragt der Moderator. Nichts, antworte ich.
Draußen ist es längst dunkel geworden und das Zirpen der Zikaden hat sich zu  ohrenbetäubender Lautstärke gesteigert. Oder ist es die Wirkung des Weines und die Erwartung eines Unglücks, die unsere Sinne überempfindlich macht und jedes Geräusch bedrohlich erscheinen lässt?
Jedenfalls fürchte ich mich.
Der Moderator rollt sich auf den Rücken und seufzt.

Wir sind fertig. Sie können jetzt wieder zurück kommen!
Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass die Frau sich mir auf etwa fünfzig Meter genähert hat. Ich blicke weiter geradeaus und tue, als hätte ich sie nicht bemerkt. Doch sie scheint auf eine Antwort zu warten und macht keine Anstalten zu gehen.
Auf gar keinen Fall werde ich sie anschauen, denke ich und konzentriere mich wieder auf den Gesang der Zikaden.
Irgendwann ist sie verschwunden und ich kann den Rückweg antreten.

 

 

 

 

 

Souffleuse

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Die Erde ist ein Lebewesen, sie ist innen hohl

stand lange Zeit auf der halbrunden Hauswand der Commerzbank, gleich neben dem Blauen Affen, einer inzwischen untergegangenen  Neuköllner Trinkeinrichtung. Wann immer ich es las, musste ich an jenen Kommilitonen denken, damals in Franken, der sich, wie so viele an diesem Ort, auf hauchdünnem Eis bewegte.

Da saß er mit uns, im Winter, in dem dunklen Lokal, die Ärmel seiner Jeansjacke hochgekrempelt, die nackten Unterarme auf der steinernen Tischplatte abgelegt, dass es mich fröstelte, und schaute mich an, folgte mir mit höchster Konzentration, wenn ich sprach, jedem Wort, jedem Zungenschlag, meinen Blicken, den Augenbrauen, den Händen, wie einer Verkündung, starrte er mich an, aus zusammengekniffenen Augen, um nur ja nichts zu verpassen, bis seine Füße unter dem Tisch zu tanzen begannen, die Lider flatterten und es ihm entfuhr, es aus ihm heraus wollte, sofort, er es zur Sprache bringen oder vielmehr zu Sprache, zu Worten, machen musste endlich, was er empfing, die Register, die ich gezogen, mittels einer Macht, die ich hatte, weil ich den Schlüssel besaß, zu dem Schloss, von Anfang an. Entstanden oder auferstanden, geweckt und in Form gebracht seine Worte, die ich ihm souffliert hatte aus einem Skript, das er in- und auswändig kannte. Die Erde ist ein Lebewesen raunte er mir zu, ein Hinweis, ein Wink, dass er mich verstanden hatte und mit der nickenden Gewissheit, dass auch ich ihn verstand, ohne Zweifel. Sie erkennen mich immer, sie wissen, dass ich die Weihen habe.

Ein anderer im offenen Ledermantel und mit langem Haar, ein großer schwerer Mann, betritt mit lautem Schritt das Lokal, sieht mich von hinten, mein Haar, schon an der Türe höre ich ihn poltern, die Art, wie er den Raum einnimmt, dass die Holzbohlen unter den schrammelnden Lautsprechern knarren und ich weiß, ohne mich umzudrehen, wem dieses Lärmen gilt, nur gelten kann. Ein Code. Er nimmt den Arm hoch, meine Nackenhaare stellen sich auf, und wirft seine Messer über meinen Kopf hinweg in das große schwarze Ölgemälde, dass ich lachen muss insgeheim. Ich weiß doch wer du bist.

Disch kenn isch, ruft die Wirtin meiner Schwester hinterher, als sie nach dem Flohmarkt die Toilette benutzen möchte. Disch kenn isch? fragt sich die Schwester in ihrer anderen Welt, die dieses Kennen nicht kennt, wie niemand es kennt, der es nicht kennt, selbst wenn er dabei war, während ich auf der Bank sitze und nicke, als sie es ezählt. Kinder derselben Mutter, sind wir zwei ganz verschiedene Wege, die das Leben genommen hat, um ein Flussbett zu formen am Fuße des dunklen Berges in dessen Schatten wir leben.
Ich kann sie sehen, selbst wenn sie nicht da sind, ich spüre sie durch Wände, wie mein Vater das Unheil. Immerzu.

Verlassen liegt der große Platz in der Mittagsglut, kurz und hart sind die Schatten der roten Kapelle. Am oberen Ende der gleißenden Ebene steht mit ausgebreiteten Armen ein Prediger auf einer Kiste. Um ihn herum Ratlose und Ratsuchende, sich am Kinn kratzend, oder am Hinterkopf, während er spricht. Zwischen Hoffnung und Empörung über die heilsbringende Vermessenheit und den Mut, der keiner ist, sondern reine Pflicht. Ich wende mich ihm zu, wie ein Magnet dreht er meinen Kopf und ich schaue ihn an, tu ´s nicht, sagt die Freundin noch, schau da nicht hin!, treffen sich unsere Blicke, und im Weitergehen sehe ich den hageren Mann über die Schulter mit unbeholfener steifbeiniger Hast rückwärts von seiner Kiste steigen, wie ein Elefant, oder doch eher eine Giraffe, von einem kleinen Schemel. Kaum, dass seine Füße den Boden berühren, wirft er die Arme in die Luft und ruft und segnet sie und mich und die Stadt und den Landkreis und die ganze Welt schon von weitem und immer näher kommend auf leichten Füßen mit allem, was er zu geben hat.

 

 

 

 

 

Bild: Thomas Weidenhaupt, suspicious minds
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

nur eine Stunde

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Genau eine Stunde hatten wir zusammen und wir haben sie genutzt.

Eine Stunde im Leben, mit allen Möglichkeiten, die diese kurze Zeitspanne eröffnete, eine Stunde, in der wir alles ausprobierten, alles was zwischen uns hätte sein können andeuteten und es dadurch wahr machten. In diesen gezählten Minuten legten wir uns einander in die Arme, im ersten Blick bereits, als Du über den Platz auf mich zukamst, unter all den anderen Menschen, schnurgerade auf mich zu, und wir uns in die Augen schauten, von weitem schon, die Ovale unserer Gesichter einander zugewandt wie die Masken der Fechter auf der Planche, während der Hund am Brunnen in die Fontäne beisst und die Gruppe dänischer Touristen ihm applaudiert.

Ein Nachmittag im September, der Staub steht golden in der Luft, leise plätschert der Brunnen, Gelächter, Rufe, der kleine Boule-Platz, ein paar alte Männer, träge wabernder Zigarrenrauch, und Du kommst auf mich zu und siehst mich an, wir beide in der gleichen Zeit, dem gleichen Tempo, slow motion, verdichtet, herausgestanzt aus dem Verschwommenen, voreinander gestellt, mitten in der Bewegung, im Leben, hier bin ich.

Ich weiß nicht mehr, ob ich Dir zugenickt habe, oder ob mein Blick sich senkte, für den Bruchteil einer Sekunde. Ich frage mich, ob ich Deine Hand nahm und unsere Finger sich ineinander verschränkten, als Du schließlich vor mir standest, noch immer auf den Planken, die Dich zu mir geführt hatten, an diesem Spätsommernachmittag. Ich weiß es nicht mehr, aber ich glaube, wir berührten uns nicht, obwohl es so selbstverständlich gewesen wäre, als Deine Augen in die meinen tauchten und das Spiel begann.

Hast du als erster gesprochen oder war ich es? Was haben wir gesagt, wie klang Deine Stimme. Ich weiß, wie es war, wie es sich anfühlte, in der Wärme, im Licht, in Deiner Anwesenheit, doch beim Versuch sie mit Worten zu fassen verliert sich die Erinnerung, sie erzittert, wie das spiegelnde Wasser, in das ich meine Hand tauche. Dein Bild verblasst und mit ihm unsere Zeit. Die Tür zu ihr ist lange schon verschlossen. Sie war und bleibt.

Das Unvermittelte, das Augenblickliche war es, da sein, einfach so, ohne Umschweife. Zusammensein, mittendrin. Kein Vorwort, kein Vorspiel.

Ich sehe Dich im Gegenlicht, Dich als Ganzes, Deine Kontur. Eine Art Parka trugst Du – der Abend würde kühl werden, die ersten Vorboten des nahenden Herbstes – neben Dir der alte graue Hund, mit wackligen Hinterbeinen, während der meine am Brunnen in der Fontäne spielt.

In den letzten Sonnenstrahlen des ausklingenden Tages wirst Du mich zum Lachen bringen, eine Stunde lang. Du wirst mir erzählen, wie Du Deinem Hund die Angst vor hinkenden Menschen genommen hast, damals, als er noch jung war, wie Du nachts mit ihm spazierengingst und einen Freund batest Euch entgegenzukommen, humpelnd, im langen dunklen Mantel, in einem Park, am anderen Ende der Stadt. `So!´, Du machst ein paar Sätze rückwärts und zeigst es mir, ganz selbstvergessen hinkst Du mir entgegen, bucklig wie der Glöckner von Notre Dame. Der alte Hund schaut Dich an, mit schief gelegtem Kopf und trüben Augen, und ich sehe Dich und lächle, so nah bist Du, als wäre dies nicht unsere erste Begegnung und die letzte dazu. Als würde ein lange vorbereitetes Stück nun endlich zur Aufführung gelangen und wir sind Protagonisten und Publikum zugleich, einer dem anderen, und viel mehr als das, sind wir Komplizen in der Zeit. Ein Stück, uns auf den Leib geschrieben, den Menschen, die wir sind, in diesem Augenblick, in dieser Stunde, die uns geschenkt wurde, die uns an diesen Ort führte, und die uns mit wenigen Requisiten alle Möglichkeiten eröffnete, in unserem schmalen Korridor.
Zwei Menschen, zwei Hunde, der Brunnen, der Platz, im September.

Damals gab es die beiden Silberpappeln noch, ein Tor. Zwischen ihren langen Schatten, in dem Streifen des spätnachmittäglichen Lichtes, stehen wir voreinander und spielen. Du Dich, ich mich.

Und während ich lächle und hin und wieder lachend den Kopf in den Nacken werfe, führst Du unser Stück auf, tanzt auf dem gleißenden Band, der immer schmaler werdenden Bühne, unserer Planche, in die Erschöpfung, den letzten Akt.

Einen Spazierstock gebe ich Dir in die Hand, in meiner Phantasie, und Du bewegst Dich um ihn herum, wie um eine Achse. Zeiger und Ziffernblatt. Elegant schnürst Du, setzt Fuß vor Fuß, schleichst katzenhaft vor und zurück, einem geheimen Takt folgend, den linken Arm ausgestreckt, während du erzählst und fabulierst, die Handfläche zum Himmel, das Licht fängt sich in Deinen Locken.

Ich sitze auf den Stufen zum Brunnen, zwischen den alten Pappeln, und schließe die Augen, die Sonne bricht sich bunt in meinen Wimpern, Du bewegst Dich, ich atme, ich spüre Dich näher kommen, Deine Lippen murmeln mit dem Wasser, ich höre Dich nicht mehr, aber ich kann Dich fühlen. Durch meine Lider schimmert rot das Netz feiner Adern.

 

 

 

 

 

 

Bild: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/26892417 (Rumtreibär)

insgeheim

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Ist das heilbar?,
will ich noch rufen, als mir das schlierige Zeug schon zäh ins Gesicht schwappt, während sie sprechen, den Mund voller Unrat schweige ich und schlucke schwer.
Wie jemand, der sich beim Sudoku amüsiert, lauthals lachend die Kästchen ausfüllt, dabei vielleicht sogar gestikuliert, beim Lesen die Lippen mitbewegt, den Finger immer auf der Zeile.

Ist das heilbar? frage ich mich und niemand anderen, weil sonst gleich der nächste Schwall mich träfe und ich es doch schon weiß. Nur um zu kränken, früge ich, zur Unterscheidung, zur Grenzziehung. (Ist denn keine Peitsche zur Hand?, sagst du. – Zu intim, zu intim!) Der Unheilbare blutet wie nix Gutes und sudelt. Man wird es nicht los. Nie wieder.

Auch das bleibt in der Welt, vermischt sich zu einem Teig aus Horn und Schweiß, den niemand kneten, geschweige denn backen (will). Wie das früher gerochen haben muss, schon ehe man Perücken trug und sich in den hohen Fluren entleerte. Man erkannte sich am Geruch, wenn der eine dem anderen ins Dunkle griff, ohne Umschweife, so stelle ich es mir vor. Die Stirn nur beim Blick ins Licht gerunzelt. Keine Worte, keine Versprechen. Einvernehmliches (oder abwehrendes) Grunzen, dumpf, den Finger zwischen den Lippen.

Ist das heilbar, murmele ich und freue mich insgeheim.

 

 

 

 

 

Bild: Flickr commons (keine bekannten Bildrechte, kein Nachweis)

für immer

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Und der Engel des Herrn brachte Maria die Brotsuppe
und sie fraß sie kochend heiß

 

Und immer wieder nie wieder,
und immer wieder für immer und nie mehr.
Immer und wieder,
vergeblich nie.

Immer ein Versuch,
Ein Scheitern,
für immer immer.

Weder blau noch gelb,
Weder Lilie noch Rose.

Der Winter zeigt sein Immer,
wenn alles Laub zersetzt.

 

 

 

 

Vergegnung

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Was ich ihm damals wirklich übel genommen habe, was mich über die Maßen gekränkt hat, im ganz wörtlichen Sinne, war die Haltung seiner Eltern. Zu uns, zu mir und zu den nicht geborenen Enkeln.
Ich dachte, sie müssen doch nach dem Glück ihres Sohnes fragen. Ob er den richtigen Menschen an seiner Seite hat, und nicht sich selbst bedauern wegen eines zukünftigen Mangels.
Natürlich war es nicht seine Schuld. Vielleicht hätte er es mir auch einfach nicht erzählen sollen. Ich muss nicht immer alles wissen und seine Wahrhaftigkeit ging allein auf meine Kosten. Überhaupt: sein Hang zu großen Worten und Gesten. Schampus und Brillanten.
Ich will nicht, dass sie zu unserer Hochzeit kommen, habe ich ihm gesagt, denn ich wusste, dass das das Schwerste überhaupt für ihn war.
Seine Eltern standen ihm so nah und sie waren das, was man sich unter guten Leuten vorstellt. Aufrecht, gebildet und immer loyal zu ihren Kindern. Das waren sie und sind es sicher immer noch. Aber sie mochten mich eben nicht. Ich habe ihrem Sohn nur Unglück gebracht.
Als er ihnen am Telefon erzählte, dass er mit Jemandem zusammen ist, freuten sie sich. Wie schön, wer ist sie? Als sie erfuhren, dass ich es bin (ich schon wieder) musste dieses Enkelargument herhalten.
So stelle ich es mir vor. Es war nur vorgeschoben, gar nicht so gemeint.
So denke ich es mir und das entlastet mich. Wenn nur ich es bin, und nicht meine Kinder.

Ich erinnere mich an ihn, wie er mit breiten Schultern in einem weißen Hemd am Klavier sitzt und darauf herumklimpert. Imagine. Irgendeine Abschlussfeier seiner alten Schule, eine Aula, Holzboden und rote Wangen.
Damals war er knapp Zwanzig. Zwischen Mann und Welpe. Dick die Pfoten, groß der Kopf, ein wenig unbeholfen und kräftig und manchmal überraschend elegant. Sein ganzer Körper nur Muskeln und Sehnen. Nicht zuviel und nicht zuwenig davon.
Ich war sieben Jahre älter als er und er hielt mich für die schönste Frau der Welt. Wahrscheinlich war ich das auch.

Ich kann nicht sagen, dass ich mit ihm gespielt hätte.
Ich konnte es nur einfach nicht besser, so wie die Dinge standen und so, wie ich war.

 

Bild: By Robert Wiene († 1938) [Public domain], via Wikimedia Commons

Wie es begann

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Als ich von der Physiotherapie zurück komme sind quer durch das Zimmer dünne Seile gespannt. Längs gespaltene Möhren sitzen darauf, wie steife Reiter; der Strunk ihr Kopf.
Ein Brief ist mit einer Wäscheklammer an einer der Schnüre befestigt. Ich erkenne die Handschrift. Das Telefon klingelt, ich ducke mich unter den Schnüren hindurch und hebe ab.

Es ist Freitag der 17. Mai. Ich höre die Stimme meiner Schwester. Sie sagt meinen Namen und sie sagt „Papa hatte einen Herzinfarkt, er liegt auf Intensivstation, wir wissen nicht ob er es überleben wird.“

Ich verlasse die Klinik und setze mich mit M. ins Auto. Ich habe keine andere Wahl. Er bringt mich nach Frankfurt. In der Nacht legt er sich nackt auf mich. Ich weine.
Meine Mutter weint auch. Ohne euren Vater bin ich verloren.

Ich trinke sehr viel Bier und rauche und trinke noch mehr Bier. Meine Haut brennt, ich warte und hoffe und finde keinen Halt.
Ich darf nicht zu ihm; keiner von uns.
Zwei traurige Tage später fahre ich mit M. zurück. Ich ekele mich vor ihm.

Es ist Sonntag, früher Abend, als M. mich auf der Station N2 abliefert. Die Schnüre in meinem Zimmer sind verschwunden, der Brief liegt ungeöffnet auf dem Tisch.
Ich setze mich aufs Bett und weine die letzten Tränen. Eine Taube hat durch die offene Balkontür den Weg zu mir gefunden und läuft kopfruckend über das Linoleum. Die Abendsonne malt ein helles Viereck auf den Boden. Aus roten Augen schauen wir uns an. Sie nickt.

Auf dem Balkon, vor meinem Fenster steht ein junger Typ in der Bewegung erstarrt. Er sieht mich an und lächelt vorsichtig. Ich senke den Blick und er geht weiter.

Nebenan sitzt ein fröhliches Besuchergrüppchen und lacht, während mein Vater mit dem Tod ringt und die Tumore in den Köpfen der Mitpatienten sprießen, wie Brokkoli.

Teil II Junge Hunde
Teil III Nine years later and change

Foto: By User:Mattes (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons