Corrida

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Vom Anfang bis zum Ende der Corrida saß sie in angstvoller Spannung, erfüllt von Schrecken, der Ausdruck eines unüberwindlichen Verlangens war, einmal dabei zu sein, wenn einer der ungeheuerlichen Hornstöße, mit denen eine Stier in blinder Wut unablässig auf die Leere der roten Tücher einstürmt, den Torero in die Luft warf. Hier ist im übrigen zu sagen: wenn das furchtbare Tier ohne langen Aufenthalt und ohne Ende wieder und wieder unter der Capa hindurchschießt, nur einen Fingerbreit von der Körperlinie des Toreros entfernt, ahnt man das Gefühl einer totalen und wiederholten Projektion, wie sie dem physischen Liebesspiel eigen ist. Und in der gleichen Weise empfindet man hier die Nähe des Todes. Solche Folgen von glücklichen pases sind selten und entfesseln in der Menge ein wahres Delirium; die Frauen erleben in diesen pathetischen Momenten einen Orgasmus, so sehr spannen sich die Muskeln ihrer Beine und ihres Unterleibes.

Georges Bataille, Das Obszöne Werk

Bild: diadà
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schwelen

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Sich nach außen stülpen. Bis zum Äußersten gehen. Sich verausgaben in rasender Übereinkunft.
Die kleinen Ausschläge in den Falten der großen versenken.
Beben.

Unkontrollierte Verschwendung. Ziellose Ekstase.
Der Wurm im Fleisch. Das Gehäuse.

Hacerse viejo. Selbstverzehrender Schwelbrand.

Ponerse muerto

Alpen zu Mittelgebirgen, Felsen zu Sand. Fleisch zu Staub.
Ein Wimpernschlag, Vergeblichkeit (nicht Sinnlosigkeit).
Leben, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Nicht kämpfen, nicht kapitulieren. Nicht unterscheiden.

Zeit verschlingt Leid.

/Der Fuchs auf dem Mittelstreifen, ein Schatten nur. Verhungernde Welpen, Beute. Der verkohlte Uhu am Strommast. Verbunden.

Nicht eingreifen.

Asche. In der Gleichgültigkeit gleich.

Aufgeknüpft am Todestor.

 

 

 

 

 

Bild: http://photozou.jp/photo/show/216071/231615116