Serienmörder

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Der Unterfranke fragt, ob der Bruder, der seine feudale und saugünstige Wohnung mitten in Kreuzberg aufgibt und Anfang des Jahres Brandenburg zieht, um dort mutterseelenallein und fernab dessen, was man gemeinhin Zivilisation zu nennen pflegt, zu hausen, ob also der Bruder eventuell plane Serienmörder zu werden.

Keine Ahnung, sage ich, vielleicht züchtet er auch Katzen oder Schäferhunde oder wird Reichsbürger. Wat weeß icke. Oder er wird selbst Opfer eines Serienmörders und niemand wird dort, in der Einöde, seine Schreie hören.

Also wird er nicht Serienmörder, sondern Serienopfer, schlussfolgert der Unterfranke.

Naja, ne. Opfer eines Serienmörders wird man nur genau ein Mal, sage ich und lache.

Wieso denn?

Na, weil man dann tot ist. Es gibt keine Serienopfer.

Doch, die gibt’s.

Aha, und was sind Serienopfer?

Das sind Opfer in Serien.

 

 

Der Weihnachstabend war sehr kurz aber schöner als erwartet. Die Kekse schmeckten vorzüglich und das Chili war auch nicht schlecht.
Beim Einschlafen hörte ich Wir Kinder vom Bahnhof Zoo.

Esper, oder Wundersame Paranuss

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Früher waren in den billigen Studenfuttermischungen keine oder höchstens mal ein bis zwei Paranüsse enthalten. Heute kann man getrost die günstigste Variante kaufen und hat bei jedem Griff in die Tüte mindestens eine der nahrhaften Köstlichkeiten in der Hand.

Woran liegt´s?

Seit irgendwem aufgefallen ist, dass Paranüsse natürlicherweise so arg strahlen, dass sie eigentlich im Dunkeln leuchten müssten und deswegen verboten gehörten, will niemand sie noch essen. Als erstes flogen sie aus den Regalen der Bioläden, den Bewahrern der Volksgesundheit und Hirten des guten Lebens (1000Zwerge Wundersaft, Sonnenthor Erlösungstrunk, Abrakadabra-Schogetten), denn der Konsum von mehr als zwei meiner Lieblingsnüsse (pro Monat!) soll gesundheitsgefährdend sein, heisst es. Radium, Mikrosievert, dieses giftige Zeug. Der Preis für die Brasilianische Kastanie, wie die Paranuss (bei Wikipedia) auch genannt wird, ist seit ihrer Verdammung folglich äquivalent zur Konsumentengunst gesunken. Inzwischen werden sie verschleudert wie nix Gutes und jetzt jubelt man den Discounterkunden, die sich die teuren Luxusdinger bislang nicht leisten konnten, die entthronte Königsnuss, versteckt im hauseigenen, Studentenfutter unter. Ja! Die merken´s eh nicht, sondern freuen sich – im Gegenteil – darüber, wie einst Zonen-Gabi über ihre erste Banane.
Endlich kann auch ich soviele Paranüsse essen, wie ich gerne möchte und muss nicht mehr auf Erdnüsse oder ähnlichen Plunder zurückgreifen (wobei: Jiffy Erdnussbutter.. mmmhhhh) und das tue ich derzeit täglich. Denn: Paranüsse enthalten viel Selen. Das ist gut, heisst es, außerdem liefern sie jede Menge Fett und das ist noch besser, denn schon jetzt, in der Septemberglut möchte ich anfangen einen soliden Grundstein für meinen (gegen die drohende russische Kältepeitsche) schützenden Winterspeck zu legen. Außerdem verstärken Paranüsse, und das wissen die Wenigsten (Eingeweihte), die natürliche Aura des Menschen und verhelfen ihm damit zu paranormalen Fähigkeiten wie Gedankensteuerung, Telekinese und spontaner Selbstentzündung, worauf ich hier nicht näher eingehen kann, weil der Text sonst zum einen eine unglaubwürdige und alberne Wendung bekäme, und weil, zum anderen, das Wort Selbstentzündung in diesen Zeiten als versteckter Code missverstanden werden könnte.

Nicht schreiben möchte ich außerdem über die Burkiniverbotsdebatte (das haben andere bereits vortrefflich getan) oder über das mutmaßliche Ergebnis der bevorstehenden Berlin-Wahlen.

Abschließend möchte ich hier jedoch noch ein Thema wenigstens kurz anreissen: es kann schlimm enden, wenn der Schlauch einer Küchenarmatur mitten in der Nacht platzt, das Wasser sich seinen Weg in die darunterliegenden Räume sucht, dafür leider keiner haften will und eine eigene Versicherung bedauerlicherweise nicht abgeschlossen wurde, auch kein Rechtschutz. Deswegen Leute, wenn ich Euch einen guten Rat geben darf: versichert Euch was das Zeug hält und was der Geldbeutel hergibt, oder versucht ansonsten wenigstens mittels Telepathie Eure Welt vor dem Untergang zu bewahren.
Deshalb: Esst Para-Nüsse!

Keine Ratschläge bitte, es ist ganz anders als es scheint und ich gehe später einfach raus in die Sonne. Sie wird die Tränen des Kummers und hoffentlich auch die feuchten Wände trocknen.

Danach ist sicher alles besser.

 

 

 

 

 

 

Bild: bswise
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Angeln & kochen

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Immer nur über sich selbst zu schreiben ist derart langweilig, dass ich anfange zu gähnen, sobald ich mich an die Tastatur setze. Manchmal sogar schon, wenn ich morgens in den Spiegel schaue. Es gibt Leute, die behaupten, jeder schriebe nur über sich selbst, unabhängig davon was er als Sujet wählt. Ich habe mir vorgenommen es mal anders zu machen.

Heute möchte ich für etwas Abwechslung hier im Blog sorgen, indem ich mich Themen zuwende, die ich bisher vernachlässigt habe, weil sie mich nicht interessieren.

Den Anfang mache ich mit einem

 Tipp für zukünftige Angler:

wer noch nie geangelt hat sollte sich vor dem ersten Ausflug mit ein paar Dingen vertraut machen.
Zunächst einmal stellt sich die Frage was man gerne an Land ziehen möchte. (Wer jetzt darauf wartet, dass ich augenzwinkernd irgendetwas von einem Millionär schreibe, kann warten, bis ihm Flossen gewachsen sind). Denn in Abhängigkeit davon welchen Fisch ich gerne aus dem Wasser holen möchte, muss ich zuvor Ort und Köder auswählen. Katzenfische zum Beispiel mögen Hühnerleber. Während man bei Hauskatzen vorsichtig sein sollte mit der Fütterung dieser Innerei, weil ein Zuviel des Guten zu erheblichen Gesundheitsschäden führen kann, braucht man beim Katzenfisch keinerlei Rücksicht auf solche Empfindlichkeiten zu nehmen: sobald man ihn aus dem Wasser gezogen hat erschlägt man ihn sofort und isst ihn bald darauf auf.  In der kurzen Zeitspanne zwischen dem Ableben des Fisches und seinem Verzehr dürften sich eigentlich keine schwerwiegenden Krankheiten entwickeln. Weshalb es zum Beispiel auch völlig egal ist, falls ein Kellner bei der Arbeit ungewaschene oder wunde Hände hat. Da der Gast das Essen gemeinhin unverzüglich verspeist, steht nicht zu befürchten, dass die eventuell ins Essen eingebrachten Keime in der perfekten Nährlösung aus Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten hinreichend ausgebrütet werden um Schaden anzurichten. Kaum serviert, findet das Essen sich nämlich schon im Magen wieder und wird alsdann durch den allesvernichtenden Darm geschleust. Fragt der Gast allerdings angesichts der Fernfahrerportion nach einem doggie-bag, sieht die Sache schon anders aus. Möglicherweise wird nämlich die mit Streptokokken oder Coli-Bakterien verseuchte Mahlzeit in diesem Falle erst am nächsten Tag, zu einem Zeitpunkt also, an dem die Keime sich bereits auf eine gesundheitsgefährdendes Niveau vermehrt haben, in der heimischen Wohnung bei einem Glaserl Wein genossen und bald darauf bekommt der Gast Kopfschmerzen, fiebert, legt sich ins Bett und erliegt dort  im schlimmsten Falle seiner schweren Infektion (Hirnhautentzündung). Alle Welt wird rätseln, wie es dazu kommen konnte – gestern war er noch pumperlgesund – und der Kellner wird weiterhin seinen entzündeten oder ungewaschenen Daumen in das Essen der Gäste tunken und ihnen lächelnd ein doggie-bag anbieten, wenn sie wegen der großen Portion ächzen.
Wäre doch wirklich sehr schade den Rest wegzuwerfen.

 

Nun zu einer nnneuen Rubrik, dem

Kochrezept:

Katzenfisch Krispy im Ofen gebacken – fettfrei ein sehr beliebter Fisch in Mittel und den Sued Staaten in Amerika (kochbar)

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Guten Appetit!

 

 

 

Bild: Von © Hans Hillewaert, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1526647

Jahresrückblick 2014

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Januar bis August duftes Wetter.
September bis Dezember knorkes Wetter.
Zwischendurch war´s ein bisschen kühl,
am Ende ein bisschen nass und stürmisch.

Bin sehr zufrieden, trotz einiger Katastrophen.

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Whiteout

Ununterschiedenes Oben und Unten.
Himmel und Erde, die weisse Wand.
Finis terrae. Unbestimmt, zum Nichts hin..
Welt ohne Übergang. Schattenlos und hell.
Oben ist unten. Hoch ist tief.

„Im Altus ist die Differenz des Anderen aufgehoben:
alter verschwindet im altus.“

Tischgespräche, mon coeur.
Dazu gibt es Rührei mit Brot und Haselnüsse.
Für Dich Kaffee, für mich Salbeitee.

 

 

 

(Bildquelle: Wikipedia, Whiteout)

Forever young, oder Vom Stolpern und vom Klopfen

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Nein, ich bin nicht krank, und mir fehlt auch nichts, nur jemand. Wenn es aber schon wieder so holpert und stolpert in meiner Brust, obwohl ich doch gerade erst diesen lästigen Nerv habe weg lasern lassen, dann werde ich trotzdem ein wenig nervös, um nicht zu sagen hysterisch.
Die Schwester anzurufen, würde nur wieder die gleiche und berechtigte Affirmation (Aktives, bzw. Aggressives Zuwarten) nach sich ziehen.

Türlich, türlich (sicher Digger)

Das Nachlesen in betroffenheitsspratzenden Internetforen indes treibt mich dem nächsten Apotheker in die Arme, der mir sogleich pflanzliche Wässerchen empfiehlt, statt mich zum Arzt, also zur Schwester zu schicken.
Nachdem Krankheiten und gesundheitliche Malaisen in letzter Zeit einigen Raum in diesem Blog einnahmen, ziehe ich in Erwägung es (vorübergehend) in Interims-Apothekenumschau umzubenennen und mir in vorauseilender Multimorbidität zum nächsten Geburtstag (remember the king) einen gut sortierten Fresskorb zu wünschen.
Bitte ohne Koffein, Nikotin, tierisches Eiweiß oder Alkohol, auch keine Kreuzberger Molle. Denn Jugend ist Rausch ohne Wein, wie schon mein Vater nicht müde wurde mir in meiner Adoleszenz hinterher zurufen, wenn ich des Nachts mit wild klopfendem Herzen aus dem Haus stolperte, um mein Leben zu feiern.

 

(Herz-gif Wikipedia)