Leidenschaft

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Eigentlich wollte ich ja was über den Buick schreiben, und wie wir damit die steilsten Straßen von San Francisco erst ganz langsam nach oben geschippert sind, um sie dann mit Vollgas runterzubrettern, dabei die Fußgängerüberwege, die wie Stufen das Gefälle unterbrachen, als Sprungschanzen zu nutzen, auf diese Weise einen riesigen Satz nach vorne zu machen und abzuheben, wodurch es den Magen anhob und das Becken gleichzeitig nach unten riss, was zu einer interessanten und vielversprechenden Dehnung und einem verheißungsvollen Ziehen im Inneren führte, bis der Wagen schließlich krachend aufschlug, es unsere Eingeweide angenehm zusammenstauchte und uns so ein weiterer süßer Schmerz beschert wurde. Insbesondere der Rückstoß ins Becken entpuppte sich als ein besonderer Hochgenuß, den wir wieder und wieder erleben wollten, weshalb wir den Berg ein um´s andere Mal mit unserem weißen Schiff erklommen und oben angekommen Encore une fois! schrien. Vor uns lag tiefblau der Pazifik. Der Felsen von Alcatraz leuchtete in der Sonne, Ice T besang seine 99 problems und wir rasten in unser kleines Glück.

Doch als ich gerade im Begriff war diesen nämlichen Text zu schreiben, kam ich beinahe zufällig an einer Metzgerei im Kiez vorbei und erlebte, vor dem Schaufenster stehend, eine Hausschlachtung mit. Der Fleischer, ein vierschrötiger Typ, ließ sich sehr viel Zeit bei seiner Arbeit, die man, angesichts der Begeisterung der Menschenmenge, die sich vor dem Laden zusammengefunden hatte, und der offenkundigen Genugtuung, ja Hingabe, mit der der Mann seine Tätigkeit verrichtete, ruhigen Gewissens als Hinrichtung bezeichnen kann.
Hin und wieder legte der Henker eine Pause ein, warf einen Blick in die Runde und nahm den Beifall und die Jubelrufe der Schaulustigen entgegen. So gestärkt machte er weiter.
Die Schreie des Publikums steigerten sich zu beinahe orgiastischem Ausmaß, wann immer der Vollstrecker eine Arterie traf und das Blut stoßweise an die hochgefliesten Wände spritzte. Während der Hinrichtung kraulte und beruhigte der Mann das todwunde Opfer, eine Handaufzucht, von Zeit zu Zeit und streichelte es sanft hinter den Ohren, Good boy, du schaffst das, du bist stark!, um mit der anderen Hand bereits zum nächsten Stoß anzusetzen und das Messer – zack – ein weiteres Mal fachgerecht zwischen den Rippen des Sterbenden zu versenken. Als das Werk endlich vollbracht war, trennte er den Kopf des Opfers von den Schultern, legte diesen auf ein Tablett und steckte ihm ein blankpoliertes Äpfelchen zwischen die Zähne. Neben das Arrangement stellte er ein Schild mit der Aufschrift:

Der Herr hat´s gegeben, der Herr hat´s genommen

Blutwurst, Blutwurst! skandierte das hungrige Publikum.
Der Metzger wischte erschöpft seine Hände an der Schürze ab, trat vor seine Gefolgschaft und erhob die Hand zum Victory-Zeichen.

 

 

 

 

Bild1: Gunnar Stender, Great Shot, flickr
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Frohsinn, Frust & Freunde

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Der Feuerwehrmann ruft an und wir verabreden uns für die kommende Woche. Es nervt mich, dass ich auf die Frage wie es mir geht nicht antworten kann: Supergut, danke, und selbst? Also sage ich irgend etwas halbwegs okayes. Sowas wie: Och ja, und wie isses bei Dir?

Vielleicht sollte ich mir für unser Treffen ein paar schöne Erlebnisse ausdenken, etwas, was ihn unterhalten und beruhigen würde, eine Art Positivbeichte. Stell Dir vor. Und dann erzählte ich von superleckeren Muffins und köstlichen Cup Cakes, die ich gebacken, von einem voll witzigen Kunststückchen, dass ich meinen Hund gelehrt hätte und von einem zauberhaften Abend im Wintergarten (Programm lesen, Kritiken studieren und Bilder aus dem Netz runterladen!), zusammen mit dem neuen Lover (Sixpack ausdenken), der eine Granate im Bett sei (vieldeutig lächeln). Mit meinem erfundenen Lottogwinn hielte ich dann auch nicht länger hinterm Berg (jubeljubel!) ebensowenig mit der unerwarteten und uns alle sehr glücklich machenden Genesung der G.

Die gerade verstorbene Lieblingstante verschwiege ich besser, ebenso, wie die Schikanen meiner Vermieterin, die Folgen des Wasserschadens sowie meinen erneuten Krankheitsschub. Stattdessen zeigte ich ihm Bilder der Sommerreise und erzählte ihm, dass ich von meinem Lottogewinn jetzt ganzjährig ein Appartement in meiner bevorzugten Urlaubsregion, den Alpen, gemietet habe.
Oh, und ein Pferd konnte ich mir auch endlich zulegen, eine preisgekrönte Hannoveranerstute namens Sweet Destiny, Rückenhöhe einsachtzig, und jetzt fahre ich  3 Mal die Woche nach Strausberg zum Reiten. Zu blöd nur, dass ich immer mit dem Taxi dort hin reisen muss, weil der aufwändig restaurierte, feuerrote Ford Mustang schon wieder in der Werkstatt steht. Ob der Feuerwehrmann mir wohl eine Empfehlung für einen zuverlässigen Zweitwagen, aber bitte keinen Leiterwagen (hihi), geben könne?

Oder ich erzähle gar nichts und stelle immer nur Fragen. Manche Menschen mögen das, wenn sie ganz ohne Störungen und Hindernisse von sich berichten können. Keine Unterbrechungen durch lästiges Gequassel und Selbstoffenbarungen des bedürftigen Gegenübers.

Der Feuerwehrmann aber ist nicht so einer. Der will wirklich wissen, wie es mir geht und der merkt, wenn ich bloß Geschichten erzähle. Deswegen ist er auch mein Freund, der Feuerwehrmann. Unter anderem. Und Freunde sind vielleicht das Allerwichtigste, wenn´s einem so geht, wie es mir gerade geht.

Gestern zum Beispiel liege ich mit Fieber im Bett und mir ist speiübel und alles tut mir weh, das kaputte Knie puckert, nachdem ich es mir dummerweise am Tisch gestoßen habe, und im Hintergrund erbricht sich die genesen geglaubte Katze. Da kommt die kleine Polin zu mir, setzt sich neben mein Bett und liest mir Hauffs Der kleine Muck vor. Kurz darauf trudelt auch der Unterfranke mit seinem Hund Rüpel ein und fragt wann es nun eigentlich soweit sei mit unserer Hochzeit. Ich lache. Da setzt auch er sich zu uns in die dunkle Märchenhöhle, wo die Kleine (aus Gründen der Heimeligkeit) im Schein der Taschenlampe weiter liest, unterbrochen nur vom Geknister der Kekspackung, die der Unterfranke aus seinem Rucksack hervorkramt und brüderlich mit Rüpel teilt.

Nachdem die Geschichte ausgeklungen ist und jeder von uns ihr eine Weile nachgesonnen hat, räuspert sich der Unterfranke und erzählt, dass sein Telefonanbieter ihm nach seiner schriftlichen Vertragskündigung angerufen und im Nachgang behauptet habe, dass bei diesem Telefonat ein neuer Vertrag zustande gekommen sei. Ich berichte ihm, dass mein Mail-Provider gerade etwas Ähnliches bei mir versucht habe, wogegen ich mich mit Verbalkarate und bombastischen Drohszenarien erfolgreich zur Wehr setzen konnte, und, dass ich jedem, der mir mit irgendwelchen angeblichen Online-Vertragsabschlüssen künftig komisch käme, direkt mal, und zwar mit Anlauf, krawumm!
Ob ich das Gleiche wohl auch für ihn tun und ihm diesen lästigen Vertrag vom Halse schaffen könne, bittet der Unterfranke, und ich sage: Claro, that´s what friends are for.

 

 

 

 

 

 

Foto: Jörg Kantel (Gabriele Kantel), Drachenfest auf dem Tempelhofer Feld, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

patient

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Wenn es nicht zwingend nötig ist, lege ich mich ungern fest. Habe ich beispielsweise eine Zugfahrt ins Auge gefasst, bleibe ich beinahe bis zum Schluss mit der Abfahrtszeit vage und vertrödele mich dann durch vorsätzliche Prokrastination und exzessives Cappuccinotrinken, bis der Magen reisekrank ist, noch ehe ich ihn auf die Schienen gebracht habe. Das mache ich solange, bis ich endlich in Zeitnot bin, mein Puls gefährlich  trommelt, ich nur noch in einem irrem Stakkato denken und handeln kann, bis zum Wahnsinn beschleunigt zum Bahnhof rase, wo ich in allerletzter Minute oder Sekunde den Bahnsteig erreiche und mit dem mahnenden Pfiff des Schaffners in den Zug stolpere. Im Bordlokal angekommen falle ich vollkommen erledigt in den Sitz, mein Mund ist von der Aufregung staubtrocken und ich muss mich bei ein bis zwei Cappuccini für den Rest der Fahrt von den unsäglichen Strapazen erholen.
Noch ungerner (ja), als mich auf eine genaue Reisezeit festzulegen, warte ich im Bahnhof. Ich hasse es, an einem zugigen Gleis zu hocken und gemeinsam mit anderen auf die Schienen zu glotzen, oder in die Ferne zu starren, ob der Zug nun endlich kommt. Das ist wie Schlange stehen, nur eben nebeneinander. Und Schlange stehen ist wie Stau und Stau ist Mord.

Vorwärtsgang/ Rückwärtsgang / kloink/ krach/ bumm/ schepper/ 


Dann lieber Hektik. Oder Umwege in Kauf nehmen. Meinetwegen auch große. Hauptsache nicht stehen bleiben. Niemals. Don´t stop til you get enough.

Nur in der Notaufnahme von Krankenhäusern bin ich geduldig (patient). Da warte ich beinahe schon gerne, weil mir das immer noch besser erscheint, als dranzukommen und eine furchtbare Diagnose zu erhalten. Lieber sollen die anderen erstmal verarztet werden. Die sind eh schlimmer dran als ich. Wie zum Beispiel der junge schlaksige Typ, der sich, in heller Panik und fast wahnsinnig vor Schmerz, auf dem Boden des überfüllen Flures windet, beide Hände gegen eine unfassbar dicke Wange gedrückt und die blutrot unterlaufenen Augen verdreht, wie ein enzephalitisches Rind. Sehr Leid tut er mir.
Später kommt raus, dass es sich um eine allergische Reaktion auf eine Zahnkrone oder eine Wurzelfüllung handelt und der Zahn, oder was auch immer, sofort entfernt werden muss, weil sonst ein anaphylaktischer Schock  droht. Angesichts seines Elends nehme ich mir vor zu sparen, um in Zukunft  nur noch Platin oder Titanium in meinem Mund verbauen lassen zu können. Hoffentlich halten die vorhandenen Wurzelfüllungen still.
Der alten Dame, mit der dicken blutigen Nase und der aufgeplatzten Lippe, die in ihrer Wohnung gestürzt ist und nun seit Ewigkeiten, schlimm zugerichtet, auf einer Liege im Flur wartet, lasse ich auch gerne den Vortritt. Sie wird wahrscheinlich stationär aufgenommen und sorgt sich. Wer wird bloß die Miezi füttern, fragt sie weinend mit ihrem geschundenen Gesicht.
Der Obdachlose neben mir erzählt, dass er einen Schlaganfall hatte, seit dem Morgen unbehandelt hier herumsitzt und großen Durst verspürt. Möchten Sie ein Bier, fragt ihn der mitfühlende Unterfranke. Nein, lieber Wasser. Der Unterfranke bringt ihm das Ersehnte und da es sonst nichts zu tun gibt, schauen wir dem Mann beim Trinken zu.
Drei Stunden später kleben die Zungen aller Mühseligen und Beladenen am ausgetrockneten Gaumen. Da fassen der Unterfranke und ich uns ein Herz, werfen unser Geld zusammen und kaufen im klinikinternen Kiosk überteuerte Getränke, die wir an die Bedürftigen weitergeben. Nur die Prinzenrolle teilen wir nicht. Die essen wir ganz alleine auf und der Unterfranke grunzt dabei, als würden wir gerade first class speisen. (Lecker, Schnucki!)

Nach 6 Stunden des Wartens werde ich schließlich ins Sprechzimmer gerufen, doch da geht es mir, frisch gestärkt durch Speis und Trank, wieder blendend. Es wird noch zwei Jahre und manchen Zwischenfall dauern, bis endlich ein Notarzt mein Herz auf frischer Tat ertappt, ich eine Diagnose erhalte und das Thema Hypochondrie (zumindest diesbezüglich und vorerst) vom Tisch ist. Dieses Mal aber tätschelt der junge Arzt, der aussieht wie Jamiroquai mit einer sehr schlimmen Frisur, gönnerhaft meine Schulter und sagt: Tja, Frau X., der Schwindel ist eine große Wundertüte. Anschließend schickt er mich mit einer launigen Bemerkung über meine Glitzersocken nach Hause.
Draußen im Flur ist die alte Frau verschwunden. Ich hoffe der Sozialdienst kümmert sich um die Katze.
Eigentlich sollte dieser Text davon berichten, wie ich in einem liegengebliebenen ICE bei Lehrte auf Klawdia traf und sie zuerst meine und später dann die Chauchat des Argentiniers wurde.
Diese Geschichte muss ein andermal erzählt werden. Sie wäre sicher sehr lesenswert geworden. Nicht zuletzt, weil Klawdia eine hinreißend schöne und erotische Frau, mit der Anmut und der gefährlichen Konzentration einer lauernden Katze, ist.

 

 

 

Bild: Murfomurf, little lurker, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/

Das Gewand

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Auf einem hölzernen Bügel hängt ein schwarzes Gewand.
Aus schwerem Stoff gefertigt, wird es im Rücken mit einem durchgehenden Reißverschluss zusammengehalten.Vorne ist es hochgeschlossen und seine schmalen Ärmel reichen bis zum Saum. Die auf der Vorderseite eingelassene Falte lässt es nach unten hin ein wenig aufspringen.

Vor einigen Wochen, vielleicht sind es auch Monate, erwarb ich dieses ungewöhnliche Kleidungsstück, dessen talarähnliches Aussehen mich bereits beim Betreten des, von lauter Musik durchwummerten, Geschäftes auf eine unerklärliche Weise angezogen hatte und mich es ohne Anprobe kaufen und nach Hause tragen ließ.

Ein paar Tage hing es dort und immer wieder beäugte ich es ratlos. Dann nahm ich es vom Bügel, brachte es zur nahegelegenen Schneiderin und bat sie es zu kürzen. Nach dem Abholen hängte ich es erneut auf, wählte dieses Mal aber einem Platz dicht unter der Zimmerdecke, so, dass ich seither aufblicken muss um es zu betrachten.

Manchmal stelle ich mich direkt darunter, schaue in sein Inneres hinein, wie in ein Zelt und sehe mich plötzlich in einem hellen, gefliesten Raum stehen. Unbekannte Hände streifen mir das Gewand über meine ausgestreckten, willenlosen  Arme und verschließen es im Rücken. Unterdessen laufen tuscheschwarze Tränen über mein bleiches Gesicht.

Vor diesem Tag fürchte ich mich und bis heute habe ich es nicht gewagt auch nur das Preisschild zu entfernen, geschweige denn das Kleidungsstück in den Schrank zu hängen.
Ich habe Angst, dass die Regel, nach welcher allein der mitgenommene Schirm den Regenguss verhindern kann, auch hier Gültigkeit finden würde.

Solange ich das Gewand unberührt hängen lasse wird das Ereignis, für welches ich es mir gekauft habe, nicht eintreten.

 

 

 

 

 

 

Bild: flickr, px4u by team cu29, Herbst
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Schaum vor dem Mund

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Als ich gerade in mein Auto gestiegen bin, steht plötzlich die knapp dreißigjährige Assistenzärztin neben mir. Sie war mir auf den Parkplatz gefolgt, um mich dort mit hochrotem Kopf und erhobener Stimme zur Rede zu stellen.
Aus einer überaus misslichen Lage heraus, war ich, nach einem sehr unangenehmen und schmerzhaften Wochenende, zur ambulanten Untersuchung in die Klinik gefahren, wo eben diese Ärztin mich begutachtet und anschließend verabschiedet hatte. Am nächsten Tag solle ich einen Termin mit dem Chirurgen ausmachen.

Als sie bereits in der Tür des Behandlungszimmers stand, fragte ich noch kurz, ob mit meinen Blutwerten alles in Ordnung sei. Achja, die könne sie mir noch nachreichen, ich solle doch bitte noch warten, sie sei in der Notaufnahme beschäftigt.
Eineinhalb Stunden später, die Anmeldung (und folglich auch die Abmeldung) hat schon geschlossen, sitze ich immer noch da und denke: sie ist wirklich sehr beschäftigt, wahrscheinlich hat sie mich vergessen, da will ich nicht stören und gehe jetzt mal. Der Hund wartet Zuhause, die Fahrt ist lang, es ist gleich 17 h, die Blutwerte sind mir eigentlich wumpe und morgen rufe ich ja sowieso an wegen eines Termines.

Ein riesiger Fehler!

Wie ich es überhaupt wagen konnte die Klinik zu verlassen, wieso ich überhaupt abhaue, ich sei schließlich in ein Krankenhaus gekommen und könne da nicht so einfach unabgemeldet verschwinden, keift sie auf dem Parkplatz herum, und würde mir am liebsten eine scheuern, so geladen ist sie. Meinen Einwand, dass ich dachte wir seien nach Ihrer Verabschiedung und dem Ende der Untersuchung fertig gewesen, das Nachreichen des (übrigens unauffälligen) Labors eine reine Formalie, nicht wichtig jedenfalls, es täte mir wirklich leid, ich habe sie nicht vor den Kopf stoßen wollen, ich hatte ja keine Ahnung und das wollte ich nun wirklich nicht, mea culpa, mea maxima culpa, lässt sie vollends durchdrehen. Ein Orkan der Wut entlädt sich über mir, wie man ihn eigentlich und uneigentlich nur von hochgradig psychopathischen Menschen erwarten würde (die einen im Anschluss vor die einfahrende U-Bahn schubsen) bis sie sich schließlich umdreht und mit wehendem Kittel zurück in die Klinik stampft und ich Blödi ihr hinterher haste, wie ein zurechtgewiesenes Kind.

Und wieder warte ich vor der Notaufnahme, in der sie verschwunden ist, bis sie nach einer ganzen Weile erneut heraustritt, sofort auf mich zusteuert und mich vor der versammelten wartenden Patientenschaft gleich nochmal zur Sau macht, aber so richtig. Auch die zweite Entschuldigung will nichts fruchten, und in einer finalen Attacke bäumt sie sich mit ihrer ganzen kranken Wut und ihrem puterrotem Kopf auf und spuckt mir ihre offenkundige Aversion ins Gesicht: da dürfen Sie sich wirklich nicht wundern, wenn das Arzt-Patienten-Verhältnis Schaden nimmt.

Nein, da wundere ich mich nicht, denke ich, bei solchen Umgangsformen nimmt das ganz sicher Schaden, und zwar erheblichen.

Dieses Zehlendorfer Krankenhaus jedenfalls, scheint mir, trotz seines ausgezeichneten Rufes, nicht der richtige Ort zu sein mich in den Tiefschlaf legen und behandeln, geschweige denn operieren zu lassen. Ich will gar nicht wissen, wie der Chirurg durchdrehen würde, falls ich mich während des Eingriffes nicht kooperativ genug verhielte.

Was macht diese Stadt bloß mit den Seelen der Menschen?

 

 

 

 

 

 

Bild: txmx2, flickr
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Wundersame Wendung, oder Die Irre an der Scheibe

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Manchmal, wenn wir zusammen auf dem Bett liegen und die Hunde gemütlich auf ihren Schlafplätzen schnarchen, zieht der Unterfranke seine Strümpfe aus, greift dann mit den Zehen nach meinen Socken und zuppelt auch diese mit viel Geschick herunter. Im Anschluss klemmt er der Reihe nach meine Zehen zwischen seine und zieht sie lang, einen nach dem anderen, bis es ganz leicht und wohlig in den Gelenken knurpselt. Dieses kleine intime kuschelige Ritual bereitet mir immer wieder ein solches Wohlgefühl und ich mag es so gerne, wenn seine warmen Zehen meine eiskalten Füße bearbeiten und kraulen, dass ich anfange zu kichern und zu lachen bis das Grinsen meinen ganzen Körper erfasst und zu einem inneren Juchzen und Jauchzen wird. Dabei bin ich gar nicht kitzlig, zumindest nicht dort. Wenn ich dann so vor behaglicher Zufriedenheit leuchte, freut sich auch der Unterfranke, der diesen Effekt natürlich gut kennt, und schon haben wir die schönste Harmonie, und der Unterfranke, der immer gerne so tut, als wäre er ein harter Brocken, in Wahrheit aber ein äußerst lieber und sensibler Mensch ist, wird ganz weich und kommt ins Erzählen.

Eine der Lieblingsgeschichten des Unterfranken ist, wie er mich zum ersten Mal gesehen hat, in der Wrangelstraße, gleich um´s Eck. Damals war er mit einem Kollegen im Auto unterwegs als dieser ihn plötzlich aufgeregt von der Seite anrempelte: Haste das geseh´n! Guck mal was die Frau da macht! Nicht zu glauben! Eine Irre!

Richtig kennengelernt haben wir uns aber erst ein paar Jahre später, als er auf Empfehlung einer Bekannten mein Dogwalker und Hundetrainer wurde.
Diesen Teil der Geschichte finde ich immer am Lustigsten, denn, wie ich natürlich sehr schnell herausfand, hatte der Hundetrainer zum Zeitpunkt unseres Kennenlernens null, wirklich null, Ahnung von Hundeerziehung, war also in Wahrheit eher ein ambitionierter Canidenfreund. Den Umgang mit Hunden habe ich ihm später erst nahegebracht, nachdem ich mich, angespornt durch anfängliche Fehlschläge, mit Verve in das Thema eingearbeitet und bei meinem Hund große Erfolge damit erzielt hatte. Inzwischen habe ich eine äußerst gut erzogene Hündin an meiner Seite und er einen sehr liebenswerten Rüpel, der immerhin Pfötchen gibt, manchmal sogar Sitz macht und ansonsten vor Lebensfreude wie ein Springbock durch die Gegend tollt und jedes Mal, wenn der Unterfranke mich freundschaftlich in den Arm nimmt eifersüchtig losbellt.

Ich werde nie vergessen, sagt der Unterfranke jetzt, wie du damals vor diesem Schaufenster gehockt hast und ich nicht fassen konnte, was ich da sah.
Jetzt lachen wir beide, der Unterfranke nimmt mich in den Arm und Rüpel bellt dazu.

Die Geschichte ging so: in der Wrangelstraße hatte mal wieder irgendeine Kaschemme dicht gemacht. Wahrscheinlich wegen einer Schießerei. Jedenfalls war sie eines Tages geschlossen, und in der Fensterscheibe fanden sich mehrere Einschusslöcher. Zu dieser Zeit führten meine Aktivitäten mich täglich an dem Laden vorbei und jedes Mal warf ich einen bedauernden Blick auf die dort verdurstenden Pflanzen.
Der Sommer verging, es kam der Herbst und dann der Winter, ich vergaß die Kneipe und das Siechtum darin und erging mich in den alljährlichen, düsteren Winterverstimmungen. Erst im darauffolgenden Mai führte mich mein Weg wieder an dem geschlossenen Lokal vorbei. Eher zufällig schaute ich in das vollkommen verdreckte und von Kugeln durchschlagene Schaufenster und blieb abrupt stehen. Das konnte doch nicht wahr sein! Die gesamte Fensterbank lag voll mit vertrockneten Blättern und in den Töpfen steckten traurige, tote Strünke. Doch eine Pflanze, eine einzige trug nach Monaten, die sie inzwischen ungegossen und unbeachtet herumstand und einstaubte, tatsächlich noch immer grüne Blätter. Zweieinhalb genau. Der Anblick dieses kleinen lebenshungrigen Mitgeschöpfes bewegte mich derart, dass ich noch eine Weile dort stehen blieb und es mit zärtlichem Blick betrachtete. Ein Wunder der Natur!
Dich rette ich, sagte ich schließlich mehr zu mir selbst, machte auf dem Absatz kehrt und ging schnurstracks nach Hause. Dort telefonierte ich solange herum, bis ich die Hausverwaltung ermittelt hatte, die für das Objekt zuständig war, und rief diese an. Rasch skizzierte ich die Situation: geschlossene Kneipe, sterbende Pflanze, monatelanger Todeskampf und unerschütterlicher Lebenswille.

-Und wat wollnse da jetzt von mir? fragt mich die Frau am anderen Ende der Leitung.
-Ich hätte gerne die Pflanze, um sie gesund zu pflegen.
-Dit jeht nüsch. Die jehört uns ja nüsch. Dit kann nur der Besitza bestümm, wat damit passiern soll.
-Der Besitzer ist aber doch verschwunden und außerdem kann er nicht einmal ahnen, dass da überhaupt noch irgendwas lebt, und wenn doch, dann ist ihm das offenbar vollkommen gleichgültig und die Pflanze stirbt!
sage ich und registriere, wie mein Ton haarscharf an klinisch manifester Hysterie vorbeischrappt.
-Ick kann Ihn´ die Pflanze nüsch jehm, wiederholt die Frau und ist inzwischen hörbar genervt.
-Bitte!
-Nein!
-Ich gebe Ihnen 50 Euro.
-Nein.
-Hundert!
-Nein!
-200!
rufe ich siegessicher.
-Nein!
beharrt sie.
-Bitte!
-Nein!
-Sie sind so gemein und herzlos
, rufe ich schließlich in den Hörer und lege wütend und enttäuscht auf. Leider werde ich mein Erlösungsversprechen nicht halten können, aber ich habe es zumindest versucht, denke ich, mehr geht eben nicht.
Doch halt! Natürlich geht mehr! Na klar!
Schnell schnappe ich, was ich für meinen Plan benötige und verlasse das Haus. In der nächstgelegenen Apotheke besorge ich mir das fehlende Zubehör und mache mich damit auf den Weg zu dem Lokal. Dort angekommen treffe ich die letzten Vorbereitungen, gehe in die Hocke, stecke die gefüllte Katheterspritze in eines der Einschusslöcher, versuche zu zielen und drücke durch. Das Wasser spritzt in das Innere des Ladens, verfehlt die Pflanze jedoch knapp und läuft auf die Fensterbank. Oh nein!

Es muss just dieser Moment gewesen sein, in dem der Unterfranke mit seinem Kollegen vorbeifuhr und die beiden eine knieende Frau sahen, die sich gegen ein Schaufenster lehnt, mit einer überdimensionalen Spritze herumhantiert und eine unbekannte Flüssigkeit durch ein Loch in der Scheibe drückt.

Ich war gescheitert, die Rettungsaktion missglückt, denn auch die nächsten Versuche führten lediglich dazu, dass das Wasser auf der Fensterbank landete und nicht in meinem Pflänzchen.
Nach weiteren fruchtlosen Versuchen gab ich es auf und fügte mich traurig in unser Schicksal. Dann war das eben so, dann sollte das wohl so sein. Nothing left to do. Mit hängenden Schultern ging ich nach Hause. Ich würde das kleine Leben nicht retten können.

Als ich am nächsten Tag erneut an dem Ort des Sterbens vorbeigehe, und schuldbewusst in den Laden schaue, ist die Pflanze verschwunden. Weg! Verdutzt bleibe ich stehen und weiß nicht, ob ich mich freuen oder traurig sein soll. Was mag bloß mit ihr geschehen sein? Wahrscheinlich haben sie sie, aufmerksam geworden durch meinen Anruf, entsorgt, um so einem weiteren Gespräch mit der Irren vorzubeugen. So muss es gewesen sein, denn alle anderen Pflanzenleichen stehen noch da, nur mein Zögling fehlt. Möglicherweise, so überlege ich weiter, hat es der Frau aber auch leid getan, sie hat unverhofft ihre innere Florence Nightingale entdeckt, das Büro abgeschlossen und ist in die Wrangelstraße geeilt, um das tapfere Pflänzchen zu befreien, es mit nach Hause zu nehmen und dort gesund zu pflegen.
Bestimmt war es so, versuche ich mir einzureden, doch ich kann mich selbst nicht so recht überzeugen von dieser Variante. Nachdenklich gehe ich weiter die Straße entlang in Richtung Hochbahn und denke über das Leben nach, über Schicksalswendungen und über die Verrohung der Menschheit. Wie ich so vor mich hinsinniere, die Augen fest auf den Boden geheftet um kreuzende Hundehaufen rechtzeitig wahrnehmen zu können, bleibt mein Blick plötzlich an der Eingangsstufe des nächsten Hauses hängen und mir fällt vor Überraschung der Schlüssel aus der Hand. Da steht sie! Sie ist es, ich erkenne sie wieder! Die zweieinhalb Blätter. Mein Pflänzchen!
Glücklich stürze ch zu ihr hin, und betrachte sie von allen Seiten. Verändert sieht sie aus, denn irgendjemand hat sämtliche vertrocknete Blätter entfernt, die Pflanze aus dem Topf heraus gelöst und die Erde vom Wurzelballen beseitigt, so dass dieser nackt daliegt wie ein Knäuel dicker, bleicher Würmer.
Wahrscheinlich, so wird mir schlagartig klar, dachte die Frau am Telefon, dass sich in der Pflanze ein Schatz verbergen müsse, wenn ich bereit war derart viel Geld für die Rettung von zwei (einhalb) Blättern auf den Tisch zu legen. Deswegen hat sie das arme Geschöpf regelrecht auseinander genommen.
Mit beiden Händen greife ich jetzt meinen Schützling, hebe ihn auf, eile zurück nach Hause und stelle ihn auf die Terrasse, wo ich den Topf mit Erde befülle und ihn gründlich wässere.
Nach getaner Arbeit stiefele ich leichten Herzens los und stoße vor der Bar auf der Skalitzer Straße mit einem Glas gutem Barbera auf das wundersame Leben an.

Epilog:

Die Pflanze wuchs und gedieh, und wie ich irgendwann heraus fand handelte es sich um eine Klivie, die äußerst giftig für Katzen ist. Um etwaigen Unfällen vorzubeugen stellte ich sie an einen unzugänglichen, aber leider auch dunklen Ort, wo es ihr dennoch gut zu gehen schien. Jedes neue Blatt entlockte mir kleine Jublerufe. Sie hatte es geschafft!

//

Jahre später lerne ich den Unterfranken kennen, dem ich eines Tages, wir liegen auf dem Bett und er zuppelt an meinen Zehen herum, die Geschichte der wundersamen Pflanzenrettung erzähle, was zu einem, mir unerklärlichen, Lachanfall  bei ihm führt.
Du warst das, prustet er los und lässt von meinen Füßen ab, du bist die Verrückte, die ich vor Jahren gesehen habe. Na klar!
Dann erzählt er mir, wie die Szene sich ihm damals dargeboten hatte und wie lange dieser seltsame Anblick der knieenden Frau mit der riesigen Spritze ihn noch beschäftigt hatte.
Und heute, so schließt er die Geschichte, bist du mein Schnuckilein.

//

Inzwischen lebt die Klivie lange schon beim Unterfranken, der sie durch konsequente Nichtachtung und seltene Wassergaben immer und immer wieder zum Blühen bringt, was mir, vor lauter überbehütender Sorge, niemals gelungen war.

In die Räume der stillgelegten Kneipe haben nun auch die Medienmenschen Einzug gehalten, die seit ein paar Jahren den Kiez mit ihrem Geld und ihrer sprudelnden Kreativität fluten.

Time goes by.

 

 

 

 

 

 

Bild: Rotational – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7085668

Hartriegel

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Hartriegelgewächse. Allein der Name. Ansonsten aber ganz schön. Sehr schön eigentlich. Vor allem im Winter. Heute jedoch nicht.

In der B-Ebene der U-Bahn gab es Säulen. In den Säulen wurden die Obdachlosen oder Junkies zuerst gefilzt und dann verprügelt. So sagte man. Ab und an sah man Sicherheitspersonal in diese ovalen fensterlosen Folterkammern hinein gehen. Ich erinnere mich nicht, dass sie tatsächlich mal einen im Schlepptau hatten. Aber das heißt ja nichts. Die Geschichte ging trotzdem rum und hielt uns an zaghaften Tagen vom Schwarzfahren ab. Bloß nicht in die Fänge der Brutalinskis geraten. Wobei, als Frau.

Als Frankfurterin war man ja abgehärtet, wuchs man doch mit dem Heinrich-Hoffmann-Menetekel auf.
Der Struwwelpeter hing als Plakat und immerwährende Drohung in meinem Kinderzimmer und der abgeschnittene Daumen war so allgegenwärtig wie Minz und Maunz, die Kleinen.
Allein die Sache mit dem Suppenkasper schreckte mich nicht. Er mußte ja nicht hungern. Hätte ja was essen können, war doch genug da. Seine Entscheidung.
Später legte ich selbst eine Magersuchtsphase ein, aus der ich dann allerdings mit der Zeit wieder herauswuchs. Zugunsten einer Bulimie, die sich gewaschen hatte. Sechs Jahre habe ich insgesamt mit diesem Mist verplempert. Als hätte man soviel Zeit im Leben.

Am meisten Angst hatte ich vor Gott. Wenn dem etwas mißfiel konnte das mehr Ärger bedeuten, als wenn die Mutter sauer wurde, und das wollte schon was heißen. Wegen seiner Rachsucht wendete ich mich später vollends von ihm ab und habe nie wieder etwas Ähnliches gefunden. Die sich anschließende Zeit der Selbstkasteiung war irgendwann auch vorbei, volljährig war ich obendrein, Drogen hatten nicht den gleichen Geißelungseffekt wie Gottes harte Hand und so lebe ich seither ohne Schimpfe und Schelte und bin es zufrieden.

Nur der Tierarzt ist manchmal böse auf mich, wenn ich etwas besser zu wissen glaube als er, weil ich mir einbilde meinen kranken Hund und die kotzende Katz gut zu kennen. Dann meckert er und ich falle vor ihm auf die Knie, verbeuge mich vielmals, küsse seine Schuhe und bitte um Vergebung. Das sind Momente des größten Glücks und einer kindlichen Geborgenheit, wie ich sie lange nicht mehr erlebt habe.

 

 

 

 

 

 

Foto: rishon lezion, gun thunder, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

still alive

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Der Oktober naht und mit ihm mein Geburtstag. Der zweite.
Das Licht ist ähnlich jenem vor zwei Jahren, die Luft ist mild, der Herbst kommt heran mit großen Schritten und ich fühle mich sehr Zuhause in dieser Zeit des Wandels.

Am 5. Oktober 2014 hat mich ein Feuerwehrmann der Berliner Feuerwehr wieder ins Leben zurückgeholt.
Wer sich diesen besonderen Menschen anschauen und etwas über seine wichtige Arbeit erfahren möchte, kann das hier beim Kiezrekorder tun.

Im zweiten Teil des Interviews erzählt er ab ca. Minute 6 davon, wie er es erlebt, wenn ein Mensch, mit dem er eben noch gesprochen hat, stirbt und die Seele den Körper verlässt. Direkt im Anschluss berichtet er, wie er mich nach meinem Herzstillstand wieder ins Leben zurückholen konnte.
Das noch einmal zu hören hat mich sehr berührt.
Ich bin für jeden einzelnen Tag dankbar, den ich seit dem 5. Oktober erleben durfte und ich freue mich auf und über meinen nahenden Jahrestag.

Ein Hoch auf Feuerwehrmann Ludwig (und auf die Berliner Feuerwehr. Auf alle anderen Feuerwehrleute und Lebensretter natürlich auch)!

 

(Dank an Stony für den Hinweis und den Link!)
Bild: screenshot v Teil II des Interviews

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Only the Lonely betritt den Saloon,
kriecht nicht hinein;
dreht sich nicht um,
wenn von hinten die Türe nervös,
klappklapp,
in den Angeln tanzt
und Gläser erwartungsbang klirren von vorn.

Schaut in den Spiegel und hebt die Hand.
Mutter bist du es, dein Stallgeruch.

Ein weiter Bogen von gestern bis heute.
Schicksalswink, ich danke Dir.

 

 

 

 

Bild: Melina Hermsen, Pferd, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/