Die Mutter der Tischlerin ist bereit zu sterben. Der Tumor wächst und über die Narbe am Kopf wird kein Haar sich mehr legen. Vielleicht sollte sie die verbliebenen färben, zum ersten und letzten Mal im Leben. Grün zum Beispiel?
Oder besser nicht, weil Zurechnungsfähigkeit noch eine entscheidende Rolle spielen könnte beim Gespräch mit dem Arzt und der Bitte um seine Unterstützung?

Ich rufe jetzt den Bestatter, sagt die Mutter manchmal und steht auf. Aber Mama, sagt die Tischlerin dann, das geht nicht, du bist doch noch gar nicht tot!

Ach ja, richtig, antwortet die Mutter und setzt sich auf´s Sofa. Beide lachen.
Es sind schöne letzte Wochen mit der Mutter. Die Tischlerin ist glücklich, bei ihr sein zu können.

2 Kommentare zu “

  1. Mein Vater erzählte und Kindern gern, in China sei es üblich gewesen, sich, sobald man es sich leisten könne, seinen eigenen Sarg zu kaufen und den Stolz in der guten Stube aufzustellen.

    Wenn wir uns nicht benahmen, drohte er gern, uns zu den chinesischen Verwandten zu schicken.

    Asiaten versicherten mir, dafür, dass ich erstgeborener Sohn eines ausreichend wohlhabenden Chinesen bin, sei ich sehr umgänglich und erstaunlich wenig gestört.

    Gefällt 4 Personen

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