#7

Am Morgen hängt eine tote Krähe im Netz über der Terrasse. Das Veterinäramt schickt jemanden, sie zu holen. Eine Nackenverletzung deutet auf den Habicht hin, sagt die Expertin, und: bloß keine Vögel anfassen, immer das Amt verständigen, die Vogelgrippe geht um.

Nachts weckt mich laut pumpendes Magenstülpgeräusch. In der Schwärze des Raumes taste ich nach dem Handy und beleuchte Tölchens Korb. Mit hängendem Kopf sitzt sie da und zittert. Ich stehe sofort auf.

Als ich die letzte Hunderunde drehen will, schallt aus dem Dunkel desTreppenhauses gruselig exaltiertes Clownslachen. Ich verzichte auf den Spaziergang und lasse die Hunde sich in der Wohnung erleichtern. Sie tun es mit dem gleichen Widerwillen, mit dem ich am nächsten Morgen, unter Einsatz des rückenschonenden Wischpresseimers, die gesamte Bude gründlichst reinige.

Müde von allem, stelle ich mich unter die Dusche, doch sowohl Heizung als auch Warmwasser sind ausgefallen, und in dem stillgelegten Kaminschacht höre ich ein Scharren und Kratzen, das dort nicht hingehört.


Die vegane Mortadella immerhin schmeckt erstaunlich gut.

Fragt nicht, woher diese merkwürdigen, farblichen Markierungen im Text kommen.
(I dunno)

3 Kommentare zu “#7

    • Lieber Herr Ackerbau, sollte ich wieder underground gehen müssen, sind Sie herzlich eingeladen, anzuklopfen und eine Leseerlaubnis zu bekommen:

      Es geht mir insgesamt besser, als meine Texte vermuten lassen und viel besser, als der armen Krähe. :(

      Gefällt mir

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