crushed ice

Comme une histoire
Qu’on aurait inventée

Guckst du Pornos, fragt die Freundin am Telefon.
Was, nein, ich höre französische Chansons.


(P-o-r-n-o-s, im Plural!)

/

Ein Hoffnungsschimmer: das knapp 15 Jahre alte Schaf hat nach einer kurzzeitigen Fremdunterbringung Lämmchen bekommen. Drei waren es, zwei sind es noch.

Es schneit und schneit, doch ich widerstehe dem Impuls, mich auf der Seite liegend die vereiste Rampe am Mariannenplatz hinunter und über den orange angeleuchteten Zebrastreifen kullern zu lassen. (Niemand da, Zeugnis abzulegen. Die Familienväter mit ihre Kindern sind längst schon auf den Hängen des Friedrichhains havariert).


//


Jähzorn und leichte Kränkbarkeit können freundlich erscheinende Menschen ratzfatz in unbeherrschte Wüteriche bzw – innen verwandeln. Ich weiss schon, warum ich, meinem Gefühl folgend, zu manchen Menschen stets sicheren Abstand halte (Meine Güte!)


Was geht es mich an, wenn andere sich schlecht benehmen, hätte der Kanzler, Leuchtturm meiner Kindheitstage, mir in solchen Fällen mit auf den Weg gegeben und er hätte natürlich wie immer Recht gehabt.

Mein Glaube an seine Zurechnungsfähigkeit ist inzwischen allerdings reichlich ramponiert. Ungeschützt arbeitet er weiter in seiner Praxis und schreibt (in seiner Freizeit) Briefe an das RKI, in denen er selbst ersonnene Behandlungsmethoden gegen Covid propagiert (Ich bin doch Arzt!).
Über die Kluft zwischen Größenwahn und Protestantismus führt eine marode Hängebrücke, darauf der mahnende Kanzler mit ausgebreiteten Armen.

//

Eine falsche Bewegung beim Streicheln der Katze und schon ist der Nacken steif. Dem Bekannten, riete ich in einem solchen Falle zu Ibuprofen. Von mir selbst erwarte ich Tapferkeit und leichte Nackenübungen. Check.

//

Das letzte Mal übrigens, dass ich mir einen Porno, einen mit Handlung und attraktiven Protagonistinnen, wie mir mein Freund vorab versichert hatte, ansah, war vor Jahren in Barcelona. Und tatsächlich: die Darstellerinnen sahen passabel aus und im Vergleich zu herkömmlichen Pornos dauerte es ca. 2 Minuten länger bis zum blanken Vollzug. Jedoch: hätte der Freund mal seine gammeligen Birkenstocksandalen ausgezogen, mir den Anblick seiner engerlingweißen, aufgebahrten Zehen erspart, und mir stattdessen den Rücken gekrault, hätte er womöglich sein Ziel erreicht. So aber

//

Grund und Ziel der USA-Reise mit dem Schrauberschwein (siehe letzter Blogeintrag) war übrigens der Besuch eines humangenetischen Labors in Boston und später dann ein Abstecher zu meiner Model-Cousine in Kalifornien. Das Konsil in Boston fiel (dank heimlicher Intervention des Kanzlers, der mir „Diagnosen ersparen“ wollte) ins Wasser, stattdessen hatte ich ein köstliches Abendessen mit dem zufällig in Boston weilenden Forschercousin in Beacon Hill und einen schönen Sonnenuntergang am Charles River.

In Kalifornien angekommen musste der Schrauber zunächst eine rätselhafte Infektion mit hohem Fieber und üblem Hautausschlag auskurieren. Um ihn nicht zu stören, und mich nicht zu Tode zu langweilen, verbrachte ich die meiste Zeit rauchend vor unserem Motelzimmer, gleich neben dem angesichts der Spätsommerhitze gut besuchten Crushed-Ice-Automaten. Hier lernte ich schon bald ein schwules Paar kennen, das American Quarter Horses züchtete und aus unerfindlichen Gründen Spaß daran hatte, mein Schicksal zu teilen und mit mir, vor unserem Zimmer auf B.s Genesung zu warten. Während ich rauchte, tranken sie Margaritas und kommentierten das Geschehen auf dem Parkplatz und an unserem Automaten.

Nachdem B. wieder reisefähig war, fuhren wir zu dem Appartment eines väterlichen Freundes der Cousine, in dem gleich mehrere handgefertigte Holzkommoden (Auftragsarbeiten) mit Griffen in Form üppiger Hängebrüste standen.
An einem Abend nahm Bill uns mit seiner Motoryacht zu einen Millionärsclub mit. Begleitet wurden wir– Aug in Aug- von fliegenden Pelikanen.

//

Eine Erfahrung, die ich bisher mit niemandem geteilt habe und nun gleich mit Hunderten: die jahrelang anhaltende Eiswürfelkälte in der Beinbeuge wurde kürzlich abgelöst von einem Türklinkengefühl auf dem rechten Beckenkamm. Empfand ich ersteres immer als unangenehm, sehne ich mich jetzt, angesichts der neuen und eisenharten Kälte, beinahe danach.

//

Die Spree ist gefroren. Auf der Bucht liegt Schnee.
Dem Unterfranken rate ich, zunächst einen 80 kg Hund mittels Stöckchenwurf aufs Eis zu locken und, falls dieser nicht einbricht, als nächsten Schritt eine Begehung rückwärts und auf allen Vieren zu wagen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.