Abgehoften

Jeden Tag, auf der Toilette, drehe ich einen Joint, den ich beim Verlassen des Bades in den Müll werfe.
Drogen habe ich aus Angst oder Vernunft schon lange aufgegeben.
Angst und Vernunft sind mehr oder weniger dasselbe, wenn man ich ist, also ich ich bin (Arbeitshypothese bzw. sachgrundlose Behauptung).

Geschichtenweise werfe ich den Hausstand der Erinnerungen ab, indem ich sie aufschreibe. Zu meiner Entlastung ist das Meiste schon abgehoften (wie R. sagte) und in die Cloud gelegt. Mag danach greifen wer mag.

Gestern habe ich eine Postkarte an den Kanzler geschrieben.
Vorher, danach und währenddessen habe ich geweint.

Auf dem M-Platz jagen zwei Krähen ein Eichhörnchen. Am Stamm einer großen Silberpappel hängend (schau doch, wie das Laub zittert!) entkommt es nur knapp ihren Angriffen.
Als plötzlich lautes Krächzen zu hören ist und wie aus dem Nichts ein Schwarm Krähen am sturmdunklen Himmel auftaucht, lassen die Jakobs von ihm ab und fliegen davon.

Ich bin froh, wenn meine Welt mir erhalten bleibt wie sie ist.
ich bin froh, dass meine Welt sich jeden Tag verändert.
Ich liebe den Müll und das Leben in der Stadt.



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