Die Höfe der Wende (II)

Es ist Ende der Neunziger und wir sind jung, als wir am Abend im Hexenhaus eintreffen und im sommerlich überwucherten Hofgarten am Rotwein nippen, den nur mit Mühe ich hinunterbekomme, doch das Bier ist längst aus und unser Durst nicht gestillt.

In kleinen Grüppchen oder paarweise lagern wir, hören Musik und lachen leise, schauen uns in die Augen (deine Wimpern) und streichen flüsternd uns die Haare aus den lächelnden Gesichtern. Langsam wandern meine Finger deine goldbeflaumten Arme entlang, stehlen sich in die heimliche Öffnung deines Hemdes (dein Schaudern) über die gebräunten Schultern deine Nackenlinie hinauf; aus Wachs geformt deine makellosen Ohren.

Am Schlüsselbein vorbei gleitet meine Hand. Du atmest mir entgegen.
Ineinandergegossen liegen wir, das Gras kniehoch.

 

2 Kommentare zu “Die Höfe der Wende (II)

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