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Gelb blüht das Springkraut. Sind die Schoten erst reif, zerplatzen sie bei leichter Berührung und Samenkügelchen spritzen in alle Richtungen davon. Zurück bleibt einen aufgerollte grüne Hülle.
Rührmichnichtan nannte der Kanzler diese Blume als wir klein waren und ich nenne sie noch heute so.

Zwei Monate schon ist es warm. Wo Rasen wuchs dörrt bleiches Stroh, darunter staubt der märkische Sand. Der Hund wälzt sich im Dreck. Am Abend bürste ich sie 100-fach, wie die Großmutter einst ihr Haar. Es geht uns so gut wie es uns gehen kann und ich entspanne mich trotz der wandhohen Wellen im Rücken.

Nur das Schreiben geht mir nicht von der Hand. Was das Auge sieht, will der Kopf nicht in behäbige Worte zwängen. Nicht aus schillernden oder federleichten Flugwesen betonstarre Schmetterlinge machen.

Der schönste Klang ist das Plätschern der Springbrunnen und das Läuten der Kirchenglocken auf dem Platz, in der Nacht das Schnurren der Katze neben meinem Ohr. Von draußen wehen Stimmen herein.

15 Kommentare zu “

  1. „Nur das Schreiben geht mir nicht von der Hand“ –
    Oh wie ich dieses Sommer-bluesige Gefühl kenne.

    Deine Berliner-Beton-Poesie habe ich in letzter Zeit wirklich vermisst (…Vorwurf an mich selbst, dummes-Lese-Listen-Vernachlässigen…) – allerliebste Grüße!

    Gefällt 1 Person

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