Fatigue

26660877865_84cb4ea3a2_z

Meiden macht mehr Arbeit, als man meinen sollte.
Und es ist teuer.
Und es macht schlank.

:

Zucker nicht, Käse nicht, Fleisch sowieso nicht, Fritten und Erdnüsse nicht, Chips nicht, Sonnenblumenkerne nicht, Milch nicht, Butter nicht, Sahne nicht, Bananen nicht, Joghurt nicht, Quark aber schon, Weizen nicht, Sonnenblumenkerne nicht. Gerne Walnüsse, Hasel sind auch gut. Kein Sesam. Kein Palmfett, kein Kokosöl. Kein Kaffee, kein Schwarztee.
Mir fehlt Fett. Und Zucker. Ich behelfe mir mit Himbeeren mit Agavendicksaft in Sojajoghurt an Kürbbiskernöl und trinke heimlich das verbotene Schwarz. Becherweise. Die weitestgehende Enthaltsamkeit hilft. Bloß die Müdigkeit, die bleierne, bleibt mir treu.

 

 

//
Das Gutachten missfällt dem Kostenträger. Ein neues muss her.
Ich richte mich darauf ein, dass die Sache sich mindestens ein weiteres Jahr hinziehen wird. Verplemperte Lebenszeit. Der Versuch sie zu genießen, während das Zelt neben der Kloake aufgeschlagen ist. Gestank als Frühlingsduft interpretieren, den Abgrund als Möglichkeit.

Schicksal als Schongse

Unterdessen hallen Paragraphen durch die Korridore meines Seins.
Existenzsicherung ist ein zeitraubendes, ein ernstes Geschäft.
Der Hauptverantwortlichen, die ich gerade in einem Interview sah, geht es blendend. Pumperlgesund lächelt sie in die Kamera. Ein warmer, ein herzlicher Blick. Tja

Nachts im Bett höre ich Dokus über die RAF. Über den Deutschen Herbst. Über Hungerstreiks. Ich hab nicht das Zeug, mich zu radikalisieren. Den verweifelten Zorn aber kann ich verstehen.

Lieber wütend als traurig. Lieber Sonne als Regen. Lieber lebendig als tot.

Einmal filettiert und stückchenweise an die Bürokratie verfüttert ist es irgendwann vorbei mit der Vaterlandsliebe. Muttersprachliche Ankündigungsschreiben vergällen das letzte Dazugehörigkeitsgefühl. Die Mitte mischt mit. Ich gehöre nicht dazu.

Meine Mutter hat, ein blöder Zufall?, ein entscheidendes Scherflein zu meiner aktuellen Lage beigetragen. Morgen übrigens verpasst sie schon zum zweiten Mal Ihren Geburtstag. Zeit für einen Ausflug nach Lübeck. Ein Pikkolöchen in die Fluten kippen. Besser noch einen Mariacron.

Übrigens: am point of no return gibt es kein Zurück. Falls Sie es nicht wussten.

Das lässt sich 1:1 auf zerstörtes Vertrauen übertragen. Was futsch ist futsch, da ziept nur  ein leises, ein wehes Bedauern, ab und an, wie eine verblasste Narbe wenn das Wetter wechselt. Flügelschläge im Nest, ich könnte davonfliegen, doch ich muss es nicht mehr.

 

 

 

 

 

Bild: flickr, FA , R
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

8 Kommentare zu “Fatigue

  1. Bitte: was heißt schlongse????
    Und wenn Sie nach Lübeck kommen, klingeln Sie durch…. ich würde mich sehr freuen und käme angerauscht. Wir könnten einige albernheiten begehen 😁

    Gefällt mir

  2. Wie peinlich, dass ich die schongse nicht begriff und das machen wir dann mit albernheiten wieder wett, wann immer auch Sie sich der Ostsee nähern. Ich würde auch wirsingchips herstellen und erbsenpfefferminzpaste auf Kartoffeln anreichen 😊

    Gefällt 1 Person

  3. Die mit sich zufriedene Mitte hat immer selbstreferenziell recht/bestätigt sich mit ihren eigenen Sprachspielen. Sie verteidigt ihre Position und definiert sich mit der Zuweisung von Positionen am ‚Rand‘ und ‚Außen‘. Das an den Rand versetzte muss sich rechtfertigen und fallweise auf Verzeihung seiner (zugeordnet bekommenen) Position hoffen, wenn es die gleichen Rechte haben will.
    Das Leben ist nicht vollständig abgeschlossen, aber die Strukturen schließen sich (durch Einhegung und Ausgrenzung) und sind verschieden groß. Die symbolischen und kräftemäßigen Verhältnisse zwischen den Strukturen rahmen die jeweils gültige Hierarchie und die Positionen gegenüber und von den Menschen, über die entschieden wird.
    U.a. repräsentieren manche Menschen die Entscheidungs-Institutionen, andere Menschen empfangen die Entscheidungen und müssen hoffen, dass sie nicht einseitig behandelt werden. Oder hoffen, dass sie das Geld für einen guten Anwalt haben, oder es für ihren Fall Not- bzw. Solidargemeinschaften gibt. Die der Kraft/dem zunächst ungecheckten Durchsetzungsanspruch der Institutionen — die im jeweiligen Fall (mit als-ob-ausgewogener Autorität) ‚das Recht‘, ‚die Gesetze‘, ‚die Verwaltung‘ etc. repräsentieren — Kraft und die Nichteinseitigkeit der Existenz-Aspekte entgegensetzen können.

    Gefällt 1 Person

  4. Ich tret schon mal aus Solidartät mit dir in den Hungerstreik. Aber erst nach Ostern ist mein Point of no Return. Danach gibts Wasser und Tee. Sag mal, ob es davon bei dir besser wird. So weit wie dier RAF will ich’s aber nicht treiben.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s