Banderilla

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Ein schweißtreibend obszöner Traum lässt mich aufschrecken. Fahles Fleisch und Sperma, brutale Nacktheit. Holzbänke. Ekel ohne Lust.

Um den Bekannten nicht zu stören, setze ich vor dem Einschlafen Kopfhörer auf. Wie erwartet plätschert das gewählte Hörbuch vor sich hin, nichts, was den Sinkflug stören könnte. Bis der Vorleser plötzlich ins Falsett schwenkt und in eunuchenhaftem Ton eine sexuell erregte Frau spricht. Oh und ah und ja. Stöhnen, Gurren, Seufzen, Schmatzen. Sie ist bereit. Drück meine Brustwarzen zusammen, ich bin ganz feucht, flötet der Sprecher und ich versuche, zu müde um das iPad zuzuklappen, nicht hinzuhören. Das Gefühl beim Einschlafen ist Fremdscham.

Am Frühstückstisch reden wir über Trump und die Möglichkeiten ihn loszuwerden. Impeachment vielleicht? Droht dann Bürgerkrieg? Mein Kopf ist noch zu müde für Weltpolitik. Zuhören und Verstehen fällt mir schwer. Auf der Kuppe meines Horizontes stehen schwarze Türme, die lange Schatten ins Tal werfen.

Ich hatte meine Berliner Sommer, sagst du als wir über den August sprechen und bringst das Perfekt in die Zukunft. Eine Banderilla, sorgsam gesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

5 Kommentare zu “Banderilla

  1. Gelesen habe ich es, jedoch kommen keine Worte, höchstens unpassende. Zum Beispiel fällt mir das Fleischkleid ein, das ich in irgendeiner Kultursendung sah. Sonst noch was…vielleicht ein paar unsichtbare Traumworte. Auf meiner Tastatur finden sich keine Unsichtbarschreibtasten…

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