über Bande

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Vier Beiträge stehen in meiner neuen Blogbaustelle und tatsächlich verzeichne ich dort in der geheimen Fremde bereits 70 Aufrufe aus dem großen weiten und ewig rätselhaften Netz. Doch niemand spricht zu mir, krault mir den Kopf und sagt: Huhu, ich bin´s.
Das ist wie Peepshow und ich drin im Kämmerchen und alle anderen draußen und keiner gibt sich zu erkennen, korrekterweise erwähne ich hier auch mal die Keine, die sich nicht zeigt. Immer nutze ich nämlich nur die männliche Variante, Normalsprech der Ignoranten und der Müden. Selten bis nie gendere ich und jetzt aber doch mal, denn ich habe sie regelrecht vor Augen, die Keine und den Keiner, wie sie vor meinem neuen seelenlosen Blogverlies stehen und durch die schmalen Sehschlitze (jetzt wieder Peepshow vorstellen) schmulen, um zu schauen, was die Fremde dorten so treibt.
Die hockt mothersoulen in dem unmöblierten Raum, hat einen Block auf ihren Oberschenkeln und schreibt einen Brief an Keine und Keinen. Denn ohne Publikum kann sie nicht. Mindestens vorstellen muss sie sich eines, doch unerwartet unbeholfen bleibt dieses Schreiben, dem die Heimat der Zeit, des Ortes und der Menschen fehlt und Mothersoul fragt sich, ob sie die Kraft und überhaupt den Willen hat und aufbringt, ein neues Zuhause zu erschaffen und es mit Liebe und Leben zu bevölkern (quasi als 1-Personen-Volk, inklusive Richter und Henker) oder ob sie zurück kehren sollte in die entweihten Räume, wo Keiner und Keine über die Jahre zu vertrauten Größen geworden waren, die Tag für Tag hinter dem Gartenzaun oder vielleicht sogar am Fenster standen und in das Puppenhaus hineinschauten, bis drinnen die Lichter ausgingen, wo aber plötzlich Dieser und Jene mitten im Zimmer stehen, nachdem ihnen ihre Tarnkappe entrissen wurde, und schamlos jeden Schritt Mothersouls abfilmen.

Das Dilemma: der neue Ort ist ein Raum ohne Echo. In dem alten Salon sitzt die halbe Sippschaft auf der Bettkante, wenn der Bekannte und ich zur Nacht uns küssen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: diada, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

30 Kommentare zu “über Bande

    • Sobald die Frage geklärt ist (innerlich), ob ich nun dauerhaft in die Neubaubutze einziehe oder hier zensiert oder unter Absingen obszöner Lieder weitermache, werde ich bekannt geben was wo und wie. Natürlich verklausuliert oder backstage.
      Mir in das derzeitige Domizil zu folgen lohnt noch gar nicht. Ist hässlich dort. Seelenlos.

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      • Liebe tikerscherk, notfalls singe ich auch öffentlich obszöne Lieder, aber es geht nicht, daß die Arschlöcher gewinnen. DAS lohnt nicht, nie.
        Nicht, daß ich Sie nicht zu verstehen glaube…
        Ihre Texte sind buchstäbliche Großzügigkeit und ich bin froh und dankbar, daran teilhaben zu dürfen. Mir würde schlimm was fehlen, wenn das nicht mehr ginge.

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        • Das soll nicht sein, dass Ihnen was fehlt.
          Sollte ich tatsächlich im Neubau heimisch werden, lasse ich alle Interessierten wissen, wo ich bin. (Dich, liebe Verwandtschaft, selbstverständlich ausgenommen).
          Falls nicht, werde ich hier solange Tantenbashinng betreiben, bis niemand von denen mein mehr Blog lesen mag.

          Gefällt 3 Personen

  1. Ich denke doch, dass es möglich sein sollte anonym zu bleiben. Ich verstehe aber auch noch nicht, was so toll daran ist, wenn man die Person dahinter kennt und benennt. Dass ist doch so ähnlich, als würde man das Lied im Kanarienvogel suchen, in dem man ihn aufschlitzt! :-( Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, diesen Blog auf Privat zu setzen, dann könnte der geneigte Leser doch immerhin anklopfen und um Einlass bitten. Wie auch immer. Ich bitte jetzt schon mal um Einlass ins neue Kämmerchen.

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  2. Liebe Tikerscherk, ich möchte dich in „meinem“ Bloghausen nicht missen, dich und deine Texte, die so wunderbar speziell Tikerscherk sind- und so sage ich es wie Pegamund: bitte…
    und ansonsten- tja … Gerda machte einen Vorschlag…
    Herzensgrüsse an dich
    Ulli

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  3. Und Option drei? Ganz und ehrlich darum bitten das jene die deine persönliche Person kennen dir die Privatsphäre geben die dir du (diebadirbadu) wünschst.
    Wer es nicht macht ist eh unwichtig und kann -ähnlich dem Blinddarm – hier überflüssig voyeurisieren und sich drauf einen rubbeln. Sollte es Lebenszeichen geben das sie noch lesen werden sie eben aus dem System (aka Leben) entfernt.

    Ergo: versuch doch einfach dein Heim vom Geschmeiß zu befreien.

    Weißt du, bei mir sind alle die mich kennen zu inkonsistent um auf Dauer hier zu bleiben. Das geht vorbei. Wie die Menschheit.

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    • Das habe ich bereits gemacht und auch eine Zusage bekommen. Es fällt mir schwer, dieser Glauben zu schenken, da ich im Vorfeld bereits mehrfach angelogen wurde…
      Aber letztlich scheint das derzeit die beste Idee zu sein. Einfach so zu tun, als würden diese Menschen (kein Geschmeiß) nicht mitlesen. Ich weiss nur eben nicht inwieweit das gelingen kann. Sogar drei Zwölfjährige wurden schon auf mein Blog geschickt, wie ich erfahren habe. Soll ich jetzt krassen Erwachsenencontent schreiben, so mit allen Körperöffnungen und – säften, damit sie sich ganz von selbst angewidert abwenden…?

      Eigentlich hast Du Recht. Uneigentlich muss ich schauen, was der innere Zensor mit meiner Schreiblaune und der Inspiration macht.

      Danke.

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      • Das wird er eine Weile. Und dann kommt der Moment wo du denkst „well fuck that“. 13 jährige gucken YouTube. Du bist Kuschelkurs dagegen.
        Erinner dich zurück, irgendwann einmal war es komisch mit Publikum zu schreiben.

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  4. Voyeure aus der buckligen Verwandtschaft? Wie sagte man früher: der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand. Nun denn, egal wie Sie sich entscheiden, ich wäre gerne weiterhin dabei. Wer denn außer Ihnen zeigt mir, dass man von möglichen Katastrophen umzingelt sein und trotzdem Mensch und stark bleiben kann.
    Liebe Grüsse croco

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  5. Liebe tikerscherk, das ist so kompliziert! Schon der Versuch, mich in deine Situation zu versetzen, macht mich ganz wirbelig im Kopf. Ich stelle es mir sauschwer vor, den inneren Zensor zu übersehen und frei und authentisch weiter zu schreiben.
    Wie auch immer, ich bin immer noch traurig…

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  6. Offenbar bin ich nicht die einzige auf Heimatsuche. Das Dilemma ist bei mir ähnlich gelagert wie bei Ihnen. Ich kann mich nicht entscheiden. Aber ich würd‘ mich freuen zu erfahren, falls Sie umziehen.

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    • Bei Ihnen auch? Das scheint zu grassieren. Hätte man sich besser doch impfen lassen…
      Ich bin ratlos. Hier sind meine LeserInnen und drüben die gewünschte Anonymität.
      Jetzt geht es halt hier weniger privat zu, was ich sehr schade finde und was mich hemmt.
      Bei Ihnen schon eine Ahnung von einer Lösung in Sicht?

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    • Nun, ich habe ja nur einen Blog, und der wird ohnehin so gut wie gar nicht mehr gelesen. So kann ich dort eigentlich schreiben, was ich will, es kratzt niemandenmehr. Mein Dilemma ist eher: ganz verstummen (das fühlt sich dann an, als ob ich auch gleich verblöden würde …) oder einen WordPress-Blog starten und ein neues Netzwerk aufbauen und dann auch wieder gelesen werden (sooo anstrengend – und überhaupt: Habe ich noch etwas zu sagen?).

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      • twoday geht leider nach und nach unter. Das ist schade, denn aus dieser Ecke kamen und kommen besonders viele interessante Blogs.
        Eine neue Blogheimat bedeutet viel Arbeit, das merke ich auch, jetzt wo ich anderswo versuche ein zweites Standbein zu bekommen. Zu sagen hab ich eigentlich immer weniger, aber ich plaudere gerne udn dafür ist ein Blog mit netter Leserschaft bestens geeignet.
        Vielleicht überlegen Sie es sich udn wechslen zu WordPress. Hier gibt es jede Menge nette Leute. Ein paar kennen Sie ja schon.

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