Auf weiter Flur

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Katze/ Schnee und gepolsterte Kinder im Weiß,  wie Kosmonauten, denen wir uns anvertrauten, als wir noch im Flur in Ketten lagen und robbend uns fortbewegten, robbengleich. Die Flur nur eine Türe weiter.

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Wir raufen uns, die Haare, miteinander und  zuammmen. Mal so, mal so.
Wenn ich die Wahl hätte: alles bis auf deinen Humor (hihi). Frustration und Alltag.
Sich bedeckt halten voreinander,  gegenseitig.
Grenzen umfahren. Grenzen umfahren.

Seit dem Morgen Kopfstrobo. Migräneflimmern. Schielen wie 1000 Mann, nannte es die Mutter. Ein neues Jahr und sie schweigt, wie gewohnt. Doch kaum fehlt die Mutwilligkeit, fehlt auch die Wutwilligkeit. Sie ist tot.

(Der Tod ist doch etwas so Seltsames, daß man ihn, unerachtet aller Erfahrung, bei einem uns teuren Gegenstande nicht für möglich hält und er immer als etwas Unglaubliches und Unerwartetes eintritt. Er ist gewissermaßen eine Unmöglichkeit, die plötzlich zur Wirklichkeit wird. Und dieser Übergang aus einer uns bekannten Existenz in eine andere, von der wir auch gar nichts wissen, ist etwas so Gewaltsames, daß es für die Zurückbleibenden nicht ohne die tiefste Erschütterung abgeht)

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Wir robbten über den Flur, in den, durch den Spalt der Kellertüre, manchmal und wenig Licht nur fiel. Ein schmaler Streif. Der Kosmonautenführer feilte und der Geruch der winzigen Späne stieg in die trockenen Nasen uns, wenn die Spalten der Dielen wir berochen und die Ohren sich drehten nach dem Grund.

Unpassend war unser Leben. Unsuitable.

Als die Arbeit beendet, entließ man  uns in das große Quadrat.
Erst dort gingen wir verloren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: Michael Biech, From Beneath The Door, flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/

7 Kommentare zu “Auf weiter Flur

  1. Ein wenig vemisse ich die Zeiten, als Teppichschlingen noch gigantisch groß erscheinen konnten, Staubmäuse faszinierende Strukturen bildeten und der leise Gedanke winzigen Völkern könnten diese wie jene als Heimstatt dienen vergnügliche Aufregung bescherte.

    PS: Das Zitat kommt in meine Klammersammlung – merci bien.

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    • Diese Zeiten vermisse ich auch. Damals musste man noch gegen Spinnen kämpfen und ihnen den Speer durch den Bauch jagen, damit sie einen nicht fraßen. In den Gardinen saßen die kleinen Schelme und ließen sich von dem kleinen Luftzug schaukeln, der von draußen hereinwehte und der die Staubflusen und die Welten darin sachte über den Boden bewegte.

      Vergnügliche Aufregung eben (schön gesagt, danke)

      Gefällt 1 Person

      • Genau! Das Damals, als Unglücke vielleicht noch abgewendet werden konnten, indem bestimmte Farben auf Teppichen (Modell: Perser o.ä., böse Farben: wahrscheinlich voller Schlangen) und sowieso die Ritzen zwischen den Gehwegplatten (bodenlose Untiefen) als unbetretbar galten und als lange Vorhänge und ein Buch vor der Nase noch wirksame Verstecke waren. Gullivers Reisen, ich habs geliebt, mich in Relation sehr klein oder sehr groß zu fühlen.

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  2. Der Tod ist in der Tat was Seltsames. Oft kommt er zu unpassender Zeit, drängelt sich vor, bisweilen ist er sogar ungedudig, oft in Eile. Man wundert sich; dann wieder dieses Zeit haben, als wenn das so wichtig wäre. Passend kommt er nie, wie wohl man sagen muss, er kommt. Insofern ist dann doch auf ihn Verlass. Unglaublich.

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