Das Elixier des Untergangs

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Viele Jahre noch waren die Umrisse der Buchstaben auf der Hauswand zu lesen, bis sie im Zuge einer längst fälligen Sanierung, übertüncht wurden. Bis dahin schienen sie niemanden gestört zu haben. Sie gehörten so selbstverständlich zu unserer Welt, wie die Sonnenapotheke, die Schneiderei Stanco, das griechische Restaurant Epidaurus oder der Feinkostladen Wagenbach.

Natürlich hatte ich keine Ahnung, was dieses Wort, das sich über dem Eingang des kleinen Eckgeschäftes abzeichnete, bedeutete oder einmal bedeutet haben mochte, denn die Zeit der Kolonien war lange vor meiner Geburt vorbei und die Vergangenheit ließ man ruhen. Kolonialwaren klang für mich nach kniehohen, geschnitzten Elefanten aus dunklem Holz, nach kreisrunden Sitzkissen, gefertigt aus verschiedenfarbigen Lederstreifen, nach kleinen Figürchen aus Elfenbein oder Ketten aus bunt bemalten Holzperlen, nach Dingen also, die in meiner Familie als Tinnef galten und deswegen verpönt waren,

Der Mann meiner Urgroßtante war irgendwo in Afrika Missionar gewesen, eine Tätigkeit, von der ich keine rechte Idee hatte, die ich mir aber ähnlich der des Kolonialherren vorstellte, der teetrinkend auf seiner hölzernen Veranda saß und von dort zufrieden seine Ländereien überblickte, wo barfüßige Menschen mit dunkler Hautfarbe schwere körperliche Arbeit verrichteten und dabei ihre Lieder sangen.

Zuhause in Seckbach tranken wir Kinder Kaba, den Plantagentrank, und spielten „Gott hat Wut“, indem wir Inseln des braunen Pulvers in unser Milchglas löffelten und diese dann durch beherztes Umrühren versenkten. Mit Genuss tranken wir in großen Schlucken das Elixier des Untergangs und atmeten dabei laut in unsere beschlagenen Gläser.

Gone

(Die Tochter einer Freundin verbrachte die Sommerferien am Mittelmeer. Baden mochte sie nicht darin. Wegen der vielen Flüchtlingsleichen).

Bei der Drogerie Strecker am Atzelberg kauften wir unsere Schulhefte. Die Lakritzstangen und das Bounty besorgte ich mir beim Kaiser´s Supermarkt am Platz. Besorgen bedeutete: das Bounty bezahlen und die Lakritze im Schaft der Gummistiefel verschwinden zu lassen, die wir Geschwister, aus pragmatischen Überlegungen der Mutter, fast ganzjährig trugen und die uns im Sommer schwitzige und im Winter eiskalte Füße bescherten. Ich erinnere mich gut an einen verschneiten Sonntag, an dem ich mit einer Freundin und deren Mutter im Taunus wandern war und mich einen Großteil des Weges auf allen Vieren fortbewegen musste, weil meine Gummistiefel derart abgelaufen waren, dass es mich nicht auf den Beinen hielt. Beim Fuchstanz angekommen aß ich eine dicke grüne Erbsensuppe, die mir so gut schmeckte, wie kaum je wieder eine Suppe in meinem Leben. Seit diesem Tag, so bilde ich mir ein, habe ich kalte Füße.

Um auf die Schnelle an Süßigkeiten zu kommen, gab es das Kiosk auf der anderen Seite der dichtbefahrenen Hauptstraße. Meine Mutter schickte uns beinahe täglich dorthin, zum Zigaretten oder Apfelwein holen. Da mein karges Taschengeld nicht ausreichte um mein Bedürfnis nach Zucker zu stillen, schlüpfte ich an manchen Tagen, vor Verlassen des Hauses, noch schnell in das Arbeitszimmer meines Vaters und bediente mich dort an seiner Kleingeldschublade, deren Inhalt sich niemals zu verringern schien, ganz gleich wie oft wir Kinder hineingriffen. Irgendwann, Jahre später, gestand ich ihm meine wiederholten Aneignungen, die ich mir stets zurechtgelegt hatte als „Reste verbrauchen“. Mein Vater zuckte nur lächelnd mit der Schulter. Jede andere Reaktion hätte mich erstaunt. Mein Papa.

Vor dem Kiosk, das wir Wasserhäusche oder Budchen nannten, standen biertrinkende Männer und riefen gegen das Tosen des Verkehrs an. In ihren lautstarken Unterhaltungen ging es meist um die Eintracht, das Wetter, die steigenden Benzinpreise oder die Temperatur ihrer Getränke. Sobald eine Frau vorbeiging verstummten sie und schauten ihr hinterher. Wir Kinder wurden von den älteren Herren geradezu herzlich begrüßt und nachdem wir unsere Einkäufe erledigt hatten, gaben sie uns Grüße für die Eltern mit auf den Weg. Manchmal forderten sie mich zu einer Partie Flaschenwerfen heraus. Dazu stellten wir uns alle etwa zwei Meter vom Wasserhäusche entfernt auf und versuchten die kleinen Schnapsflaschen, die sich im Laufe des Tages auf den Stehtischen angesammelt hatten, in den Papierkorb mit der Aufschrift Schöller  zu werfen, um den herum die wilden Wespen kreisten.

Die Tüte mit dem Süßkram, die ich mir hatte zusammenstellen lassen, reichte für einen ganzen genüßlichen Nachmittag in meinem Einbauschrank unter der Dachschräge, der sogar über eine Steckdose in seinem Inneren verfügte, so dass ich dort Musik mit meinem Kassettenrekorder hören konnte. Jedes zweite Gummiteil schmeckte nach Nkotin, denn der Kioskbesitzer war Kettenraucher und er pflegte die Süßwaren, der Einfachheit halber, statt mit der Zange, mit den bloßen Händen aus den bunten Plastikboxen zu pfriemeln. Uns Kinder störte das nicht weiter und unsere Eltern wussten noch nichts von Feinstaub. Sie rauchten im Auto Zigarre und Zigaretten, derweil wir drei hinten im Fond über Übelkeit klagten. Glücklicherweise halfen die Reisetabletten und die zu unserer Beschäftigung ausgeteilten Tim-und-Struppi-Hefte dagegen und so waren wir alle halbwegs zufrieden. Nur meine Schwester musste sich manchmal, trotz aller Vorkehrungen, erbrechen, wofür ihr meine Mutter entweder eine Tüte nach hinten reichte, oder wir an den Straßenrand fuhren, damit sie in den Graben speien konnte.

Üblicherweise ging meine Mutter zu Moni´s Frisierstubb, um sich die Haare machen zu lassen. Manchmal aber strebte sie nach Höherem und suchte zum Strähnchenmachen den Friseur in dem großen Einkaufscenter auf, bei dem sich auch Toni Schumacher die Vokuhila-Matte zurecht schneiden und fönen ließ.

Am Eingang des Hessencenters wurde jedem von uns eine Aufgabe (nutella, Kaba, Golden Toast, Grafschafter Goldsaft, Pflaumenmus von Sonnen-Bassermann, Vitam R ) zugeteilt, und mit einem Blick auf die Uhr (Uhrenvergleich!) wurden wir losgeschickt, die uns aufgetragenen Besorgungen zu erledigen. Zu einer vorgegebenen Zeit hatten wir uns allesamt wieder an der Kasse des toom-Marktes einzufinden, wo mein Vater schon voller Ungeduld auf uns wartete und mahnte. Wer auf die Minute pünktlich kam, war aus seiner Sicht ein unpünktlicher Hallodri. Fünf Minuten vor der Zeit ist die rechte Pünktlichkeit.

Das akademische Viertel galt nur für die Abendeinladungen meiner Eltern, bei denen meine Mutter, nach stundenlanger Vorbereitung, im Staate einer Königin das Haus verließ und wir Kinder ihr nachwinkten, bis das Funkeln ihres Krönchens sich in der Dunkelheit verlor.

 

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Dieser Text ist ein Beitrag zu Jules van der Leys  Blogparade „Die Läden meiner Kindheit. Ein literarischer Ausflug in eine versunkene Alltagskultur“.
Lest bitte unbedingt auch die Texte der anderen Teilnehmer. Perlen!

 

 

 

 

 

Bild: Sludge G., Kolonialwaren Doorway, Solingen-Gräfrath,  flickr
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

53 Kommentare zu “Das Elixier des Untergangs

  1. Pingback: Die Läden meiner Kindheit – Neue Beiträge

  2. Eine absolute Perle ist auch dein Erinnerungstext, liebe Tikerscherk. Schon der Aufmacher, das Foto mit der Jugenstilschrift, ist mir eine Freude. Dann euer Spiel „Gott hat Wut“, dessen Ablauf ich genau vor Augen habe, denn Kaba war neu in meiner Kindheit und verhielt sich in kalter Milch anders als der immer klumpende Kakao. „Gott hat Wut“ hätte ich das Spiel auch nennen können, das ich bis ins Erwachsenalter in der Badewanne gespielt habe, wenn das Wasser langsam stieg und die fiktiven Weltreiche auf meinen Knien oder Oberschenkeln überflutete. Leider glaubte ich schon früh nicht mehr an Gott. Was aber die kalten Füße betrifft, ich habe keine Frau gekannt, die nicht darunter litt, und sie haben gewiss nicht alle als Kinder mit Gummistiefeln durch den Schnee laufen müssen. Schön ist auch das Szenische am Wasserhäusche. Zum Schluss das funkelnde Krönchen deiner Mutter, dem ihr Kinder nachwinktet, bis es sich in der Dunkelheit verlor, ist so ein schönes Bild und malt von deinem Verhältnis zur Mutter ein deutlich anderes als in deinen anderen Texten. Du musst sie ob ihrer Schönheit bewundert haben. Danke für deinen Beitrag. Er ist ein Schmuckstück unserer Sammlung.
    Lieben Gruß,
    Jules

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    • Danke, lieber Jules, für Deinen warmen Kommentar und vor allem auch für das schöne Schreibprojekt!
      Nach nochmaligem Durchlesen habe ich festgestellt, dass ich das falsche Posting, nämlich die unkorrigierte Rohversion, veröffentlicht habe, während die korrigierte, zwei Fenster weiter,schon unruhig mit den Hufen scharrte. Jetzt sollten die Fehler weitestgehend behoben sein.

      Die Beziehung zu meiner Mutter war immer ambivalent. Ich liebte und bewunderte sie und hatte zugleich Angst vor ihr. Eigentlich endete der Text damit, dass das Kindermädchen Elvira uns, kaum, dass die Eltern verschwunden waren, in den feuchten und dunklen Keller sperrte, um selbst das Tanzbein schwingen zu gehen. Dieses Ende fand ich aber so traurig, dass ich mich entschloss es zu löschen und meine Mutter mit funkelndem Krönchen aus dem Bild schreiten zu lassen.

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      • Gerne. Beide Varianten sind ja wie filmisches Abblenden, die hier lässt den Leser aber gedanklich im Keller zurück und wirft einen ganz neuen Aspekt auf. Deshalb hast du klug entschieden.
        Mir waren beim Lesen deiner Rohfassung fehlende Satzteile aufgefallen, ich dachte aber, dass du nach der Veröffentlichung noch sorgfältig liest und Fehler tilgst. So mache ich es nämlich, denn ich brauche die Transformation in die Blogfassung und entsprechende Schrifttype, damit ich meine eigenen Fehler besser erkennen kann.

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    • … die im Badewasser versinkenden Körperteile (Weltreiche) kenne ich auch. Ich war dann aber der Wal, der endlich zurückfindet ins rettende Nass. Um das Beinahe-Ersticken des Riesensäugers zu simulieren hielt ich die Luft an, bis endlich ein vorher festgelegtes Körperteil vollständig vom einlaufenden Badewasser überflutet war, um dann japsend und ehrlich erleichtert aufzuatmen.

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    • Ich habe sehr kleine Füße, dafür, dass ich eine so große Frau bin. 38 nämlich. Um aber nicht auszusehen, als hätte ich mir die Zehen amputieren lassen trag ich 41, wie es sich für eine Frau mit 1,80 m gehört.
      Motorradstiefel stünden mir bestimmt sehr gut, aber ich trage ausschließlich Wildleder, weil mir alles andere zu hart und unbequem ist. Gibt´s die Boots auch in weich?

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      • Geb nie einer Frau Tips für ihre Garderobe! Beziehungsgrundgesetz Art.1 §§ 1.a

        Also…ahem… Motorradstiefel und Wildleder schließen sich sozusagen aus. So ähnlich wie Reifen aus Holz oder Motoren aus Kunststoff. Motorradstiefel sollten wenn nur irgend möglich auf festem, wassundurchlässigem Leder sein. Wildleder sieht wunderschön aus, würde Dir ausgezeichnet stehen, ist aber bei Nässe eher kontraproduktiv. Weich bekommt man Leder mit viel tragen und Lederfett. Lederfett, kein Spray oder Schuhchreme! – und wenn das noch so einfach erscheint. Dann ist das beinahe so weich wie Wildleder.

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        • Ich bin sehr dankbar für jeden Bekleidungstipp von Männern. Es ist nämlich zufällig so, dass ich Männern ganz gerne gefalle und deswegen auch liebend gerne dazulerne. Nur bin ich leider derart verweichlicht, dass allein der Gedanke wochen- oder gar monatelang superharte Lederbotten tragen zu müssen, mir beinahe alle Kraft raubt. Und die Geräusche, die diese Schuhe machen – quietsch quietsch knarz knarz! Wie soll ich da noch elfengleich und anmutig rüberkommen? Könnte ich mit dem Lederfett nicht einfach meinen Gürtel einreiben und ansonsten weiche und leichte Wildlederstiefel mit Fellfüllung tragen und zusätzlich beheizbare Strümpfe? Vielleicht gar Netzstrümpfe, die in Wahrheit aus Heizdrähten bestehen? Könntest Du sowas nicht mal erfinden?

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      • Beheizbare Netzustrümpfe! Das ich da von selber drauf gekommen bin! Bitter – wieder eine Erfindung, mit der ich ein Vermögen gemacht hätte, die aber zu spät kam. Genau wie mit der Taschenlampe mit Solarantrieb.
        Das hatte ich natürlich vergessen, Deine Elfenanmutung und die Gefallsucht. Ich hatte wohl Tochter1 vor Augen, die auch mit Badelatschen klingt wie eine Kampfeinheit der Fremdenlegion. Quietschen tun Schuhe übrigens nur dann, wenn sie noch nicht bezahlt
        sind. Was wären wir ohne den Volksmund.

        Jetzt fühle ich mich wieder ertappt ja nicht nur der gemeine Mann, sondern alle Menschen, die ihre eigenen Vorlieben auf die Nächsten projizieren. Was mich betrifft, so finde ich ja Tank-Girl in modischer Anmutung und Auftritt sehr apart. Dabei ist Ihr ausgesuchtes Schuhwerk praktisch und fast unzerstörbar und unterstreicht dabei ihren Charakter auf das Vorteilhafteste.
        Wenn Du Dich nun so eloquent gegen meinen Vorschlag sträubt, frage ich mich, ob ich die ganze Zeit vielleicht eine unzutreffende Vorstellung von Dir hatte.

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        • Du sollst Dir kein Bildnis machen, liebes Pantoufle. Ich trage fast ganzjährig knöchelhohe Chucks und war früher der Prototyp von Tankgirl. Mit den Jahren sind aber meine Füße immer empfindlicher geworden udn so habe ich mich vom Panzer zur Katze entwickelt.

          Die Idee mit den beheizten Netzstrumpfhosen schenk ich Dir ;)

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  3. Der gute Milchmann Zeiss, der die Milch brachte, anfangs noch per Pferd, später mit dem Lieferwagen. Bei dem bekam man brausestäbchen für 1 Pf. und brausestäbchenbruch für viel weniger
    Das Pferd bekam bei ihm das Gnadenbrot und wurde wöchentlich vom ansässigen Augenarzt per Hausbesuch behandelt.

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    • Wir wollen unseren Kaiser Wilhelm wieder haben!

      Gab es damals auch schon den Metzger Völp und die Bäckerei Schaan? War Das Rad schon erfunden und die Lohrbergschänke bereits eröffnet?
      Der reitenden Milchmann jedenfalls ist eine Sensation!

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    • Mir kam das ganz normal vor. So, wie ich auch dachte, dass jeder weiß, was eine Wutz, ein Knäuschen oder ein Appelkrotze ist.
      Später in Berlin lernte ich, dass Kreppel Pfannkuchen heißen. Das war eine harte Landung.

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    • Das freut mich, danke!

      Dazu kannst und sollst Du bitte einen Beitrag beisteuern. Über den Link kommt Du zu Jules Blog udn den velen anderen Geschichten. Natürlich bin ich sehr gespannt, was Du aus Frankfurt (?) zu berichten hast.

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  4. Ich kann mich an diese Erinnerungsspatziergänge, zu denen Jules aufgerufen hat, gewöhnen.
    Es sind schon einige, die ich gelesen habe und ich könnte noch einige mehr vertragen.
    Besonders solche wie den hier. Kein Spaziergang, sondern eine ganze Reise.

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  5. Sehr guter Text ….! Und so ein seit Jahrzehnten rumnölender Jammerlappen wie Dylan bekommt den Literatur-Nobelpreis …tz tz tz .

    Erinnert mich an meine Kindheit am Checkpoint Charlie und in der Dieffenbachstraße im Urban-Kiez. Muß ich mal was zu machen.

    Danke für die kleine Reise in die Vergangenheit

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    • Eigentlich war es nicht so schlimm.
      Damals gab es noch Drachen und hinten im Hof der Freundin standen unsere Pferde, mit denen wir an den Säusee ritten, wo wir Lurche suchten und niemals fanden. Es war eine friedliche Zeit, solange ich nicht Zuhause war, und das war ich selten.
      Meine Mutter war die Königin von Seckbach und wir Kinder durften ihr, wenn sie gut gelaunt war, ihre Schleppe tragen.
      Nun st sie tot, die Königin, und mit leeren Händen gehe ich durchs Leben und greife nach allem, was mir in den Weg kommt. Nie wieder habe ich einen so weichen Stoff, wie den ihrer Schleppe gefühlt.

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  6. Lese mich gerade nach und nach durch das Projekt von Jules. Dein Beitrag macht mir gerade besonders viel Freude. Viele Deiner Erinnerungen sind mir sehr nah. Vermutlich weil ich viele Wege auch gegangen bin. Könnte daran liegen, dass ich meine Kindheit ebenfalls im Hessenland verbracht habe.

    Danke für diesen lesenswerten Beitrag
    San

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  7. Oh, ist das klasse. Dein Text natürlich, aber die Idee von Jules überhaupt. Was da ein Schwarm Erinnerungen auftaucht! Und jetzt, als Erwachsene, sehe ich überhaupt erst, wozu meine Ladenbesuche als Kind gut waren. (Und ich ahne, was Kinder heute verpassen, wenn sie nur Supermärkte mit Quengelware an der Kasse kennen.)
    Haha, und bei Dir lese ich, wie Dorf und Stadt unterschiedlich gewesen sein müssen – so viele Geschäfte gab es nicht auf dem Lande. Trotzdem kannte wohl Dein Viertel Dich wie mich mein Dorf.

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    • Jetzt sehe ich, dass meine Replik an Dich irgendwie abhanden gekommen ist. Das Projekt von Jules läuft noch.
      Ich bin zwischen Dorf und Land aufgewachsen, es gab tatsächlich noch den Milchmann, der die Milch ausfuhr, udn den kleinen Schreibwarenladen, der so gut nach altem Papier roch. Genau so gab es aber auch den Supermarkt (dessen Filialleiter man aber immerhin namentlich kannte) und das große Einkaufszentrum.
      Mein Viertel kannte uns Kinder, weil man meinen Vater kannte, und die Buschtrommeln meldeten unsere Verfehlungen auf dem Schulweg, noch ehe wir nach Hause zurück gekehrt waren.

      Schreibst Du auch etwas für dieses Projekt? Das wäre schön!

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      • Haha, das kenne ich! Wenn ich auf dem Heimweg die Frau Krieg nicht gegrüßt hatte, wußte meine Mutter das, wenn ich an der Tür klingelte … Geschrieben hab ich schon; geht ja kaum anders, bei dem Thema. (Ich brüte übrigens auch noch über Deinem – du erinnerst Dich? – Projekte „handgeschrieben“; aber das dauert noch. .))

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    • Entdecke gerade Ihren Kommentar im Spam, wo er keinesfalls hingehört. Ich hätte n8cht gedacht, dass diese Allmachtunterrührerei ein „normales“ kindgemäßes Verhalten ist. Meinem Grosvater, dem Pfarrer, taten unsere blasphemischen Spiele regelrecht weh.

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  8. Habe gerade mit einem alten Berliner Freund über diesen Pferdekutschen-Typen in den 50´er und 60´er Jahren gesprochen, der mit einer großen Bimmel auf der Kutschenbank saß und immer brüllte „Brennholz für Kartoffelschalen ….“

    Wer ihm die gesammelten Kartoffelschalen brachte, bekam eine gute handvoll Anmach- bzw. Brennholz dafür.

    Horst Bosetzky hat ein ganzes Buch darüber geschrieben und ich hab gar nichts darüber. Nur meine Erinnerungen … und ein paar Photos im Netz .

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