Traubentod

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In dem Kriminalroman, den ich schriebe, wenn meine Phantasie für derart fiktionale Texte ausreichte, ließe ich die dicke goldene Traube auf den Kopf einer alten Frau, oder besser noch eines kleinen Kindes stürzen. Das Kind wäre die Tochter oder der Sohn einer im Orte nicht besonders gut gelittenen Person. Leider würde das Kleine den Unfall nicht überleben. Doch halt, war es wirklich ein Unfall?, früge sich die zuständige Kommissarin, die mit dem (katholischen) Pfarrer des Ortes liiert wäre.
Am Ende, soviel weiss ich schon, war das ganze eine Falle der ehemaligen Haushälterin des Pfarrers und ihres Komplizen. Doch was genau das Motiv der beiden war und wie das alles zusammenhängt, weiss ich leider nicht.

23 Kommentare zu “Traubentod

    • Danke :)
      In dem Haus mit der Traube wohnte Ödön von Horvarth eine Zeitlang.
      Er wurde nach seiner Flucht aus Deutschland auf den Champs Elysees von einem herunterstürzenden Ast erschlagen. Daran musste ich denken, als ich vor der Hypovereinsbank, die inzwischen in dem Haus eine Filiale hat, stand, und ich stellte mir vor, wie der Frieden des Ortes aus den Fugen geriete, wenn ein stadtbekannter Mensch (der Bankdirektor?) von der Traube erschlagen würde.
      Warum ich was mache und schreibe weiß ich eigentlich nicht so genau.
      Ich glaube ich wollte den Text einfach ins Hier und Jetzt holen und sozusagen real werden lassen, damit die werte Leserschaft mit mir gemeinsam die Geschichte zuende spinnt.

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      • Ah, jetzt versteh ich. Rein als runder Text würde mir der Konjunktiv-Komplett besser gefallen, aber so hast Du mich überzeugt. Auf Horvaths Tod wollte ich fast schon selbst drauf hinweisen, aber dass er in dem Haus gewohnt hat – nochmal herrlich. Tragisch-komisch finde ich Gaudís Tod (dem Architekten der Sagrada Familia): von einer Straßenbahn überfahren und dann für einen Penner gehalten …
        Liebe Grüße!

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        • Armer Gaudì.
          Ich las die Tage von einem brasilianischen Soap-Star, der ertrunken ist. Jeder der am Unglücksort vorbeikam, hielt seine Hilferufe und die seiner ebenso bekannten Kollegin für Teil eines Drehs, zumal er kürzlich in der Soap wohl auch schon ertrunken war. So kam es, das niemand half…
          Die Badestelle gilt als besonders gefährlich. Jedes Jahr finden dort Menschen den Tod.
          Könnte man auch eine Geschichte drüber schreiben…

          Lieben Gruß zurück!

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  1. Das schreit natürlich nach einem eifersuchtsdrama.
    Das Kind war der Grund, weil sich die im Dorf ungelittene Person vom Priester getrennt hatte.
    Die im Dorf ungelittene Person ist der zugezogene Kollege der Kommissarin. Dem war die Liäson mit dem sexuell unentschiedenen Priester zu gewagt und also hat er sich einer Dame zugewandt und selbige geschwängert. Der Priester hingegen, hatte für den neuen Kommissar seiner Haushälterin den Laufpass gegeben. Jene hat also, weil sie dem Priesterlover nicht schaden wollte, immer auf eigene Kinder verzichtet. Nun, da sie in den Wechseljahren ist, hat sie leider ihren ganzen Frust am unschuldigen Kind ausgelassen, wobei sie eigentlich die Neue des Kommissars hat treffen wollen.

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  2. Der Priester war vor seiner Geschlechtsumwandlung eine stadtbekannte Lesbe, die zeitlebens gemobbt wurde von der intoleranten Dorfgemeinschaft. Die Haushälterin war schon immer ihre/später: seine heimliche Freundin. Sie überlegten, wie sie weiter miteinander leben konnten, ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Eine von beiden ließ sich umoperieren, studierte Theologie und richtete sich im Pfarrhaus einen illegalen Darkroom ein. Alles hätte so weitergehen können, wenn nicht plötzlich die schöne Kommissarin in die Stadt versetzt worden wäre. Das Unglück nahm seinen Lauf: BEIDE verliebten sich in sie, aber der Priester machte das Rennen.

    Der zugezogene Kollege war kurz davor, alles zu entdecken und öffentlich zu machen. Denn auch er liebte den Pfarrer. Dennoch war das Kind war nur zur falschen Zeit am falschen Platz, den Trauben waren schon seit längerer Zeit ein paar Schrauben locker, aber wegen der angespannten Haushaltslage konnte kein Reparaturdienst verpflichtet werden.

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  3. Wann passiert der Unfall? Morgens? Muß die Kommissarin erst aus dem Bett des Pfarrers geholt werden? Oder Tags, sie steht 5 Meter daneben? Wer findet überhaupt die Ursache heraus? Die Polizei? Oder der Praktikant beim Bauamt? SIeht der gut aus, ist arm und begehrt trotz Karohemd? Oder ein Schnösel-Berufssohn der sich seine Anerkennungen mit Geld&Sportwagen kauft? DIe Elternperson stelle ich mir auch vielschichtig vor: Eine unkündbare Beamtenstelle, oder doch underdog, die aus dem Amt gejagte Lehrerin, die in einer verfallenen Hütte am Dorfrand hausen muß?
    Wichtig: Leiden Potenz und Attraktivität des Pfarrers unter den Ereignissen? Oder haben wir den weltfremden Philosophen, der Helfersyndrome provoziert, so daß jeder, der ihn kennt, zur Sicherheit in seinem Bett bleibt, damit man morgens kontrolliieren kann, ob er den Herd angelassen hat? Dürfen wir uns mithin einen Georg Gänswein vorstellen oder eher einen pfelgebedürftigen Tattergreis?
    Ich fände eine Unfall am hellichten Tag gut. Erst ein sattes, matschiges Plopp, dann klong, klong rolt die Traube ein wönziges Stück über den Asphalt. Das Kind entrückt und seltsam unversehrt.Vielleicht nur ein kleines Blutrinnsal aus der Nase, aber nur wenn’s farblich zum Oberteil paßt. Dann ein Schrei, kurze Hektik. Und schon stehen alle im Kreis und täuschen Gefühle vor. Alles was Rang und Namen hat und die Gefolgschaft. Also lieber SOnntag Mittag nach der Kirche. Und an der Traube sind für alle deutlich die Sabotagespuren sichtbar. Dann braucht’s auch keinen Praktikanten vom Bauamt mehr. Die Kommissarin ist frustriert, weil sie grad ne Woche weg war auf Lehrgang mit 20 Vollhorst-Kollegen, und hatte sich auf einen gemütlichen Nachmittag mit Herrn Pfarrer gefreut….

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  4. Und was für eine Rolle mag der Gärtner wohl in diesem Krimi spielen? Hat der Bock den Salat der Nachbarin gefressen? Hatten die Trauben Mordabsichten? Aldis und viele weitere spannende Fragen stellen sich…
    Bitte schreib einen echten tikergescherkten Krimi… ich glaube an dich, du kannst das!!!👌✨
    Sonntagsgrüße von der Fee✨

    Gefällt 3 Personen

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