Setzen, sechs

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Ein Aufkleber, platziert auf dem Außenspiegel eines asozial auf dem Radweg parkenden Autos, stellt keine Sachbeschädigung dar.

Was aber, wenn ich in obiges Graffito das fehlende Komma einfügte?
Wäre das dann Sachbeschädigung oder stellte dies eine Wertsteigerung der Immobilie dar?

Für fachkundige Auskünfte bin ich dankbar.

42 Kommentare zu “Setzen, sechs

  1. WEnn Du sprühst, dann machst Du Dich dem Hauseigentümer anteilig einer Sachbeschädigung schuldig. Weil Du ja auch an seine Fassade gesprüht hast.

    Und Du machst Dich dem Spüher gegenüber in gleicher Weise schuldig. Denn Du hast mutwillig sein Kunstwerk verändert. Er hat aber Recht darauf, dass das von ihm geschaffene Werk unverändert und unbeschädigt bleibt.

    Denk an das „Kreuzworträtselbild“ im Neuen Museum Nürnberg. Das sollte Deine Frage beantworten.

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    • Hab´s bei Dir neulich gelesen.
      Hieße der Sprayer z.B. Banksy, käme kaum einer (noch) auf die Idee an dem Kunstwerk herum zu pfuschen. So aber wird es evtl. eine Gemeinschaftsarbeit von Anonym & tikerscherk sein und jede Menge Ärger bringen. Schade.

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  2. Ich glaube, die Eigentumsrechte eines Hausbesitzers stehen weit über den amtlichen Orthographieregeln, zumal sie nur in Behörden, Schulen und Universitäten verpflichtend sind. Also wäre ein eingefügtes Komma (und ein Apostroph) als zusätzliche Sachbeschädigung zu werten. Allenfalls könnte man argumentieren, dass jeder, der Schrift im öffentlichen Raum platziert, zumindest die moralische Verantwortung gegenüber Kinder und Jugendlichen hat, für ein orthographisch korrektes Graffito zu sorgen, wenn er es nicht beizeiten entfernt. Denn Fehler prägen sich ein.
    Wärst du jetzt durch den Fehler vom Straßenverkehr abgelenkt worden und verunfallt, (was Gott verhüten möge), könnte man dem Hausbesitzer vielleicht Gefährdung der öffentlichen Ordnung. Wenn aber das vor Gericht Bestand hätte, würde ich fragen, was man da so raucht.

    Beste Grüße!

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    • Aber: Man oder frau könnte den Hausbesitzer fragen, ob er an einer regelkonformen Korrektur, etwa mit roter Farbe, interessiert wäre, solange bis er das Graffito entfernen lassen wird. (Ich meine, am End‘ gefällt es ihm so gut, dass er es stehen lässt?)

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      • Wenn ich Glück habe heisst der Hausbesitzer Jamir und ist ohnehin betrübt über die Einbettung seines Namens in (dadurch auch inhaltlich) fehlerhafte Sätze. Möglicherweise macht er mit einen Heiratsantrag, weil ich so empathisch bin, und künftig lade ich die Nachbarschaft zum solidarischen Sprayen ein: R94 bleibt!

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    • Gute Idee, doch neulich hab ich mal Kreppband von meinem Türrahmen abgezogen, weil ich es mir anders überlegt hatte und nun doch nicht malern wollte (hatte schon alles vorbereitet). Der Türrahmen liegt nun dort, wo das Band klebte, blank.
      Will sagen: nicht mal auf die Friedfertigkeit von Krepp ist mehr Verlass.

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  3. ‚…Ein Aufkleber, platziert auf dem Außenspiegel eines asozial auf dem Radweg parkenden Autos, stellt keine Sachbeschädigung dar…‘

    Stimmt das? Ich hätte jetzt vermutet, es wäre genau das.

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    • Ich würde das als zwanghaft bezeichnen: da ist ein Fehler und ich kann nicht anders, als ihn in Gedanken (und am liebsten auch so) zu korrigieren.

      Oder wir nennen es: Plaudern mit Blognachbarn

      (Ich bin schon 1,80 m. Größer muss nicht)

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  4. Ach, wenn einer mal statt dem üblichen Anarcho-Scheiß eine so schwungvolle, lebensbejahende Parole sprücht, dann kann man doch über einiges hinwegsehen. (Einiges jetzt groß oder klein?:-)
    Und seit ich weiß, dass auch Kafka seine Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung hatte, weiß ich, dass ich den Titel für meinen Blog richtig gewählt habe!

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  5. Wieso eigentlich „sechs, setzen!“? Ich denke, der Satz ist versuchte Satire oder Folge des Konsums falscher(?) „Mittel“. In jedem Fall entspricht und unterstreicht die Form dann den Inhalt.

    Ich mag das/den Graffito auch nicht besonders. Doch der Grund für so einen Satz auf einer Häuserwand dürfte mir noch viel weniger gefallen, so ich ihn korrekt interpretiere. Und wenn es ihm oder ihr tatsächlich wirklich gut geht, dann ist das doch gut. Es wird doch mal endlich Zeit.

    Oder?

    Sei doch nicht so streng (und außerdem haben Fehler (nicht nur) einen Sinn).

    Übrigens off topic: eines der besten Text-„Schmierereien“ (?) an einer Wand, die mir unterkamen war:

    „Los Sonne, komm!“

    (ja ja, ich bin heute auf dem Weg zur Arbeit sehr nass geworden… vielleicht liegt es daran…)

    (Btw., die alte Mailadresse gibt es nicht mehr. Dinge ändern sich. Gut!)

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  6. Interessant wär´s auch, wenn der Hausbesitzer zufällig mitbekommt, wie jemand wie jemand den Satz um Komma und Apostroph ergänzt, allerdings in roter Farbe. Und zu welcher Diskussion es dann kommt, wenn er mit der Polizei droht … Ob´s nützen würde, ihm darzulegen, dass es dem „erwischten Täter“ nur um die Einhaltung sprachlicher Regeln geht? Vermute mal, dass hinge dann ganz vom Humor und Laune des Eigentümers ab.

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    • Schöne Vorstellung.
      Doch leider gilt: saubere Wände, teure Mieten. Drum mögen Hausbesitzer keine Graffitis. Außer es sind Auftragswerke, die andere Sprayer vergrämen sollen.

      Ich such mir einen neuen Wirkungsgkreis, z.B. bekritzelte Aufzüge.

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      • „Saubere Wände, teure Mieten“. Nicht schlecht. So lässt sich das auch zusammen fassen. Und die Auftragswerke kennt man ja zu genüge: die darf man schließlich schon in Ausstellungen bewundern. So wie die kreativen Bärte der Hipster und ähnliches …

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