unconditional skies

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Kein Klang der aufgeregten Zeit
Drang noch in diese Einsamkeit.

(Theodor Storm, Abseits)

 

Pausen gibt es nicht. Irgendwas ist immer und aufhören tut das nie, solange es eben geht. Unterbrechungen allenfalls, die Raum schaffen für etwas anderes, vorübergehendes oder bleibendes, so lange wie es verweilen kann (s.o.). Wenns gut läuft was Gutes, if not not. So simpel und so wenig beliebig.
Eine intakte Besiedlung bloß nicht unnötig aufbrechen, sonst droht die emotionale Ambrosia, eine Trümmerblume. Wird man nie wieder los.

Wann werden wir versteh´n

Unbeschadet bleiben heisst unbepaust, wenn man mal vom Schlaf-Wachrhythmus absieht, der eigentlich gar keine Pause darstellt sondern auch ein Fluß ist, ein Fließen zwischen Alpha und Gamma.

/

Der Kanzler witzelt „Man steigt nicht zwei Mal in den gleichen Fluß!“ als Knigge-Gebot verstanden, ein Benimm-Imperativ und kein Lebensgleichnis. Manchmal ist er so perlend komisch und es juxt aus ihm heraus wie aus einem sprudelnden Sprudelspratz.
Und dann wieder.

/

Das Falscheste (falsch, falscher am falschesten) was man mit seinem Leben anfangen kann, ist es zu verwarten. Für Dinge die möglicherweise geschehen könnten oder eben nicht. Ausbleibende Ereignisse, die erst die Löcher ins Dasein (hier: die Seele) reissen, weil sie bildlich vorgestellt und mit allen Sinnen ersehnt wurden.
Und dann doch nicht.

You know, you come from nothing,
you’re going back to nothing.
What have you lost?
Nothing!

Nicht erwartende Hoffnung, ein leichter Schimmer des Vertrauens über allem.
Nicht anhaften, nichts wünschen. Einfach sein und hingeben.

Lass‘ blühen, lass‘ dem Ding den Lauf

 

 

 

 

 

wird fortgesetzt (sowieso)

 

 

 

 

 

 

Bild: passeriformes, untitled (flickr)
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

6 Kommentare zu “unconditional skies

  1. „emotionale Ambrosia, eine Trümmerblume“ droht …. Ich rätsele. Klingt geheimnisvoll, verlockend. Ambrosia, die Götternahrung, erscheint auf unseren Trümmern als Blume. Ich denke an Mohn, der Trümmer liebt. Aber diese hier droht,man hätte sie gern wieder los – und so handelt sich wohl eher um eine Gürtelrose, die man lieber nicht hätte.

    „ausbleibende Ereignisse, die Löcher ins Dasein reißen“ – da erwartet, aber nicht eingetreten. Sehr schöner Aphorismus.

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    • Ambrosia ist eine Ruderalpflanze, eine sogenannte Trümmerblume, die hochallergen ist und schwerste Atemwegserkrankungen beim Menschen auslöst.
      Und Ambrosia ist Götternahrung.
      Beides eben.

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