Ich bekenne

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Schon als Sätze & Schätze dazu aufrief sich öffentlich zu verschämten Lektüren zu bekennen, Büchern also, die man selbst peinlich findet und trotzdem mit Freude gelesen hat, hätte ich so gerne mitgemacht, doch mir fiel nichts ein. Anders, als zum Beispiel der lieben Freundin, für die ich während unseres Studiums in einem kleinen Schreibwarenladen Tiffany-Hefte kaufte, weil sie sich genierte es selbst zu tun, interessiert es mich nicht besonders, was andere über meinen Geschmack denken. Nicht, dass ich uneitel wäre, gar nicht, aber in Geschmacksfragen bin ich nahezu schmerzfrei.

Jetzt ruft die wunderbare Pagophila auf sich zu höchstpeinlicher Musik zu bekennen.
Das fällt mir zwar nicht leichter, weil ich mich, wie schon geschrieben, eigentlich für gar nichts schäme, was ich einmal von Herzen mochte. Allerdings hilft mir hier die Erinnerung an das Befremden bzw Erstaunen einiger Freunde, wenn sie mitbekamen, dass ich z.B. Robbie Williams sowie einige Songs von Take That gerne höre. Den größten Überraschungserfolg erziele ich immer wieder mit einem Lied, dass ich liebe, seit ich 31 war und das ich in voller Länge mitsinge, wenn es läuft.

 

 

 

Hier ist es:

Und  was hört ihr so, wenn ihr Euch alleine wähnt?

 

 

 

 

 

Bild: thevince
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

107 Kommentare zu “Ich bekenne

  1. Nein, schämen muss man sich nie für was, was man mochte/schätzte/liebte – sei es für Bücher, Filme, Lieder oder auch für die eine oder andere Geschichte, die vergangen ist … von daher waren die „Verschämten Lektüren“ eher ein Spiel, um alte Erinnerungen herauszulocken …(Und danke für die Verlinkung, die Rubrik kleidet sich dieser Tage kokettierend schamrot ob der Zugriffe).
    Aber bei Maffay springt bei mir die Erinnerung an: „Über sieben Brücken musst Du gehn“. Es hat Jahre gedauert, bis ich den wahren Kontext des Liedes und seinen Ursprung bei den Puhdys entdeckte.

    Und mit elf, zwölf war ich in Michael Holm verschossen. Denn: Tränen lüüüüüüüüüüügen nicht :-)

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  2. Robbie Williams? Ich auch, auf jeden Fall, vor allem „Feel“, heul, lach! Ich mag auch manche Abba-Songs sehr gern. Peter Maffay kann ich nicht ausstehen, aber wenn ich mich recht erinnere, mochte ich seinen melancholischen Sommer-Song auch mal. Dann noch „Wenn ein Mensch lebt“ von den Puhdy, schluchz.

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  3. Ich habe mich ja bei Pagophila selbst geäußert, aber wo du hier die Schlager hast, erzähle ich dir was von Walburga. Walburga teilt meine Leidenschaft für Joy Division und Co. und hat mich unter anderem zu Fliehende Stürme gebracht. Das ist also deren normale Musik und jetzt kannst du dir in etwa vorstellen um was für einen Menschen es sich handelt musikalisch gesehen. Aber – das erzählt die auch selber – so dann und wann „feiert sie ab“ (ihre Wortwahl) auf Mendocino und Der Tag als Konny Kramer starb. Irgendwas vom Maffay, den sie sonst auch nicht mag, wollte sie auch mal unbedingt hören. Ich glaube, es war So bist du

    So was zu mögen ist also möglicherweise fast wieder salonfähig :)

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    • In bestimmten Kreisen sind solche Songs immer salonfähig gewesen. So, wie auch „Er gehört zu mir“.
      Mir wurde mal attestiert das Schwulen-Gen zu haben, weil ich mich auf schwulen Parties, wo eine Schnulze die nächste jagt, ganz besonders wohl fühle. Glam.

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          • Das war, glaube ich, das Problem. Ich vermute eine Gedankenkette in der Art wie folgt: dergl mag das – aber C. [schwul] mag es auch – und dieser und jener Schwule auch – und dann sind da ja noch die slash-fiction-Weiber und die sind gemeinhin hetero…

            Damals war „slash fiction“ für die Schwulen mit denen ich zu tun hatte so eine Art „Problem“, weil diese von heterosexuellen Frauen und Mädchen geschriebenen Geschichten über Schwule und aus schwuler Sicht ihnen mitunter einen Bärendienst erwiesen. Ich kenne schwule Männer, die so was mögen, aber die mit denen ich damals zusammenhing eben nicht und die hatten alle diverse Konfrontationen erlebt, weil sie diesem slash-fiction Bild nicht entsprachen aber immer wieder auf Leute trafen, die glaubten Schwule müssten genau so sein. Wir hatten da nur peripher mit zu tun, aber das reichte…

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      • Ja, und von allem fast ein wenig to much, aber halt grad noch nicht. Bei mir wirkt sie (Ahn) wie ein Blutdrucksenker – nimmt mir jede Aggro die ich gerade hegen mag. Erstaunlich genug.

        ***

        Als bekennender Schlagerverächter komme ich an Dieter Thomas Kuhn doch nicht vorbei – irgendwie rockt der Typ:

        Einmal, ganz am Anfang seiner (recht kurzen) Karriere hat mich ein Kumpel mal zu dem mitgeschleppt (in einen kleinen Club; der mich zum mitkommen zwang war damals Goth/Electronic Fetischist) – und es war grandios! Verstehe das bis heute nicht.

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        • An Dieter Thomas Kuhn kommt man beim Thema Schlager nicht vorbei. Und ich behaupte in Analogie zu „wer heilt hat Recht“, „wer unterhält hat Recht“.

          Gestern Nachmittag war ich in einem Geschäft am Ku´damm. Der Verkäufer hatte einen knallroten Kopf und wirkte sehr gestresst. Da musste ich direkt an Deinen Blutdrucksenker denken und frug mich, ob solche Musik, dezent eingesetzt, nicht die Anspannung der Mitarbeiter reduzieren könnte.
          Wahrscheinlich wäre er geplatzt, wenn ich auch nur erwähnt hätte, dass er gestresst aussieht.

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  4. Also nochmal: Ein ganz zauberhaftes Bekenntnis, liebe Tikerscherk! Ich bin ja mit der Hitparade groß geworden, „…und es war Sommer“ habe ich damals vermutlich nicht wirklich verstanden, aber etwas Magisches hat(te) dieses Stück. Bei der Gelegenheit kann ich Dir auch gleich verraten, dass Chris Roberts der erste und einzige Mann war, den ich jemals heiraten wollte. Damals..;-)

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    • Ich hab das Lied erst mit 31 entdeckt, als ich das Alter der Frau erreicht hatte, die er dort besingt. Ich brannte es, zusammen mit ein paar anderen Sommerliedern (cruel summer von bananarama, letztes jahr im sommer von tocotronic, wann wird´s mal wieder richtig sommer, summertime usw.) auf eine CD, die ich in mein Lieblingslokal mitnahm, wo wir sie eine Saison lang hoch und runterhörten, bis wirklich der letzte Gast mitsingen konnte.

      Du und Chris Roberts, wow! Die Bahn ist ja jetzt endlich frei, seit 2013 ist er von seiner Frau Claudia getrennt! Mensch, Pagophila, das ist doch kein Zufall!

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  5. Pingback: Verschämtes in Noten | Sätze & Schätze

  6. Die My Way Version von Sid Vicious war mir bis dato auch unbekannt. Total genial ….

    Zu den Puhdys fällt mir brandaktuell ein, – ich habe die mieswetterigen Ostertage damit verbracht, meine z.T. bereits stinkende Schallplattensammlung der letzten Jahrzehnte auszumisten. Für die kleinbürgerlichen Entsorgungs-Optionen wie Amazon, Ebay, Flohmarkt oder in die Bio-Tonne stampfen hatte ich keine Böcke.

    Ich hab die ganzen Vinylscheiben in mein Balkongeländer als Windschutz eingeflochten, darunter auch eine Pudhys-Scheibe, von der ich ums verrecken nicht weiß, wie die in meinen Besitz gelangt ist. Mach ich mal einen Beitrag drüber.

    Peinlich ist mir eigentlich nix, glaub ich … Oder?

    Hab ich mal ´nem Contergan-Punker aus Jux geschenkt. Fanta Scheiße …

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    • Ich weiß ja nicht, was ein Contergan-Punk ist, zumindest die Frisuren hätten ihm aber gefallen können. Der Beat ist allerdings doch etwas, ähm, schleppend.
      Alte Vinyl-Platten kenne ich als Obstschalen, als Balkonverkleidung sind sie mir neu. Dit is Punk!

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  7. […] (Un)verschämte Lieder, die man teilen mag, mit Pagophila von Cool Pains. Der hier vorgestellte Song von Public Image LTD ist Musik, die die Zeit verhält […] Kontemplativer Groove, aber auch trancehaltiger. Coming of old age, but smelling like teen spirit, (un)verschämt ….

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  8. Abba finde ich nicht peinlich, Robbie Williams eigentlich auch nicht. Ich mag immer noch viel von der Musik, die ich schon mit 14 mochte. Zum Beispiel Beethoven aber leider auch die Scorpions oder auch Herbert Grönemeyer.

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  9. Darf ich ein Kompliment machen?

    Endlich mal wieder ein ulkiger Artikel und ein wahrlich duftes Thema, das auf eine sehr angenehme Art und Weise „seltsam“ ist und echt zum lachen anregt.

    Das hatte ich in letzter Zeit bei Dir ein wenig vermißt.

    Das freut mich für Dich, mich und uns … Danke dafür …

    Peer

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    • Danke, das freut mich.

      Ich hatte vor einigen Wochen schon mal so einen Ulk-Schub. Das kommt von Zeit zu Zeit und ist kaum steuerbar,so, wie meine Launen, die allerdings an ganz reale Lebensumstände gekoppelt sind. Ist leider nicht alles so einfach.

      Manchmal, wenn es ganz düster klingt, bin ich übrigens trotzdem vergnügt. Ich hab wohl grundsätzlich einen Hang zur Melancholie.

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  10. Ach, da ganz unten, kann ich noch meine Peinlichkeit abladen, vielleicht liest es ja keiner mehr. Ich LIEBE (ja leider immer noch) die Filmmusik der Uraltschnulze Doktor Schiwago an einem bestimmten Punkt: da wo das Lara-Thema in fortissimo zu hören ist und im Hintergrund die Narzissen zwischen den Birken zu sehen sind *seuzfz* ach, ist das romantisch …….

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  11. Eine Peter-Maffay-Phase hatte ich auch. Sie hielt ziemlich lange an.
    Irgendwann hatte ich den Draht verloren…
    Robbie Williams konnte ich lange Zeit überhaupt nicht ab, bis er sich mit den „Swing When You’re Winning“ in mein Ohr gesungen hat. Ich mag nämlich so die Musik von Frank Sinatra, Dean Martin & Co.
    Was ich heute höre, ich alleine bin? Zum einen Rudolf Kunze, den mein GöGa nicht erträgt. Zum anderen Keith Urban, dem er auch nichts abgewinnen kann. Ich höre mich also quasi satt für eine Weile ;-)

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    • Ich steh auch auf Swing und mit diesem Album hat Robbie Williams bewiesen, dass er sehr viel mehr als Pop drauf hat.
      Keith Urban musste ich googlen. Nicole Kidmans Mann singt laso- wer hätte das gedacht.
      Man muss nicht alles mit den Liebsten teilen, manches genießt sich am schönsten allein. :9

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  12. Bei Musik ist mir wenig peinlich – vielleicht ein wenig dieses hier:

    Mit Leseünden ist es anders: Ich weiß daß es kein gutes Buch ist, lese es aber immer wieder mal: Federica Decesco – Feuerfrau. :)

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    • Was heisst schon gut und schlecht. Hauptsache es gefällt Dir und Du findest etwas darin, was Dich anspricht.
      Donna Summer- ich erinner mich daran und mag es. Es ist so achtziger.

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      • Im Autoradio höre ich nur SWR1, weil sie dort so viele Songs aus den 80ern spielen. Im Rückblick gefällt mir die Musik am besten, irgendwas berührt mich wohl an der Zeit.

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      • Ach ja, vergessen: Eros Ramazotti! Urlaub in der Toskana, Fahrt im Sonnenuntergang in güldenem Licht in Richtung Volterra. Aus dem Radio dröhnt „Cose della Vita“ im Duett mit Tina Turner. Zum Heulen schön, immer noch.

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      • Das ist es allerdings. :) Es gibt so einiges aus dieser Zeit, das ich nach wie vor sehr mag. Vieles von ABBA – die damals erst gar nicht mochte und – tatsächlich – die Boney M-Version eines Traditionals: Still I’m sad. Noch unglaublicher ist die Version von Ritchie Blackmores Rainbow! (Habe mich vorhin übrigens bei meiner neuen URL vertippt. Korrigiere das hier mal.)

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      • SWR1 zu hören, ist ein Fehler, das muss man leider so deutlich sagen. Wenn du das fortwährend hörst, degenerierst du. Du verkümmerst bis zur Unendlichkeit. Bitte lass es bleiben. Hör besser SWR4, wenn du schon solche Sender brauchst.

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      • Na, da haben wir’s ja mal, eine handfeste Reaktion… Mir geht’s wie Tikerscherk:“ Ich schäme mich auch nicht, aber ich merke an Reaktionen, dass andere finden ich müsste mich schämen.“ SWR1 zu hören gehört offenbar für dich in die Peinlichkeitskategorie, Genova. Dein Kommentar gefällt mir nicht wegen des Tons und wegen der Anmaßung, mich und meine Gewohnheiten („fortwährend“, „wenn du schon solche Sender brauchst“) zu kennen. Ansonsten finde ich es hier aber sehr unterhaltsam, friedlich und entspannt, macht Spaß!

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      • Liebe tikersherk,

        ich habe mich nur mal flott von dem allgemeinen Gesäusel hier abgehoben. Wenn es dich interessiert, liefere ich dir eine kompetente Analyse von SWR1. Wenn du allerdings SWR1-Niveau bevorzugst, wird das nichts.

        Es ging doch nicht um diese Frau, die kann hören, was sie will. Es geht um das, was dahintersteht. Wenn du einen Blog mit Tiefgang, mit einem Anspruch haben willst, den du ja hast, must du auf ein SWR1-Bekenntnis eine Kontroverse zulassen und aushalten. Unhöftlich ist da nichts bzw. es ist keine angemessene Kategorie.

        SWR1 steht für den vermeintlich gesunden Menschenverstand. Mein Auftrag ist es, diesen zu zerstören.

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        • Ich betrachte diesen Beitrag als eine Art Beichtstuhl. Hier hört man sich zu und wertet nicht.
          Im Übrigen glaube ich nicht, dass Dein Ton rotewelt gegenüber geeignet ist sie zu bekehren. Wenn ein Unbekannter ein Gespräch mit einer offensiven Belehrung eröffnet und der Bezichtigung ich sei degeneriert und er wolle doch nur mein Bestes, dann gehen bei mir direkt die Schotten runter.
          Wie Du siehst reagiert rotewelt auch nicht weiter auf Deine Provokation.
          Weißt Du, Genova, ich mach mir gar keine Sorgen um das Niveau meines Blogs, eher um die Umgangsformen. Und ich kann mir nicht helfen: ich bevorzuge Dezenz, Höflichkeit und Witz als Transportmittel für Meinungen, Haltungen, Ansichten, Gefühle.

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      • Irgendwie passt das nicht, tikersherk: Du siehst das hier als einen Beichtstuhl, man hat also eine Sünde begangen. Das Geschehen in einem Beichtstuhl ist eine einzige Wertung, eine Unterteilung in gut und böse. Es hat zur Folge, dass man das negative Verhalten unterlassen muss, also diese Musik nicht mehr hören. Oder geht es hier um Ablasshandel? Und oben forderst du die Leser auf, sich zu „höchstpeinlicher“ Musik zu bekennen. Das ist nicht wertend? Und nicht eindeutig negativ? Hm.

        Ich wollte, auch mit dem Kommentar zu Williams und Take That sagen, dass es keine peinliche Musik gibt und auch keine, derer man sich schämen muss. Und das ist hier auch in den Kommentaren fortlaufend Thema. Wenn man mit diesen Maßstäben arbeitet, ist bei konsequenter Anwendung nur noch Schönberg und Cage nicht peinlich.

        Das andere ist ein Sender, der programmatisch nur Hits aus den 80ern und 90ern spielt inklusive des Glättens der Lieder: Keine Dynamik, keinerlei Individualität, es muss alles wohnzimmerkompatibel sein, kein Dezibel zuviel, kein nicht hundertprozentig vertrautes Geräusch. Das zielt auf die Regression des Hörens. Das fand ich den Knackpunkt in den Kommentaren hier: Einzelne, Lieder, deren Konsum man begründet oder auch nicht, und ein ganzes Programm.

        Man hört nur das, was man in seiner musikalischen Sozialisation gehört hat. Danach gab es keine Entwicklung mehr. Man hört solche Musik mit dem Rückenmark (aber auch nur, wenn dieses Hören dominant ist). Die meisten Menschen hören so, es kann ja eh jeder hören, was er will. Ich halte es nur für eine musikalische, akustische Degeneration, sich immer nur in den vertrauten und objektiv eher seichten musikalischen Strukturen zu bewegen. Dazu kommt die unerträgliche Haltung des Senders, dieses Hörverhalten als einen Naturzustand darzustellen inklusive vieler anderer Haltungen, die die transportieren. Der Sender ist konstruktionsbedingt die Vorstufe zur AfD. Und: nein, ich will rotewelt nun nicht als rechtsradikal abstempeln.

        Vielleicht ist musikalische Regression das bessere Wort als Degeneration. Ich wollte keinesfalls sagen, dass rotewelt als Mensch degeneriert ist. Mein Fehler ist wohl, dass ich gerne schnell drauflos tippe. Wobei ich das beim Kommentieren ziemlich normal finde, so wie man redet eben. Aber es gibt halt Empfänger, die anders drauf sind.

        Belehrungen: Ich mache die rein ironisch, kommt wohl nicht an. Ich habe keinerlei faktische oder juristische Macht über das Hörverhalten von rotewelt, insofern ist mir nicht klar, wie man das, was ich schreibe, ernsthaft als Belehrung auffassen kann. Wenn es gut läuft, entsteht eine produktive Reibung.

        Du hast mal irgendwann geschrieben, du hättest gerne mehr Kontroversen in den Kommentaren. Ich habe mich dran gehalten :-)

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        • Jetzt fühle ich mich wieder mal bestätigt, dass ich mich aus dem Internet mehr und mehr zurückziehe. Es macht einfach keinen Spaß mehr. Alles wird auseinandergenommen, ge- und bewertet und in Schubladen gesteckt und je nach Ideologie bekommt man dann von Leuten, die man nicht kennt und im Leben auch nicht kennenlernen möchte, eine psychologische Einschätzung der eigenen Person vor den Kopf geknallt und das alles oft mit aggressivem oder oberlehrerhaften Ton.
          Genova68, in diesem Fall beruht alles darauf, dass ich erzählt habe, im Autoradio am liebsten SWR 1 zu hören, weil ich die Musik der 80er und 90er mag. Woher kennst du denn meine musikalische Sozialisation? Weißt du, wann ich geboren bin und was ich wann gehört habe? Du weißt nicht einmal, dass ich nur selten Autoradioradio höre und erst recht nicht, was ich sonst so höre. Du kennst mich gar nicht, aber mir und allen anderen, die es wagen, diesen schlimmen Sender zu hören, unterstellst du, dass wir uns nur in vertrauten und seichten musikalischen Strukturen bewegen. Und wenn du denkst, der Mensch könne sich musikalisch nicht weiterentwickeln, hast du ja ein sehr begrenztes pessimistisches Menschenbild. Was für ein schlichtes Schubladendenken, was für ein hochgradiger Schwachsinn.
          Wie beruhigend, dass du mich nicht als rechtsradikal abstempeln willst, aber allein dass du meine musikalischen Vorlieben beim gelegentlichen Autoradiohören überhaupt mit der AfD und Rechtsradikalismus in Verbindung bringst, dass du dieses Vokabular im Zusammenhang mit meinem Kommentar überhaupt in den Mund nimmst, ist schon schäbig und indirekt denunzierend. Immerhin hältst du mich also doch nicht für degeneriert, sondern nur für regressiv, lach. Ach weißt du, manchmal regrediere ich ganz gerne und lasse mich durch Musik in frühere Zeiten versetzen.
          Wenn das auch deine normale Art zu reden ist, dann solltest du vielleicht mal dein Kommunikationsverhalten überdenken, bevor du dich wunderst, dass andere Empfänger „anders drauf sind“.
          Eigentlich verdient dein Kommentar es nicht, dass ich überhaupt darauf eingehe. Aber ich finde ihn so unerträglich dumm, verbohrt, humorlos und voller (sogar zum Teil diskriminierender, wenn auch mit eingebauter Negierung) Unterstellungen, dass ich dir doch noch meine Meinung dazu sagen wollte.

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        • Alle haben Spaß, bis einer dazu kommt, sich daran stört und behauptet, dass sie auf die falsche Art Spaß hätten. Ich möchte das hier nicht. Streite Dich woanders und stoße nicht meine Leserinnen vor den Kopf, weil Dir ihr Geschmack , warum auch immer, nicht gefällt.
          Ich werde dazu weiter nichts mehr sagen.

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      • Jetzt möchte ich mich doch noch einmal zu Wort melden. Was mir persönlich, genoveva68, an deinen Einlassungen so auf die Nerven fällt, sind mehrere Dinge. Ich vermisse Humor, Gelassenheit und Respekt. Finden tue ich stattdessen Sendungsbewußtsein, geistige Kurzschlüsse (wer hätte z.B. hier postuliert, er höre nur die Musik mit der er/sie sozialisiert wurde und entwickle sich auf diesem Gebiet nicht mehr weiter?) und eine gewissen Abgrenzungswillen. Was du als kontrovers aufzufassen scheinst, empfinde ich einfach nur als unangenehm und überheblich wegen … siehe oben.

        Hier haben sich ein paar Leutchen zum Tanz um ein Feuerchen eingefunden, die einander eine Art Grundvertrauen entgegenbringen. Kein Tanzfigur wird abgewertet, vielmehr ist jede Ausdruck einer individuellen Erfahrung und/oder Entwicklung. Und du stellst dich daneben und erklärst jedem, wer so tanze wäre ja wohl zum Tango nicht mehr im Stande, und was denn, bitte dieses Feuer überhaupt für einen Sinn habe?
        Mich persönlich erstaunt in deinen Repliken vor allem die Unfähigkeit Ironie zu erkennen, wenn sie nicht brüllend laut ist. Wäre es nicht vielleicht eine gute Idee deine Interpretation von ‚kontrovers‘ zu überdenken, wenn wirklich niemand außer dir etwas anderes sieht als eine gewisse Selbstüberhebung?

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  13. So, ich habe jetzt den halben Tag darüber nachgedacht, ich schäme mich weder für ein Buch, noch für eine Musikphase. Ich habe mit Cat Stevens angefangen, zwischendurch fand ich Marianne Rosenberg nicht schlecht, manche Lieder von Robbie Williams, aber für nix schäme ich mich. Ich kann mich nur an einen Moment erinnern, da hatte ich ein anderes Gefühl. Gleich nach den ersten Semestern im Studium fühlte ich mich nicht intellektuell genug und las jeden Klassiker dieser Welt, jedes Buch, das angesagt war, jeden Jazzmusiker habe ich gehört und irgendwann ist mirr aufgegangen, das ist alles völliger Blödsinn!!!!! Seitdem lese und ich höre was mir gefällt ;-))

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    • … und genauso so soll es auch sein.
      Ich schäme mich auch nicht, aber ich merke an Reaktionen, dass andere finden ich müsste mich schämen.
      Cat Stevens habe ich Ende 2014 in Berlin gesehen. Ich liebe seine Musik. Übrigens gefielen mir auch die neuen Sachen gut.

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      • ja….ich mochte ihn immer…..ich hätte meinen Mann nie überzeugen, dahin zu gehen und da wir alles gemeinsam machen ;-) Ich glaube, sich für etwas wie Lesen oder Musik zu schämen, ist sich aus dem Kontext zu nehmen. Sicherlich bin ich nicht mehr die Person, die am liebsten jedes Wort von Cat Stevens Lippen abgelesen hätte,da wollte ich noch direkt Buddhistin werden, am liebsten lungenkrank wie er……alles lächerlich aus heutiger Sicht, aber so schön zu der Zeit….es/er hat mir viel Halt gegeben.

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  14. Robbie Williams, Take That und das Lied von Maffay ist doch kein Schrott, das sind schöne Sachen. Ich denke, es geht bei dieser Schämkategorie eher um sowas wie Pur, also um offensichtlich zu simple Musik, die übers Rückenmark konsumiert wird. Musik, die offensiv mit einer extremen Konsumierbarkeit arbeitet und jeden musikalischen Inhalt, der auch nur für drei Sekunden irritieren könnte, ausmerzt. Es erinnert an Musik für Kinder, die ich auch so unangenehm finde, weil ich nicht glaube, dass Kinder nur für so einen Scheiß empfänglich sind, alles in Dur. Das ist ähnlich wie gute Hotels mit Fünf-Gang-Menü am Abend und für Kinder gibt es Spaghetti Bolognese. Als wären Kinder nicht für Gutes aufgeschlossen.

    Interessant wird es musikalisch bei Christina Stürmer. Die ist eigentlich auf Pur-Niveau, aber aus irgendeinem Grund dann doch ein bisschen weiter. Ich kann es besser leider nicht erklären, es geht um die Harmonien, also ob Moll oder Dur und ob große oder kleine Terz etc.

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  15. Noch peinlicher als dieses Lied war mein Fanbrief an Christian Anders, in dem ich ihm als 13-jährige schrieb, dass niemand in meiner Umgebung ihn leiden möge, ich ihn aber immer verteidigen würde – mir krümmen sich heute noch die Zehennägel vor Scham, wenn ich daran denke.

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    • Das ist ja herzallerliebst! Du hast ihm tatsächlich geschrieben?
      Er fand es bestimmt sehr niedlich. Solche Briefe hebt man sich doch auf, für später, wenn der Ruhm nachlässt.
      Danke für Dein „Geständnis“! Das hat mir richtig gute Laune gemacht.

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      • Christian Anders hat ja nach seiner Schlagerkarriere alles mögliche versucht, um im Gespräch zu bleiben: Er war als Guru und Verschwörungstheoretiker aktiv und hat lt. BZ seiner Schwiegermutter zu Tode gejodelt. Neuerdings hetzt er auf youtube gegen Geflüchtete.

        Ich werde nach dieser Zeitreise, zu der mir dein Beitrag verholfen hat, nachsichtiger gegenüber meiner Teeni-Tochter sein, wenn sie mal wieder auf merkwürdige Promis abfährt. :-)

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  16. großmäulig wollte ich gerade in die tasten hauen, dass mir überhaupt nichts peinlich sei….
    räusper….
    bis mir dann einfiel, dass ich mal verliebt in jürgen marcus war…
    *in boden versinkend*
    **und dieses foto da oben in ihrem text…… soiiiiiiiiiifz*

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    • Dachte mir, dass Dir das Bild gefällt.
      Jürgen Marcus ist aber schon, ähem, speziell. ;)
      Ob wohl auch jemand in Bata Illic verliebt war?
      Das war schon eine ganz besondere Schlagerszene damals, die es heute so nicht mehr geben könnte, glaube ich.

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  17. Michael Holms Schlafzimmerblick hatte mich eingefangen. So wie er Lucille aussprach, lief es mir kalt den Rücken runter. Mit ihm wäre ich durchgebrannt. Und habe mich dann in den nächstbesten Jungen verliebt, der ihm ähnlich sah. Und der sich trotz Anschmachtung nichts aus mir machte, gar nichts. Trotzdem singe ich heute noch „Barfuß im Regen “ wenn ich barfuß im Regen tanze. Im Netz gibt es ein Video von Michael Holm im Pool.
    Das war mir immer ein bisschen peinlich, jetzt ist es raus.

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