get better

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Freude über Dinge, die ich nicht habe. Zum Beispiel eine tiefe Beinvenenthrombose. Ein bisschen dürftig die Durchblutung, aber nicht so schlimm wie befürchtet.
Auch der Ultraschall lässt mich aufatmen. Ein Tigermuster, wo lauter weiße Lagen sein sollten, doch das ist nur dritten Grades und erst ab vierten Grades würde man überhaupt anfangen sich Gedanken zu machen. Dazu wird es nicht mehr kommen, sagt die Ärztin, da hilft dann doch mal das zunehmende Alter. Things can only get better. Wie schön.

Von der Klinik in den Volkspark. Die Forsythien blühen, rot-weißes Band umflattert die kahlen Beete, der ausgelassene Hund galoppiert schnaubend an mir vorbei, seine Pfoten trappeln über den lehmigen Boden. Ein Polizist kommt uns entgegen, ich halte die Leine bereit, doch er geht an mir vorüber, tief in Gedanken versunken, den Blick auf den Boden geheftet. Wo ist das antrainierte Misstrauen?

Unten am Ufer sitzt eine Gruppe Jugendlicher, um sie herum leere Pappträger und jede Menge Flaschen. Die Männchen trinken und trommeln. Die verwegensten unter ihnen versuchen gemeinschaftlich ein Nicht-füttern-Schild aus dem Boden zu hebeln. Die rangniedrigeren johlen dazu. In einem ungewohnten Impuls möchte ich dazwischen gehen und gehe stattdessen weiter. Die Mädchen sitzen mit rundem Rücken auf der Bank daneben und schauen zu. Ihre Anwesenheit ist Zunder.

Im Auto reiße ich eine der riesigen Colorado-Tüten auf und fülle sie zu dem Rest in die Plastikbox. Eine Stafette, ein Konfekt und ein Frosch, wie immer. Am wenigsten mag ich die Fledermäuse. Es wird Zeit, dass der Unterfranke sie alle aufisst.
Zuhause überkommt mich ein Erleichterungskater, der an der Grenze zwischen Schmerz und Jubel liegt. Ich könnte heulen und mir ist gleichzeitig schlecht vor überstandener Angst und Erschöpfung.
Ein Knoten ist geplatzt.
Danke danke danke. Auch für vieles andere.

 

 

 

 

 

 

Bild: diadà
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

31 Kommentare zu “get better

      • 400 Gramm! Boah …

        Aber was wollt ich eigentlich sagen. Ja, also, weil ich keine Unterfränkin habe, die Fledermäuse äße, kauf ich immer das H*rib* KONFEKT. (Sicher hat die tikerscherksche Leserschaft auf genau diese Information gewartet. Ich wollte sie nicht enttäuschen.)

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        • Oh ja, Konfekt! Ich hab mal eine Tüte am Stück weg gefuttert. Danach war mit sehr schlecht. Ich esse gerne süß, aber immer nur wenig davon. Bei Lakritzkonfekt, Linzer Torte und Mousse au chocolat verlässt mich die Selbstbeherrschung.
          Colorado ist ein gute Mischung, außer eben die ekligen Fledermäuse.
          (Am besten finde ich übrigens die Stäbchen, die wie Sushi aussehen. Außen Lakritz und innen Konfekt. Ah!)

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    • Ich liebe ja Lakritz. Derzeit esse ich ständig Colorado (nur im Auto) und außerdem Sallos (trotz der Werbung). ekelhaft hingegen finde ich die Verhunzung von zwei formidablen Süßigkeiten zu ungenießbarem Mist.
      Ja, Gummibärchen!

      Gefällt 1 Person

  1. Gerade (Wochenendeinkauf) „Goldbären sauer“ entdeckt; kommen härter als die gewöhnlichen daher und haben u.U. Suchtpotential. Werde sie – sofern mir nicht mangelnde Selbstbeherrschung dazwischen kommt – ein paar Wochen durchhärten lassen und dann richtig testen.

    „Fledermäuse“: Flügel abbeissen und den Rest (ungekaut) schlucken. Wörst Kombination ever! Geht noch weniger als der blaue Schlumpfkram.

    ***

    Zur entfallenen Katastrophe: Wie schön. Von Herzen.

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