Angeln & kochen

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Immer nur über sich selbst zu schreiben ist derart langweilig, dass ich anfange zu gähnen, sobald ich mich an die Tastatur setze. Manchmal sogar schon, wenn ich morgens in den Spiegel schaue. Es gibt Leute, die behaupten, jeder schriebe nur über sich selbst, unabhängig davon was er als Sujet wählt. Ich habe mir vorgenommen es mal anders zu machen.

Heute möchte ich für etwas Abwechslung hier im Blog sorgen, indem ich mich Themen zuwende, die ich bisher vernachlässigt habe, weil sie mich nicht interessieren.

Den Anfang mache ich mit einem

 Tipp für zukünftige Angler:

wer noch nie geangelt hat sollte sich vor dem ersten Ausflug mit ein paar Dingen vertraut machen.
Zunächst einmal stellt sich die Frage was man gerne an Land ziehen möchte. (Wer jetzt darauf wartet, dass ich augenzwinkernd irgendetwas von einem Millionär schreibe, kann warten, bis ihm Flossen gewachsen sind). Denn in Abhängigkeit davon welchen Fisch ich gerne aus dem Wasser holen möchte, muss ich zuvor Ort und Köder auswählen. Katzenfische zum Beispiel mögen Hühnerleber. Während man bei Hauskatzen vorsichtig sein sollte mit der Fütterung dieser Innerei, weil ein Zuviel des Guten zu erheblichen Gesundheitsschäden führen kann, braucht man beim Katzenfisch keinerlei Rücksicht auf solche Empfindlichkeiten zu nehmen: sobald man ihn aus dem Wasser gezogen hat erschlägt man ihn sofort und isst ihn bald darauf auf.  In der kurzen Zeitspanne zwischen dem Ableben des Fisches und seinem Verzehr dürften sich eigentlich keine schwerwiegenden Krankheiten entwickeln. Weshalb es zum Beispiel auch völlig egal ist, falls ein Kellner bei der Arbeit ungewaschene oder wunde Hände hat. Da der Gast das Essen gemeinhin unverzüglich verspeist, steht nicht zu befürchten, dass die eventuell ins Essen eingebrachten Keime in der perfekten Nährlösung aus Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten hinreichend ausgebrütet werden um Schaden anzurichten. Kaum serviert, findet das Essen sich nämlich schon im Magen wieder und wird alsdann durch den allesvernichtenden Darm geschleust. Fragt der Gast allerdings angesichts der Fernfahrerportion nach einem doggie-bag, sieht die Sache schon anders aus. Möglicherweise wird nämlich die mit Streptokokken oder Coli-Bakterien verseuchte Mahlzeit in diesem Falle erst am nächsten Tag, zu einem Zeitpunkt also, an dem die Keime sich bereits auf eine gesundheitsgefährdendes Niveau vermehrt haben, in der heimischen Wohnung bei einem Glaserl Wein genossen und bald darauf bekommt der Gast Kopfschmerzen, fiebert, legt sich ins Bett und erliegt dort  im schlimmsten Falle seiner schweren Infektion (Hirnhautentzündung). Alle Welt wird rätseln, wie es dazu kommen konnte – gestern war er noch pumperlgesund – und der Kellner wird weiterhin seinen entzündeten oder ungewaschenen Daumen in das Essen der Gäste tunken und ihnen lächelnd ein doggie-bag anbieten, wenn sie wegen der großen Portion ächzen.
Wäre doch wirklich sehr schade den Rest wegzuwerfen.

 

Nun zu einer nnneuen Rubrik, dem

Kochrezept:

Katzenfisch Krispy im Ofen gebacken – fettfrei ein sehr beliebter Fisch in Mittel und den Sued Staaten in Amerika (kochbar)

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Guten Appetit!

 

 

 

Bild: Von © Hans Hillewaert, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1526647

14 Kommentare zu “Angeln & kochen

    • So hamse sich das gedacht, wa? Und dann doch wieder nur Tod und Teufel. So ist sie, die tikerscherk, kann einfach nicht aus ihrer Haut.
      Lebte ich im Allgäu, schriebe ich vermutlich über weiße Hasen.

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  1. Der ewige Nörgler könnte ja jetzt einwenden, dass sie ja doch wieder nur über sich selbst geschrieben hat, nämlich über ihre Passion für das Katzenfischangeln.

    Und: Ist das jetzt als Appell gegen Doggiebags zu verstehen? Also als gesellschaftskritischer Ansatz gegen manisch überladene Restaurantteller? Oder gegen die hygienischen Katatstrophen, die glücklicher Weise in der Regel hinter den Schwingtüren der Gaststättenküchen der Republik verborgen bleiben, wo sich der Beilagenkoch zwischen zwei beherzten Griffen ins Würzeimerchen schon mal die Hinterbacken kratzt und der erkältete Chefkoch seinen Schleim als Spezialzutat ins Chili con Carne rührt?

    Nein, sagst Du? Ist es nicht? – Ach so, hab schon kapiert: Ich soll hier nicht die Leserschaft mit ekelhaftem Kopfkino vergrätzen? Okay, das versteh ich natürlich. Bin dann mal weg! … ;-þ

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    • Nie würde ich angeln, geschweige denn einen Fisch totschlagen. Das ist das genaue Gegenteil von dem, was ich tun möchte und somit doch wieder ich.
      Wie komm ich da bloß raus?

      Schleim und Schmodder schrecken mich übrigens nicht. Kopfkino gefällt mir.
      Sei willkommen in meiner Katastrophenbutze!

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  2. Liebe tikerscherk, irgendwie erinnern mich all Ihre Geschichten ihrem Kern nach an den Beginn einer Erzählung von Kafka, deren erster Satz lautet: „Josef K. träumte: Es war ein schöner Tag und K. wollte spazierengehen. Kaum aber hatte er zwei Schritte gemacht, war er schon auf dem Friedhof.“
    Präziser und knapper lässt sich die Quintessenz allen Lebens, dass es nämlich unweigerlich früher oder später in die Katastrophe des Todes mündet, nicht beschreiben. In der Ausformulierung der während dieser zwei Schritte sich zutragenden Details aber sind Ihre Texte eine stete Quelle köstlicher Inspiration und genauester Beobachtungsgabe. Sollte sich also in Ihrem Text eine Art Schreibkrise zart andeuten, so möchte ich Ihnen unbedingt zurufen: schreiben Sie einfach immer weiter! Denn natürlich schreibt man immer über sich selbst. Und man schreibt immer über den Tod. Aber auf die Details kommt es an. Herzliche Grüße!“

    Gefällt 3 Personen

    • Ein schöner Kommentar, der es sehr gut auf den Punkt bringt. Immer und überall sind wir vom Tode umfangen. Ganz gleich wohin ich schaue ist er schon da.

      Für das Lob bedanke ich mich sehr!

      Herzlichen Gruß zurück

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  3. Nee… das is jetz nich wahr, oder? Da freut man sich auf so eine richtig nette Geschichte vom Fluss: Angel in der Hand, Blick auf unendlich, Gedanken auf Null und dann… nix als ih und bäh und Katastrophe! Zum Glück hat das entzückende Rezept am Ende ein bisschen was rausgerissen – was Sie schon immer über amerikanische Kultur wissen wollten… ich lach mich kaputt.

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    • Noch seltsamer wird es, wenn man bedenkt, dass ich vegetarisch lebe und nicht einmal die Mücken erschlage, die sich im Sommer auf meine Haut setzen und mich aussaugen.

      Ich wollte mich möglichst weit von mir selbst entfernen beim Schreiben.

      Gefällt 1 Person

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