Mit Anlauf

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Man kann die Leben der Anderen nicht in Ordnung bringen.

Man möchte so gerne einen Türsteher organisieren, jemanden, der seine Muskeln spielen lässt, hoch und runter in stiernackiger Knochenbrechbereitschaft.
Man möchte selbst zupacken. Die Treppe hinunter.

 

 

 

 

 

Bild: Seier & Seier
Lizenz:https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

12 Kommentare zu “Mit Anlauf

  1. Ich verstehe kein Wort.

    Wieso kann man die Leben der Anderen nicht in Ordnung bringen? Und wieso braucht es Knochenbrechbereitschaft?

    Ist es nicht so, dass man damit eigentlich gar nichts in Ordnung bringt? Selbst zupacken ist allerdings okay. Aber rauf und nicht runter.

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    • Das Leben der Anderen lässt sich nicht in Ordnung bringen, weil es ihr Leben und unsere Ordnung ist.
      Weil allein der Versuch vieleicht gut gemeint aber doch anmaßend und bevormundend ist.

      Und wenn man das tatenlose Dabeistehen und Zusehen schon aushalten muss, kann es hilfreich, weil entlastend, sein die eine oder andere Gewaltphantasie zu entwickeln, bei der man eingreift.
      Es gibt Menschen, die gehören einfach mal die Treppe runtergeschubst oder sonstwie darauf aufmerksam gemacht, dass sie nie nie wieder eine Grenze überschreiten dürfen.

      Ich mag mich hier nicht über Gewalt und Gegengewalt streiten. Sind ja nur Phantasien. Wohltuende.

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      • Oh sorry, ich wollte nicht streiten – schon gar nicht über Gewalt. Es ist nur, na ja… ich denke da vollkommen anders. Es ist schon nett von dir, dass Du mir den Unterschied so deutlich klar gemacht hast.

        Ich denke, ein Arzt hilft schließlich auch und bringt Dinge in Ordnung. Freilich, wenn der Patient absolut nicht will…

        Ich finde nicht, dass wir machtlos sind. Und da, wo wir es sind, da haben wir das entschieden. Nicht jeder kann „Mutter Theresa“ (sach nix, ich kenne die Kritik an ihr) spielen. Und da, wo wir das nicht einmal entscheiden können, da geht eben nichts. Nichts, bis jemandem etwas einfällt.

        Ich muss also gar nichts aushalten, abseits meiner eigenen Phantasielosigkeit. Ich muss mich nur entscheiden. Das entspannt meine schwarze Seele ungemein. Kürzlich sage ich jemanden, der „nicht nur traurig“ war,

        „he, du darfst jetzt mal echt böse sein. Du solltest es tun. Sofort und so richtig fies. Hau drauf, wenn du es musst. Ich halte das aus. Denn das, was du für böse hältst, ist für die Meisten eine gute Tat“.

        Also, nicht „phantasieren“. Tu‘ es einfach. Und wenn es nur ein Urschrei ist… Oder war das jetzt dein Urschrei?

        Wie dem auch sei, danke für die Gedanken.

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        • Kein Grund Dich zu entschuldigen. Wirklich nicht.

          Ein Arzt ist ein professioneller Helfer, der auf Anfrage einen regelwidrigen Zustand wieder in Ordnung bringen, bzw. es versuchen soll.
          Bei Freundschaften funktioniert das aber nicht. Da muss man aushalten, dass man nur mit einem offenen Ohr und evtl. Ratschlägen helfen kann und sich ansonsten raushält, auch wenn es schwer fällt.
          Ich hab erst ein Mal in meinem Leben jemanden geschlagen. Da war ich 8 Jahre alt.
          Es wird kein zweites Mal geben.

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      • Ja, Freunde können schrecklich stur sein. Ich weiß. Aber auch so großartig. In der Tat, das muss man aushalten. ;-)

        Sagt jemand, der jemanden kennt, dessen Freund er ist, der bei jedem Anruf eine neue Katastrophe befürchtete. Doch die Zeit ist eine seltsame Konstruktion.

        Es geht vorbei (und man kann ein wenig nachhelfen).

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  2. Ich muß den Langeweiler geben. Ich würde keinen
    Urschrei empfehlen und keinen Gewaltprotz, der wegschafft,
    sondern ein lateinisches Mantra, das immer stimmt:
    sunt certi denique fines.
    Das muß ich in der Waage halten und vertiefen.
    – (Oder heiliger Zorn? Oder Bindungsunfreiheit?)
    sunt certi denique fines

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