Knochen

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Ich könnte es lang und breit und ausschmückend erzählen, aber wer hat schon Lust auf ständig neuen Tiercontent, wenn nicht einmal ein Hundekampf drin vorkommt, wie er in Kreuzberger Kellern noch immer Usus sein soll.

Also:

Der Zustand des Hundes hat sich am Sonntag erheblich verschlechtert: Erbrechen, Krampfen und Hechelatmung. Ich also Tierklinik (wer braucht noch Verben?)
Die diensthabende Ärztin äußert Zweifel an der bisherigen Diagnostik, will noch einmal röntgen und schallen und entdeckt dabei tatsächlich einen großen Fremdkörper in Töles Magen, der beim letzten Röntgen und Schall nicht zu sehen war. Ein Knochenstück. Rätselhaft, da sie seit ihrer Erkrankung für die kurzen Spaziergänge nur noch mit Maulkorb das Haus verlassen darf und Zuhause keine Knochen verfüttert werden.
Die Bauchspeicheldrüsendiagnose scheint fraglich, weil die Werte dafür zu unspezifisch sind und das Tier fast durchgehend Appetit zeigte.
Jetzt muss sie in der Klinik bleiben, der Fremdkörper wird beobachtet und gegebenenfalls endoskopisch oder sonstwie entfernt und in der Zwischenzeit bekommt sie weiter Infusionen und Schmerzmittel. Man vermutet irgendeine Allergie oder eine Autoimmungeschichte. Die extrem erhöhten Eosinophilen sprechen dafür.
Mein kleiner Hund ist arg abgemagert und ich bin auch nicht mehr geworden in den 13 Tagen, die das nun schon geht.

Überflüssig zu erwähnen, dass der Kaffeeautomat in der Klinik kaputt war (oh boy), ich auf dem Rückweg mitten in den zähen Fliegerbombenstau geriet, meine Wohnungstür durch den Tischler geöffnet werden musste, weil das Schloss defekt ist und Zuhause eine Katze auf meinen Laptop gebrochen hatte.

 

 

 

 

 

 

23 Kommentare zu “Knochen

  1. Oh! Da wünsche ich der Töle doch, daß sie gut aufgehoben ist und sich das zum besseren wendet! Mir wird beim lesen schon ganz flau, ich kann mich noch gut erinnern, wie fürchterlich es ist, um das kranke Tier zu bangen und mit ihm zu leiden.
    Möge es gut ausgehn!

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    • Danke, Fjonka.
      Ich erinnere mich gut, wie es Deinem Kater so schlecht ging.
      Man leidet schon sehr, wenn das befellte oder befiederte Familienmitglied krank ist.
      Sie können leider gar nicht mithelfen und sagen wo es wehtut.
      Mögen Deine guten Wünsche Wirkung zeigen- ich bin ganz zuverschtlich.

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  2. Den „gefällt mir“ Knopf betätige ich lieber nicht, sonst denkst Du ich bin schadenfroh. Ich leide mit Euch mit und wünsche Euch beiden Genesung. Die Strapazen müssen auch für Dich furchtbar sein.

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  3. ach herrje…. so ein tölchen im tierkrankenhaus ist ja ganz erbärmlich…. und all die halben und fehligen diagnosen… und vermutlich zu schwach für eine operation? das klingt so gar nicht gut… und ich hoffe dringlichst auf ihr übliches netz in vorletzter sekunde…. bitteschön… und verben braucht eh keiner und lyrikliteraturblablub hat ja irgendwann wieder platz. who cares… ich jedenfalls warte und hoffe mehr auf ihre guten nachrichten und drücke… usw. usw. usw. usw.

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  4. Schick dir Mitgefühl. Diese verd***te Hilflosigkeit ist das Schlimmste an einer solchen Lage. Nichts tun können außer warten und hoffen … Alles Gute für die Töle und natürlich auch für dich!

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      • ich bin gut aufgehoben bei marc aurel, epitket und seneca.

        kition kenne ich nicht.

        die geisteshaltung kommt mir, als alter gefühlsdussel sehr entgegen. auch wenns harte arbeit an sich ist. emotionen zu erkennen, aufzuarbeiten und sich nicht von ihnen wegtragen zu lassen ist ein anstrengender aber sehr lohnender weg.

        man verliert nicht so schnell die innere mitte, läßt andere menschen eher so sein wie sie sind, und stellt keine so hohen erwartungen mehr.
        und nimmt das leben so wie es ist – und versucht das beste daraus zu machen. kein grund zum jammern! :-)
        es ist alles gut so – wie es ist.
        hat was von ZEN in sich.

        für den westlichen aktionismus schwer zu leben. was nichts ändern – alles gut?!?! ja, alles gut was geschieht.

        tja – leben und leben lassen!

        und sich um sich kümmern und die anderen sein lassen.

        wie sagte auch buddha so schön: alles leid kommt vom anhaften.

        herzlichst

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        • Alles Leid kommt vom Anhaften, aber ohne Anzuhaften kann man auch nicht Loslassen.

          Ich glaub ich jammere zuviel in letzter Zeit. Werde mich jetzt mal am Riemen reissen, ein Räucherstäbchen anzünden und mich mit mir selbst entspannen.
          Einen schönen Abend wünsche ich Dir.

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  5. ist wie tag und nacht – sonne und mond – mann und frau.

    wir bedürfen einander – sollten jedoch trotzdem frei sein

    jammern darf und kann man schon…….nur habe ich festgestellt, daß es allen um mich rum irgendwann tierisch auf den sack geht – mir in keinster weise aus dem loch hilft – im gegenteil – und sich null komma null etwas verändert.

    und eigentlich ist es ja im endeffekt nur ein bezeugen von: ha, es ist nicht so wie ich es will. die situation passt mir nicht, ist ungerecht, etc. blabla.
    frei nach: mein wille ist nicht geschehen :-)
    eigensinn par excellence

    tja – das leben ist kein ponyhof.

    man kann sich in seinem leid suhlen – oder versuchen es zu akzeptieren und hoffnungsfroh trotdzem weiterzumachen.

    so wars jedenfalls bei mir.

    und was die stoiker anbelangt, die schreiben ganz viel über der seele.
    das fand ich äußerst spannend. nicht nur logik…….
    gut – viel gefühl ist da jetzt nicht dabei – es sollten ja auch nur anregungen sein, und kein starres konzept.

    schönes wochenende
    herzlichst

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