Destination Zululand

Tristan Rosenkranz hat mich für den Liebster Award nominiert. Vielen Dank dafür.
Ich habe mich bemüht seine Fragen so gut wie möglich zu beantworten, was nicht ganz einfach war, weil sie die ganz großen Lebensthemen wie Glück und Liebe umfassen, zu denen ich keine abschließenden Antworten, sondern vor allem ganz viele Fragen habe.

Ein Versuch:

1. Was treibt Dich an?
Wenn ich die Frage richtig verstehe, dann geht es hier darum welchen Sprit ich tanke und wo ich damit hinfahren möchte? (Da kommt mir sofort der Psychobilly Song von King Kurt in den Sinn: Destination Zululand.
http://www.youtube.com/watch?v=EtqXuK2Ga3s.
Seltsames Video, ich weiß).
Zuallererst wäre da, überflüssig das zu erwähnen, mein Lebenstrieb. Ansonsten vor allem meine Neugierde, ein starker Wissensdrang und das Streben nach Liebe und Anerkennung. In den letzten beiden Punkten unterscheide ich mich wahrscheinlich keinen Deut von allen anderen Menschen.

2. Woran glaubst Du?
An echtes Geld. Erhältlich bei allen Banken und Sparkassen.

3. Was ist Glück für Dich?
Das lässt sich nicht in zwei Sätzen sagen. Das Glück findet sich in Augenblicken, in Begegnungen, in Bildern, in der Natur. Was es ist, weiß ich nicht. Ich spüre wenn es ist.
Für mich bedeutet es aber vor allem die fraglose Annahme dessen was ist. Das Sich-fügen- Können, die Demut, das Vertrauen in mein Schicksal, in das Universum und in das gnädige Nichts.

4. Liebe ist für Dich…
… so wenig in drei Sätze zu packen wie Glück. Wenn sie da ist, ich geliebt werde und vor allem auch zurücklieben kann, spüre, wie mein Herz weit wird, geht es mir gut. Liebe ist eine der Grundvoraussetzungen für das Glück. Selbstliebe (the greatest love of all) ist der Anfang und zugleich das Schwierigste. Jede weitere Liebe, die sich dazu gesellt, und damit meine ich nicht nur die romantische Liebe, sondern auch die anderen, wie beispielsweise Freundschaft oder meine Zuneigung für die schnurrende Katz, bringt mich der Erfüllung näher.

5. Welches Buch würdest Du empfehlen?
Ein blinder Griff ins Regal: Schlachthof 5 von Kurt Vonnegut (wie auch alles andere von ihm).

6. Welchen Song hast Du zuletzt gehört?
Flume & Chet Faker Drop the game

(youtube-Direktlink)

7. Was ist der perfekte Lebensweg?
Da bin ich wirklich überfragt. Gibt es das überhaupt, den „perfekten“ Lebensweg? Was könnte das sein? Mann, Haus, Kind, Gartenzaun, Karriere?
Das Leben das ich leben möchte (und bereits lebe) ist ein ständiger Wechsel von: Glück und Unglück, Freude und Trauer, Liebe, Spiritualität, Erkenntnis, Wachstum- das ganze Füllhorn eben- wohl dosiert und ausgewogen, wenn möglich. Beim richtigen Maß hapert es manchmal, ansonsten bin ich ganz zufrieden.

8. Welchen Sinn hat das Leben?
Meine Eltern besaßen ein Buch, in dem ein besonders schlauer Mensch sich über besonders dumme Sätze freute. Einer dieser Sätze lautete: Das Leben ist des Lebens höchster Sinn.
Ich verstehe bis heute nicht, was daran lustig, geschweige denn dumm sein soll.

9. Wie alt möchtest Du werden?
112 Jahre (und sterben im Winter, wenn der Boden gefroren ist).

10. Welcher Lebensabschnitt ist der schönste?

Weiß ich noch nicht, bin ja mittendrin. Die Pubertät scheidet schonmal aus.

11. Welches Schlußwort möchtest Du sagen?
Immer wieder das Gleiche:
Lebe, wie Du wenn Du sterbst wünsche wohl gespeist zu haben.
(Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz)

Wem bessere Antworten einfallen oder wer die 11 Fragen einfach so beantworten möchte, der möge dies sehr gerne tun. Entweder im eigenen Blog oder aber hier im Kommentarteil. Ganz nach Wunsch.

Ich bedanke mich noch einmal für den Award und lasse diesen lauen Abend nun ohne weitere Fragen ausklingen.

(Entschuldigt bitte das Layout. Weiß nicht wie ich es besser hinkriegen soll, die Hitze…  Vielleicht morgen.)

26 Kommentare zu “Destination Zululand

    • Es liegt an mir, ob ich mich erwarteten „Rückhandlungen“ beuge, bzw. sie vornehme. ich habe mich diess Mal entschieden mir keine Fragen auszudenken und niemanden zu nominieren, weil mir einfach nicht danach war. Insofern mache ich bei diesen Awards immer nur das, was ich möchte.

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    • Einige seiner Bücher, wie zum Beispiel auch „Die Sirenen des Titan“ sind vergriffen und werden nicht wieder aufgelegt.
      Die Frage, wie das sein kann finde ich sehr berechtigt.
      Wahrscheinlich wird er nicht mehr gelesen?

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      • Ja, es ist merkwürdig, denn auch aus rein profitorientierter Sicht dürfte eine Neuauflage risikolos sein. Vielleicht sind die Rechte nicht mehr vorhanden. Blaubart fand ich ganz hervorragend damals. Vielleicht wird er nicht mehr gelesen, weil er nicht mehr aufgelegt wird. Der Buchmarkt ist eh so überfüllt, keine Pause, ständig Messen. Ein alter Vonnegut hat da nichts verloren.

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        • Nicht erst seit seinem Tod wird er nicht wieder aufgelegt. Das ist sehr schade.
          Eigentlich sollte Jeder etwas von ihm gelesen haben. Es gibt keinen Autor, den ich ob seiner klugen, kritischen, friedfertigen und lakonischen Art so bewundere wie ihn.

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          • Ja, in deiner einschätzung zu vonnegut stimme ich dir komplett zu (wie eigentlich eh meist :-) die bombardierung dresdens in schlachthof 5 schildert er ernsthaft, aber ohne schuldzuweisungen. vonneguts satz „so geht das“ (sagt er in dem roman immer, wenn jemand stirbt) verwende ich bis heute (auch wenn niemand gestorben ist).

            ich habe von ihm nur besagtes schlachthof 5 und eben blaubart gelesen, vor etwa 20 jahren, und war ganz begeistert damals. wer den abstrakten expressionismus näher gebracht bekommen möchte, lese das. den blaubart habe ich verliehen, weil ich ihn so toll fand und nie mehr zurückbekommen. ich werde mir das buch gebraucht besorgen, habe ich soeben beschlossen.

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            • Der Satz „So geht das“ ist auch zu einem festen Bestandteil meines Sprachinventars geworden.
              So lakonisch und präzise und simpel.
              Ich kann Dir von Vonnegut wirklch jedes Buch, auch die Spätwerke wie „Zeitbeben“ oder „Galapagos“ empfehlen.
              In den bekannten Antikbuchbörsen wird man auf jeden Fall fündig.

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              • danke für die tipps. ich gehe mittlerweile beim büchererwerb fast nur noch in die agb. eine tolle einrichtung. bücher als statussymbol, also die bücherwand, sind und ist out, habe ich gelesen.

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                • …hätte gar nicht gedacht, dass Dich Statussymbole in irgendeiner Weise interessieren.
                  Hast natürlich Recht. Man muss nicht immer alles besitzen und die Berliner Büchereien sind sehr gut sortiert. Ich kaufe eigentlich fast nur noch antiquarisch.
                  Kannst ja mal berichten, wenn Du einen Vonnegut gelesen hast. Würde mich interessieren, welchen Du Dir rausgreifst und wie Du ihn findest.

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                  • Ich glaube, Statussymbole interessieren die meisten, oder nicht? Es ist dann halt kein Mercedes, sondern irgendetwas anderes sichtbares. Die richtige Brille, der richtige Haarschnitt, das richtige Getränk vor einem. Man könnte es auch Stil nennen. Eigentlich sind die Leute, denen das alles tatsächlich völlig wurst ist, gar nicht so falsch. Das Gehype in Berlin ist teilweise schon drastisch, meinst du nicht? Die richtige Colasorte, Schuhmarke usw. Vor allem die richtige Mischung aus Engagement und Entspanntheit sind derzeit wichtig, scheint mir, dieses Hippster-Ding.

                    Ich werde erst Blaubart lesen, ist in drei Berliner Stadtbibliotheken vorhanden. Stimmt, das Angebot ist toll, ist halt eine große Stadt.

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                    • Wahrscheinlich interessieren sich die meisten für Statussymbole.Ich auch: wenn beispielsweise ein schicker Typ um die Ecke käme und mich zum Essen einladen würde, zum Date dann aber mit einem SUV oder irgendeiner anderen peinlichen Kutsche erschiene, dann würde mein Interesse vermutlich schlagartig erlöschen. Ich würde mich genieren in so ein Auto einzusteigen und am besten noch damit im Kez herum zu kurven.
                      In den Unterfranken habe ich mich damals verliebt, weil er mir voller Stolz eine Jeans zeigte, die er gerade auf dem Flohmarkt sehr günstig erstanden hatte: eine ausgewaschene Frauenhose mit Hüften, aber ohne Löcher. So cool und so selbstbewusst muss man erstmal sein, dass man sich an der reinen Zweckmäßigkeit eines Kleidungsstückes freut und nicht auf Label schielt oder anderen mit Preisschildern vor der nase rumwedelt (guck mal, was ich mir leisten kann!).

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  1. Ja, ein schwieriges Thema. Ein Zivildienstkollege von mir war Mitglied in einem professionellen Fahrradiebstahlring. Die klauten auf Bestellung das entsprechende Modell. Der wollte einfach einen Zusatzverdienst. Das war ein unangehmer Popper aus reichem Hause, der brauchte viel Geld für seinen Lebensstandard. Das meinte ich mit fehlendem Anstand.

    Heute ist er übrigens Artz, Orthopäde, und hat eine eigene Praxis.

    Die Armutsklauerei ist noch mal eine andere Sache.

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