Hauptstadt privat

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In meiner Kindheit stand auf solchen Schildern Betteln verboten.
Heute ist bereits das Betreten verboten. Oder ist das street art?

(Villa Fellini in Mitte; rote Tür in Friedrichshain)

27 Kommentare zu “Hauptstadt privat

  1. … und ergäbe einen guten Stoff für Fellini. Federico!
    Scheint dennoch ein interesssantes Gebäude als Kontrast zu der sonst allüblich-gegenwärtigen Luxus-Ghetto-Bunker-Architektur (obwohl sonstige Bauhaus-Liebhaberin) zu sein, bei der man bspw. teuer bodentiefe „Schießscharten-Fenster“ bezahlt und sie dann wegen der „optischen Zwangs-Sozialisierung“ zum engbebauten Umfeld der Nachbarn stets verhängt…

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    • Oh weh (es war zu erahnen), ich habe erst jetzt den Trailer für diese imposante Anlage entdeckt. Schon fast purer Zynismus, tatsächlich die feinsinnige Ironie Fellinis zu missbrauchen…
      Wenigstens die Sonne bleibt unverkäuflich…

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    • Dieser Trend zu Schießschartenfenstern (ich nenne sie auch so) ist mir ebenso aufgefallen. Angefangen hat es mit dem Grimm-Zentrum, dann kam das Innenministerium und jetzt ziehen die meisten Neubauten rund um den Hauptbahnhof nach. Ich kann mir nicht helfen, aber diese Architektur hat etwas Totalitäres. Sie würde sich gut machen als Kulisse zu einem Film wie „Brazil“. Leider ist sie die Kulisse zu unserem Leben.

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      • Stimmt. Schießscharten, so könnte man das nennen. Beim Grimm-Zentrum kommt hinzu, dass der Lesesaal komplett innen liegt, abgeschirmt von der Stadt, von dem ganzen Drumherum, autistisch. Könnte man mit dem Autodesign vergleichen, das auch immer verschlossener wird mit hoher Gürtellinie und kleinen Fenstern und SUV-Wehrhaftigkeit. Es sind alles Zeichen einer regressiver werdenden Gesellschaft, Ergebnisse kapitalistischen Wirtschaftens mit immer mehr Verlierern. Und die, die nicht verlieren, schotten sich ab. Die Dauerkonkurrenz erfordert es. Kürzlich las ich irgendwo, welche Verrenkungen Eltern mittlerweile unternehmen, damit ihr Kind aufs Gymnasium kommt und dort auch erfolgreich ist.

        Würde ich so flott sagen.

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    • Wowereit war mit Hinckel, dem Investor des Luxushochhauses auf dem Mauerstreifen ganz dicke (wie man liest ein Triple-Agent) und auch sonst wird es nicht anders zugehen, bei der Genehmigung solcher Bauwerke, die das Stadtbild stören.

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  2. An der Residenz Fellinie (ich glaube, so heißt das Ding offiziell) komme ich derzeit fast täglich vorbei und bin immer wieder beeindruckt ob der Protzerei. Der Hinweis ist mir auch schon aufgefallen.

    Die ganze Ecke dort zwischen Springer, Bundesdruckerei und Leipziger Straße ist gespenstisch. Dort stehen haufenweise solche Kästen, es gibt aber kaum Läden. Gut möglich, dass das alles Zweit- und Drittwohnungen sind, nicht nur bei Fellini. Es sieht in weiten Teilen nicht ernsthaft bewohnt aus. Hin und wieder verschwindet ein Luxusauto in einer Tiefgarage.

    Da ist ein ganzes Viertel entstanden, das wohl einzig der „Anlage“ dient, also Vermögen parken. Eigentlich pervers.

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    • Ein Teil der Wohnungen dort,insbesondere direkt vis à vis der Bundesdruckerei sind tatsächlich Mietwohnungen. Diese scheinen auch bewohnt zu sein. Der Rest, das sehe ich genau so wie Du, sind Zweitwohnungen oder reine Investitionsobjekte. Ausverkauf unserer Stadt eben.

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  3. vilmoskörte,

    schau mal hier:

    http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?t=7962

    Da diskutieren „Konservative“ das Fellini-Dingens ausführlich und sind ganz begeistert. Die gute alte Zeit. Sämtliche sozialen Aspekte dieses Baus werden großzügig ausgeblendet.

    Viele dieser neuen Luxuskästen haben massive Wohnmängel: vor allem zu eng, zu dicht, wie die Hinterhöfe der Mietskasernen. Dafür gibt niemand 5000 Euro den qm aus, um dort ernsthaft zu wohnen.

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  4. hab mir gerade mal die webseite von fellini angeschaut.

    für reich und schön und tot langweilig!!!!

    hier möchte ich gar nicht wohnen. einheitsbrei und null phantasie.

    kreativ und witzig ist für mich was anderes! auf solche nachbarn hab ich keinen bock :-)

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    • Da wohnt fast niemand, aber die, die da sind haben diese billigen bunten Blumenkästen, die rittlings auf dem Balkongeländer sitzen.
      Mich erinnert das ganze Fertigteilmonster ein wenig an die Kulisse zu einem Werbespot für Egoiste von Chanel.

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  5. Pingback: Hauptstadt privat | spraakvansmaak

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