Es rostet

Ständig und immer setzt alles überall Rost an.
Fluchrost, wie meine Großmutter gesagt hätte.
Frau Tonari sammelt die Korrosion und ein Mal pro Monat stellen Blogger im Rahmen der, von ihr ins Leben gerufenen Rost-Parade, ihre Fundstücke vor.
Eine schöne Idee, wie ich finde.
Heute mache ich auch mal mit.
Voilà:

DSC01342

Ein verrostetes korinthisches Kapitell an der Eingangstüre zum Großbeerenkeller in Kreuzberg 61. Aufgenommen im vergangenen Sommer (etwas, unscharf, ick weeß).

Gerade wird dort aufgewertet saniert, mal sehen, was von der Patina übrig bleibt.

20 Kommentare zu “Es rostet

  1. Für die eigenartige Schönheit manch eines Ortes wäre es besser gewesen, wenn das Geld zur „Sanierung“ gefehlt hätte! Denn, wenn sie dann zuviel „wiederherstellen“, bleibt oft gar nix mehr übrig. Viel Gruß von einer, die auch schon Rost ansetzt.

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    • Es ist genau das „Eigenartige“, wie Du so schön schreibst, was diesen, wie auch andere Orte so wertvoll macht. das, was ihn von den anderen, gesäuberten Plätzen in der Stadt unterscheidet.

      Sie werden es wegsanieren und irgendwann wird es ihnen leid tun.

      Schöne Grüße zurück!
      (Rost ist schön)

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  2. Ach, da freue ich mich aber gar sehr, dass ich Dich zum Mitrosten animieren konnte. Bei der Säule aus der Tür ahne ich, dass sie ein eventuelles Sandstrahlen nicht überlebt (hat). Bestimmt bekommt die Kneipe nun einen Schickimicki-Eingang.

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    • Hab ein Faible für Rost und wollte immer schon was zu Deiner Parade beitragen. Freu mich, dass es dieses Mal geklappt hat.
      Ich werde dem Großbeerenkeller auf der Spur bleiben und berichten.
      :)

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  3. So schön verrostet wird es wohl nicht bleiben, wenn es schick werden soll. Da reicht ja noch nicht mal Farbe, um die Stellen einfach aufzuhübschen. Was dann bleibt, ist dein Foto zur Erinnerung.
    viele Grüße
    Jaelle Katz

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    • Irgendwann habe ich die ganze Stadt in 2D auf dem Rechner und sonst ist nur noch glatte Fassade ringsum. Schade wäre es, der Trend ist aber schon zu erkennen.
      Danke für Deinen Kommentar.

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  4. Ein sehr schönes Kapitell aus des guten alten Zeit, in der es keinem Handwerker im Traum nicht eingefallen wäre, an dieser Stelle Senkkopfschrauben rinnzusemmeln, zumindest nich so>, dat musste ja aufreißen, tsts …

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  5. „Kenne den Westen auch viel besser, als den Osten, wenn man mal von Mitte und Freidrichshain absieht. Dabei habe ich eine ganze Weile in Marzahn gearbeitet.
    Morgens hin, abends zurück.“

    Wie du das schreibst, mußte ich grad an eine Wiederentdeckung* der letzten Wochen denken: Berlin ABC von Kadda & Holgi. Mit der Bahn durch die Stadt, irgendwo aussteigen, sich umschauen und darüber plaudern. Ungemein charmant.

    * Den allerersten Beitrag per Linkempfehlung gelesen, für gut befunden und das Projekt direkt wieder ‚vergessen‘. Monate später nochmals daran erinnert worden und in einem Rutsch durchgelesen. Inklusive Kommentare. Viel geschmunzelt, gelacht und nachdenklich geworden. Sehr schön das und mein Blick auf den Moloch von Hauptstadt hat sich mit neuen Nuancen angereichert.

    ***

    Bei Rost denke ich schwelgend an Oppas Werkstatt-Dachboden: Holz und uralte Werkzeuge so weit des Knirpses Auge reichte. Ach, der Duft! Seltsame eherne Gerätschaften, denen ob der Patina ihre Funktion kaum noch anzusehen war. Neugierige Blicke und Griffe meinerseits, Löcher reissend, die mit Geschichten gefüllt werden wollten – Wünsche denen der grummelnde Alte stoisch erst, dann immer mehr selbst im Strudel der Begeisterung für seine Profession aufgehend, nachkam. Und immer auch mahnende Worte des Respekts, zur Not unterstützt durch bloßes Heben der Hände (zwo oder drei seiner zehn Finger waren noch vollständig vorhanden – Grusel pur). Schön war’s.

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    • Das Berlin ABC kannte ich gar nicht. Danke für den Link. Habe ein bisschen gelesen und es gefällt mir ausgesprochen gut. Ich weiß schon, warum ich diese Stadt so liebe.
      Gestern auf dem Rückweg vom Teufelssee fuhren wir mit der S-Bahn durchs Grüne und ich dachte mir, wie naturnah und wie schön viele Ecken Berlins sind.

      Schön, was Du beschreibst. Hat der Opa tatsächlich soviele Finger eingebüßt beim Handwerken! Mit
      Werkzeug händisch zu arbeiten hat schon etwas sehr erdendes, finde ich. Physisch aktiv werden und nicht immer nur die Festplatte rotieren lassen. Wenn das Werkzeug dann noch Rost angesetzt hat und ein erfahrener Mensch eine Geschichte dazu erzählen kann, dann wird es richtig interessant.

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