Abgrundtiefe Banalität

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Die Gründe das Areal rund um das Kottbusser Tor zu meiden sind die gleichen, die die Gegend so unwiderstehlich machen. Je nach Tagesverfassung.
Die Praxis für Nuklearmedizin gibt es leider nicht mehr. Ebenso wenig den Harley Showroom und das Geschäft mit geschmacklosen Brautmoden. Stattdessen hamwa jetzt Bio Company und demnächst einen weiteren Eurogida, der die letzten kleinen türkischen Läden am Platz verdrängen wird. Schade um den netten Bäcker im Durchgang.

So geht das.

 
Ich mach hier mal ein bißchen Pause, denke über das Bloggen nach und wieso mich das zwischendurch so anödet und auch sprachlos macht. Manchmal/ immer häufiger/ gerade/ erscheint mir das Internet als trostloser Ort, abgrundtief dumm* und banal wie Mario Barth.

(*Zitat D.Hildebrandt)

 

 

 

 

(halbherziger Text zu diesem Projekt: http://neonwilderness.net/txt/)

34 Kommentare zu “Abgrundtiefe Banalität

  1. “There was a beauty in the trash of the alleys which I had never noticed before; my vision seemed sharpened, rather than impaired. As I walked along it seemed to me that the flattened beer cans and papers and weeds and junk mail had been arranged by the wind into patterns; these patterns, when I scrutinized them, lay distributed so as to comprise a visual language. ” (Philip K. Dick, Radio Free Albemuth)

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  2. Irgendwie kommen alle Blogger_innen, die ich kenne und mag, mich eingeschlossen, irgendwann und immer mal wieder an den Punkt, an dem sie/wir ihre/unsere Bloggerei hinterfragen, sie plötzlich banal finden, öde, überflüssig, all das … Ich will deine Gedanken gar nicht analysieren. Pausen finde ich immer gut. Es gibt noch soviel anderes. Achja … Hab es schön, bis dahin. (Aber Mario Barth? Nö, nich hier bei dir.)

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    • Es frühlingt und das Internet erscheint mir im Moment (mit Ausnahmen natürlich) so unbelüftet und verstaubt.
      Lesen werde ich meine Lieblinge weiter, nur mit dem Schreiben muss ich mal ein wenig pausieren.
      Du hast letztes Jahr ziemlich lang Pause gemacht und ich hatte den Eindruck, dass Dir das sehr gut getan hat.
      Auf bald! (und Danke!)

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  3. Das Netz ist auch nur einer von vielen Spiegeln. Und der unterscheidet sich leider nicht wesentlich von allen anderen. Aber Dein Blog ist eine Perle darin, das weißt Du ja, hoffentlich! Darüber hinaus hast Du ein Leben da draußen, zum Glück, und mittendrin zu verstummen ist nicht das Gegenteil, es ist kein Unglück. In diesem Sinne: Hab eine gute Zeit, liebe Tikerscherk…

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    • Vielen Dank, liebe Pagophila.
      Ich räuchere mal ein bisschen aus und möchte mich vielleicht auch ein wenig überdenken. Ich brauche Veränderung und beherrsche nicht die Kunst des Reisens ohne Bewegung.
      Meine Lieblingsblogs werde ich weiter lesen, nur das Schreiben muss ein wenig warten.
      Bis bald!

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  4. Ich vergleiche das mit der aussterbenden Gattung der Kneipentheken und auch der klassischen Apfelweinkneipe: Man sitzt beisammen und redet. Manchmal banal, manchmal blitzgescheit, oft albern. gerne dummes Zeug. Hauptsache man redet.

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  5. „Das Internet ist ein Energiefresserchen und ein Substanzsauger;“

    Klingt gut, merke ich mir.

    Pause kann sicher gut sein, liebe tikerscherk. Falls dir dann langweilig wird, kannst du gerne bei mir ein wenig kommentieren :-)

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  6. Die Praxis für Nuklearmedizin, die mit riesigen Lettern protzte, passte wunderbar in diese 70er-Jahre Machbarkeitswüste am Kotti. „Die Wohnungsnot beseitigen wir durch Beton, den Krebs besiegen wir mit radioaktiver Strahlung“, war die Botschaft. Das Café Sehnsucht hatte ich bei all der Klotzigkeit noch gar nicht entdeckt. Danke dafür.
    Ich denk auch über eine Pause vom Bloggen nach, dabei bin ich erst ein paar Monate dabei.

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    • Du erinnerst Dich? Die Wohnungsnot wurde immerhin tatsächlich durch Beton beseitigt und diese Wohnungen werden inzwischen auch schon für 10E pro Quadratmeter vermietet. Wer hätte das gedacht…

      Das Café Sehnsucht gibt es noch.
      Ach, ich liebe diesen dreckigen Ort!

      Pausen sind gut. Macht man bei jeder anderen Tätigkeit ja auch.

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  7. Schade. (Nebenbei bemerkt: mein Eindruck ist, das Internet und die Bloggerei insbesondere wird gemeinhin völlig überschätzt. Es ist ein öffentlicher Raum, das pralle, bunte Leben. Und ich muss mir nicht mal Schuhe anziehen, um es zu betreten.)

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  8. Pingback: …oder kann das weg? | kafka on the road

  9. Ich möchte Dir gerne eine kleine Geschichte erzählen:
    Es gab einen sehr berühmten, wahrscheinlich den berühmtesten, chinesischen Dichter namens Li Bai (李白 701-762). Eines Tages reiste er zu einem der schönsten chinesischen Türme, Huanghelou (黄鹤楼), und wollte Vorort über diesen Turm ein Gedicht schreiben. Als er dort nach langer schwerer Reise ankam, musste er jedoch feststellen, dass bereits vor ihm jemand ein Gedicht an eine Wand geschrieben hatte. Da ihm offensichtlich kein besseres Gedicht eingefallen war, verzichtete er darauf, selbst eines zu schreiben, und trat die Reise nach Hause an.

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