Scheiß-sms

retro telefon
Eigentlich sollte ich ja was über das Elend misslingender Kommunikation schreiben. Das ist mein Auftrag nach soviel Aufregung. Wegen nichts.
Aber: gehabte Schmerzen hab ich gern und heute ist zum Glück nicht gestern und wenn ich in Rätseln spreche, dann soll das so.
Aber um es wenigsten grob zu umreissen und die Leserschaft vor großem Unheil und Kummer zu bewahren, sei immerhin soviel verraten:

Sms sind einfach Mist, wenn man damit wichtige oder ernste Botschaften vermitteln will (und Emoticons aus Gründen des Purismus für die private Kommunikation ablehnt). Selbst Glückwünsche können dann wie Ironie klingen und Wärme wie Kälte.
Wenn man dazu auch noch zu stulle oder zu stolz ist um die so geschürten Missverständnisse durch einen beherzten Griff zum Hörer und ein entrüstetes „Hä?“ aus der Welt zu schaffen und sich statt dessen immer weiter hinein frisst in seinen Gram und sich dabei selbst unermesslich bedauert und eisig schweigt, während die Türen zum Glück weit offen stehen wie Scheunentore, dann gehört es einem eigentlich nicht besser.

Manchmal aber ist eben doch Weihnachten und Liebe in der Welt und vielleicht sogar der Heilige Geist und dann kommen sie zu einem, die erlösenden Worte, die augenblicklich von jedem ganz und gar abwegigen Gedanken und Zweifel befreien und am Ende fällt man sich in die Arme und alles ist eitel Wonne und man verspricht sich in Zukunft nicht mehr derartig verquer zu kommunizieren und zu denken.

Will sagen: ich bin sehr erleichtert und froh.

13 Kommentare zu “Scheiß-sms

  1. Bei einer einzigen Person wäre ich schon froh, ab und an eine SMS zu bekommen – allerdings keine verstörenden.
    Im Gegensatz zu Emil kann ich sagen, dass man bei whatsApp wenigstens sprechen kann – da hört es sich an wie eine Nachricht auf dem AB. Diese Person hat nämlich keinen „geschützten“ AB, also einen, der nur von ihr abgehört wird.

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    • Man muss sie richtig zu nutzen wissen, die Technik und ihre Möglichkeiten.
      Wenn man sich sonst keine Nachrichten hinterlassen kann, warum dann nicht über whatsApp, da stimme ich Dir zu.
      Ich meinte eigentlich eher, dass eine sms nicht tiefgründiger sein sollte, als eine Postkarte, weil es sonst schnell zu Missverständnissen kommen kann.

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    • „Scheiß“ wird sehr zu unrecht seit langer Zeit geächtet.
      Im Hygienebuch meines Vaters, das zu seiner Studienzeit genutzt wude, kam sie noch vor, die Scheiße,

      „Schippe Erde auf die Scheiße, Fliegen tragen Kot auf Speise.“

      aber eben auch hier nur als ewas, das man zu verbergen habe.
      Glücklicherweise gibt es für „Scheiße“ inzwischen einen ordentlichen Eintrag im altehrwürdigen Duden und der Ausdruck ist in aller Munde.

      Scheiß sollte nicht nur nicht geächtet werden, da bin ich ganz bei Ihnen, sondern als innerster und universellster Ausdruck einer Kultur anerkannt und gerühmt werden.

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  2. Missverständnisse bis hin zu Kommunikationsverweigerung kann es ja auch von Angesicht zu Angesicht geben (womit ich dein Argument nicht entwerten möchte), und nicht zuletzt auch an Weihnachten. Ich freue mich, dass sich in deinem Fall Weihnachten alles Verquere auflöste!

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    • Das stimmt. Kommunikation ist eine große Herausforderung und erfordert vor allem genaues Zuhören ohne sofort zu werten.
      Weihnachten ist wie gemacht um sich in die Haare zu kriegen.
      In diesem Falle war es aber wirklich das Medium und dann vielleicht noch eine gespielte Souveränität und Stärke.

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