Solidarität

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Wenn mir ein Unrecht geschieht, fällt es mir oft schwerer demjenigen zu verzeihen, der sich nicht solidarisch und loyal zu mir verhält, als jenem, der das Unrecht an mir begangen hat.
Was vielleicht daran liegt, dass ich an diejenigen, die das Unrecht begehen ohnehin keine Erwartungen (mehr) habe, ich aber die nicht entgegen gebrachte Solidarität und Loyalität als Verrat empfinde.

Ob das richtig ist weiß ich nicht.

10 Kommentare zu “Solidarität

  1. Enttäuschung spielt sicher auch eine Rolle bei mir.
    Aber es ist vor allem der (empfundene) Verrat, den ich so schlecht verzeihen kann. Schlechter als das Unrecht selbst, scheint mir manchmal.

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  2. Ihr Lieben, ja es geht mir ähnlich, bin eine ewige Solidarisiererin, aber dies scheint nie wirklich jemand zu brauchen…ja, und der Verrat wiegt viel viel schwerer als irgendeine Tat…hab nie wirklich gelernt, zu verzeihen, darum geht es doch letztendlich auch, oder? Liebe Tikerscherk, bin sehr froh, daß du diesen Text geschrieben hast! Lese gerne bei Dir. Liebe Grüsse, Margarete

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    • Hallo Margarete,,
      mir geht es, glaube ich, vor allem um die Solidarität der Menschen, die mir nahe stehen.
      Und ich frage mich schon, ob es nicht ungerecht ist, die Tat weniger schwer zu gewichten, als die mangelnde Solidarität. Das würde ja den „Täter“ in eine bessere Position bringen, als den, der gar nichts gemacht hat, außer die Klappe zu halten. Wenn man das weiter denkt, müsste man sich häufig überlegen, wen man verurteilt. Den Mörder, oder den, der zugeschaut hat. Schwierig.

      Ich kann eigentlich ganz gut verzeihen. Im Alltag und allgemein.
      Aber Verrat frisst sich mir in die Knochen. Das kann ich jahrelang vergessen, und plötzlich ist er doch wieder da.

      (Freut mich, dass Du gerne hier liest)

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  3. Ich habe das Gefühl, dass Solidarität und „Partei ergreifen“ manchmal mit „Naivität“ verbunden wird, mit „nicht über den Tellerrand gucken wollen“. Und das ent-wertet diese wertvolle Zu-Wendung sehr…

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    • Darüber müsste ich mal nachdenken.
      Die Verbindung habe ich bisher noch gar nicht gesehen.
      Partei ergreifen erfordert doch eigentlich Einsatz, ist also anspruchsvoller als abzunicken.
      Das allein ist doch schon Respekt wert.

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  4. Wenn man mit Kindern spricht, die Leid erfahren haben, so sagen sie fast immer, dass das Schlimmste für sie war, dass Ihnen keiner geholfen hat. Nicht das, was man ihnen angetan hat, sondern dass keiner zu ihnen stand, bewegt sie noch lange Zeit. Tja.

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    • Wenn nicht mal das Urvertrauen da ist. Wenn man nicht efährt, dass jemand da ist, der einen beschützt, wenn man es (als Kind) braucht, dann steht der Rest des Lebens auf reichlich tönernen Füßen.
      Getragen und gehalten werden wollen, ist ein Motiv, das sich bis bis ins Erwachsenenalter zieht.
      Wahrscheinlich hört das niemals auf.

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