Chillen Scheppern Schillern

Nachdem ich es gestern nicht nach Wittenberge an der Elbe geschafft habe, und stattdessen in Frankfurt an der Oder landete
(was mich an eine Autofahrt erinnert, wo wir nach Marburg auf eine Party wollten und dann fast bis Konstanz am Bodensee fuhren, jung und betrunken, wie wir waren), hatte ich für heute meine Ziele etwas realistischer gesteckt.
Zum Bahnhof wollte ich und einfach irgendwohin fahren.
Nicht einmal das habe ich geschafft.
Nirgendwo fuhr ich hin, weil ich schon vor der Haustüre durch tagträumende Abwesenheit auf ausgetretenen Pfaden in die falsche Richtung ging und mich nach einem Spaziergang über die Köpenicker Straße, wo neue Hochglanzgalerien entstehen, deren Gäste heute via Shuttle anreisten, schließlich auf der Fischerinsel wiederfand, die ich einmal mit dem Hund umrundete, um mir auf dem Rückweg am Märkischen Museum an einem Informationspunkt das DDR-Kampflied „Jung sind die Linden“ auf Knopfdruck anzuhören.

Das hatte schon was, bei diesem trübkalten Wetter, und in dieser gottverlassenen Gegend unweit der eisgrauen chinesischen Botschaft und der schmucklosen Jannowitzbrücke das scheppernde Jubeln der Ostmänner über die Errichtung des Schutzwalles  anzuhören.
Am Bärenzwinger ging ich dann auch noch vorbei, der mich wie immer traurig stimmte, um in der Nähe wenigstens noch ein paar Fotos von schillernden Scheiben zu machen, ehe auch diese Eigentum, made by Ziegert-Immobilien GmbH, gewichen sind.

SAMSUNGSAMSUNG
Nach so getaner Arbeit kehrte ich in die warme Wohnung zurück, wo ich mich nicht zwischen Linzer Torte und Schokokuchen entscheiden konnte und deswegen auf Brezel auswich, zu der ich mir einen fabelhaften Cappuccino bereitete.

Ein wunderbar entspanntes  Wochenende neigt sich seinem Ende zu.
Wer jetzt noch nicht neidisch ist, wird es vielleicht werden, wenn ich verrate, dass ich erst um halb zwölf Mittags aus dem Bett gekrochen bin, nachdem die Glocken auf dem Mariannenplatz schon mehrfach alles in Grund und Boden geläutet, mich aber immer nur tiefer und tiefer in die Matratze und in wunderbare Träume von einem Feld voller schillernd-bunter Hydranten gedrückt hatten (im Ernst).
Und genau dahin werde ich mich nun wieder begeben, um morgen erfrischt dem Wochenanfang mit seinem grauen, verkniffenen Gesicht in selbiges lachen zu können.

2 Kommentare zu “Chillen Scheppern Schillern

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