Glück und Gelingen (2)

Kein Vergnügen,
welches das überträfe,
mit seinem Karren
über ein Pflaster zu fahren,
das man selber gelegt hat.

Alain

7 Kommentare zu “Glück und Gelingen (2)

  1. Es begab sich zu einer Zeit, als die Winter noch bitterlich kalt und schneereich waren, daß der kleine S. und zwei seiner Kumpanen übermütig durch die weiße Pracht tollend auf eine Idee kamen: ‚Laßt uns einen Iglu bauen!‘
    Mit Eifer ging es zur Tat. Kleinere wurden zu größeren Brocken gerollt und geschichtet, der Bau gewann an Höhe und ward schließlich vollendet.
    Schnaufend und frierend bezogen die Drei ihr neues Heim und besahen stolz ihr Werk. Die Freude währte einige Momente, dann lehnte sich einer der Knirpse an die Wand und glitzernd fiel der Bau in sich zusammen.
    Über und über mit dem kalten Weiß bedeckt standen sie spuckend in den Trümmern ihrer Kunst und manch Tränlein kullerte heiß über vormals rosige Bäckchen.

    Merke: Kunst kommt von Können! Und ist es damit nicht weit her, hält auch des Vergnügen sich in engen Grenzen.

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    • Vielleicht können wir das Gedicht aber auch in übertragener Bedeutung verstehen, ohne Wackersteine in der Erde. Also etwa: No pain, no gain oder nach dem Säen folgt die Ernte oder per aspera ad astra oder oder oder. Natürlich etwas luftiger, freudiger, mit mehr Esprit. Vergleichbar dem Glücksgefühl, das sich einstellt, wenn man 150 Schwänze in 12 Stunden geblasen hat. Ach nein, da war ja die Trauer größer, dass es zum Weltrekord nicht gereicht hat.
      Verehrte tikerscherk, die Lektüre dieses Artikels, zu dem diese Woche eine Linkspur von hier geführt hat, hat mein seelisches Gleichgewicht ziemlich zerrüttet. Auch noch getaggt mit „Männerträume“! Allerdings hat mich das bis in meine Träume verfolgt, aber es waren keine süßen.
      Wenn man die Männer so verwirrt, dann darf man sich nicht wundern, dass sie zu Kommentaren in sensiblen Fragen nicht mehr in der Lage sind. Die so gepflasterte Straße ist die via dolorosa, der Pornohighway für den Karren in die Hölle.
      Ansonsten sei allen eine gute Zeit gewünscht.

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      • Werter Sachverständiger,
        solche harten Worte aus Ihrer Feder.
        In dem Beitrag, auf den Sie sich beziehen, habe ich bewusst die einschlägigen Begriffe nicht verwendet, sondern nur verlinkt. Ich dachte mein Stirnrunzeln durch das Tag „Befremdliches“ zum Ausdruck gebracht zu haben.
        Wenn nun diese Links Ihr seelisches Gleichgewicht zerrüttet haben, dann tut mir das aufrichtig leid, umso mehr, weil ich diese Via Dolorosa gepflastert habe. Ich hoffe, Sie halten mir meine Unwissenheit über die möglichen Konsequenzen der Verlinkung zugute.
        Denken Sie an einen rosa Elefanten. Das hilft hoffentlich.

        Zerknirschte Grüße,

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    • „…zu eienr Zeit, als die Winter noch bitterlich kalt waren“- also irgendwann in den letzten 3 Jahren?

      Ob Kunst von Können kommt?
      Es lag sicher nur am Schnee. Er war zu nass.
      Und außerdem: allein der gute Wille zählt.

      (Entschuldige bitte die Plattitüden. Bin durch.)

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  2. Als ich den Blogeintrag das erste mal las kamen mir manch schöne Erinnerungen an Selbstgefertigtes und die Freude und den Stolz, an und über das Geschaffene. Vieles was klein oder groß war, ganz nach Zeit und Perspektive.
    Einige ‚Durchläufe‘ später die Erinnerung an die obig dargestellte kleine Geschichte, die sich so mit 8-9 Jahren zutrug. Etwas in mir trieb mich sie zu schreiben, ganz ohne bösen Hintergedanken. Während ich, nach groben Schnitzern suchend, nochmals drüberschaute kam mir wohl in den Sinn, daß man sie in mehrlei Hinsicht interpretieren und/oder mißverstehen könne; zwei klar negative, wenn nicht gar „böse“ fielen ins Auge, aber auch mehrer positive. Die Überlegung die Darstellung dergestallt zu ändern, daß sie besser (weil deutlicher) der ersten Intention entspräche verwarf ich – aus Gründen.
    Das ich damit eine Verletzung von Feingefühl, Geschmack und anderem hervorgerufen habe, hervorrufen würde, das war mir in Kauf nehmend bewußt, allein ich wollte es riskieren, überwog bei mir doch das Positive, welches ich nun auch noch wiedergeben will:

    Erst wenn wir scheitern, vermögen wir das Gelingen wirklich zu würdigen. Aus der Niederlage folgt nicht zwangsläufig die Negation weiterer Versuche, dies mag für manchen eine Minderung des Antriebs sein, für andere gleichwohl ein Ansporn. Und wenn es dann gelingt, das je eigene Vorhaben, so ist das Vergnügen umso intensiver, eingedenk der Niederlagen und Mißerfolge, eine neue Qualität des Erlebens!

    [Das „Merke“ im ersten Kommentar bezog sich, aus Sicht des Autors, explizit auf seine kleine Geschichte, nicht mehr, und so möchte ich es verstanden wissen: nicht auf den Blogeintrag selbst, auf Tikerscherk oder eine Verbindung beider!]

    @tikerscherk: die „bitterlich kalten Winter“ war eine kleine Spitze auf das persönliche wahrnehmen/erinnern, das vieles verklärt was einmal war. Mir kamen als Knirps ein Meter Schnee wie heute drei vor und 10° unter Null müssen sie heute mit ihrem zweifachen messen, wenn sie den Vergleich mit der Erinnerung aushalten wollen.

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