13 Fragen, 13 Antworten

Asallime hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen, das ich gerne gefangen habe.
Hier sind die Antworten:

1. Welchem Tier fühlst du dich verbunden?

Im Allgemeinen oder im Besonderen? Im Besonderen fühle ich mich meiner Töle und den Katzen verbunden. Im Allgemeinen fühle ich mich allen Tieren verbunden. Allen, auch der Stechmücke. Kein Witz. Nur vor großen Spinnen habe ich Angst.
Wenn ich mir aussuchen könnte, welches Tier ich gerne
wäre, dann wäre ich ein Kondor in den Anden, ein Adler in den Alpen, oder eine träge Echse auf einem warmen Stein. Natürlich in Freiheit.

2. Wie findest du eine Verbindung zur Natur?
Schwierig. Ich bleibe meist draußen, das heisst ich schaue Natur an, bewundere ihre Schönheit, fühle mich aber nicht als Teil von ihr. Manchmal in den Bergen, oder wenn ich nachts im Freien schlafe ist das anders. Dann gehöre ich dazu, und das ist ein großes Glück.
Am intensivsten habe ich das einmal in der totalen Stille der Mojave-Wüste erlebt.

3. Hättest du lieber einer anderen Nation (Kultur) angehört und welcher? (abgeschrieben bei Max Frisch)
Schwer zu sagen. Nation bleibt Nation, und mich mit diesem Konstrukt zu identifizieren fällt mir schwer. Kultur, hm, nein, ich glaube ich bin hier ganz gut aufgehoben. Vielleicht wäre das Leben bei den Bishnois richtiger für mich.
Andererseits schwer vorstellbar für ein Stadtkind wie mich.
4. Gibt es ein Buch, das du mehr als ein Mal gelesen hast? Warum?
Einige Bücher. Zum Beispiel
Die Abenteuer des starken Wanja von Ottfried Preußler. Das Buch habe ich mir, obwohl es ein Kinderbuch ist, erst kürzlich wieder vorlesen lassen. Es hat mich als Kind stark gemacht, und das tut es heute noch.
Unverzichtbar auch:
The Sirens of Titan von Kurt Vonnegut, einem Lieblingsautor neben z. B. Max Frisch und Marguerite Duras
Ein gutes Buch ist nie ausgelesen. Es hält bei jedem erneuten Lesen eine neue Geschichte, eine andere Ebene und auch andere Gefühle bereit.

5. Welcher Film macht dich glücklich?

Keiner.
Wer die Nachtigall stört hat mich beim ersten Mal auf eine unerklärliche Weise sehr tief und nachhaltig berührt.
Die Filme der Coen-Brüder machen mich meistens fröhlich.

6. Welcher Film macht dich unglücklich?

Im Moment
High Noon. Darüber habe ich gerade erst geschrieben. Wobei unglücklich nicht stimmt. Er macht mich traurig.
Zu Tränen rührt mich merkwürdigerweise auch immer wieder
King Kong. Die erste, wie auch die letzte Verfilmung mit der wunderbaren Naomi Watts, die auch in dem Film  21 Gramm  zu sehen ist, der mich ebenso sehr bewegt.

7.Was kochst du, wenn du Besuch hast?

Entweder koche ich asiatisch, mache eine Tajine, oder ein simples Chilli. Vegetarisch.

8. Wonach roch deine Kindheit?

Nach
Opium, Tabu oder Shalimar, den boudoirschweren Düften meiner Mutter. Ansonsten nach Nagellackentferner, Jodtinktur, Pflaster, dem selbst gebrauten Haarwasser meines Vaters. Nach Zigaretten und Zigarren, Planschi*, Tri Top und Wienerwald.

9. Wen würdest du gern aus seinem Amt/Beruf feuern?
Alle korrupten, gierigen, skrupellosen Menschen in Politik und Wirtschaft. Aber auch sämtliche käufliche und unredliche Journalisten. Erzieherinnen und Lehrer, die versuchen Kinder zu brechen. Und den Citroen-Verkäufer in Friedrichshain.

10. Mit wem (außer deinem Partner) würdest du ein Buch schreiben?
Mit niemandem. Wenn, dann schreibe ich es alleine. das ist schwer genug.

11. Gibt es ein Handwerk, das du gerne lernen würdest?
Schweißen würde ich gerne lernen und dann diverse Ideen umsetzen.

12. Bist du eher Abenteurer oder Akademiker?
Beides nicht so richtig. Ich bin bildungshungrig mit Tendenz zum Abenteuer.

13. Ist das Internet Fluch oder Segen für dich?
Segen. Ganz klar. Ich lese hier soviel gute Texte, finde Informationen, die die Mainstreampresse nicht bereit hält, habe mit einem Klick jedes Nachschlagewerk der Welt parat, kann Radio hören, fernsehen, und wenn ich wollte könnte ich rund um die Uhr chatten (was mir nicht so liegt).
Aber habt ihr schon mal darüber nach gedacht, dass wir uns alle nie wieder finden würden, wenn jemand den Stecker zieht?
Wir sind wie ein Ballon, dessen dünne Haut jederzeit zerplatzen kann, und dann ist die Luft raus. Verteilt in alle Himmelsrichtungen.
Wir kennen voneinander nicht unsere Realnamen, unsere Adressen oder Telefonnummern.
Jeder Widerstand aus dem Netz kann durch Abschalten desselben lahm gelegt werden.
Und das ist ein Fluch, bzw. eine Gefahr, die man allerdings bannen könnte.
Nur mal so.

*Musik: Planschi

 

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20 Kommentare zu “13 Fragen, 13 Antworten

  1. Bei Planschi musste ich kurz überlegen, aber Tri Top, das gab’s bei meiner Oma (zu Hause gab’s Cappy..;-)

    Das Internet abschalten ist die eine Sache. Die Vorstellung eines völligen Stromausfalls nochmal eine ganz andere. Wir wären verloren… darüber denke ich oft nach.

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    • Absolut. Genau das Gleiche dachte ich heute auch wieder. Alles läuft hier mit Strom- was auch bedeutet, dass wir vollkommen in der Hand der privaten Stomkonzerne ind. Nicht mal telefonieren geht ohne.
      Aber das Internet als Infopool zu verlieren, wäre auch ein großer Verlust, und eine weitere Beschneidung der Freiheit.

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      • …Ein Leben ohne Internetz…das ist für mich kaum mehr vorstellbar (und das erschreckt mich selbst am meisten)…Die Erinnerung daran, wie ich früher – das wahr noch 1-2 Jahre, bevor das www zur ernsthaften stetig sprudelnden Info-Quelle wurde – z.B. für Hausaufgaben „offline“ recherchiert habe, ist total verblasst :-)
        …Und alle ziehts in die Netzwelten: Sogar die „Alten“: Habe erst heute einen (augenscheinlich) Rentner ein Ipad kaufen sehen…

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        • Die Recherche online finde ich so hilfreich. Ich unterhalte mich mit jemandem, uns fehlt eine Info-zack- das Internet bietet sie. Telefonnummern, Öffnungszeiten, Kinoprogramm, Zugverbindungen, lauter lebenspraktische Dinge. das spart enorm viel Zeit.
          Und dann natürlich die Möglichkeit mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, die man sonst nie treffen würde, weil sie z.B. am Bodensee oder im Odenwald leben.
          Das Internet ist wertvolles Medium.

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  2. Auf dem Land kann man da auf anderen Ebenen ein bisschen vorsorgen. Öfen. Gehen auch zum Kochen. Finde ich sehr beruhigend.

    Aber wenn er da ist, der Strom, gerne für das Internet. Machmal fällt ein Baum drauf. Weg isses. Ärgere mich jedes Mal, wie sehr ich mich ärgere, dass er weg ist. (Alles etwas wirr, aber Sie verstehen sicher).

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    • Und ob ich Sie verstehe.
      Kein Strom, kein Netz, kein Blog.
      Das ist ärgerlich und könnte fast zum Rauchen verführen.
      Zum Glück gibt es die Hunde, die Katzen und die Bücher, die uns dann am warmen Ofen trösten.
      Und Sie haben wahrscheinlich den schönsten Blick aller Bloggerinnen, die ich kenne.

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  3. Neeeeeiiiin: Planschi, wie wunderbar! Ich hatte dieses Zeug schon lange vergessen, erinnere mich aber ganz genau an diese Werbemelodie, und so taucht etwas aus der Erinnerung auf, das weg war. Prima. Planschi gab es bei uns leider nicht, TriTop nur sehr selten.

    Die Frage zum Internet samt dem großen Stromausfall fand ich am interessantesten. (Sowie die nach dem Geruch der Kindheit) Es wäre schade, wenn das alles weg wäre. Aber es besteht die Möglichkeit.

    Bücher und die von Hand geschriebenen Text sind haltbar.

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    • Die Frage nach dem Geruch der Kindheit hat mir am besten gefallen. Mir diesen wieder ins Gedächtnis zu rufen, diese einzigartige Komposition aus Parfüm, Rauch und Essensdüften, diese Mischung, die in jedem Haushalt wahrscheinlich ähnlich, aber doch ein bisschen anders ist, so wie ein abgewandeltes Grundrezept, hat mich den Gefühlen meiner Kindheit ganz nah gebracht.
      Es ist schon bemerkenswert, was ein Geruch auszulösen im Stande ist.

      Ja, Bücher und Briefe sind haltbarer und haptischer. Leibhaftige Menschen kann man zur Begrüßung umarmen, und zum Abschied nicht einfach wegschalten.

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      • Der Geruch: ich habe den ganzen Tag über sinniert. Stimmt: Zigarettenrauch. Nudelauflauf. Und ich erinnere mich genau an den Geruch des VW-Käfers: Eine Mischung aus den Stoffbezügen der Sitze, Feuchtigkeit, wenn es regnete, Motoröl, Zigarettenrauch, der sich im Stoff festsetzte. Und das ergab etwas, das ich heute nirgends mehr finde. Ganz selten, in alten Autos riecht es in dieser Weise, dort, wo noch Stoffsitze sind. (Deshalb auch halte ich Proust „Suche nach der verlorenen Zeit“ so ungeheuerlich und phänomenal: er beschreibt genau dieses Moment des Erinnerns, wie aus den Tiefen eines längst Vergessenen, eines Abgelebten, etwas aufsteigt und wieder ins Bewußtsein drängt und wie dieses Verschüttete so ganz und gar gegenwärtig wird.)

        Der Geruch ist etwas Zentrales. Selbst Gerüche, die man jahrelang vergessen glaubte, können plötzlich wieder auftauchen. Und wenn man gut imaginieren kann, vermag man sie sich zu vergegenwärtigen.

        Doch: Mancher kann leibhafte Menschen einfach wegschalten. Es geht. Leider.

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        • Der Geruch der Stoffbezüge war aus meiner Erinnerung verschwunden. Jetzt ist er wieder da. Es war der Schaumstoff, der erst Feuchtigkeit aufnahm, zum Beispiel weil ein Fenster über Nacht offen geblieben war, und danach blieben all die Gerüche in ihm hängen. Der Stoff der Bezüge war so dünn, dass man ihn mühelos mit den kindlichen Fingern bearbeiten konnte, um durch die so entstandenen Löcher kleine Stückchen aus dem Schaumgummi zu puhlen.

          Damals gab es noch kein Olivenöl in deutschen Küchen. Alles wurde mit mit Butter, Biskin oder Mazzola angebraten. Fondor und Maggi waren die Gewürze. In den Treppenhäusern roch es nach Bohnerwachs, man trank handaufgebrühten Bohnenkaffee, der ganz anders roch, als das, was später aus den Kaffeemaschinen kam.
          Geruch ist vielleicht die tiefste Erinnerung, die wir haben, und bei mir können Gerüche wie ein Erdbeben wirken, bei dem Krusten aufbrechen und Dinge zu Tage gefördert werden, von denen ich nichts mehr wusste.

          Mancher kann Menschen ausblenden. Stimmt wohl.
          Aber im Netz ist es ungleich einfacher. Wer sollte einen zur Rede stellen, wenn man sich grußlos aus dem Staub macht. Und das wiederum macht das Netz unmenschlich.

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      • Stimmt: Maggi. Und dazu am Samstag Linseneintopf aus der großen Suppenterrine. Und in dem Tante Emma-Laden in der Süßigkeitenecke die Wundertüten mit Figuren darin, genau dieser Geruch nach Kunststoff und Tüteninhalt und Papier sowie der nach der Druckfarbe von den Tarzansammelbildern und der Geruch der Wurstwaren in dem Lädchen, das in kleiner Auswahl alles mögliche verkaufte Der Geruch von verbranntem Holz, das von den lackierten Bauklötzern herstammte, die ich über das Feuer hielt, um sie zu schmelzen. Leider schmilzt Holz nicht, wie mir meine Mutter in wie ich vermute leicht deklamierend-ärgerlichem Tonfall klarmachte.

        Und der Geruch des Waldmeistereises von Schoeller.

        Suche nach der verlorenen Zeit. Es ließe sich eine Anthologie der Gerüche herstellen. Auch die während der wunderbaren wilden Jahre des Studiums.

        _____

        Das Plantschi-Lied hat mich im Kopf dann sogar noch vorm Einschlafen begleitet. So etwas nennt man Kulturleistung.

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        • Die Scheibe Gelbwurst an der Wursttheke, die kreiselförmigen Lutscher. Der Geruch von Nesquikpulver. Hustinetten. Lekkerschmekker.
          Ein frisch entzündetes Streichholz (Welthölzer) zum Anzünden des Adventkranzes.
          Und ja, der Linseneintopf (mit einem Schuss Essig gekocht), die Eiernudeln, Buchstabensuppe mit fettigen Backerbsen. Der Wirtshausgeruch nach Brühe und Sauerbraten.
          Schön, in den Duftgärten der frühen Kindheit zu wandeln.
          Unvergessen der geruch nach frisch gebackenen petits pains au chocolat am Morgen unserer Abreise an der Atlantikküste. Hefe, Zucker und das Salz des Meeres.

          Dann die Jahre des Studiums. Rauch, Asche, Bier, Bibliotheken, Orbit Kaugummis, fremde Haut.

          Suche nach der verlorenen Zeit.

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  4. Liebe tikerscherk, schöne Antworten, ich habe jetzt ein anderes, vielschichtigeres Bild von dir. Hoffentlich platzt der Ballon nicht so bald… das fände ich sehr schade. Also danke, dass du dir dafür Zeit genommen hast. Ich hoffe, es hat nicht nur die Geruchsfrage Spaß gemacht!
    Mein Freund würde wohl mitkommen zu den Bishnois. Wenn du von den Tieren schreibst, dann kommt bei dir eine Art Reiselust durch, die auch eine Rastlosigkeit ist. Das ist übrigens auch Segen und Fluch.
    Ich kehre übrigens auch immer wieder zu ein paar Büchern zurück, ich bin dann immer erstaunt, wie anders manches auf mich wirkt.
    Jetzt freue ich mich auf deinen High-Noon-Text, den ich noch nicht lesen konnte. Liebe Grüße!!!

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    • Reiselust, wenn ich von den Tieren schreibe?
      Ich bin eigentlich nicht mehr besonders reiselustig, aber für „das richtige Leben“ würde ich mich schon an einen anderen Ort bewegen.
      Wahrscheinlich sage ich durch die beantwortung solcher Fragen mehr über mich, als ich gedacht hätte.
      Ein Profiler würde sich längst ein umfassendes Bild gemacht haben.
      ich hoffe dem Kleinen geht es wieder gut!

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      • Dankeschön, ihm geht es seit heute besser. Die Eltern haben derweil auf Reservemodus umgestellt und brauchen jetzt etwas Pflege… oder zumindest einen Tee ans Bett. ;-)
        Ja, Reiselust… wie du das so schreibst: “ ein Kondor in den Anden, ein Adler in den Alpen, oder eine träge Echse auf einem warmen Stein“, da klingt die Suche nach Freiheit, Reiselust, irgendwie auch Rastlosigkeit durch… das mag aber auch Projektion sein, das ist bei uns, vor allem bei meinem Partner, ein großes Lebensmotiv. Dass du mal in deinem Leben viel gereist bist kann ich mir jedenfalls gut vorstellen.
        Es wird aber immer schwerer, sich „zu bewegen“, wir haben es vor kurzem versucht und landeten für ein paar Monate auf Sardinien, was für mich mächtig daneben ging. Dass ich mich so schwer verpflanzen lasse, hätte ich nicht erwartet, weil ich mir keinerlei Wurzeln bewusst bin. Womit wir bei der Fragen nach der Nation wären…
        Circles, circles..

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        • Meine Reiselust ist weitestgehend eingeschlafen.
          Ich verlase Berlin immer dann, wenn ich kurz vor dem Koller bin. Alter Baum und so.
          Der Adler und der Kondor leben in den Bergen. da wäre ich gene. Ganz sesshaft on top of the mountain.
          Manchmal reicht es von fremden Orten zu träumen. In fremde Nester schlüpfen.
          Heimat ist ein so großes Thema!

          Pfleg dich wieder zu Kräften!

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