Glück und Gelingen

English: Signature of Georg Heym

Mein Unglück ruht zur Zeit in der ganzen Ereignislosigkeit des Lebens.
Warum tut man nicht einmal etwas Ungewöhnliches, und nur, daß
jemand dem Ballonhändler die Schnur durchschnitte.
Ich würde ihn gern
schimpfen sehen.
Warum ermordet man
nicht den Kaiser oder den Zar?

Georg Heym
Tagebuch, 17. Juni 1910

Enhanced by Zemanta

53 Kommentare zu “Glück und Gelingen

      • So wenig, wie ich von Heym kenne, so angezogen oder fasziniert bin ich von seiner düsteren Schwere. Von dem Schmerz und der Leere, die er empfunden haben muss.


        Hora Mortis

        Gebannt in die Trauer der endlosen Horizonte,
        Wo nur ein Baum sich wand unter Schmerz,
        Sanken wir, Bergleuten gleich, in das Schweigen der Grube
        Unserer Qual. Und von Leere schwoll uns das Herz.

        Trüb wie die Winde, im Schierling, bei Büschen und Weiden
        Haben wir unsere Hände im Dunkel gesenkt,
        Und dann gingen wir lässig, und freuten uns unserer Leiden,
        Arme Spiegel, darin sich ein düsterer Abend fängt.

        Nachtwandlern gleich, gejagt vom Entsetzen der Träume,

        Die seufzend sich stoßen im Dunkel mit bleicher Hand,
        Also schwankten wir in des Herbstes verschwindende Räume,
        Der wie ein Riese sich hob in die Nacht und versank.

        Aber im Wolkenland, im Finstern, sahn wir die Schatten
        Schwarzer Reiher und hörten den traurigen Flug,

        Und wir schwanden dahin in Schwermut und bittrem Ermatten,
        Blutleere Seele, die Lethe durch Höhlen voll Kummer trug.

        Gefällt mir

  1. Das Datum kann nicht stimmen, Heym ist 1912 gestorben.
    Der Ennui, der sich in diesem Eintrag zeigt, war übrigens keine reine Privatsache. Der kulturelle Überdruss an den bestehenden Verhältnissen brach sich Bahn in der Begeisterung bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs, als zwar nicht der Zar aber ein Kronprinz ermordet wurde. Wollen Sie Krieg?

    Nein, im Ernst und anknüpfend an die gestern erwähnte Zeit des Dings: „Wenn die Dinge offenbar jeweils ihre Zeit haben und wir die Dinge jeweils in ihrer Zeit gerade antreffen, dann bleibt vielleicht die Langeweile aus. Umgekehrt: Die Langeweile ist überhaupt nur möglich, weil jedes Ding, wie wir sagen, seine Zeit hat. Hätte nicht jedes Ding seine Zeit, dann gäbe es keine Langeweile.“ (Heidegger, Die Grundbegriffe der Metaphysik, § 23)

    Daher ist die Grundstimmung der tiefen Langeweile, nicht die der gelegentlichen, die Voraussetzung dafür, dass Fragen nach Welt, Endlichkeit und Einsamkeit überhaupt möglich werden. Wovon nicht zuletzt Ihr Schreiben sich speist. Denn Zeit ohne Dinge ist Aufenthalt in der Welt ohne Dasein bei etwas Bestimmtem: Leben ohne „Erlebnistrunkenboldigkeit“.
    Was Ihr Gefühl der Leere ist, lässt sich also auch als Form der Freiheit erfahren. Wenn Sie Ihre Zeit nutzlos nutzen und wenn selbstverständlich Ihr Blogeintrag auch nur irgendetwas mit Ihnen heute zu tun hat.

    Gefällt mir

    • 1910, Sie haben Recht. Anstelle der Null die Neun getippt. Das war der Fehler. Heym starb 1912 auf der Havel. Danke für den Hinweis!
      Das Gefühl der Leere teile ich nicht mit Heym, ich kenne es aber von früher. Auch Langeweile. Heute sehne ich mich manchmal danach, und finde sie nicht, so groß ist die Ablenkung.
      Dass etwas Grundsätzliches geschehen möge (nein, kein Krieg) das wünsche ich mir.

      Gefällt mir

      • Danke für das Kompliment.
        „Benutzen“ sollte es aber gerade nicht heißen, da dies sowohl die Zeit als Gegenstand auffassen als auch die Pointe des Paradoxes stören würde.
        Benutzen bedeutet m. E. Gebrauch von etwas im Sinne eines Werkzeugs, um etwas anderes zu erreichen. Mein Ansatz meinte aber das zweckfreie Dasein, die sich selbst sinnvoll aber zielfrei nutzende Zeit. Geht in die Richtung von Muße, aber auch darüber hinaus, wenn wir Muße nur als Wiederherstellung von Kraft verstehen würden.

        Gefällt mir

      • @ Berlioz

        Mit Verbesserungen habe ich kein Problem, da bin ich schmerzfrei. Schön ist es, wenn es der Klarheit auf beiden Seiten dient, denn wir haben hier offensichtlich einen kommunikativen Knoten.
        Mal andersrum: Mein Beitrag verfolgte das Ziel, aus der Erfahrung der Ereignislosigkeit ein Positivum zu machen, indem sie als Möglichkeit der Freiheit aufgefasst wird. Freiheit meint dann hier, dass die Langeweile die Zeit als grundlegende Existenzform auf sich selbst zurück führt, da das Dasein hier nicht bei etwas ist – bei einer Beschäftigung, einer Aufgabe, einer Ablenkung oder ähnlichem – sondern nur bei sich.
        Dies wiederum bietet eine freie Zeit (nicht: Freizeit), sich mit der Nutzung von Zeit überhaupt reflexiv zu beschäftigen, die Wertigkeit seiner Werte zu justieren, wenn man etwas grob spricht. Das ist nutzlos, da es keinerlei konkreten Handlungsvollzug mit sich bringt, aber sinnvoll, da es die eigene Sinnbestimmung von Handlungen überhaupt klären kann.
        Heym erwartet hier einen Umbruch, eine Anregung von außen und lässt dabei die Zeit nur wartend vergehen. Sie bleibt unfreie, leere und letztendlich sinnlose Zeit, da sie sich nur auf einen Mangel der Welt bezieht, eine konkrete Leere und nur durch die Beseitigung dieses Mangels, bei dem Heym vollständig von der Welt abhängig ist, gefüllt und sinnvoll werden kann.
        Das bereitet nun überhaupt keine Freude und um dem abzuhelfen, habe ich diesen kleinen Gedanken entwickelt.

        Gefällt mir

        • „Freiheit meint dann hier, dass die Langeweile die Zeit als grundlegende Existenzform auf sich selbst zurück führt, da das Dasein hier nicht bei etwas ist – bei einer Beschäftigung, einer Aufgabe, einer Ablenkung oder ähnlichem – sondern nur bei sich.“
          Ein paradiesischer Zustand.
          Und diese völlige Abhängigkeit von der Welt, ist ein grauenvoller Zustand.
          Ihre Gedankengänge sind sehr- bereichernd. danke!

          Gefällt mir

  2. Georg Heym muss wohl unter Langeweile gelitten haben. Seine prophetischen Gedanken zeigen doch, dass man sich nichts irrsinniges wünschen darf. Die Menschen in 1910 scheinen gelangweilt und gingen mit Freuden in den Krieg und in den Tod. Ein Zeitalter ging zu ende. Ich kenne nichts von Heym, vielleicht sollte ich mal nachschauen. Er muss das Gefühl gehabt haben nicht an dem Schaffenden der Zeit beteiligt gewesen sein. Eine gewisse Einsamkeit aus seinem kurzen Gedicht heraus. Ein armer Mensch?

    Gefällt mir

    • Ich weiß nicht, ob Heym ein armer Mensch war. Ihn zu lesen lohnt auf jeden Fall, denn selbst wenn ich nicht so fühle wie er, ist mir doch die Wucht und der Pathos vertraut, und ich finde ihn so… lebendig.

      Gefällt mir

    • Geduld oder das schöne alte Wort Langmut.
      (Damit bringe ich die Leute der AdHoc und ASAP Fraktion zur Weißglut. Das können die nicht mehr.)
      Kropotkin unbedingt. Er sah nicht unbedingt, aber auch, die Revolution als die Lösung aus der Lethargie sondern ein funktionierendes „Kleingesamtwesen“, das sich von alleine eingestellt. Anarchist halt.

      Gefällt mir

      • Ah! Du hattest Patenienta geschrieben. Patientia verstehe ich. (ASAP-Fraktion ist gut)
        Die Frage die ich mir stelle ist, wie ein solches Kleingesamtwesen erreicht werden könnte. Welche Strukturen müssten dazu verändert/ aufgebrochen werden? Und wie wäre das zu bewerkstelligen?
        Ich bin nur ganz grob mit den anarchistischen/ libertären Ideen vertraut.
        Lassen sich diese auf die Welt, wie wir sie jetzt vorfinden, anwenden?

        Gefällt mir

  3. „Langeweile. Heute sehne ich mich manchmal danach, und finde sie nicht, so groß ist die Ablenkung.“

    Geht mir genauso. Mir ist nie langweilig, weil doch so viel ist.

    Und noch was:
    Die Unterhaltungen hier sind so gesittet, das ist angenehm. Wie schafft man das? Ich bin wahrscheinlich zu negativ in den Einträgen.

    Gefällt mir

    • Ein Mal im Jahr verreise ich an einen langweiligen Ort, der mir keine Zerstreuung außer der Natur um ihn herum bietet, um mich mal wieder zu langweilen. Letztes Jahr ist es mir gelungen, und ich kam so aufgetankt zurück, wie schon lange nicht mehr. Das Gleiche werde ich dieses Jahr wieder tun, und um die Langeweile zu steigern fahre ich auch wieder an den gleichen Ort.

      Mir gefallen die Unterhaltungen hier auch, danke . Der Ton, der Umgang.
      Wie man das schafft? Das kann ich dir leider nicht sagen. Aber bei dir ist es doch auch sehr angenehm, oder?
      Du hast allerdings viel weniger Frauen, die bei dir kommentieren. Womit ich nichts weiter sagen möchte, als dass die Mischung eine andere ist.

      Gefällt mir

      • Weniger Frauen, weil die Themen härter sind. Frauen diskutieren selten über Politik und Wirtschaft. Zumindest nicht auf diesem Männerrechthaberniveau.

        Wenn du den Eindruck hast, dass es bei mir angenehm ist, dann freut mich das. Ich habe wohl eher noch den Eindruck früherer Blogschlachten, in denen massiv unter die Gürtellinie getreten wurde, wo es ums virtuelle Kopftreten ging. Aber das ist seit einer Weile vorbei. Dennoch merkt man in solchen Auseinandersetzungen, was für ein Typ man ist oder wozu man sich hinreißen lässt. Als Selbsterfahrung ganz interessant, aber auch unter Umständen erschreckend.

        Du hast hier etwas andere Themen, du gehst persönlicher oder milder ran, das ist, glaube ich, der Unterschied. Bei mir muss man als Kommentator eher Angst haben, eins auf den Deckel zu bekommen.

        Aber immerhin mache ich mir das bewusst :-)

        Gefällt mir

        • Naja, du hast manchmal ein paar Kommentare bei dir stehen, die mich zum Beispiel kränken würden.
          Virtuelles Kopftreten trifft es vielleicht.
          Während bei mir nicht mal Pogo getanzt wird. Höchstens Salsa.
          Und möglicherweise gehe ich da milder ran. Hab bis jetzt ein einziges Mal den Kragen so voll gehabt, dass ich etwas grober wurde.

          Und immerhin machst du es dir bewusst, genau! :-)

          Gefällt mir

  4. langeweile auszuhalten ist eine große kunst.
    das sich ständige ablenken ist eigentlich nur ein versuch diese leere eben nicht auszuhalten. doch nur in der ruhe, einsamkeit und inneren stille wird neues passsieren.

    und dieses neue kommt nicht von außen, sondern von innen!

    ich erinnere mich an den film „pollock“ – wo der künstler tage- wochenlange einfach nur da saß und auf die leere leinwand schaute…………wahnsinn…….und irgendwann fing er an zu malen…………….eine vollkommene neue technik! von innen nach außen gereift und verkörpert.

    Gefällt mir

    • Das Schöne ist, wenn in der inneren Stille möglichst gar nichts mehr passiert. Weder Neues noch Bekanntes.
      Habe den Film Pollock leider nie gesehen.
      Wochenlang auf eien leere Leinwad schauen, ist auch eine Form der Kontemplation.
      Von innen nach außen reifen. Geht das auch andersrum, frage ich mich gerade.

      Gefällt mir

      • Das Schöne ist, wenn in der inneren Stille möglichst gar nichts mehr passiert. Weder Neues noch Bekanntes.

        Meditation nach Art des Zen-Buddhismus…

        Von innen nach außen reifen. Geht das auch andersrum, frage ich mich gerade.

        Definiere mal den Begriff „reifen“, so wie du ihn an diesem Punkt verstehst, vllt. auch einfach ganz allgemein. Da könnte man dann mit einer Erörterung ansetzen. :-)

        Gefällt mir

        • Guten Morgen Stony, bin erst vor einer knappen Stunde aufgestanden, und noch in einem Traum.
          Was verstehe ich unter reifen? Innerlich wachsen, sich entwickeln, sich verändern im positiven Sinne.
          Bin sehr gespannt, was jetzt kommt! :-)

          Gefällt mir

  5. von außen nach innen reifen – passiert immer dann, wenn wir eine auf den deckel kriegen und uns dann fragen: warum nur ich?! :-)

    da habe ich mal eine schöne antwort gelesen: warum nicht!!
    meinst du, du bist der/die einzige der das passiert?!
    und schon ist man wieder etwas weg von seinem narzissmus und hin zur verbundenheit – wir sind nicht allein.

    Gefällt mir

    • Moin Kalypso,
      die Antwort „Warum nicht“, erinnert mich leider an das „Darum“, oder „Weil ich es sage“, das man Kindern gerne entgegen setzt, wenn sie endlich aufhören sollen zu fragen. Es hat mich immer sehr ratlos zurück gelassen, weil es das Gespräch mitten im Satz beendete und das Einzige, was ich daraus mitnehmen konnte war: wer die Macht hat entscheidet worum es geht.
      Bei mir löst das kein Gefühl der Verbundenheit aus.
      Es ging ja um Pollock und seine Kontemplation. Du nanntest das „von außen nach innen reifen“. Und dazu musste er keinen „auf den Deckel“ bekommen, sondern einfach nur da sitzen und schauen.
      Ich glaube nicht an das Reifen durch Strafe. Womit wir bei der Frage wären, was „reifen“ überhaupt bedeutet.

      Gefällt mir

  6. liebe tikerscherk,

    ich bezog das mit dem „auf den deckel kriegen“ mit den diversen widrigkeiten, die das leben nun manchmal bietet. schicksalsschläge, krankheit, verlust, existenzängste. was uns allen mehr oder weniger halt so im leben passiert.
    manchmal denken wir, oh, das ist aber ungerecht, oder – das hätte, dürfte mir nicht passieren sollen.
    reife beeinhaltet, mit solchen sachen relativ gelassen umzugehen, sich auch zu reflektieren, wo mein beitrag evtl. dazu beigetragen hat. oder die andere seite, seinen standpunkt vertreten und klar grenzen zu setzen.

    ich hatte mal einen freund, der meinte: na, ich „arbeite“ doch nicht an mir selbst. nun, dann wird halt von „außen“ an einem gewerkelt.

    das leben ist ofmals nicht so, wie wir uns das so vorgestellt haben.

    dann fragen wir uns: ey, kacke, warum das jetzt mir, oder warum passiert das jetzt.

    und ganz oft liegt das leben einfach nicht in unserer hand, auch wenn wir gerne glauben wollen, daß wir die kontrolle haben. hehe…..dem ist gar oft nicht so!

    was die kindererziehung angeht, versuche ich so oft wie möglich, daß mein sohn „vernetzt“ denken lernt. das seine verhaltensweisen und handlungen andere menschen mit einbezieht.
    nach einer sehr intensiven auseinandersetzung kam dann vor kurzen die antwort: mama, zur zeit denke ich nur an mich.
    das ist in diesesr zeit – er ist 13 – ja auch verständlich, denn sein „ich/ego“ muß sich ja erst mal bilden. er nabelt sich langsam von den eltern ab, erschließt neue freundschaften und wird lernen wer ihm wichtig ist, warum und wieso und was freundschaft überhaupt bedeudet.

    heute brachte er eine ex in ethik mit nach hause.

    frage 3 war:
    der jüdische religionsphilosoph martin buber hat einmal gesagt:
    „der mensch wird am DU zum ICH. alles wirkliche leben ist begegnung.
    erkläre, was er damit meint:

    die „richtige“ antwort war:
    erst durch die begegnung mit anderen menschen sieht man, wie unterschiedlich man denkt und handelt, so erkennt man sich selbst.

    die antwort von sohnemann war:
    dass der mensch andere menschen zum überleben braucht, weil er es nicht alleine zum überleben schafft. das heißt, die gesellschaft ist überlebenswichtig für den menschen

    er bekam von drei punkten einen halben für seine antwort.

    um nochmals auf pollock zurückzukommen.
    was ich damit ausdrücken wollte war, dass wir alle momente der ruhe, stille und kontemplation brauchen, um fähig zu sein, tief in uns hineinzuhören. dann entseht oft auch raum für neues.

    wenn wir uns ständig ablenken reiten wir oftmals weiterhin auf der welle der oberflächlichkeit.

    selbsterkenntnis ist der erste weg zur besserung.

    nur im klaren sehen – was an sich schon sehr schwer ist, denn wer gibt freiwillig schon gerne seine illusionen auf – ist nicht so einfach.

    und ich gebe dir vollkommen recht – strafe bewirkt gar nix. außer die ohnmacht die in dir hochkommt.
    manchmal ist es jedoch total anstrengend und auch bei mir ist nicht jeder tag eitel sonnenschein. und so kann es schon ab und zu mal sein, daß ich als mama auch mal den weg des geringsten widerstandes gehe und eine lapidare antwort gebe. ist nicht oft, kommt aber vor.
    das allerwichtigste ist für mich: ein ohr für seine befindlichkeiten haben, die zeit sich mit ihm darüber zu unterhalten, und ihm auch meinen standpunkt als erwachsener klar zu machen.
    das ist für die kinder eine riesige aufgabe, denn sie müssen dieses alles erst mal lernen.
    zu oft setzen wir als erwachsenen viele dinge voraus, die die kinder einfach noch nicht wissen können. da ist es dann an uns, sich in sie hineinzuversetzen
    so lernt der eine vom anderen.

    herzlichst
    kalypso

    Gefällt mir

    • Ach kalypso, was für ein schöner Beitrag. Ich freue mich, dass ich in den Blog „kreuzberg süd-ost“ reingeflattert bin.

      Schicksalsschläge scheinen immer unerwartet zu kommen. Aber die Stoiker lehren uns das man Schicksalsschläge erwarten kann, indem man sie sich schon vorher vorstellt. Die innere Ruhe lässt sich dann schneller wieder herstellen.

      Das Ungerechtigkeitsgefühl kommt so wie so nur von unserem „Ich-Gefühl“ (self centred). Was mir heute passiert, hätte auch jemanden anderen passieren können.

      Du sagst dein Sohn ist 13 und hat Ethik in der Schule? Das finde ich ganz toll. Wie ich dreizehn war, freute ich mich, dass ich ich im tiefsten Winter eine warme Suppe bekam, ohne jeglichen Unterricht. Und was die Antwort Deines Sohnes betrifft, so finde ich diese vollkommen richtig. Das „Ich“ hat gelernt, dass das „Du“ wichtig war zum Überleben. Mit dieser Erkenntnis entwickelt sich das „Ich“ zu einem besseren „Ich“. Natürlich manche Menschen lernen nie etwas. Der Lehrer ist auch nur ein Mensch und die Note „Thema verfehlt“ wurde auch in userer Zeit von dummen Lehrern wie Konfetti verteilt.

      Sicherlich hat Buber recht, wir schleifen uns an anderen ab oder auch nicht. Was wir aber machen, wir formen aus der Begegnung mit dem „DU“, eben jenen anderen, unser „Ich“.

      Hier, zu Deiner Freude ein Pollock picture.

      Ein angenehmes Wochenende wünsche ich allen die diesem Blog folgen.

      Gefällt mir

    • Liebe kalypso,
      danke für deine ausführliche Antwort.
      Ich glaube, du machst das ganz richtig mit deinem Sohn.
      Dass er nur einen halben Punkt für seine Antwort bekam, weil der Lehrer besser „wusste“, was Buber hatte sagen wollen, ist schade. Wenn man den Kindern das Denken auf Schienen beibringt, verhindert man soviel an Kreativität und freier Entwicklung. Ich weiß nicht, warum die Schule so funktioniert.

      „um nochmals auf pollock zurückzukommen.
      was ich damit ausdrücken wollte war, dass wir alle momente der ruhe, stille und kontemplation brauchen, um fähig zu sein, tief in uns hineinzuhören. dann entseht oft auch raum für neues.
      wenn wir uns ständig ablenken reiten wir oftmals weiterhin auf der welle der oberflächlichkeit.“
      Ja, wie sagt man: in der Ruhe liegt die Kraft.

      Ich wünsche dir einen schönen Tag!

      Gefällt mir

  7. Vorweg: Sorry wegen der Länge!

    Was verstehe ich unter reifen? Innerlich wachsen, sich entwickeln, sich verändern im positiven Sinne.

    Nehmen wir mal noch die allgm. Definition von „Reife“ dazu: ‚Stadium fortgeschrittener Lebenserfahrung oder Erkenntnis‘ – „reifen“ meint dann den Prozeß hin zu einem solchen Stadium, also Erfahrung sammeln, Entwicklung durchlaufen und Erkenntnis gewinnen. Die Frage wäre nun, was macht diesen Prozeß aus, was befeuert ihn, wo/wie findet er statt.
    Grundsätzlich erstmal: immer in uns selbst. Wir erfahren die Welt, wir müssen sie deuten, verstehen, Erkenntnisse gewinnen. Das passiert alles in unserer Wahrnehmung und unserem Denken. In uns ‚drin‘, an keinem anderen ‚Ort‘. Von außen kommen Ideen, Vorstellungen, Muster – wie auch immer man das be-zeichnen will. Das was da von außen kommt, existiert nicht einfach so vor sich hin, aus ’sich selbst‘ heraus, das ist immer Austausch mit anderen, sei es auf persönlicher Basis, oder weil wir bspw. etwas lesen was mal jemand geschrieben hat.
    Zu Erkenntnissen kommen wir erst selbst, ganz egal wie klug oder logisch das von außen kommende auch sein mag, wir müssen es mit unserer inneren Welt abgleichen, denkend bearbeiten, eben verstehen.
    Wir werden dabei das Rad nicht neu erfinden, manches werden wir verwerfen, anderem werden wir zustimmen, in Teilen oder womöglich gar in Gänze, aber immer eben aus unserer je eigenen Perspektive.
    Protagoras formulierte es so: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge! Für mich sind die Dinge so, wie sie mir erscheinen und für dich so, wie sie dir erscheinen.“

    Wenn das, was von außen kommt, mit Druck oder gar Strafe zu tun hat, ist es nur Erziehung im schlechtesten Sinne, Konditionierung. Einsicht und Erkenntnis werden ausgeschlossen.
    Damit hatte ich, so wie du, wir mir scheint, heftige Probleme und es machte mich zu einem ‚unbequemen‘ Schüler, Studenten und Mensch. Wenn uns das eigene Denken verboten wird, wenn es nur um das Eintrichtern von ‚So ist es!‘ geht, kann nichts Positives wachsen.

    Kalypso schreibt oben über eine Hausaufgabe ihres Kindes, die Aufgabe endet mit den Worten „…erkläre, was er damit meint…“ – das ist der Punkt der mich, ungemein oft, zum Verzweifeln brachte, wenn er nicht sogar blanke Wut auslöste! Ich hasse noch heute Floskeln der Art „Was will der Dichter uns damit sagen?“ Faßt man es als Aufforderung auf, sich selbst denkend mit dem Stoff zu beschäftigen: gut. Was aber (leider) nahezu immer der Fall ist: es gibt eine fertige Antwort und die hat man gefälligst zu geben! Jahrzehnte lang hat mich das gequält und erst gestern, no shit!, hat ein Hacker es in Worte gefaßt, die bei mir das Verstehen auslösten:

    Die richtige Antwort auf die Frage ‚Was wollte er uns damit sagen?‘ ist: Ich kann analysieren was er geschrieben hat, was er meinte, davon kann ich nichts wissen, das ist Spekulation!

    Fazit: Der Prozeß, der zu Erkenntnis und Verstehen führt und den man „Reife“ nennt, kann nur denkend von uns selbst betrieben werden. Er ist ein unfertiger Weg den wir selbst gehen müssen. Was von außen kommt, kann allenfalls etwas sein, daß wir als interessant (be-denkenswert) genug erachten, um es mitdenken zu wollen.

    Gefällt mir

    • Danke für deine Erläuterung! Ich denke selten abstrakt, bzw. setze mich nur noch selten mit Theorien auseinander. Mein Studium liegt einige Jahre hinter mir, und so ist mir das Diskutieren auf einer nicht rein praktischen Ebene inziwschen sehr weit weg.
      Umso interessanter sind die Anregungen, die ich hier durch das Kommentariat bekomme.
      Die Frage des Reifens von innen nach außen oder umgekehrt ist beantwortet.
      Fragen habe ich jetzt zu:
      „Wenn das, was von außen kommt, mit Druck oder gar Strafe zu tun hat, ist es nur Erziehung im schlechtesten Sinne, Konditionierung. Einsicht und Erkenntnis werden ausgeschlossen.“

      Meinst du, dass Einsicht und Erkenntnis durch Zwang zwangsläufig (hehe) ausgeschlossen sind?

      „Die richtige Antwort auf die Frage ‘Was wollte er uns damit sagen?’ ist: Ich kann analysieren was er geschrieben hat, was er meinte, davon kann ich nichts wissen, das ist Spekulation!“

      Mein Professor für Arbeitsrecht sagte immer: was will der Klient, bzw. was kann er vernünftigerweise nur wollen. Die Formulierung gefiel mir, weil sie eben genau das impliziert: wir wissen es nicht, wir können nur spekulieren und versuchen uns die Antwort logisch herzuleiten. Basierend auf unseren eigenen Erfahrungen, werden wir zu einer Antwort kommen, über die der andere vielleicht nur den Kopf schüttelt.

      Gefällt mir

      • Meinst du, dass Einsicht und Erkenntnis durch Zwang zwangsläufig (hehe) ausgeschlossen sind?

        Nun, Einsicht und Erkenntnis bedürfen des Verstehens. Etwas passiert und dafür muß es einen Grund geben. Ursache und Wirkung. Die Wirkung, also das was da passiert, kann wiederum zu einem Grund für eine nachfolgende Wirkung werden (und so weiter). Das Verstehen ist dann Einsicht und Erkenntnis in diesen Prozeß von Ursache(n) und Wirkung(en).
        Ich schrub oben: Wir erfahren die Welt, wir müssen sie deuten, verstehen, Erkenntnisse gewinnen. Dieses ‚müssen‘ ist elementar, da wir es wirklich brauchen. Und zwar für das Handeln. Handeln müssen wir, weil die Welt uns sonst nur zustößt. Handeln ist immer gleich dem Setzen eines Urteils. Ganz schlicht: tue ich dies oder jenes? Selbst das Nicht-Tun ist kann man ja als ‚Nein‘ auf die Frage ‚tue ich X?‘ betrachten. Urteilen aka Handeln ist also auch immer eine Ja-Nein Entscheidung, eine Wahl zwischen Möglichkeiten. Diese Wahlmöglichkeit, vor allem die Freiheit der Wahl, ist der Unterschied zwischen Mensch und Tier – wir können uns bewußt entscheiden, selbst wenn diese Entscheidung uns das Leben kosten sollte!

        Ist diese Wahl durch Zwang nun ausgeschlossen, verlieren wir die Freiheit und damit in letzter Konsequenz auch das Menschsein.
        Funktionieren, also einfach ‚irgendetwas‘ tun, in einem ganz allgemein gehaltenen Sinne, können wir sicher auch ohne den Grund dafür zu verstehen, ein großer Teil der Menschheit macht genau das ja tagtäglich, zugegeben, aber mit bewußten Entscheidungen hat das nichts mehr zu tun.
        In diesem Sinne würde ich deine Frage klar mit Ja beantworten, Zwang kann nicht zu Einsicht und Erkenntnis führen, wenn diese als Bedingung für eine freie Wahl gelten sollen.

        Das wir zu der Erkenntnis kommen können, also verstehen, daß ein Tun X die Konsequenz Y zeitigt und Y böse Aua bei uns macht (was wir vielleicht nicht wollen) ist unbestritten, aber das wäre wohl vor allem eines: Konditionierung.

        ***

        Wir werden nicht als völlig ‚unbeschriebene Blätter‘ in diese Welt geboren, einiges bringen wir schon mit – vor allem aber werden wir in die Welt von anderen Menschen (die uns hoffentlich wohlgesonnen sind) hineingeboren. Diesen obligt dann die Aufgabe uns ‚ihre Welt‘ bei-zu-bringen. Die Bedeutungen der Dinge in der Welt, als elementare Be-zeichnungen, und später die abstrakteren Symbole die daraus geschaffen wurden, all das was wir brauchen, um unsere je eigene ‚innere Welt‘ mit eben jener ‚äußeren Welt‘ (‚ihre Welt‘) abzugleichen und mit dieser, also (auch) den Menschen in ihr, in Interaktion treten zu können. Anfangs können wir nur abschauen und übernehmen, nachahmen, später sind wir, da kommt dann das Denken ins Spiel, in der Lage eigene Urteile zu fällen, uns unsere eigene Welt zu konstruieren. Dieses Vermögen würde ich als den Prozeß der Reifung verstehen. Bleiben wir auf der Stufe des Nachahmens stehen, übernehmen wir nur, ganz egal ob aus Zwang (Konformitätsdruck z.B.) oder Faulheit, kann man uns nicht als ‚reife Menschen‘ bezeichnen.

        Ob die Wahl die wir frei treffen, die Urteile die wir fällen, nun ‚gut‘ oder ’schlecht‘ sind, ist nochmal eine andere Frage (Opportunismus vs. Idealismus z.B. u.v.a.m.). ;-)

        Gefällt mir

        • Ich befürchte der Anteil der Menschen, die funktionieren, und sich ihr Leben lang den äußeren Zwängen unterwerfen müssen, ist höher, als der, der Menschen, die ihre Entscheidungen frei treffen können. Was immer auch frei ist, wenn man eben gesellschaftlichen Erwartungen und Konformitätsdruck nachgeben muss.
          Insofern ist die freie Wahl doch mehr Theorie als Praxis.
          Und ist die Freiheit denn dann nicht ein ganz und gar haltloser Zustand. Ein Ort, an dem wir von Zwängen befreit ziellos umher rudern.
          Freiheit und Wahrheit sind zwei Begriffe, die ich nie richtig verstanden habe, bzw. deren gesellschaftliche Wertschätzung ich nicht begreife. Alle lügen und viele leben freiwillig in Zwängen (Beziehungen, Glaube, Communities), und doch sind Wahrheit und Freiheit die allerhöchsten Güter.
          Fühle dich nicht genötigt mir auch diese Frage zu beantworten. Wenn aber doch, dann freue ich mich. Lese deine Gedanken und Erläuterungen gerne.

          Gefällt mir

      • Was ich da in der Nacht getippselt habe ist nicht unproblematisch: es ist die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise, die der Kausalität. Alles ist Ursache und Wirkung, die ‚freie Entscheidung‘, also der menschliche Wille setzt sich selbst als Ursache für die Wirkung, das Urteil, und müßte dann ja ebenfalls wieder eine Ursache haben, deren Wirkung er ist. Weil wenn schon denn schon. Kausalität zu Ende gedacht bedeutet Determiniertheit des Weltgeschehens und da wir einen ersten, und damit auch letzten, Grund, also die Ursache aller Ursachen nicht kennen, müssen wir uns eine mitdenken. Da sind wir dann schnell bei einem Schöpfer (Gott). Kausalität und Freiheit scheinen sich also auszuschließen, sind ein paradoxes Pärchen.

        Muß ich noch ’ne Weile drüber nachsinnen – zumindest den ersten Teil der obigen Ausführungen mag ich so nicht als ‚der Weisheit letzten Schluß‘ betrachten (nicht daß ich irgendetwas von mir Geschriebenes als solchen ansehen würde). ô.O

        Gefällt mir

      • Freiheit und Wahrheit sind zwei Begriffe, die ich nie richtig verstanden habe, bzw. deren gesellschaftliche Wertschätzung ich nicht begreife.

        Ich denke Wahrheit und Freiheit sind vor allem Postulate, also Ideen, etwas das man wünscht, das man aber weder richtig bennen noch sich vorstellen kann. Wahrscheinlich sind beide aus der Wahrnehmung der gefühlten (erlebten) Unfreiheit und Nicht-absoluten-Wahrheit (man kann ja endlos ‚warum‘ fragen, Stichwort ‚Letztbegründung‘, ‚Münchhausen-Trilemma‘) geboren. Zum Vergleich: Unendlichkeit kann man sich nur als Gegenteil von Endlichkeit vorstellen, nicht aber als Unendlichkeit selbst.

        Gefällt mir

        • Ich habe die Unterhaltung zwischen „Stony“ und „tikerscherk“ mit großem Interesse verfolgt. „Freiheit und Wahrheit“ sind wirklich relative Begriffe und manche würden sagen dehnbar.

          „Wahrheit“ ist immer nur die Wahrheit die ich meine. Unsere Sinne können uns täuschen. Und auf Grund dieser getäuschten Eindrücke treffen wir unsere Entscheidungen.

          Zum Glück, sag ich mal so, sind wir ja nicht nur Vernunftsmenschen sonder benutzen auch unsere Gefühle und Instinkte um Entscheidungen zu treffen. Immer auf rationalem Denken zu bestehen ist doch irrational denn wir müssen die anderen Entscheidungswege anerkennen und berücksichtigen. In der Politik wird das andauernd gemacht. Das nennt man dann Kompromiss.

          Aber wie hat dann der sogenannte Gott die Welt geschaffen? Hatte er die Freiheit zu schaffen was er will oder hatte einen Grund, und damit nicht die Freiheit, die Welt so zu schaffen wie sie geworden ist?

          Fragen, Fragen … Aber ist es nicht gut so, dass wir uns darüber unterhalten können?

          Gefällt mir

  8. lieber berlioz,

    danke für deine herzlichen worte!

    das bild ist einmalig – und um die ganze sache für mich noch etwas zu vertiefen habe ich mir vorgestern „mona lisas lächeln“ nochmals angeschaut. die rolle der frau in den 50er jahren, privilegierte, taditionsbewusste schüler in einem erzkonservativen college, eine progressive junge kunstlehrerin, die gegen den strom schwimmt. und natürlich pollock…………..vorgestellt mit den worten: ruhe, seht hin und laßt es wirken!!! kunst soll euch neue blickwinkel erschließen, die welt mit anderen augen betrachten.
    zum schluß habe ich geheult – und ich bin wahrlich keine sanfte und liebe und süße – dieser film ging mir ans herz.

    mein sohn hat ethik weil er ein „heide“ ist – also nicht getauft.
    und an seinem gym wird das fach ethik eigentlich eher mit philosophie gleichgesetzt, was mir sehr gefällt. sie hatten auch schon diogenes,
    sokrates etc. und auch zeitnahe themen.

    über das thema schule und bildung möchte ich eigentlich nichts weiter sagen als: meistens thema und mensch verfehlt. setzen 6 !!!!

    deswegen mache ich mir eigentlich gar keinen so großen kopf mehr, die tolle revolution bleibt wohl aus. wir in bayern haben ja sogar das komplett bescheuerte g8. noch schneller, noch mehr noch oberflächlicher mit dem nürnberger trichter rein ins kind. abartig!

    was ich versuche ist, meinem sohn ein unbändiges maß an selbstwert und vertrauen in sich selbst zu vermitteln! das ist vielleicht mit das wichtigste, was man in diesem leben braucht. und natürlich neugierig bleiben, viel fragen, viel lachen und viel spielen und kreativität wachsen lassen.
    und herauszufinden was man mit seinem leben wirklich, wirklich anfangen will. egal ob studium, handwerker, globetrotter oder hausmann. wo liegt meine begabung, was möchte ich wirklich tun. nicht abhängig vom geld!!!

    ich wünsche dir und allen anderen auch ein schönes wochenende!

    herzlichst
    kalypso

    p.s. hast du „berlioz“ nach dem komponisten ausgewählt?!

    Gefällt mir

    • Liebe Kalypso,

      erst einmal vielen Dank für die Ausführliche Antwort.

      Eigentlich wollte ich gar nicht mit „Berlioz“ unterschreiben. Das kommt daher, da ich von zwei Seiten blogge und nicht immer umgeschaltet habe. „Berlioz“ benutze ich für meinen englischen Blog. Dort schreibe ich eigentlich viel mehr.

      Du wunderst Dich, wo der Name her kommt? Ich will mich nicht hinter einem Pseudonym verstecken sondern nur meiner Persönlichkeit ein Aushängeschild geben. „Ber-l-ioz“ heißt weiter nichts als „Berliner.in-Australia“ wobei „oz“ ein bekanntes Kurzwort für Australien steht.

      „Blue Poles“ hat eine interessante Geschichte. Es wurde mitte der siebziger Jahre von der Regierung für die Galerie in Canberra für $ 1.6 Millionen gekauft. Es wurde ein riesen Skandal. Über Pollock wurden die tollsten Geschichten vorgebracht. Heute ist das Bild mehr als das Zwanzigfache wert und lockt sehr viele Besucher an. Aber verstehen wir, die Betrachter es? Der Betrachter soll ja wohl das fühlen was der Künstler gefühlt hat, als er sein Werk schuf.

      Wie sind wir nur auf dieses Thema, über Georg Hyme, gekommen? Eben weil die Kunst, sei es in Worten oder Bildern, zu einem gelungenen Glück führen kann.

      Herzlichst,
      Peter

      Gefällt mir

  9. lieber peter,

    wie was – du wohnst „down under“?! :-)
    australien kenne ich nicht, war aber vor 20 jahren 4 wochen in neuseeland. grandios!!!

    kunst und glück.

    hmh……….also ganz viele biographien von großen künstlern strahlen da eher persönliches unglück aus.

    wie etwa: frida kahlo, camille claudel, edith piaf, virginia woolf, um nur ein paar zu nennen, bei denen ich mich „auskenne“.

    und pollock war ja schlicht und ergreifend ein säufer und hat sich damit selbst gekillt.
    auch war er – laut dem film – sehr von kritik „was denken die anderen“, bzw. „bin ich gut“ abhängig.

    van gogh schnippelt an seinem ohr rum, kommt in die klapse und verkauft zeit seines lebens kein einziges bild.

    ist das der preis der kunst?!

    ich weiß es nicht –

    einen schönen sonntag und herzlichen gruß
    kalypso

    Gefällt mir

    • Was ist der Preis der Kunst? Ich weiß es auch nicht. Künstler führen ihre Kunst eben aus ohne an eine Belohnung zu denken. Es ist ihnen ein Bedürfnis sich zu äußern. Sie begegnen der Welt und suchen nach Antworten. Nicht viele werden durch ihre Kunst vermögend. Und wenn sie es werden, stellt sich bald der Erfolgszwang ein und der verändert dann des Künstlers Kreativität. Hier haben wir es dann mit Ursache und Wirkung zu tun das „Stony“ und „tikerscherk“ oben diskutiert haben.

      Vielleicht ist ein armer Künstler der wahre Künstler.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s