Der Kiezneurotiker fragt, ich antworte/ 10 Fragen, 10 Antworten

Mike hat mir ein #Stöckchen zugeworfen.
Anders als er, mag ich sowas ja. Vorausgesetzt der Frager ist sympathisch und die Fragen sind ok.

Hol das Stöckchen!

(Photo credit: matthias.penke)

Here we go:

Hinter den fettgedruckten Wörtern befindet sich jeweils ein Link. Bitte anklicken.

1.Warum bloggst du? Könntest du deine Zeit nicht sinnvoller nutzen?

Wahrscheinlich könnte ich meine Zeit sinnvoller nutzen, und mich politisch wie auch sozial mehr engagieren als ich das bereits tue.
Aber aus irgendetwas muss ich meine Kraft schöpfen, und das ist, zumindest zum Teil, dieses Blog, das mir als Ventil dient.
Hier schreibe ich über das, was mich umtreibt, im Grunde also oft über die gleiche Sache: der hemmungslose Raubtierkapitalismus mit all seinen Folgen, wie soziale Ungerechtigkeit, Armut, Gentrifizierung, Umweltzerstörung usw.

Außerdem hilft mir dieser Ort, also mein Blog,  mich zu konzentrieren, Gedanken zu Ende zu denken, so präzise wie möglich in Worte zu fassen, und mich, wenn es mir gelungen ist Gedachtes, Gefühltes und Erlebtes in die richtige Form zu gießen, erleichtert zu fühlen.
Ich denke da an den Text über den Tod, den ich vor wenigen Tagen geschrieben habe.
Der musste einfach raus. Danach ging es mir besser. Ich hatte es endlich sortiert und formuliert.
Bloggen hat eine beruhigende und entlastende Wirkung auf mich.
Wenn ich mich aus allem ausklinken will, dann blogge ich, und das respektieren die Menschen um mich herum, und lassen mich in Ruhe.
Über die  Kommentare der Netzgemeinde (dieses Wort schreibe ich gerade zum ersten Mal und fühle mich dabei, als müsste ich gleich wieder zum Konfirmandenunterricht gehen) freue ich mich. Sie sind ein wesentlicher Teil des Ganzen.

2. Welcher Artikel aus anderen Blogs ist dir spontan im Kopf geblieben? (nicht zulange nachdenken)

Ganz ohne Nachdenken fallen mir sofort diese hier ein:

-Ein Jahr ohne Sommer von der sehr geschätzten Frau Montez. Vorhin gelesen und schwer schlucken müssen.

-Thicker than raindrops on a november thorn Pagophila blickt zurück in ihre Kindheit, und erinnert sich an die Erzählungen der Mutter aus der Nachkriegszeit. Berührend.

-Dann ein großartiger Text von Herrn Schneck, der mich zum Nachdenken gebracht hat, und der genau zu dem passte, was mich beschäftigte, als ich ihn las.

Und schließlich noch dieser Artikel einer Bloggerin, die gerade erst angefangen hat zu schreiben, und das unbedingt weiter machen sollte.
Asallime schreibt hier über das große Thema Migration und Heimat.
Ein unvollständiger Text über Zugvögel, Bananenröcke und das Schuhebinden

(Last not least müsste hier ein Text stehen, der noch nicht veröffentlicht ist, der aber so derartig lustig ist, dass ich schon grinsen muss, wenn ich nur daran denke. Erklärung reiche ich möglicherweise nach.)

3. Dein absoluter Lieblingsartikel in deinem Blog?

Ich schaffe es einfach nicht mich auf genau einen Artikel zu beschränken.
Es sind 2 kürzere und 2 mittellange und ich hab sie alle gleich lieb, weil sie mir einfach so, ohne mein Dazutun aus der Feder geflossen sind, und mir beim Schreiben am meisten Spaß gemacht haben. Es sind dies:

RosebudDer Name der Dinge, In der Nacht/ Le bruit du frigo und Stille Feiung.
Dann noch dieser Text, den ich meiner kleinen Kilgore gewidmet habe: ghost  of a cat.
In den beiden letztgenannten steckt viel Gefühl.
Die ersten 3 sind eher unterhaltsam.
Ich weiss, dass die Nennung von gleich 5 gegen die Regeln ist, aber ich bin ja hier Bestimmerin. Ein weiterer Vorteil eines Blogs.
(Wer wirklich nur einen lesen will soll Stille Feiung nehmen)

4. Welchem Blog wird aus deiner Sicht zuwenig Aufmerksamkeit geschenkt?

Ich weiß nicht genau, woran ich erkennen kann, welches Blog wieviel Aufmerksamkeit bekommt. Sind es die Likes, oder die Kommentare?
Wie der Kiezneurotiker auch, denke ich, dass Blogs, die sich mit Gentrifizierung , einem meiner großen Themen,  befassen, mehr Aufmerksamkeit brauchen. Dazu wollte ich sowieso einmal separat eine Liste zusammenstellen. Wird nachgereicht.
Außerdem habe ich gerade erst Asallime entdeckt. Sie schreibt, wie oben schon erwähnt, noch nicht lange, aber die wenigen Texte von ihr finde ich sehr gut und vielversprechend.
Und ich mag einige Texte vom HKF auf  Was weg muss.

5. Stelle dir vor, du müsstest über ein tiefgründiges Thema schreiben. Worüber schreibst du?

Fällt mir leicht mir das vorzustellen. Die Frage finde ich umgekehrt schwerer: über was würde ich schreiben, wenn nicht über Verdrängung, Tod, Ungerechtigkeit etc.? Ich leide an einer Erkrankung, die ziemliche Auswirkungen auf meine Lebensqualität hat, die eher nicht besser wird, und die viele Fragezeichen über dem Horizont meiner Zukunft tanzen lässt.
Vielleicht sollte ich darüber mal schreiben.
Oder über meine Mutter.
Ich glaube ich bin für beides noch nicht soweit.
Was einen ganz eigenen Artikel verdient ist das große Thema Freundschaft.
Darüber habe ich ein bisschen hier und hier erzählt.
Und Geschwisterkonstellationen. Aber die behalte ich auch erst mal für mich.

Ich habe eher das Gefühl ich sollte öfter mal über weniger tiefschürfende Dinge schreiben. Wie die Katzen oder den Hund, den goldenen Herbst oder das gute Essen. Aber dann sehe ich draußen wieder die Flaschensammler, Obdachlose und gleich daneben feiste Geldsäcke, und kriege  so einen Hals, dass ich fast platze und mich schleunigst meinem therapeutischen Blog zuwenden, und mir die Einfahrt zur Fröhlichkeit freischaufeln muss.
Außerdem bin ich doch die Katastrophenchronistin (Call me Hiob).

6. Freundschaft. Hast du mehr Freunde im Internet, oder in deinem Zimmer neben dir?

Ganz klar: meine Freunde tummeln sich fast ausnahmslos im richtigen Leben. Aber immerhin hätte ich beinahe mal einen Mann geheiratet, den ich vor vielen Jahren im Netz getroffen habe. Das Internet ist für mich also weder Neuland noch blutleer.
Auch mit einem Blogger, und mit einem Frankfurter Exqyper verbindet mich eine Freundschaft, die sich zwar auf Mails beschränkt, aber dennoch sehr persönlich ist.
Private Treffen mit Bloggerinnen und Bloggern die ich hier kennenlerne, schließe ich für irgendwann in der Zukunft nicht aus. Gerade mag ich aber diesen Unterschied zwischen meinen virtuellen Freunden und denen aus Fleisch und Blut, und das Geheimnis, das hinter jedem Gravatar steckt.

7. Ganz ehrlich und unter uns: wie oft checkst du die Statistik deines Blogs? (falls du eine hast)

Ganz ehrlich? Mehrmals täglich. Das liegt daran, dass, wenn ich bei WordPress eingeloggt bin, der obere Rand der Darstellung eine Art EKG-Gekritzel anzeigt, das einen Überblick geben soll wieviele Leute das Blog in den letzten Stunden besucht haben. Wenn sich da viel oder gar nichts tut, schaue ich nach.
Manchmal bekomme ich auch interne Nachrichten die mich auf meine explodierenden Besucherzahlen hinweisen. Das passiert immer dann, wenn mich andere verlinkt haben.
Und darüber freue ich mich. Klar.
Ich würde hier nicht schreiben, wenn ich nicht gelesen werden wollte.

8. Aktion Lästern: Welcher Blog ist richtig schlimm?

Ich habe die Blogs, die ich lese sehr genau ausgewählt. Keinen davon finde ich schlimm.
Manchmal stolpere ich zufällig über irgendwelchen Faschomüll, den ich hier nicht verlinken werde, und viele Fashionblogs empfinde ich auch als armselige Selbstbespiegelung, oder uninspirierten Konsumhype. Fashion und Faschos. Könnte ich ja mal was drüber schreiben.

9. Verhältst du dich manchmal noch wie ein Kind? Wenn ja, in welcher Situation?

Ich verhalte mich sehr oft wie ein Kind. Vor allem, wenn ich mit Hund draußen bin und ihn mit lauten Juchuu-Rufen zum Spielen ermuntere.
Bei Menschen, die ich sehr gut kenne kann ich äußerst kindisch sein. Vor allem bei denen in Franken.
Auch wenn man das hier nicht so merkt, fluche ich auch noch so viel wie als Kind. Nur eben in erwachsen, also schlimmer.

10. Was würdest du anders machen, wenn du mit den Erfahrungen von heute noch einmal neu im Alter von 14 Jahren beginnen dürftest?

Uff! Diese Frage habe ich mir ja quasi gerade selbst in meinem Blog gestellt. Ich gehöre leider nicht zu denen, die nichts bereuen.
Wenn ich könnte, würde ich einiges anders machen. Manches davon hat mit meiner Familie zu tun. Darüber möchte ich jetzt nicht schreiben.
Anderes hat mit Beziehungen zu tun, und mit meinem Studium.
Ganz sicher würde ich mich auf die Musik stürzen. Eine Gesangsausbildung machen. Vielleicht Sängerin werden, so wie meine Berliner Großtante.
Singen kann ich, mag ich, will ich.

Und natürlich würde ich Sonnencreme benutzen.

Es gibt ein paar Blogger, über die ich auch gerne mehr wüsste.
Pagophila werde ich nicht schon wieder nötigen, obwohl ich gerne wüsste, was sie zu der einen oder anderen Frage sagt.
Frau Montez hat gerade soviel um die Ohren, dass ich nicht weiß, ob sie überhaupt Zeit und Muße dafür hat. Trotzdem werfe ich ihr das Stöckchen zu.
Sunflower ist ein Mysterium, sie bekommt ein Stöckchen, in der Hoffnung mehr über sie zu erfahren.
Und von der lichtbildwerkerin möchte ich auch mehr lesen.

Und hier noch einmal die Fragen (ich glaube man soll sie variieren, wenn man sie weiterschickt, aber mir ist nichts eingefallen. Also nur zu! Jede Frage oder einzelne können beim Weiterreichen des Stöckchens verändert bzw. durch eine eigene ersetzt werden).

10 Fragen:

1. Warum bloggst du? Könntest du deine Zeit nicht sinnvoller nutzen?
2. Welcher Artikel aus anderen Blogs ist dir spontan im Kopf geblieben? (nicht zu lange nachdenken)
3. Dein absoluter Lieblings-Artikel in deinem Blog? (bitte mit Linkangabe)
4. Welchem Blog wird aus deiner Sicht zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt?
5. Stelle dir vor, du müsstest über ein tiefgründiges Thema schreiben. Worüber schreibst du?
6. Freundschaft. Hast du mehr Freunde im Internet, oder in deinem Zimmer neben dir?
7. Ganz ehrlich und unter uns: wie oft checkst du die Statistik deines Blogs? (falls du eine hast)
8. Aktion Lästern: Welcher Blog ist richtig schlimm?
9. Verhältst du dich manchmal noch wie ein Kind? Wenn ja, in welcher Situation?
10. Was würdest du anders machen, wenn du mit den Erfahrungen von heute noch einmal neu im Alter von 14 Jahren beginnen dürftest?

17 Kommentare zu “Der Kiezneurotiker fragt, ich antworte/ 10 Fragen, 10 Antworten

  1. Mensch, was für ein tolles Kompliment, vielen Dank! Ich bin ganz platt! Was für eine Bereicherung das Bloggen jetzt schon ist. Bei dir im Archiv habe ich noch so viel zu entdecken… ich freu mich drauf!

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  2. Ich war schon fleissig meine Dame, auch wenn ich jetzt, wo ich Ihre Antworten nochmal lese, mir einfältig vorkomme …
    Aber ich hab mir Mühe gegeben. Escht.

    Als ich das Ding beim Kiezneurotiker sah, dachte ich, ochh, das würd ich auch mal fangen. Und peng! Prima.

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    • Ich komme Sie gleich besuchen und mich mal umschauen. Bin schon sehr gespannt!
      Ganz am Anfang, als ich in Ihrem Blog las, habe ich einen Fragebogen/ Jahresrückblick beantwortet.
      Da habe ich mir gedacht, sowas will ich auch gerne gefragt werden.

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  3. Pingback: Kreuzberg Süd-Ost fragt und ich antworte « lichtbildwerkerin.com

  4. Pingback: #Stöckchen - Fotos || Touren || Geotagging (c) Tichy Michael - bluefox.at

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