Hungern, fressen, kotzen, leiden

Am Haus der Kulturen der Welt, der Schwangeren Auster, legt ein Ausflugsschiff der Reederei Riedel an.
Ein Schwung Touristen steigt aus.
Die meisten von ihnen bewegen sich Richtung Reichstag, um ihr Sightseeing fortzusetzen.
Danach werden sie auf der Friedrichstraße shoppen gehen, unter den Linden flanieren und schließlich vor dem Brandenburger Tor posieren. Das übliche Programm.

Mir fallen drei Frauen auf, die sich sehr viel langsamer bewegen, als der Rest der Gruppe, und die schon nach kurzer Zeit ein ganzes Stück zurück gefallen sind.
Die Mittlere hat sich bei den beiden anderen untergehakt und wird aktiv von ihnen gestützt.

Thin

Thin (Photo credit: st4rbucks)

Als ich genauer hinsehe, merke ich, dass die drei sich sehr ähneln, und dass da Mutter und Großmutter der etwa zwanzigjährigen Tochter helfend unter die Arme greifen.
Sofort sehe ich, was mit ihr los ist: ihre Beine sind so stark skelettiert, dass sie den federleichten ausgezehrten Rumpf nicht mehr tragen können.
Sie schaut mich an und lächelt. Selig.
Es geht ihr gut.
Mutter und Großmutter sind ihr zugewandt, tragen sie durch das Leben, zeigen ihr die Welt.
Solange es noch geht.
Krankheitsgewinn.

Wie sie mich so ansieht, und mir zulächelt, sehe ich auch so etwas wie Stolz in ihrem Blick.
Ein vertrautes Gefühl.
Und ich habe den Eindruck, dass sie mir ansieht, dass ich genau weiß, worum es geht.
Doch was ich empfinde ist keine Komplizenschaft, sondern Bedauern.
Bedauern, dass sie sich so zu Tode hungert und kasteit. Dass sie sich anders nicht schön finden kann, dass sie sich so klein und zart machen muss, dass sie sich weigert erwachsen zu werden, weil es sich einfach nicht lohnt.

Ihre Augen sind groß und blau. Sie sieht aus wie ein verhungernder Engel.

Ich erinnere mich daran, wie ich eines Tages, kurz vor dem Abitur, zu spät zum Unterricht kam.
Als ich das Klassenzimmer betrat, ließ mein Mathelehrer die Kreide sinken, folgte mir mit den Augen bis zu meinem Platz, und sagte dann sehr ernst: –Kathe, dünner darfst du wirklich nicht mehr werden.
Wie ich mich gefreut habe darüber, und wie es mich angespornt hat noch weniger zu essen, als diese eine Scheibe Vollkornbrot und den Joghurt pro Tag!
Jetzt musste ich bloß noch Apfelwein und Bier weglassen, mich mehr bewegen, und vor allem mehr rauchen. Gegen den Hunger.
Das Kiffen wollte ich ganz aufgeben. Es konnte zu unbedachten Fressflashs führen.

Den gleichen triumphalen Blick, wie der verhungernde Engel, muss auch ich gehabt haben in diesem Moment, denn mein Lehrer schob noch ein
Ich meine das absolut ernst!  hinterher.

Was wollte der eigentlich von mir? Als würde ich ihm zuliebe mehr essen.
Und wieso auch?
Ich kam gut an, wickelte die Jungs um den Finger, und je dünner ich wurde umso mehr Anklang fand ich auch bei deutlich älteren Männern. Lolita.

Zudem funktionierte mein Kopf so gut wie noch nie. Das Lernen fiel mir leicht, ich konnte ausgehen, wenig schlafen, und trotzdem beste schulische Leistungen erbringen.
Denn darum ging es mir ja auch: ich wollte die Beste sein. In allen Belangen. Auch im Hungern, im Cool sein und im Party feiern. Selbstdisziplin.
Das Bestürzende an der ganzen Geschichte ist, dass mein Mathelehrer der einzige war, der mich überhaupt darauf ansprach. Dabei wog ich zu diesem Zeitpunkt, bei einer Körpergröße von fast einsachtzig, nur noch 49 kg.

Nachdem ich das beste Abitur hingelegt hatte, verliebte ich mich.
Alles lief so gut, dass ich von einem Tag auf den anderen wieder normal aß. Vier Jahre lang.
Meine Gewichtszunahme hielt sich dabei übrigens sehr in Grenzen, was die Sinnlosigkeit des voraus gegangenen Hungerns noch verdeutlichte.
Als die Beziehung irgendwann aus dem Ruder lief, entgleiste auch mein Essverhalten wieder, und mir dämmerte langsam, dass es etwas zu tun hatte mit gestörten Beziehungen, und in der Folge mit einer veränderten Körperwahrnehmung.
Da ich inzwischen gerne kochte und auch gerne aß, hielt ich das Hungern nicht mehr so durch wie früher. Also hungerte und völlte ich im Wechsel, und erbrach mich nach jedem Fress-Exzess.
Sechs Jahre litt ich unter Bulimie, oder Bulimarexie, wie man das abwechselnde Hungern und Erbrechen nennt.
Meine gesamte Studienzeit war bestimmt davon, denn Bulimie ist eine noch größere Herausforderung als Anorexie.
Gar nichts zu essen, ist so ähnlich wie Null Promille. Man weiss genau, wann man die erreicht hat. Hungern ist passiv.
Bei der Bulimie hingegen, verliert man durch die Fressattacken das Gefühl dafür, wann der Magen voll ist, und man aufhören sollte zu essen, um nicht zuzunehmen.
Hatte ich also 17 Snickers verschlungen und mich im Anschluss mit 1,5 liter Sprite light vollends abgefüllt, um mich leichter erbrechen zu können, dann konnte ich bei der nächsten Mahlzeit nicht mehr abschätzen, ob ich nun viel oder wenig gegessen hatte. Der Magen war einfach ausgeleiert.
Sicherheitshalber verschwand ich dann schon mal auf der Toilette, kam mit tränenden Augen und aufgequollenem Gesicht wieder zurück, und schämte mich für das, was ich getan hatte.
Auch das ist ein wesentlicher Unterschied zur Magersucht: Hungern macht stolz. Stolz, weil man sich so gut beherrschen kann. Weil man sich nicht mehr mit Essen beschmutzen muss. Und weil jeder sehen kann, was man zu leisten imstande ist.

Die Bulimikerin hingegen schämt sich. Weil sie so unbeherrscht ist, weil das Erbrechen so unschön und weil der Umgang mit Essen so unethisch ist. Ständig hat sie Angst vor Entdeckung. Doch merkwürdigerweise hat auch in diesen Jahren niemand geahnt, was mit mir los war. Meine engste Freundin war eingeweiht, konnte aber nicht mehr tun, als für mich da zu sein und mir beizustehen. Nur die Apothekerin, bei der ich regelmäßig Kalium kaufte, um einer gefährlichen Unterversorgung durch das Erbrechen vorzubeugen, sprach mich eines Tages an.

-Das ist doch auch keine Lösung, sagte sie mit dem gleichen Ernst, wie damals mein Lehrer.

Die Apotheke habe ich danach nie wieder betreten, und mir außerdem angewöhnt bei verschiedenen Apotheken einzukaufen, um nicht noch einmal aufzufliegen. Suchtverhalten.

Schlecht ging es mir, das kann ich sagen. Sechs Jahre lang. Rechne ich die Zeit der Magersucht dazu, dann habe ich fast zehn Jahre meines Lebens damit verplempert meinen Körper zu peinigen, und ihm zu zeigen, wer der Stärkere von uns beiden ist.
Denn genau so habe ich es immer empfunden: hier war ich, da mein Körper. Ich war der Kopf, mein Körper nur mein Diener, dem ich äußerste Disziplin abverlangte.

An all das muss ich denken, als ich dieses junge, magersüchtige Mädchen sehe, wie sie mich triumphal anlächelt, gestützt von Mutter und Großmutter.
Ohne es zu wollen, lächle ich zurück.

Den ganzen Tag über geht sie mir dann nicht mehr aus dem Kopf.
Auch am nächsten Tag bin ich in Gedanken oft bei ihr und ihrer Familie.
Wie schwer es für alle sein muss, sie am gedeckten Tisch verhungern zu sehen, und nichts dagegen tun zu können.
Wie sinnlos das alles ist. Wie wenig es ändert, und wie leicht man in diese Sucht rutscht.

Lo Zombi-Mänin kon lo Lassie-faccia / Rick Gen...

Rick Genest and Andrej Pejic (Photo credit: МОЛОКО)

Eine Gesellschaft, in der Kleidergröße 42 mit xl  (also: schlimm) gleichgesetzt wird, in der männliche Fotomodelle Frauenkleider vorführen, in der Size Zero das erstrebenswerte Ideal ist, in der es einen Celebrity-Kult gibt, wie nie zuvor, und in der Dicksein als Charakterschwäche gilt und Photoshop unerreichbare Vorbilder schafft, dürfte es für junge Mädchen noch schwerer sein ein entspanntes Verhältnis zu ihrem Körper zu entwickeln, als früher.

Das Schlimme: mit Argumenten ist dem nicht beizukommen.
Man muss begreifen, was mit einem los ist, woher die Störung kommt, und dann schrittweise wieder lernen mit angemessenen Mengen Essen, den Körper zu versorgen.

Eine Verhaltenstherapie, wie sie in vielen Fällen bevorzugt wird, hätte mir damals nicht geholfen.
Mich zum Essen zu zwingen hätte noch viel mehr Unheil angerichtet, denn Magersucht und Bulimie haben meiner Meinung nach auch zu tun mit einem ausgeprägten Bedürfnis nach Autonomie.

Außerdem: wenn diese Essstörungen Symptome für eine psychische Verfasstheit sind, dann kommt man, mit dem Abschaffen des Fehlverhaltens, der eigentlichen Ursache nicht bei.
Entscheidend ist es, sich professionelle Hilfe zu holen, die Körperwahrnehmung zu schulen und schrittweise zu verändern. Durch Einsicht.
Der wichtigstee Schritt ist, meiner Meinung nach, aber das Verändern der persönlichen Beziehungen.

In meinem Falle, war das der Entschluss, einen Strich unter alles zu machen, und weit weg zu ziehen, um genügend Abstand zu bekommen. Einen Bruch mit Familie und Freunden brauchte ich nicht. Nur eine Pause, und ausreichend Distanz.*
Im Falle des jungen Mädchens dürfte nur noch ein Klinikaufenthalt helfen.
Ihr Zustand ist bereits so bedrohlich, dass ihr Leben gefährdet ist
Aber auch ein Klinikaufenthalt, sollte möglichst weit weg von allem, was sie in ihrer Krankheit hält, stattfinden.

Und das, so bitter es ist, kann auch eine Familie sein, die die Kranke liebevoll stützt und umsorgt, und damit dem Hungern einen Sinn gibt.

_____________________________________________________________

*Eine Parabel Schopenhauers illustriert die Bedeutung des Gleichgewichts zwischen Nähe und Distanz. Viele Therapeutinnen und Therapeuten benutzen sie für ihre Arbeit. Ich mag das Bild.

Eine Gesellschaft Stachelschweine drängte sich, an einem kalten Wintertage, recht nahe zusammen, um, durch die gegenseitige Wärme, sich vor dem Erfrieren zu schützen. Jedoch bald empfanden sie die gegenseitigen Stacheln; welches sie dann wieder voneinander entfernte. Wann nun dieses Bedürfnis der Erwärmung sie wieder näher zusammen brachte, wiederholte sich jenes zweite; so dass sie zwischen beiden Leiden hin und her geworfen wurden, bis sie eine mäßige Entfernung von einander herausgefunden hatten, in der sie es am besten aushalten konnten.
Arthur Schopenhauer (1874)

23 Kommentare zu “Hungern, fressen, kotzen, leiden

  1. Danke für deine so ehrlichen Worte und das Bekenntnis, dass du zu beiden Gruppen mal dazu gehört hast. – Ich habe die Fotoausstellung in Berlin von ???? über diese superdünnen Models gesehen und war wirklich zu Tode erschrocken. – Und du warst dir ganz sicher, dass dieses junge Mädchen anorektisch war, weiß es eine Essverhaltenserkrankung hatte. Carconomerkrankte im Endstadium können auch so aussehen.
    Im Endeffekt ist es aber auch egal, weil du sie nicht wiedersehen wirst und sie auch nicht angesprochen hast. Auf jeden Fall hat es dich hier zu diesen Zeilen animiert. – Diese Krankheit tritt mehr in jungen Jahren auf, denke ich mal, denn ich kenne in meinen Alterskreisen niemand, der auch nur einem Stück Torte, möglichst mit Sahne, entsagen kann.

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    • Hallo Clara,
      woran dieses junge Mädchen litt, weiß ich natürlich nicht. Ich ahne nur, dass es Anorexie war, und das hat mich dazu gebracht diesen Text zu schreiben.
      Diese Krankheit tritt auch noch im fortgeschrittenen Lebensalter auf. Eine Häufung findet sich aber im frühen Erwachsenenalter.
      Ich kenne auch einige Frauen jenseits der vierzig, die zumindest essgestört, wenn nicht magersüchtig sind.

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  2. Die Fotostrecke hinter dem Link hat mich wirklich erschreckt, muß ich sagen. Und: ich kenne leider auch Frauen in meinem Alter (Ende 40 und älter) die zT schon seit Jahren mit der Magersucht kämpfen.
    Eine Frage noch zur Reaktion des Lehrers/ der Apothekerin: aus Deiner heutigen Sicht: was wäre sinnvoll/ hilfreich/ angemessen gewesen?

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    • Mein Lehrer und die Apothekerin haben es richtig gemacht. Sie haben das Thema angesprochen. Aber ich war noch nicht soweit. Da musste noch viel mehr passieren.
      Letztenendes haben sie aber dazu beigetragen, dass ich mich mit meiner Krankheit auseinander gesetzt habe. Insofern war ihre Frage soetwas wie ei Mosaiksteinchen, in dem gesamten großen Bild.

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    • Ich habe mir gut überlegt, ob ich das veröffentlichen kann und soll.
      Wie du, bin ich überzeugt davon, dass das Thema Essstörungen viel offener behandelt gehört.
      Warum es so, wie eigentlich alle Süchte tabuisiert ist, weiß ich eigentlich gar nicht.
      Die Einzigen, die immer mal wieder darüber reden, sind adipöse Menschen, was sicher daran liegt, dass sie gesellschaftlich ständig für ihr Dicksein geächtet werden. Fat blaming.
      Irgendwann schrieb eine Bloggerin, allein-erziehende Akademikerin, die Vollzeit arbeitet, jeden Abschluss mit summa cum magnum gemacht hat, und ein richtiges Arbeitstier ist, die alles organisiert und geregelt bekommt, dass niemals jemand ein Wort über ihre Leistung verliert. Als sie dann allerdings 5 Kilo abnimmt, kriegen sich ihre Kolleginnen und Kollegen gar nicht mehr ein, und beglückwünschen sie überschwänglich.
      Das nur zur gesellschaftlichen Relevanz des Körperschemas. Wahnsinn.

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  3. es ist so riesig schwer sich von süchten zu trennen…….und auch co-abhängigkeit ist hier ein thema. wie du ja gut erkannt hast. da haben wir opfer und täter spirale. der stolze blick = hehehe…..euch hab ich an der leine, ich habe die macht. die unterstützenden = hilflose helfer.

    der einzige weg raus aus der sucht MUSS vom süchtigen ALLEINE kommen. alles andere ist vergebene liebesmüh!! und somit absolut zwecklos.
    so hart sich das anhört.

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    • Sucht muss man alleine überwinden, aber andere dürfen den Weg gerne unterstützend begleiten.
      Das Schwierige ist die Einsicht in die Sucht, und dann den Entschluss zu fassen, sich davon zu befreien.
      Der Rest ist vergleichsweise einfach.

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  4. Sehr bewegend. Auch mein Respekt!
    Habe mich gestern erst mit einer befreundeten Kinder- und Jugendpsychologin unterhalten, die von einem anorektischen Jungen erzählte, der jetzt in der Charité zwangsernährt wird.
    Viel schlimmer geht es wohl nimmer, als seinem Kind beim Verhungern zuzusehen.

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    • Das ist schrecklich. Zwangsernährung ist eine solche Qual. Wenn es soweit kommt, dann ist der Zustand wirklich lebensbedrohlich.
      ja, für die Eltern des Jungen muss es die Hölle sein. Wahrscheinlich machen sie sich schlimme Vorwürfe.
      Essstörungen bei Jungen werden immer häufiger, was mit Sicherheit auch mit dem Druck zu tun hat, der durch unrealistische Körperideale entsteht.
      Ich hab drüber geschrieben, weil das Thema totgeschwiegen wird, weil es ein Tabu ist, und weil es soviel betrifft.
      Da ich das Ganze vollkommen überwunden habe, ist mir das nicht so schwer gefallen.
      Ironischerweise finde ich mich inzwischen sogar zu dünn.
      Wenn mir das damals jemand gesagt hätte…
      Zu dünn gab es nicht.

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  5. Das geht einmal mehr unter die Haut, tikerscherk.

    Co-Abhängigkeit beschäftigt mich schon lange. Eine gute Frage, die man sich als Co-Abhängiger stellen könnte, wäre: Und was ist meine Sucht dabei? Oder: Inwiefern profitiere ich von der Misere. So grotesk das auch klingen mag, es ist ein Aspekt. Den richtigen Ton zu treffen, dürfte einem Außenstehenden, der emotional nicht verstrickt ist, allein aus diesem Grund schon leichter fallen.

    Danke Dir für Deine sehr anregenden Gedanken!

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    • hallo pagophila,

      zum thema co-abhängigkeit gibt es zwei sehr gute bücher von pia mellody. sie ist eine international anerkannte spezialistin auf diesem gebiet, und leiterin eines zentrums für co-abhängige in den usa.

      „wege aus der co-abhängigkeit“ und „verstrickt in die probleme anderer“.

      mir hat das sehr geholfen!!

      herzlichst
      kalypso

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    • Sie hat es nicht gepackt? Was ist mit ihr?
      Es ist schwierig jemandem zu helfen, der das Essen verweigert, wenn derjenige nicht ansatzweise das Problem erkennt.
      Manchmal helfen Fotos.
      Die meisten Magersüchtigen fühlen sich zu dick, und sind überrascht, wie dünn sie sind, wenn sie Fotos von sich sehen (ging mir genau so), oder wenn sie sich auf den Boden legen, und jemand ihre Umrisse mit Kreide nachzeichnet.
      Ich war sehr überrascht, wie dünn ich wirklich war.

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      • Sie hatte eine über zehnjährige Magersuchtskarriere hinter sich, mit mehreren Psychiatrieaufenthalten; sie kannte sich bestens aus, auch mit ihrer gestörten Körperwahrnehmung. Allerdings hatte sie so lange gehungert, daß sie sich nicht mehr konzentrieren konnte und auch sonst nicht belastbar war, immer krank, Wunden heilten nicht. Gegen jeden Rat ist sie nach Hause zurückgegangen (toxische Familienkonstellation …). Wir haben nie wieder von ihr gehört.

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  6. Auch ich zolle dir Respekt für diesen Beitrag, den ich mutig und richtig finde. Schon allein beim Lesen leide ich mit. Es muss schlimm sein, dabei zuzusehen, wie sich jemand (fast) zu Tode hungert. Und für die Betroffenen ist es wohl extrem schwer, sich von der Magersucht zu trennen, weil ihnen die wirkliche Ursache für ihre Sucht zumeist nicht bewusst ist.

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    • Danke!
      Ja, es muss schlimm für die Angehörigen sein.
      Das Stadium des halbverhungerten Mädchens habe ich zum Glück nie erreicht.
      Aber der weg zurück zu normalem Essverhalten war trotzdem schwer.
      Inzwischen liegt das alles so weit zurück, und ich frage mich, wie ich auf soetwas lustvolles wie Essen überhaupt verzchten konnte.

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