Call Me Spießig

0.33l and 0.5l bottle of Mate

Hab ich schon mal erwähnt, wie ich es finde, dass mit zunehmendem touristischen Andrang hier auch immer mehr zertrümmerte Flaschen (Bier/ Wodka/ Club Mate) auf den Wegen, und vorzugsweise den Radwegen, rumliegen, weil jeder dahergelaufene Röhrenhosenträger mit Fusselbärtchen glaubt, dass es irgendwie Berlin-Style wäre alles zu Boden zu fallen lassen, was man nicht mehr gebrauchen kann?
Isses aber nicht! Das ist einfach nur bad style und führt zu den kiez-weiten Aufklebern auf denen
Berlin doesn´t love you!
steht.
Interessiert keinen. Fühlen sich trotzdem alle sauwohl hier. Ich weiß.
Berghain, Party, Stumpfsinn.
Schön auch, dass die umsichtige Berliner Stadtreinigung (BSR) ihre Glascontainer vorzugsweise an Radwegen aufstellt. Zumindest hier in Kreuzberg. Macht ja nix, wenn die eine oder andere Flasche beim Einwerfen auf dem Boden landet und dort zerbirst.
Barfuß will man ja gar nicht durch die Stadt spazieren. Schon wegen der Hundescheiße nicht. Sind ja nicht auf dem Dorf. Aber ohne einen Platten nach Hause zu kommen, muss schon drin sein.
Kleinkinder sollte man besser immer an die Hand nehmen um zu verhindern, dass sie hinfallen und Scherben sich in die kleinen Hände und Kniee bohren.
Dass Töle sich nichts eintritt ist meine persönliche Hauptsorge.
Wenn ihr, werte Besucher der Stadt, vielleicht ein klitzekleines Bisschen auf euer Leergut acht geben würdet, und es eventuell netterweise irgendwo sicher abstellen könntet, wo die vielen Menschen, die mit Flaschenpfand ihr Hartz oder die kleine Rente aufstocken, es einsammeln können; wenn ihr darüber hinaus in eurer obligatorischen Feierstimmung noch ein wenig die Lautstärke runterpegeln würdet, damit die Einwohner, die noch Arbeit haben morgens aufstehen und den Tag bewältigen können, und wenn ihr zudem nicht ständig in großen Gruppen die Gehwege blockieren und saufenderweise die U-Bahn verstopfen würdet, dann würde Berlin euch wahrscheinlich mögen. Sofern Berlin in der Lage ist irgendwen zu mögen.
Eure Rollkoffer mit all den iGadgets möchte ich hier auch bitte nicht mehr rattern hören, wenn ich versuche in den Morgenstunden etwas Ruhe zu finden, ehe die BSR zu Sonderschichten ausfährt, um noch vor  6 h eure Scherben zu beseitigen.

Nichts für ungut, call me spießig.

12 Kommentare zu “Call Me Spießig

  1. Schon schlimm, diese Rücksichtslosigkeit. Aber – interessiert mich! – was für eine besondere und von dir gehasste Spezies gehören denn „dahergelaufene Röhrenhosenträger mit Fusselbärtchen“ an und ist diese Spezes besonders rücksichtslos?

    Gefällt mir

  2. Die Fusselbärtchenträger mit den Röhrenhosen sind die sogenannten Hipster. Keine Interessen außer Party, Mode und elektronische Spielzeuge. Me, myself and I. Rücksichtslos, hedonistisch. Aufreizend dumm.

    Gefällt mir

    • Ach so, danke für die Aufklärung. Lebe in der Provinz und krieg‘ das nicht mit. Hier trägt und isst man Bio-Öko, fährt Fahrrad mit Kinderanhänger und mindestens einem Wimpel, dafür ohne Beachtung der Verkehrsregeln (was macht das für die Kleinen? Haha!) und bewacht die Nachbarn strengstens (müsste doch angesichts der Gentrifizirung des Prenzlauer Bergs durch die Schwaben dort auch schon so sauber und korrekt sein wie hier im Badischen?). Jede Region hat ihre Nachteile, ich glaube, ich wandere doch nach Frankreich aus…

      Gefällt mir

      • Wir haben hier beides. Hipster und Schwaben und jede Menge Touristen.
        ja, Frankreich! Die habend as bessere Gebäck, gute Weine, tolles Essen.
        Wenn du kannst, würde ich an deienr Stelle dorthin gehen. Du bist so frankophil! Da würde es dir sicher besser gehen, als im rigiden Öko-Freiburg!

        Gefällt mir

        • Hach ja, die französischen Kuchen und Weine und das Essen überhaupt mag ich viel lieber als die deutsche Küche. Italien wäre diesbezüglich auch eine Alternative und die Menschen mag ich sehr – wenn nicht Berlusconi und die Mafia…
          Freiburg ist jedenfalls keine freie Stadt, sondern doch eher eine Burg. Aber das muss man/frau durchmachen, um es zu begreifen. Nach etlichen Erfahrungen und Gesprächen mit anderen Zugewanderten begriff ich, dass es nicht an mir liegt… Die bleiben hier lieber unter sich.

          Gefällt mir

  3. Ohne die Scherben-Asis entschuldigen zu wollen…
    Als ich zum studieren in die Stadt gezogen bin war eine der ersten Anschaffungen Kevlar-Reifen für mein Fahrrad. Schwalbe Marathon glaube ich und die sind wirklich gut. Hatte seitdem trotz Glasscherben nie wieder einen Platten.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s